Anbrüterkasten (Nicot System) Planungsfragen

  • Werbung


    Bienen haben Zutritt, die Königin kann nicht raus. In das Kästchen wird die Königin eingesperrt und soll nun legen. Das macht sie meist nicht, deshalb wird empfohlen diese Zellböden mit Wachs zu beprühen und eine Woche vor dem Zuchtbeginn in das Volk zu hängen. Die Königin sollte möglichst kurz im Kästchen sein. Ich kenne viele, welche solch ein Kästchen haben aber aber nur einen der es ständig benutzt. Der Königinnenverlust ist einfach zu hoch.
    Remstalimker


    Hallo Remstalimker,
    bei mir funktioniert das Nicot Kästen ganz gut. Das ganze kästchen einschließlich der Näpfchen wird mit Honigwasser eingepinselt und hängt schon vorher, also bevor die Königin 1 Tag, darin hinter Gitter verbringt in der Beute. Das Eierlegen hat eigendlich immer geklappt. Länger einsperren sieht das System nicht vor. Bei mir Abend´s rein, nächsten Abend Stopfen entfernen und königliche Hohheit kann wieder auf andere Waben wenn Sie will.
    Grüße
    Thomas

    Grüße aus Leipzig
    Thomas

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von Thomasbienen () aus folgendem Grund: RS

  • Zuchtboden = Hoher Boden mit großem vergitterten Flugloch und evtl. Drohnenflucht.


    Einlaufen = Alle Waben der unteren Zarge absuchen und vor den Zuchtboden abstoßen. Drohnen und eine oder mehrere Königinnen bleiben sicher draußen bzw. werden gefunden.


    In der Pflegekiste ist es dann richtig eng und genau das soll so.


    Ich bedanke mich herzlich und weil ich dieses Vorgehen in diesem Jahr gern umsetzen möchte bitte ich Dich nun noch, Deine folgende Beschreibung möglichst noch mal genauer zu erklären oder vielleicht reicht auch ein Verweis auf die Stelle, wo Du, wie Du schriebst, das Ganze schon mal beschrieben hast:

    Zitat


    Zu jedem weisellosen Pflegevolk gehören mind. 2 Doppelvölker als Brutspender. Die haben einen geteilten unteren Brutraum und beherbergen dort 2 Königinnen. Auf dem Brutraum liegt ein Gitter und über dem Gitter befindet sich der "Alterungsraum". Unten bestiftete Waben werden alle paar Tage abgestoßen (Königin/Drohnen) nach oben gehängt und durch ausgelaufene ersetzt. Waben die oben komplett gedeckelt sind werden ohne Bienen auf eventuelle NZ geprüft und ohne Bienen in die Pflegevölker gegeben, um dort zu schlüpfen. Haben die Pflegevölker zu viele Flugbienen werden sie verstellt. Die Aufstellung gewährleistet, daß mit den nicht mehr ganz jungen Bienen die Doppelvölker unterstützt werden. Die Grundgedanken sind gut Nachzulesen in diesem Buche.


    Insbesondere habe ich Fragen zu dem geteilten Brutraum. Bedeutet das, die BR-Zarge ist durch ein Schied geteilt, darüber befindet sich aber ein ungeteilter "Alterungsraum" also gemeinsam für beide BR-Halben ?


    mfg
    hartmut17

  • Hallo zusammen,

    ...möchte bitte ich Dich nun noch, Deine folgende Beschreibung möglichst noch mal genauer zu erklären oder vielleicht reicht auch ein Verweis auf die Stelle, wo Du, wie Du schriebst, das Ganze schon mal beschrieben hast:


    Insbesondere habe ich Fragen zu dem geteilten Brutraum. Bedeutet das, die BR-Zarge ist durch ein Schied geteilt, darüber befindet sich aber ein ungeteilter "Alterungsraum" also gemeinsam für beide BR-Halben ?


    mich interessiert das auch sehr. Was für ein Gitter kommt über den geteilten BR? ein normales Absperrgitter oder ein Wandergitter? Ich konnte nur das von dir finden: http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=9866&highlight=doppelvolk
    Ich wollte auch ein Volk mit Brutwaben aufpumpen, aber bis jetzt wollte ich dafür von allen anderen Völkern eine Brutwabe klauen. Das finde ich nicht gut, da ich alle Völker störe und alle eventuelle Krankheiten verteile. Ich habe vor 6-Waben-Dadantableger in einer geteilten 12er Beute zu überwintern, so habe ich im Frühjahr sowieso ein Doppelvolk, muss nur noch wissen wie ich es weiter führe. Mir reicht es, wenn mir das Doppelvolk zwei- oder dreimal im Jahr die Brutwaben zum Verstärkung des Pflegevolkes spendiert.
    Geht das so, wie ich es mir vorstelle?
    1) Im Frühling zwei Honigzargen über ein ASG über das Doppelvolk legen
    2) Brutwaben übers ASG hängen und wenn verdeckelt zur Ablegerbildung oder Verstärkung des Pflegevolks entnehmen


    Beste Grüße Salsero

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant

  • ... die BR-Zarge ist durch ein Schied geteilt, darüber befindet sich aber ein ungeteilter "Alterungsraum" also gemeinsam für beide BR-Halben ?

    So ist dem!

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • ... Was für ein Gitter kommt über den geteilten BR? ein normales Absperrgitter oder ein Wandergitter?

    Ein Königinnenabsperrgitter! Darüber gleichen sich auch die beiden Volksteile aus.

    Mir reicht es, wenn mir das Doppelvolk zwei- oder dreimal im Jahr die Brutwaben zum Verstärkung des Pflegevolkes spendiert.
    Geht das so, wie ich es mir vorstelle?

    Nein, das geht nicht. Du mußt mindestens alle 10 Tage unten bei den Königinnen Platz zum Legen schaffen und Du darfts oben nicht zu viele Bienen schlüpfen lassen, sonst bauen sie Dir erst den Boden mit Drohnenwildbau zu und werden umgehend schwarmtriebig, weshalb Du dann bestiftete Weiselnäpfe nach oben umhängst was zu mittelschweren Katastrophen führt. Es legen zwei Königinnen da, im Raum den sonst eine zu füllen vermag. Du mußt also zwingen den Überschuß einer Königin entnehmen. Oder Du treibst gleich Zweiköniginnebetriebsweise und baust Türme von Babel. Dann kannst Du aber kaum noch umhängen ...

    1) Im Frühling zwei Honigzargen über ein ASG über das Doppelvolk legen

    Wenn die Höhe dann BeeSpacemäßig stimmt, issas OK.

    2) Brutwaben übers ASG hängen und wenn verdeckelt zur Ablegerbildung oder Verstärkung des Pflegevolks entnehmen.

    Na des geht auf jeden Fall.


    Ein normales Brutnest ist kugelförmig aufgebaut. Das Alter der Brut ist also in den Schalen gleich. Im Extrem kennen wir die Zentralwabe, auf der alle Brutstadien anzutreffen sind und deren Mitte bereits wieder leer, weil geschlüpft ist. Solche Waben geben ihre Bienen im Pflegevolk sehr langsam ab und werden zugehonigt. Die wollen wir nicht. Die nehmen wir bloß zum Start. Wir brauchen möglichst Waben, auf denen alle Eier innerhalb weniger Tage gestiftet wurden und die folglich innerhalb weniger Tage im Pflegevolk zu Leerwaben mutieren. Deshalb der ganze Zermon.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Zitat

    Gut, Jenter ist schon eine schillernde Figur, aber mit über 80 Jahren darf man das.


    Hallo Hartmut,
    diese Meinung kann ich nicht teilen, ich bin zwar noch keine 80, aber wenn ich einen Vortrag halte muss, bin ich da. Ich vermute, er hat an anderer Stelle ein besseres Geschäft gewittert. Allerdings, ein Guru, welcher über der Sache schwebt und nur noich Segen verteilt, der darf das.
    Über ihn zu streiten ist müßig, weil er wie ein Techniker denkt und die Bienen nicht so handeln.


    Hallo Thomas,
    es freut mich zu hören, dass es bei dir funktioniert. Dass es ab und zu mal nicht funktioniert, liegt in der Sache. Siehe oben letzter Satz.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • ... Über ihn zu streiten ist müßig, weil er wie ein Techniker denkt und die Bienen nicht so handeln.

    Ob nun Jenter oder Nicot, die Idee, daß die Königin die Eier direkt in die Zellen legt, ist schon ganz spannend. Nur Leider legt sie da immer sehr viele Eier rein. Bei Nicot sind es bis zu 110. Ich benötige aber in aller Regel 20 bis 30 Larven und wenn ich Zuchtstoff abgebe, dann pasßt das auch in aller Regel nicht auf den Punkt. Als ich mit der Cupularve angefangen habe, war ich auch recht begeistert. Die Annahmequote im Pflegevolk war aber eben nicht deutlich höher, als nach meiner Umlarvung und es kam durchaus vor, daß ich am Umlarvtag keine Larven in der Box hatte. In mein System paßt die Box jedenfalls nicht bzw. nicht mehr. Ich arbeite von der Abgabeseite aus: d.h. ich benötige/verkaufe eine begattete Königin aus einem Mini-Plus. Folglich brauche ich für genau dieses dann (und zwar sofort) wieder eine Zelle. Die hole ich aus dem Pflegevolk. Ist nun wiederum dieses leer, setze ich eine neue Serie an. Dazu hole ich in dem Moment Larven aus dem Volk der Zuchtmutter. Es ist nachvollziehbar, daß also die Bestiftungskiste hier eher hinderlich ist und verzögernd wirkt. Wird mir die Serie im Pflegevolk zu alt, lasse ich die Königinnen dort schlüpfen und besiedle EWK's mit den Bienen des Pflegevolkes. Die Zeitfenster sind (mit 8 Tagen gedeckelt) so knapp, daß ich nicht sinnvoll einplanen kann vor 3 Tagen die Box mit Königin ins Volk der Zuchtmutter gegeben zu haben. Leer kann ich das Pflegevolk auch nicht stehen lassen.


    Außerdem passieren ja auch manchmal Fehler und dann wird z.B. plötzlich eine ganze Serie von 20 Zellen nicht gepflegt oder eine schon angepflegte ausgebissen. Das bemerke ich 3-5 Tage später. Jetzt kann ich nicht nochmal 3 Tage verschwenden. Jetzt ist mitten in der Saison jeder Tag wertvoll und mit dem Umlarven spare ich 3 Tage, weil ich ja Larven umlarve. Das heißt ich fange nicht bei -3 (Ei-)Tage an, sondern bei 0. Und 3 Tage sind schon 10% vom Monat!


    Außerdem bin ich ja nicht alle Tage an den Bienen. Alle 3 Tage gleich garnicht.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Wieso Stopfen? Geht Futterteigverschluss nicht?

    Doch geht natürlich. - Ist aber weniger Geigelei. :wink:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Doch geht natürlich. - Ist aber weniger Geigelei. :wink:


    Was ist "Geigelei"?


    Ich dachte Futterteig spart Arbeit, da man zum Freilassen nicht an den Stand kommen muss. Ausserdem ist es sicherer, da man das Freilassen nicht vergessen kann (oder man ist verhindert).

  • Ein Königinnenabsperrgitter! Darüber gleichen sich auch die beiden Volksteile aus.


    Hallo Henry,
    das Königinnenabsperrgitter nimmst Du in einem Stück über die gesamte Zarge oder 2 Teile jeweils bis zum Trennschied ?. Bei nur einem komplett abgenommenen Gitter könnte ja eine Königin mal ganz flink über das Trennschied die Seite wechseln, aber vielleicht besteht das Problem nur in meinen Gedanken.
    Grüße
    Thomas

  • das Königinnenabsperrgitter nimmst Du in einem Stück über die gesamte Zarge

    So!

    oder 2 Teile jeweils bis zum Trennschied ?

    So nich!

    Bei nur einem komplett abgenommenen Gitter könnte ja eine Königin mal ganz flink über das Trennschied die Seite wechseln

    Ja, Wenn sie sich ordentlich anstrengt und sich auf die Hinterbeine stellt, sich voll ins Schied verkrallt, kräftig Luft holt und das Gitter anhebt, dann kann sie natürlich die oberträgerbreite Auflage auf dem Schied überkriechen. Sie könnte dann natürlich auch das Absperrgitter an den Seiten hochdrücken, die obere Zarge ankippen und ins Freie flüchten, um dann von außen zu sehen, dasse natürlich auch zum Flugloche hätte rausspazieren könnten und nebenan bei der Nebenbuhlerin wieder rein. ...

    , aber vielleicht besteht das Problem nur in meinen Gedanken.

    Nein, Thomas, ganz sicher!

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo zusammen,


    Danke Henry für deine ausführliche Antwort mit den guten Tipps.

    Zitat

    Nein, das geht nicht. Du mußt mindestens alle 10 Tage unten bei den Königinnen Platz zum Legen schaffen und Du darfts oben nicht zu viele Bienen schlüpfen lassen, sonst bauen sie Dir erst den Boden mit Drohnenwildbau zu und werden umgehend schwarmtriebig, weshalb Du dann bestiftete Weiselnäpfe nach oben umhängst was zu mittelschweren Katastrophen führt. Es legen zwei Königinnen da, im Raum den sonst eine zu füllen vermag. Du mußt also zwingen den Überschuß einer Königin entnehmen. Oder Du treibst gleich Zweiköniginnebetriebsweise und baust Türme von Babel. Dann kannst Du aber kaum noch umhängen ...


    In meinen 12er Dadantbeuten sollten der Kö normalerweise im Sommer sowieso nur 6 Dadantwaben zur Verfügung stehen. D.h. die andere Hälfte ist frei, so sollten die kö eigentlich unter keinen Platzmangel leiden. Ich kann aber immer BW brauchen und damit Ableger bilden oder schwächere Völker verstärken.
    Als Anfänger werde ich es wahrscheinlich schwer einschätzen können, wie stark/schwach ich das Doppelvolk am besten halten soll, aber ich probiere es einfach aus und davon kann man nur lernen. Schon alleine, dass ich für die Ablegerbildung im frühen Jahr die anderen Völker nicht mehr stören müssen, ist das Ganze ein Versuch wert :)


    @ Thomas.
    Kann sein dass du hier das Trennschied bei den Dadantbeuten verwechselst. Beim normalen Trennschied können die Bienen UND die Kö tatsächlich von allen Seiten herum laufen, aber hier soll eigentlich ein bienendichtes Schied den BR in zwei Hälften teilen, so habe ich es mindestens verstanden. Nur über das obere ASG können normale Bienen die Abteilung wechseln aber niemales die zwei Königinnen.
    LG Salsero

    imkere als Hobby seit 2011 mit Dadant