Futtermangel - Zarge aufsetzen ?

  • Hallo ,
    macht es Sinn bei einzargigen Jungvölkern (in meinem Fall Zandermaß) bei ev. Futtermangel anstatt in der Zarge rumzuprockeln (Leerwaben gegen Futterwaben zu tauschen) nicht gleich eine neue Zarge mit Mittelwänden und Futterwaben aufzusetzen , oder sogar in Ermangelung an Futterwaben Leerwaben mit Zuckerlösung einzubringen ?


    Gruß
    Wolfgang

  • Hallo Stoertebeker!


    Schau mal hier:


    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=28098&p=305053#post305053


    Da steht eigentlich (fast) alles drin.


    kurz:
    Das beste jetzt sind Futterwaben!
    Dann alles was mit Fütterung zu tun hat.
    Mittelwände auf keinen Fall jetzt da rein.
    Am besten ist es ausreichend im Herbst zu füttern.
    :daumen:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Nein, aufsetzen bringt gar nix, weil sie durch die das zunehmend größer werdende Brutnest *festgenagelt* und mit Brut heizen beschäftigt sind.
    Sie lassen sie die Brut nicht im Stich und können damit nicht zu Stellen mit Futter wandern.
    Entweder angewärmte Futterwaben oder ZipLock-Beutel - alles andere bringt nix.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Nein, aufsetzen bringt gar nix, weil sie durch die das zunehmend größer werdende Brutnest *festgenagelt* und mit Brut heizen beschäftigt sind.
    Sie lassen sie die Brut nicht im Stich und können damit nicht zu Stellen mit Futter wandern.
    Entweder angewärmte Futterwaben oder ZipLock-Beutel - alles andere bringt nix.


    Warum sollte das Aufsetzen von Futterwaben nichts bringen? Es kommt auf das Wetter an, wenn es einigermaßen warm ist, tragen die Bienen sofort das Futter um und lagern es brutnestnah ein. Das kann man schön beobachten, dass nach einem schönen Tag die leeren Zellen rund um das Brutnest wieder mit Futter gefüllt sind.


    Das Aussetzen von Futterwaben, ausgenommen bei tiefen Temperaturen oder bei einer extremen Notsituation ist meines Erachtens der zukunftsträchtigere Weg. Alles anderes sind eher Notmaßnahmen.


    MfG
    Honigmaul

  • Hallo


    unter einem einzargigen Jungvolk, verstehe ich ein Volk das wenigsten 7 Wabengassen um diese Zeit ausfüllt, bzw die ganze Zarge. Wenn man hier eine Zarge mit Leerwaben am Rand und aufgeritzten Futterweaben in der Mitte aufsetzt kann man nichts falsch machen, da ja jetzt auch noch Flugwetter angesagt ist.
    Die Zarge sollte aber auf wenigstens 25°C temperiert sein, das heißt mal 1 Stunde neben der Heizung gestanden haben.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Die Zarge sollte aber auf wenigstens 25°C temperiert sein, das heißt mal 1 Stunde neben der Heizung gestanden haben.

    Du verschätzt Dich! Zucker hat eine deutlich höhere spezifische Wärme als Wasser. Einen Honigraum aus dem Lager geholt, bei -5°C wärmt in der Zarge nicht mal über Nacht auf Zimmertemperatur.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Du verschätzt Dich! Zucker hat eine deutlich höhere spezifische Wärme als Wasser. Einen Honigraum aus dem Lager geholt, bei -5°C wärmt in der Zarge nicht mal über Nacht auf Zimmertemperatur.


    Henry, da bringst Du was durcheinander. Spezifische Wärmekapazität von Wasser ist mehr als dreimal so hoch als die von Zucker:
    Zucker: 1.26 kJ/kg/K
    Wasser: 4,18 kJ/kg/K


    http://www.geophysik.tu-freibe…che%20Waerme%20Wasser.pdf

  • Na gut, die Zarge und Waben sollten auf wenigstens 25 °C angewärmt sein, wie das einer macht, ist seine Sache.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Moin,
    ich habe bisher, was selten vorkam, einfach eine Zarge mit Leerwaben und Futterwaben im Bereich des Hauptbienensitzes untergesetzt. Warm, so wie jetzt oder wärmer und die wollen sich doch ihr Futter von unten. Ich gehe davon aus das Bienen wenn Sie jetzt unter dem warmen Deckel sitzen und brüten das so machen weil sie dann weniger heizen müssen, gerade bei Segeberger und ähnlichen.
    Grüße
    Thomas

  • Hallo Thomas, der Gedanke ist auf alle Fälle nicht verkehrt.

    Doch ist er. Der Bien lebt im Spannungsfeld zwischen Vorräten oben oder fernab des Fluglochs und der Brutausdehnung vom Flugloche weg. Futter jetzt in die Fluglochnähe zu geben bringt Räubereigefahr und ist bei Kälteeinbruch nicht erreichbar. Wenn es darum ginge, Futter umtragen zu lassen, weil Waben leer werden müssen oder zur Fütterung im Herbst, dann wäre unten austragen lassen eine Möglichkeit. Im Winter werden Bienen immer ihr Futter über oder hinter dem Brutnest suchen. Wenn Nektar und Pollen eingetragen wird, dann soll der unter der Brut abgelagert werden und durch das Brutnest nach oben (in Sicherheit) geschafft werden. Drückt von dort die Futter-/Honigkappe dehnt sich das Brutnest Richtung Flugloch auf die ankommende Nahrung hin aus. Bienenvölker nehmen kein gedeckeltes Winterfutter mehr ab, sobald Nektar verfügbar ist. Dann stehen Futterwaben unten wie Schiede im Weg rum. Werden sie oben aufgesetzt, dann werden sie bei Tracht ignoriert und können - dann manchmal wieder aufgefüllt - leicht auch wieder abgenommen werden. Futter gehört niemals ans Flugloch.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry,


    aber wäre es jetzt in der Übergangszeit nicht besser die Nachteile in Kauf zu nehmen und dafür Bienen unter dem Deckel in Ruhe zu lassen?
    Vorteile: Futter nachgereicht, (wenn die Temp. nicht zu tief sind) Futter kann bei "Bedarf" umgetragen werden, Wärmehaushalt (unter Deckel) nicht gestört.
    Nachteile: Futter nicht direkt an Brutnest (kalt), Räubereigefahr.


    Gruß Jörg

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