Welcher Milbenfall ist zur Zeit normal

  • Hallo liebe Imker,


    kann mir evtl. jemand sagen, welcher Milbenfall (Anzahl Milben pro Tag) zur Zeit noch in Ordnung ist?
    Bin nämlich etwas unsicher angesichts einiger Milben innerhalb zweier Wochen auf dem Bodenbrett meiner Zanderbeute nach Liebig.
    Da befinden sich nach ca. 2 Wochen Einschubdauer ca. 15 Milben drauf.
    Bedenklich oder i. O.? Im Sommer korrekt zwei Mal mit Ameisensäure behandelt.
    Vielen Dank für Eure Antworten!


    Gruss


    Dominik

  • Täglich eine wäre mir zu dieser Zeit auch zu viel, wenn man bedenkt dass die Bienen jetzt gerade erst in Brut gehen und dann die Milben verstärkt fallen.
    Zum Vergleich: Ich hatte vor einem Monat eine Milbe in 14 Tagen. Aktuell habe ich keine Windel unterliegen.

  • Hallo Dominik,
    eigentlich sollte der tägliche Milbenfall jetzt noch bei unter einer Milbe liegen.
    In dem Volk könnten jetzt im schlechtesten Fall bereits 400 Milben sein.
    Wenn Du jetzt entsprechend der bekannten Faustformel von einer monatlichen Verdoppelung ausgehst, könnte es spätestens im Juli schon eng werden.
    Ich würde das Volk genau beobachten, früh und lange Drohnenrahmen schneiden, auf keinen Fall Drohnenrahmen schlüpfen lassen. Wenn möglich eine Brutwabe zur Ablegerbildung/Sammelbrutableger entnehmen.
    Wenn Du den Honig nicht in Verkehr bringen willst, könntest Du nach der Frühtracht Ernte eine AS Behandlung einschieben.
    Ansonsten wirst Du eventuell das Volk frühzeitig aus der Tracht nehmen und behandeln müssen.
    Hast Du eine Winterbehandlung gemacht? Wenn ja, wann?


    Viele Grüße
    Hubert

  • Hallo Dominik,


    Die Bienen waren in den letzten Wochen auf Reinigungsflug.
    Da fallen viele Milben aus dem Wintergemüll.


    Wenn Du eine Winterbehandlung durchgeführt hast, dann besteht kein Grund zur Panik.
    Falls nicht: siehe Hubert.

    Mit freundlichen Grüßen -- Traugott Streicher

  • @Hubert: Drohnenschneiden schwächt das Volk.
    Ich würde gar kein Drohnenrahmen einhängen.
    AS schwächt zu der Zeit noch viel mehr.


    Mein Tipp: Warte den Schwarm ab. Sind es gute Bienen, hast du dann schon eine Frühtracht. Mehr kann Hubert dir auch nicht bieten.
    Dann: Schwarm behandeln, mit MS , oder OS. Vom Restvolk ein Ablegerchen machen, und behandeln, so hast du eine Reservekönigin.
    Das Restrestvolk entweder behandeln oder auf Tracht hoffen, je nach Lage. Oder in Abkeger aufteilen, behandeln. Dann hast du 4-5 Völker im Herbst.

  • Zitat

    Im Sommer korrekt zwei Mal mit Ameisensäure behandelt.


    Hallo Dominik!


    Was heißt das genau, ist da eine zweimalige AS-Schwammtuchbehandlung gemeint? Hast du eine Winterbehandlung durchgeführt?


    Die Befallsdiagnose im zeitigen Frühjahr ist nur erschwert durchführbar, denn es gibt eine gewisse Zyklenbildung. Die überwinterten Varroamilben dringen nach Brutbeginn ohne unnötige Verzögerung in die Brut ein. Da kann es dann passieren, dass man bei einer Befallsdiagnose zufällig eine Periode erwischt, wo keine Milben fallen, da alle Milben in der Brut sind und auch keine befallene Brut schlüpft. Andererseits könnte man auch einen Zeitpunkt erwischen (z.B. 21 Tage oder 42 Tage nach Brutbeginn) wo sehr verstärkt befallene Brut schlüpft.


    Es ist aber ohne weiteres möglich, dass sich die Varroen bereits auf das Doppelte vermehr haben. Die Bienen haben sicher schon den 2. Brutzyklus hinter sich, wenn man als Brutbeginn Mitte Jänner annimmt.


    MfG
    Honigmaul

  • @Hubert: Drohnenschneiden schwächt das Volk.
    Ich würde gar kein Drohnenrahmen einhängen.
    AS schwächt zu der Zeit noch viel mehr.


    Mein Tipp: Warte den Schwarm ab. Sind es gute Bienen, hast du dann schon eine Frühtracht. Mehr kann Hubert dir auch nicht bieten.
    Dann: Schwarm behandeln, mit MS , oder OS. Vom Restvolk ein Ablegerchen machen, und behandeln, so hast du eine Reservekönigin.
    Das Restrestvolk entweder behandeln oder auf Tracht hoffen, je nach Lage. Oder in Abkeger aufteilen, behandeln. Dann hast du 4-5 Völker im Herbst.


    Drohnenschneiden: Wer Drohnen frei vermehren lässt, züchtet Milben. Wer Drohnen schneidet, flacht den Anstieg der Varroa Population ab und gewinnt Zeit.


    Das Ziel sollte sein, das Volk fit und gesund zu halten bis die Honigsaison abgeschlossen ist. Immerhin hat der Imker in das Volk entsprechend investiert.
    Nach Deinem Ratschlag wäre definitiv nach der Frühtracht Schluss.
    Ich versuche, einen Weg zu zeigen, der dem Imker eine Ernte mehr ermöglicht und die Varroa unter Kontrolle hält.
    Das erfordert natürlich genaue Kontrolle des Befalls, dazu scheint der Fragesteller wohl in der Lage zu sein, das zeigt schon die Frage.


    Reinigungsflug: Das ist natürlich ein wichtiger Einwand. Der könnte das ganze Ergebnis entscheidend verfälschen. Deshalb noch einmal den Abfall prüfen.
    Eventuell war das wirklich nur blinder Alarm.


    Viele Grüße
    Hubert

  • Hallo Imker,


    vielen Dank für Eure zahlreichen und ausführlichen Antworten. Ich konnte leider diesmal keine Winterbehandlung durchführen (ungünstige Verkettung äusserer Umstände). Ich werde aber das Volk genauestens beobachten, die Tage nochmal das Bodenbrett einschieben und (wie jedes Jahr) auch Drohnenrahmen schneiden.


    Viele Grüße


    Dominik

  • Wusstest du, dass: -Drohnen und insb. deren Brut heizen?
    -Die Milbe empfindlich auf Wärme reagiert?
    -Die Arbeiterinnen diese Heizarbeit machen müssen ohne Drohnen, resp. die Varroa sich bei entsp. niedriger Temp. besser vermehrt?
    -Beim Drohnenschneiden die Bienen Ausgleich schaffen wollen. Dieser Futtersaft fehlt den Arbeiterinnenlarven, was wiederum zu einer erhöhten Vermehrungsrate der Varroa führt?


    Nein? Dann schmeiss deine Bücher weg, und beobachte deine Bienen.

  • Wusstest du, dass: -Drohnen und insb. deren Brut heizen?
    -Die Milbe empfindlich auf Wärme reagiert?
    -Die Arbeiterinnen diese Heizarbeit machen müssen ohne Drohnen, resp. die Varroa sich bei entsp. niedriger Temp. besser vermehrt?
    -Beim Drohnenschneiden die Bienen Ausgleich schaffen wollen. Dieser Futtersaft fehlt den Arbeiterinnenlarven, was wiederum zu einer erhöhten Vermehrungsrate der Varroa führt?


    Nein? Dann schmeiss deine Bücher weg, und beobachte deine Bienen.


    Da sind aber schon ein paar nicht bewiesene Annahmen darin verpackt!


    Schmeiß deine Bücher nicht weg, beobachte aber trotzdem deine Bienen!


    MfG
    Honigmaul

  • Wusstest du, dass: -Drohnen und insb. deren Brut heizen?
    -Die Milbe empfindlich auf Wärme reagiert?
    -Die Arbeiterinnen diese Heizarbeit machen müssen ohne Drohnen, resp. die Varroa sich bei entsp. niedriger Temp. besser vermehrt?
    -Beim Drohnenschneiden die Bienen Ausgleich schaffen wollen. Dieser Futtersaft fehlt den Arbeiterinnenlarven, was wiederum zu einer erhöhten Vermehrungsrate der Varroa führt?


    Nein? Dann schmeiss deine Bücher weg, und beobachte deine Bienen.


    Beobachtung meiner Völker hat ergeben, das Völker mit schlüpfender Drohnenbrut mehr Milben haben also Völker ohne.
    Konnte ich erst im letzten Jahr wieder beobachten bei einem Volk, das auf einem hohen Boden saß und dort Drohnenbrut anlegte und aufziehen konnte.


    Keine Ahnung, was das für Bienen sind, die vom Drohnenbrut schneiden in die Knie gehen. Wessen Bienen da die Grätsche machen und die Brut nicht mehr pflegen, sollte mal über neue Königinnen und/oder anderes Management nachdenken.


    Gruß Hubert


  • -Beim Drohnenschneiden die Bienen Ausgleich schaffen wollen. Dieser Futtersaft fehlt den Arbeiterinnenlarven, was wiederum zu einer erhöhten Vermehrungsrate der Varroa führt?


    Nein? Dann schmeiss deine Bücher weg, und beobachte deine Bienen.


    Erstaunlich...verrate das mal unbedingt des Bieneninstituten, die machen ihre Studien da offenbar vollkommen falsch weil da immer was anderes rauskommt.


    Jens Radtkes Feldversuch in Hohen Neuendorf läuft seit 2008 und ergibt beharrlich eine um 85% erhöhte Milbenbelastung der Bienenvölker im Sommer, deren Drohnenbrut nicht geschnitten wurde...das muss irgendwie alles Reinvasion from Outer Space sein oder halt Messfehler oder von der Drohnenbrutschneidemesserhersteller gekaufte Wissenschaftler....Skandal ist das!!!


    Melanie

  • ...verrate das mal unbedingt des Bieneninstituten, die machen ihre Studien da offenbar vollkommen falsch weil da immer was anderes rauskommt.


    Vielleicht machen sie es nicht falsch - sondern anders! Was passiert denn, wenn ich in ein Volk ein oder zwei Drohnenrahmen einhänge und nicht schneide? Ist es möglicherweise ein Unterschied zu den Völkern, die eben keine extra Drohnenrahmen bekommen?


    Ich denke, so einfach ist das nicht zu vergleichen. Dazu paßt ja auch Stefan's Beobachtung, daß zu viele Drohnenbrut viele Milben produziert - und zu wenige auch. Wenn ich mich recht erinnere, sprach er von 10 % pro Wabe, damit die Milbenpopulation nicht explodiert.


    Gruß
    Bernhard

  • Hallo


    aus der Spezi Diskusion halt ich mich raus, aber der Milbenfall um diese Zeit sollte fast bei Null liegen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)