OS-Behandlung vor Erreichen der Brutfreiheit im Spätherbst, Wirksamkeit der Fangwabe

  • Hallo,


    ich hatte unter diesem Beitrag angegeben, dass die Wirksamkeit meiner OS-Behandlung an 3 noch nicht brutfreien Völkern Mitte November
    94% von 1811 Milben
    92% von 1020 Milben
    80% von 1250 Milben
    betrug. Aus der allgemein verbreiteten Ansicht heraus, dass die meisten Milben in der Brut sitzen, sind diese Ergebnisse nicht zu verstehen.
    In dieser Arbeit ("Einfluss der Brutentnahme bei der Honigbiene Apis mellifera auf die Leistung der Völker und ihre Parasitierung mit Varroa destructor" von Jens Radtke, 2010, Hochschulschrift "Halle, Univ., Naturwissenschaftliche Fakultät III, Diss., 2010", Online-Ressource (240 S. = 3,14 mb)) wurde folgendes geschrieben:
    "Im Sommer befindet sich der deutlich überwiegende Teil der ein Bienenvolk parasitierenden Varroa destructor in der verdeckelten Brut. Nach ROSENKRANZ und RENZ (2003) sind es in Zeitraum März bis Juli 58 – 91 %, ab Juli bis September abnehmend 74 – 52 %, wobei der Anteil bereits Anfang September auf 29 % gesunken sein kann (MENDE 1991). Im September/Oktober schwankt der Anteil an Brutmilben in Abhängigkeit vom Brutumfang zwischen 58 und 17 % (OTTEN 1991)."
    Hier wird also festgestellt, dass der Anteil der Brutmilben vom Umfang der Brut abhängt und bereits im Oktober schon auf 17% (und nicht 80% wie oft behauptet) abgefallen sein kann. Das passt gut zu meinen Auszählungen im November.
    Eigentlich ist das ein alter Zopf (1991, 2003). Erstaunlich ist nur, dass das nicht allgemein bekannt ist.
    Sorge macht mir in diesem Zusammenhang das Fangwabenverfahren, da hier wenig Brut einer großen Milbenzahl gegenüber gestellt wird. Ist die Fangwabe dann wirklich so wirksam? Sollte man nach der kompletten Brutentnahme nicht doch eher mit OS behandeln statt mit der Fangwabe?


    Gruß Ralph

  • Hallo Ralph,


    Zitat

    Sorge macht mir in diesem Zusammenhang das Fangwabenverfahren, da hier wenig Brut einer großen Milbenzahl gegenüber gestellt wird. Ist die Fangwabe dann wirklich so wirksam? Sollte man nach der kompletten Brutentnahme nicht doch eher mit OS behandeln statt mit der Fangwabe?


    zu welchem Zeitpunkt machst du denn die Brutentnahme?


    Wenn du nach der Brutentnahme das Volk mit Oxalsäure behandelst, bist du letztlich beim Konzept Teilen und Behandeln von Liebig. Liebig teilt dabei sein Volk in einen Flugling und einen Brutling. (Brutling ist die entnommene Brut, Flugling das Restvolk mit Königin) Der Flugling wird 2 Tage nach der Brutentnahme mit Milch- oder Oxalsäure behandelt. Der Brutling zieht sich eine Königin nach, wobei nach ca. 21 Tagen dort ebenfalls Brutfreiheit eintritt. Damit kann auch hier eine Milch- oder Oxalsäurebehandlung stattfinden. Beide Volksteile sind also im brutfreien Zustand, daher bei guter Wirksamkeit, mit Milch- oder Oxalsäure behandelt worden. Beide Volksteile haben im Idealfall eine Königin. Es liegt dann bei dir, ob du zurückvereinigen möchtest, oder aber beide Völker weiterführst. Oder ob du aus den Brutwaben lieber Türme baust.


    Wenn du die Brutentnahme machst, solange noch einigermaßen Brut zu entnehmen ist, sollte nach den von dir zitierten Arbeiten im Flugling eigentlich noch nicht mit einer so großen Milbenzahl auf den Bienen zu rechnen sein, dass die Fangwabe überfordert ist. Im auslaufenden Brutling schließe ich mich deiner Überlegung an.


    Gruß
    Ludger Merkens

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