Mich deucht mir schwillt...oder: Völkerverluste im Februar 2012

  • ...die Tränendrüse!:-(


    Ich komme gerade von den Bienen und habe jetzt doch auch noch den ersten Verlust dieser Überwinterung zu beklagen.
    Getroffen hat es meine diesjährige Hoffnungsträgerin, eine künstlich besamte Königin von meinen Erfahrungen nach regional super passender Abstammung und aus bekannt gutem Hause.
    Sie saß inmitten der ihr verbliebenen Töchter (ca. 1 Kaffeetasse voll) unter dem Deckel der Beute aus der sie letzte Woche noch summten. Da war es zwar auch schon leise aber immerhin noch da.
    Ich vermute stark ein Verhungern aufgrund zu geringer Volksstärke, die ich mir nicht wirklich erklären kann. Morgen werde ich die Beute abräumen und sichten, dann gibt`s detailliertere Informationen.


    Betrübte Grüße
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Hallo Patrick,
    dieses Erlebnis wirst du dieses Frühjahr mit vielen teilen.
    Ich selbst hab auch so ein Volk diese Woche abgeräumt. Und eines gerade noch so vor dem Futterabriss gerettet, wobei ich bein Letzteren nicht weiß ob es denn wirklich noch durch kommt. Der unglaubliche Bienenverlust einiger Völker bereitet mir auch Kopf zerbrechen.
    In meiner Lage gibt es kein Erbarmen, Völker die zu viel an Masse verlieren, sind hinüber. Das dies so unterschiedlich, an wenig auseinander liegenden Standorten ist, macht etwas nachdenklich. Eine Erkenntnis ist jedenfalls sicher. Alle spät gebildeten KS auf Mittelwänden sind super und verlieren kaum Bienen.
    Natürlich gibt es auch sehr schöne Völker, aber eben auch solche die sehr viel an Substanz verloren haben.
    Bin äußerst gespannt wie es weiter geht und werde meine Schlüsse daraus ziehen.
    Hoffe für dich, dass es nicht mehr werden.


    beehead

    give bee`s a chance- all together now- give bee`s a chance

  • Hallo Patrick


    das ist das Schicksal der kleinen Völker, die reißen bei der Kälte einfach vom Futter ab.


    Auch bei den starken Völkern gibt es Schwierigkeiten, so bei mir. Mittags bei strahlendem Sonnenschein und im Schatten -12 °C und trotz beschatten der Beuten flogen heute Bienen aus der Beute, aber ohne Chance zu überleben. Früh ist das Flugloch zugereift, durch das Schwitzwasser, die müssen schon jede Menge Brut haben. Wenn der Schnee noch liegen bleibt und es noch wärmer wird bekommen auch die starken Völker Probleme durch Bienenverluste. Ich betone ausdrücklich, das keine Krankheitserscheinungen oder voller Darm die Ursache für das Abfliegen sind, sondern die Volksstärke. Solange ich da stand etwa 40-50 Bienen Abgänge.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • ...
    Ich komme gerade von den Bienen und habe jetzt doch auch noch den ersten Verlust dieser Überwinterung zu beklagen.
    ...


    :-( oh wie traurig!


    Aber sag mal, was veranlasst Dich bei den Temperaturen eine Kiste aufzumachen??? Bei uns waren es heute in der Mittagssonne -10 Grad und ein eisiger Wind...also mindestens gefühlte -17...da wär ich ja nicht vor die Tür gegangen ohne Not... geschweige denn gemütlich Bienen gehorcht...


    Aber ich hab auch Bammel vor dem nächsten Mal gucken...habs aufm IFT schon gesagt, in der ersten Januarwoche flogen noch alle (auch wieder hinein) aber ich hab bei der Winterbehandlung gesehen, das 2-3 Kandidaten echt schmächtig sind...


    Ich drück euch allen die Daumen!
    Gruß Jule

    Begeisterung ist der Schlüssel zum Tor der ungeahnten Möglichkeiten.

  • Ich hoffe auch das es endlich wärmer wird und wir wieder in die Bienen reingucken können.
    Schade um das Volk, aber wie Henry es auf dem IFT schon beschriebenhat, wird es nicht das einzige sein


    Gruß
    Harald

    Man kann auch ohne die Imkerei leben. Nur nicht so schön!

  • Hab letztes Jahr so eins in nem Ablegerkasten aus Styropor in der Garage überwintert.
    Problem: Flugloch musste zu bleiben und das gefällt ihnen natürlich gar nicht. Sie habens aber geschafft und ich hab sie dann im März auf ein starkes Volk aufgesetzt.
    Im Juni waren die von den anderen nicht mehr zu unterscheiden und hat sogar noch Waldhonig gebracht.
    Viel Arbeit isses, aber wer ohnehin schon große Verluste hat, nimmt das eventuell in Kauf.


    cu

  • so ein Jammer,
    ein Schwarm von 2011 ist jetzt auch hin, vor dem Kälteeinbruch hat es noch gesummt da drin :-(
    Geguck hab ich noch nicht, das war heut nicht machbar.
    Hoffentlich schaffen es die Verbliebenen.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo zusammen!


    Danke euch für die Anteilnahme, ich weiss die zu schätzen und kann sie mehr als gut gebrauchen!
    Sobald ich drüber nachdenke kriege ich völlig unprofessioneller Weise die Krise, aber so ist`s nunmal.


    @ my lovely Jule: Ich habe die Kiste geöffnet nachdem ich bei angenehmen -6° nix beim Horchen erhorchen konnte und nachdem es bei leichtem Klopfen ebenfalls leise blieb. Als es dann nach sehr energischem um nicht zu sagen verzweifelten Klopfen immer noch stumm war, konnte ich ausschliessen das in der Kiste noch irgendwas lebt.


    Ich hoffe nun nur, dass mir kein Volk mehr vom Futter abreisst oder sonstwie verendet. Zu meiner Beruhigung könnte allerdings in erster Linie deutlich wärmeres Wetter führen, alles Andere strengt die Nerven an.


    Was`n schönes Hobby die Imkerei doch ist, und immer nah an der Natur, so hart sie auch sein mag...


    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Zitat

    Was`n schönes Hobby die Imkerei doch ist, und immer nah an der Natur, so hart sie auch sein mag...


    Oh ja,
    da lob ich mir doch mein zweites Standbein der Pferdehaltung. Da kann frau ab -12° mal eine Decke auf das im Offenstall befindliche Hottehü legen wohlwissend, dass DER nicht vom Futter abreisst :wink:


    ansonsten warte ich jetzt auf wärmeres Wetter und horche jeden Tag nach :roll:


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo zusammen!


    Habe gerade des verendete Volk abgeräumt und hierbei wohl das erste Mal ein klassisches Verhungerungsbild sehen dürfen:
    Kleine Bienentraube von ca. 2-4 Kaffeepötten (max.) verteilt auf ca. 3 Wabengassen, umringt von...leeren Zellen und Pollen.
    Viele Bienen mit dem Kopf Richtung Zellenboden. Ein in Entstehenung begriffenes Brutnest ist erkennbar, erste Zellen sind bereits verdeckelt. Drumrum Reste jüngster Brut erkennbar.
    Der Zehrweg in der Beute ist gut erkennbar, ging mittig von hinten oben Richtung Flugloch (Kaltbau, DNM, einzargig). Suboptimal ist hierbei wohl gelinde formuliert, aber so ist es halt. Einseitig sind ca. 5-6 randvolle Futterwaben, die jedoch für das Minivölkchen offensichtlich unerreichbar gewesen sind.
    Ob das Volk ohne den Kälteeinbruch überlebt hätte, ich wage es zu bezweifeln. Dazu waren es m.E. zu wenige Bienen in der Beute. Selbst wenn sie es geschafft hätten bis zum Frühling zu überleben kann ich mir nicht vorstellen, dass die o.g. Menge die anfallenden Aufgaben erfolgreich hätte meistern können. Dann hätte wohl der Massewechsel den Todesstoß bedeutet.


    Die Ursache des Ganzen ist mir auch vollkommen schleierhaft, da KS von `11 mit OS-Behandlung in der ersten Woche und beispielhafter Entwicklung. Ich vermute eine Kombination von (woher auch immer stammender) Varroa plus X, da die Milbenmenge auch in der Resttraube kaum der Rede wert war. Zudem keinerlei Anzeichen des DWV; Völker die diesen massiv aufwiesen leben noch und haben auch in der Vergangenheit gut überlebt.
    Es bleibt ein Rätselraten.
    Eine Ursache ist aber sicher: Pech. Hinzu kommt mangelndes Glück.


    Naja, es geht weiter und schliesslich gehört auch so etwas zum Leben und Imkern dazu.


    In diesem Sinne grüßt
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Hallo Patrick,


    es tut mir leid für Dich und ich drücke Dir die Daumen, dass es alle Deine anderen Völker schaffen. Ich habe bis jetzt Glück gehabt, heute Morgen mit dem Stethoskop nachgehorcht und in allen fünf Beuten summt es noch.


    Viele Grüße
    Ulrich

  • Es bestätigt sich, dass kleine Völker bei diesen Temperaturen Probleme bekommen können, ich hab auch so ein Tier, der Rest sollte Masse genug besitzen.


    Zum Glück gibts ja Legoimkern=eine Wabe gibt ein Volk, wir haben hier vor 2 Jahren die Bestände eines Kollegen zum Teil so wieder aufgebaut und das hat super geklappt, mit Dadantwaben. Hiermit bekenne ich mich also zum Legoimker :wink:


    @ Patrick wünsch dir Glück mit den anderen Völkern ! Bzw möge dein Pech für diesen Winter aufgebraucht ist. :Biene:


    Ich frage mal in die Runde, ob die Klopferei an Beuten um zu hören ob was summt, nicht eine vermeidbare Störung bei Dauerfrost darstellt ? Ich hab gelernt absolut nicht stören wenn es so kalt ist.


    lg

    "One of nature's biggest forces is exponential growth" (A.Einstein)