Sanierung schwacher Völker nach Liebig

  • Hallo Zusammen,


    Liebig empfiehlt ein schwaches Volk im März über Absperrgitter auf ein starkes zu setzen um die Hilfe der unteren Ammenbienen ins schwache Volk zu holen.
    In den schematischen Darstellungen sieht man immer, daß das schwache Volk ein einzargiges ist. Was wenn man nun ein schwaches Volk hat, das aber auf 2 Zargen überwintert wurde?
    Muß man das vorher einengen, oder kann man auch beide Bruträume über das Absperrgitter für 4-5 Wochen setzten?


    Hat hier jemand das schon einmal so gemacht und kann über Erfahrungen berichten?
    Danke

  • Hallo Beebook


    ich denk mal bei warmen Temp mit Bienenflucht nach unten in eine Zarge bringen und dann aufsetzen, aber obs gut geht wird dir keiner sagen können. Einen Versuch ist´s wert.


    Gruß
    Wilhelm

    ** nur selbst rudern macht dicke Arme ** ** begin every day with a smile **

  • Bei mir hats gar nicht geklappt, die Kö von oben war dann auf einmal weg und alle Vorräte unten.


    Würde ich heute aber auch nicht wieder machen, Schwächling muss es selbst schaffen, sonst soll er es lassen.:wink:

  • Bei mir hats gar nicht geklappt, die Kö von oben war dann auf einmal weg und alle Vorräte unten.


    Würde ich heute aber auch nicht wieder machen, Schwächling muss es selbst schaffen, sonst soll er es lassen.:wink:


    Dann war der Grund für die Schwäche des obigen Völckchens die Königin! Ist sie in Ordnung wird sie nicht beseitigt.


    LGR

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Unsere Könoginnenzüchter warnen vor dieser Betriebsweise, die "schwächere" Königin wird beseitigt. Sie sagen: das Volk mit Fliegengitter oder Varroaboden aufsetzen, so profitiert das schwache Volk von der Wärme des Starken, ohne Gefahr für die Königin. Wenn es Deine Bienen erlauben, nehme ein paar Bienen von den stärkeren Völkern (von Brutrahmen) und gebe sie dem schwachen Volk. Unsere Ligustica Naveiro sind super. Du kannst Königinnen und Bienen hin und her wechseln wie Du willst, sie streiten nicht. Mache das hier mit schwachem KS und klappt einwandfrei. Aber das hängt von der Biene ab, eine nervöse akzeptiert das nicht. Du kannst aber nervöse Bienen auch mit Zuckerwasser gemischt mit Kräutern (Erva cidreira) einsprühen und dann vor den Eingang der Beute abkehren. Nicht vergessen die Bienen in der Beute auch einzusprühen.
    Stelle ein Brett oder einen Ast auf den Boden als Rampe für die Bienen. Die krabbeln dann Zuckersüss und gut duftend in die Beute. Die Wächterinnen lassen diese ohne Probleme eintreten.

  • Hallo Beebook!


    Das Sanieren der schwächen Völker auf die beschriebenen Art und Weise praktiziere ich seit mehreren Jahren. Leider kommt es bei meinen Völkerbestand (ca 25 ) alle Jahre vor, dass ein paar schwache Völker dabei sind. Die Art der Sanierung funktioniert einwandfrei.


    Grundsätzlich bin ich bestrebt, dass ich nur ein einzargiges Volk über das Absperrgitter aufsetze, da es einfacher handzuhaben ist. Wenn die Bienentraube entweder in der oberen oder in der unteren Zarge sitzt, dann entnehme ich die andere Zarge und die Bienen werden in die verbliebene Zarge geschüttelt. (Was man in einer solchen Situation mit einer Bienenflucht machen sollte, ist mir wirklich unklar).


    Wenn die Bienentraube zwischen den beiden Zargen sitzt, dann setze ich beide Zargen über Absperrgitter auf. Das macht überhaupt keinen Unterschied. Bei der ganzen Aktion geht es nur darum, dass die Pflegebienen vom starken Volk aufsteigen können. Das ganze Vorhaben wird durch die aufsteigende Wärme unterstützt.


    Wichtig ist, dass oben kein eigenes Flugloch ist.


    Die Königin des schwachen Volkes muss schon in Ordnung sein und auch Eier legen können. Ansonsten tritt er umgekehrte Fall ein und die oberen Bienen verziehen sich nach unten, was aber auch kein Fehler ist.


    Das Ganze funktioniert ausgezeichnet. Offensichtlich kann die Königin in einem starken Volk im Frühjahr nicht so viele Eier legen als zur Auslastung der Pflegebienen notwendig wäre. Da gibt es interessante Beobachtungen durch Dr. Liebig.


    http://www.imkerforum.de/showpost.php?p=140789&postcount=35


    MfG
    Honigmaul

  • Tach zusammen!


    Ich komme gerade von der Bienenstandbegehung mit dem "Meister" und dort wurde theoretisch und praktisch von ihm gezeigt, wie es läuft. Sehr simpel.
    Es handelte sich im konkreten Fall um Völker auf Zander, ein- und zweizargig eingewintert. Wenn ein Volk JETZT nur ca. 3-4 Waben einzargig gut besetzte UND das Bruntest augenscheinlich okay war, dann wurde es einem Volk, welches mindestens 5-6 Waben zweizargig besetzte, über ASG aufgesetzt. Bienenbesetzte Leer- oder Futterwaben wurden dann über dem oberen Volk abgestoßen. Liebig selber sagte aber auch klar, dass Sinn dieser Geschichte einfaches Arbeiten sei, weshalb normalerweise schlichtweg die Zarge welche das zu schwache Volk besetzt, über ASG aufgesetzt wird, ohne Bienenabkehrerei oder Ähnliches. Dies wurde heute lediglich zu Demonstrationszwecken gemacht.
    Die oberen Völker sollen in ca. 4 Wochen dann wieder abgenommen und entweder an den Platz des unteren Volkes oder aber an einen separaten Stand gebracht werden ( Verstärkung durch Flugbienen des stärkeren Volkes oder Vermeidung unnötiger Flugbienenverluste am Heimatstand).
    Soweit Dr. Liebig heute zu diesem Thema.


    Gruß
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Kleines Update: Hatte vor einer Woche ein schwaches Volk mit einer Königin und winzigem Brutnest (auf zwei Waben etwa 10 cm Durchmesser) einem starken ganz nach Vorschrift aufgesetzt (Brut auf 4 Waben mit rund 20 cm Durchmesser in den MIttelwaben) - aber auch hier entschieden die Damen radikal dass die da oben keine Chance hat und haben sie eliminiert. Ich frage mich, ob es nicht sinnvoller ist, noch einen Honigraum dazwischen zu setzen (nur einen 0,5er DN) um einfach die Chancen der obrigen Königin zu erhöhen. Habe einfach den Eindruck, dass diese "Legekonkurrenz" nur dann funktioniert wenn die Unterschiede zwischen den Völkern nicht zu groß sind...womöglich schafft ein Abstand zwischen den beiden Königinnen ähnlich dem Demarée auch eine größere Chance dass die obere bleiben darf.


    Tja, heute abgeräumt, dann freuen sich die unteren über etwas Verstärkung....


    Melanie

  • Hallo Miteinander,
    irgendwie habe ich beim Liebig überlesen, das er volle Verantwortung für das Gelingen seiner Vorschläge übernimmt...
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Miteinander,
    irgendwie habe ich beim Liebig überlesen, das er volle Verantwortung für das Gelingen seiner Vorschläge übernimmt...
    Viele Grüße
    Lothar


    @ all , am einfachsten ist es die schlechte Königin abzudrücken und die Völker zu vereinigen ! Immer ein gutes Volk mit einem schlechten . Völker aufpäppeln ist kontaproduktiev weil nur Arbeit und kein Ertrag . Was hindert Euch daran Ableger zu erstellen um leistungsfähige Königinnen zu erhalten ?


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.