• Ameisensäure und Oxalsäure sind nicht ihrer natürlichen Form im Handel sondern als Produkt der chemischen Industrie. Ihnen ein Biomäntelchen umzuhängen ist schon verwegen. Schäden durch Verätzungen sind nicht von der Hand zu weisen. Die einzige Säure ist, welche als biologisch betrachtet werden kann, ist die Milchsäure. Man könnte durch „Teilen und Behandeln“ oder durch die „Brutscheuer“ im Spätsommer die Völker brutfrei bekommen. Es erhebt sich die Frage – ist die Dezimierung der Varroa bei dieser Behandlung so groß, dass das Volk gut überwintert und die kommende Saison bis zur nächsten Behandlung durchhält.
     
    Wer könnte Erfahrung vermitteln.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Brutentnahme + Fangwabe nach Trachtschluss reichen bis zur Winterbehandlung. Die bleibt aber notwendig. Ich hatte Brutentnahme durchgeführt und zur Winterbehandlung 400-1800 Varroen in den Völkern. Die Anwendung von Säuren im Sommer lässt sich aber so vermeiden.
    Bio bei Bienen = Grundlage für endlosen Streit. Verwendung von Produkten der chemischen Industrie ist aber offensichtlich kein Hinderungsgrund für Bio. Im Pflanzenanbau ist das auch nicht anders. Dort werden Kupfer- und Schwefelpräparate gespritzt, die sich im Boden anreichern und diesen verderben. Nachhaltigkeit? Fehlanzeige.


    Gruß Ralph

  • Zitat

    Organische Säuren sind in der Bio-Imkerei zugelassen, lese einfach mal die einschlägigen Verbandsordnungen von Naturland, Bioland, demeter, ...


    Dein Wort in Gottes Ohr. Es geht hier nicht darum, was die Damen und Herren da ausbaldofert haben, sondern um eine Säure, welche noch auf biologischem Wege erzeugt wird. Das trifft für die "biologische Oxal- und Ameisensäure" nicht zu. Leider wird auch die Milchsäure zu 90% synthetisch hergestellt. Sollte ich umstellen erhebt sich die Frage nach biotechnologischer Milchsäure.


    Merke: Wenn Bio draufsteht, sollte auch Bio drin sein.


    Remstalimker

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  • Hallo Kleingartendrohn,


    bei der Winterbehandlung fallen bei mir 180 - 200 Milben. Mehr sollten es nicht sein. 1800 ist ein ganz schönes Stück. Das wäre mir zu viel. das ist heute der Grenzwert bei der Sommerbehandlung. Am Anfang, vor 25 Jahren gab es bei der Behandlung noch richtige Varroastreifen auf der Windel und die Bienen haben überlebt. Passiert das heute lohnte sich die Behandlung nicht. Das Volk verabschiedet sich innerhalb kurzer Zeit.


    Gruß
    Remstalimker

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  • Hallo Remstalimker,


    Teilen und Behandeln funktioniert nur bei paralleler Behandlung mit Milch- bzw. Oxalsäure. Totale Brutentnahme z.B. nach Büchler mit Fangwabe, reduziert die Milbenlast zumindest so weit, dass eine Ameisensäurebehandlung im Sommer entfallen kann. (Hat bei mir dieses Jahr bei meinen Testvölkern jedenfalls funktioniert). Auf die Winterbehandlung mit Oxalsäure habe ich mich nicht getraut zu verzichten. Bei den Vatervölkern auf der Varroatoleranzbelegstelle Norderney, wird wohl auch hierauf verzichtet.


    Komplett auf den Einsatz von organischen Säuren zu verzichten, dürfte allenfalls bei genauer Beobachtung der Schadschwellen funktionieren.


    Gruß
    Ludger

  • [size=12][FONT=Times New Roman][size=12][COLOR=#000000]Ameisensäure und Oxalsäure sind nicht ihrer natürlichen Form im Handel sondern als Produkt der chemischen Industrie. Ihnen ein Biomäntelchen umzuhängen ist schon verwegen.


    Auch wenn es mir schwer fällt, Dir zu widersprechen, aber:
    Sowohl Ameisensäure, als auch Oxalsäure sind natürliche Stoffe der Lebenstätigkeit von Pflanzen und Tieren. Darum sind sie nach dem Selbstverständnis der Bio-Verbände auch "biologisch".
    [Ich mag die ganze 'Bio/Öko'-Ideologie nicht, die schmeckt mir, wie weiland 'Marxismus-Leinismus' :roll: ]


    Na klar verätzen Säuren, die von außen gegeben werden, die Bienen. Keine Frage.
    Aber: Gibt es eine Alternative? Nach meinen bisherigen Erfahrungen nicht.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Auch wenn es mir schwer fällt, Dir zu widersprechen, aber:
    Sowohl Ameisensäure, als auch Oxalsäure sind natürliche Stoffe der Lebenstätigkeit von Pflanzen und Tieren. Darum sind sie nach dem Selbstverständnis der Bio-Verbände auch "biologisch".
    [Ich mag die ganze 'Bio/Öko'-Ideologie nicht, die schmeckt mir, wie weiland 'Marxismus-Leinismus' :roll: ]


    Na klar verätzen Säuren, die von außen gegeben werden, die Bienen. Keine Frage.
    Aber: Gibt es eine Alternative? Nach meinen bisherigen Erfahrungen nicht.


    Wenn chemische Formeln biologischer Produkte synthetisiert werden, ist das natürlich/biologisch? Gute Streitfrage!
    Habe diese Tage eine Studie gelesen die behauptet synthetische Vitamine und Mineralien haben keine positive Wirkung, im Gegenteil, wirken sich negativ auf die Gesundheit aus. Der Wissenschaftler wusste nicht warum dies so ist, empfohl aber lieber in den Apfel zu beissen als Pülverchen zu schlucken.
    Es gibt halt doch mehr zwischen Himmel und Erde als der Mensch mit Wissenschaft erläutern kann.

  • Hallo Clemens,
    es geht mir nicht um einen Streit um Bioverbände und deren Selbverständnis. Ich möchte auch lkeinen neuen Verband gründen. Mir geht es darum ob Milchsäure gleich gute Ergenisse liefert wie Oxalsäure. Ich möchte meinen Kunden auch nicht vorgaukeln, dass ich meine Milchsäure selbst produziere. Hierzu ist auch im Sommer Brutfreiheit zu gewährleisten. Da die Milchsäure entgegen Oxalsäure zweimalig angewandt wird, habe ich Zweifel ob der Wirksamkeit. Andererseits könnte sie auch schoneneder sein für die Tiere. Wichtig wäre da auch, wie man die Produktionsform erkennen kann.


    Es ging mir darum Anwender anzusprechen, welche Erfahrung haben. An einer weltanschaulichen Diskussion ist mir nicht gelegen, sondern so wenig Industriechemie wie nötig im Volk.


    Remstalimker

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  • Es ging mir darum Anwender anzusprechen, welche Erfahrung haben.


    Ob dieser Beitrag Deine Frage - zumindest indirekt - beantwortet?
     http://www.landlive.de/boards/…768/page/1/#message966021


    Nach meinen bescheidenen Erfahrungen gibt es in der Wirksalmkeit der Milchsäure und Oxalsäure keine Unterschiede.
    Auch bin ich mir nicht sicher, ob die Milchsäure wirklich bienenverträglicher ist.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Das ist interesant, auch die Beiträge. Diese Vorgehensweise haben sich sicher schon viele überlegt und funktioniert auch bei Sommertracht und in Kanade. Bei uns sieht das anders aus. Wir haben eine hohe Bienendichte und und oft nur Frühtracht. Diese theoretischen Bannwabenverfahren haben sich nicht durchgesetzt, obwohl sie eigentlichen funktionieren müssten. Die Varroen lesen halt nicht, was sie machen müssen. Es gibt aber sicher hier im Forum Leute, welche das schon seit Jahren betreiben.:lol:


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol: