Komplette Brutentnahme im Naturbau

  • Hallo
    Vorweg, ich bin Anfänger, und besitze erst seid 2011 zwei Völker in Zanderbeuten.
    Soweit alles mit der Überwinterung klappt möchte ich die Bienen schwärmen lassen und meine weiteren Völker in TBHs setzen.


    Soweit es irgendwie möglich ist möchte ich gerne auf eine chemische Behandlung verzichten. Ich habe viel über die Komplette Brutentnahme gelesen, allerdings immer nur im Zusammenhang mit Mittelwänden. Ich halte diese Methode für sehr gut, allerdings nicht wenn ich hinterher die Bienen direkt wieder mit Zuckerwasser füttern muss. Auf Zuckerfütterung möchte ich auch verzichten.


    Betreibt hier jemand die komplette Brutentnahme mit Naturbau? Ist dies ebenso Problemlos umzusetzen wie mit Mittelwänden?


    Liebe Grüße Jantje

  • Hallo
    Vorweg, ich bin Anfänger, und besitze erst seid 2011 zwei Völker in Zanderbeuten.
    Soweit alles mit der Überwinterung klappt möchte ich die Bienen schwärmen lassen und meine weiteren Völker in TBHs setzen.


    Soweit es irgendwie möglich ist möchte ich gerne auf eine chemische Behandlung verzichten. Ich habe viel über die Komplette Brutentnahme gelesen, allerdings immer nur im Zusammenhang mit Mittelwänden. Ich halte diese Methode für sehr gut, allerdings nicht wenn ich hinterher die Bienen direkt wieder mit Zuckerwasser füttern muss. Auf Zuckerfütterung möchte ich auch verzichten.


    Liebe Grüße Jantje




    So einfach wie du dir das vorstellt ist das nicht! :lol:


    Wenn du die totale Brutentnahme wirklich machen willst, kann ich dir nur Mittelwände empfehlen und dann sofort flüssig Füttern.


    Ansonsten kann sich das Bienenvolk nicht wieder erholen und genug Winterbienen erbrüten. Es würde dir verhungern. (1kg Wachs entspricht in etwa 7 kg Honig)

    Willst du Gottes Wunder sehen, musst du zu den Bienen gehen

  • Hallo Jantje,
    wenn Du die Bauerneuerung früh genug machst, könnte es funktionieren.
    Ich schreibe Dir eine PM.:wink:


    Herzliche Grüße
    Regina

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

  • Servus Jantje,


    das funktioniert sehr gut, zum richtigen Zeitpunkt, am richtigen Ort zur passenden Tracht, bräuchtest nicht mal Füttern.


    Mit einem vorweggenommenen Vorschwarm auf Anfangsstreifen hast keine Probleme, nur, wenn von draußen nichts mehr kommt, musst agieren.


    Mit dem Restvolk, Begattungsableger machen oder: Auch ein gute Methode: Aus Zwei, mach drei! Googeln, Bienenlexikon oder Drohn fragen.:p



    Gruß Simmerl

  • So einfach wie du dir das vorstellt ist das nicht! :lol:


    Wenn du die totale Brutentnahme wirklich machen willst, kann ich dir nur Mittelwände empfehlen und dann sofort flüssig Füttern.


    @ Kastner:
    Warum sollte das ein Problem sein? Hast Du schon NB probiert und schlechte Erfahrungen gemacht?
    Ob MW oder Naturbau ist nicht wichtig. Wichtig ist nur die Bienenmenge (für NB etwas mehr als für MW) und der Zeitpunkt (nicht zu spät im Jahr). Diese Erfahrung hab ich gemacht.


    Das mit dem flüssig füttern stimmt allerdings, ohne geht es nicht.


    @ Jantje:


    Außer Du machst das ganze während der Honigsaison und sie finden selbst genug. Allerdings würde ich auch da nicht auf Fütterung verzichten. Und um den Honig fällst Du auch, was ja einen Hauptgrund der Imkerei ausmacht.


    Anfänger machen sich oft über die "schlechte Zuckerfütterung" Sorgen.
    Ich glaube, das diese Art der Ernährung sicher nicht perfekt ist, es aber für ein Bienenvolk nicht der Knackpunkt beim Überleben ist.


    Ich mache jedes Jahr bei einem Teil meiner Völker TBE, habe auf allen Völkern NB und keine Probleme.


    Einige Eckdaten:
    Möglichst "früh" im Jahr, Ende Juni oder Anfang Juli sind ideal. Da fällt noch Honig für den Imker ab, bleibt aber noch Zeit für das Volk sich zu erholen.


    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=22353&page=3&highlight=Totale+Bauerneuerung

  • Zitat

    Das mit dem flüssig füttern stimmt allerdings, ohne geht es nicht.


    Wenn Jantje auf Zuckerfütterung verzichten möchte. Würde es an dieser Stelle funktionieren, einen Teil der Honigernte im Volk zu lassen? Wenn nicht, würde es funktionieren, wenn man die zur Fütterung erkorenen Waben aufritzt und über Leerzarge zum Ausschlecken wieder aufsetzt?


    Gruß
    Ludger

  • Günther B.;Möglichst "früh" im Jahr, Ende Juni oder Anfang Juli sind ideal. Da fällt noch Honig für den Imker ab, bleibt aber noch Zeit für das Volk sich zu erholen.


    Einspruch, Euer Ehren!


    Mit den Bienen arbeiten! Machs zur Schwarmzeit.


    Sie haben bis dahin eh schon 1 bis zwei HR eingetragen, comsi, comsa!


    Der vorweggenommen VS kann Dir auch noch 20 bis 30 kg bringen und auch starke Begattungsableger füllen einen HR.


    Mensch, was brauchst Du mehr?


    Klasse, statt Masse muss die Devise heissen, das müssen wir erst wieder lernen. Auch, wenns schwer fällt.



    Herzlichen Gruß, mein lieber Günther ins Oberösterreichische

  • :-D Ich bin da ganz bei Simon - ich mache meine vVS auch so früh, wie nur geht - sobald WZ da sind und das Brutnest verhonigt (das ist mein Timer dabei :lol:).
    Und als Freiluft-KS mit der alten Königin mittags an Schwarmwettertagen macht das sogar die Bienen glücklich.
    Flüssigfutter sollte zu der Jahreszeit genug von außen reinkommen :wink: (bei mir endet der ungeliebte Raps umgesetzt zu Wabenwerk im Naturbau).
    Falls aber echt schlechtes Wetter ist, wird man um Zufütterung nicht herumkommen, ohne Input wird das Brutnest nicht so groß, wie es sein könnte, aber verdünnter eigener Honig in kleinen Gaben (ein halber Liter pro 500g Bienen täglich, bis wieder Volltrachtwetter ist) geht auch gut.
    Ich mag das Verfahren, und die Bienen haben ihr Schwarmerlebnis.:Biene:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Wenn Jantje auf Zuckerfütterung verzichten möchte. Würde es an dieser Stelle funktionieren, einen Teil der Honigernte im Volk zu lassen? Wenn nicht, würde es funktionieren, wenn man die zur Fütterung erkorenen Waben aufritzt und über Leerzarge zum Ausschlecken wieder aufsetzt?Gruß Ludger


    Besser untersetzen, auf das Bodenbrett, das geht dann schneller.
    Aber dann braucht es eine Tränke in der Nähe, Honig ist pur nicht rüsselfähig, da müssen viele Wasserholerinnen ran.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo,
    komplette Wabenentnahme und kompletter Neubau auf Anfangsstreifen ist überhaupt kein Problem. Das geht bei mir folgendermaßen (Variation natürlich möglich):
    Nach Trachtende werden von 3 Völkern alle Waben entnommen (nenne ich Brutspender) und einem vierten Volk (nenne ich Brutsammler) über Absperrgitter aufgesetzt. Die Brutspender werden in dem kompletten vorgesehenen Brutraum auf Anfangsstreifen gesetzt und eine Wabe mit jüngster Brut und Stiften als Fangwabe hinzu gegeben. Die Brutspender werden sofort flüssig gefüttert und werden nach ca. 2-5 Tagen beginnen zu bauen. Dieser Neubau erfolgt in einer unglaublichen Geschwindigkeit! Wichtig: An den seitlichen Wänden der Beute dürfen sich keine Wachsreste befinden, die Bienen bauen sonst von dort aus seitlich in die Rähmchen hinein und erzeugen Wirrbau. Nach 1 Woche sollte der Bau kontrolliert und Wirrbau korrigiert werden. Nach kurzer Zeit haben die Brutspender Brutnester, die größer sind als vor der Wabenentnahme. Sowie die Fangwabe verdeckelt ist, muss sie entnommen und durch einen Leerrahmen ersetzt werden.
    Nach 14 Tagen sind die Brutsammler dran. Vor Beginn der Arbeiten werden vor Flugbeginn, also sehr früh am Morgen, die Fluglöcher der Brutspender verschlossen, Lüftungsgitter müssen offen sein. Die Waben unter dem Absperrgitter der Brutsammler werden komplett entnommen und abgestoßen. Oberhalb der Absperrgitter ist ein Teil der Waben ausgelaufen und zum Neubestiften geputzt. Von denen werden 2 als Fangwaben in den Brutraum gebracht, der Rest des Raums unter dem Absperrgitter wird mit Leerrahmen mit Anfangsstreifen gefüllt. Die entnommene Brut wird vernichtet. Die Fluglöcher der Brutspender werden erst geöffnet, wenn die aus den Brutsammlern aufgeflogenen Bienen wieder in die Brutsammler eingezogen sind.
    Die Brutsammler werden nicht gefüttert, da sie noch nicht bauen sollen. Futter befindet sich ausreichend über dem Absperrgitter. Die Königin bestiftet inzwischen die beiden Leerwaben. Nach weiteren 14 Tagen werden alle Waben oberhalb des Absperrgitters und die beiden in den Brutraum eingesetzten Waben entfernt und der gesamte Brutraum mit Leerrahmen mit Anfangsstreifen gefüllt. Das Absperrgitter entfällt jetzt. Jetzt muss sofort flüssig gefüttert werden, da die Bienen ohne Futtervorräte sind. Durch die große Bienenmasse bauen die Brutsammler den gesamten Brutraum zügig aus und legen ein großes Brutnest an.
    Bis zur Winterbehandlung ist bei allen Völkern keinerlei chemische Behandlung mehr notwendig.
    Bei mir sah es folgendermaßen aus: Komplette Brutentnahme bei den Brutspendern Anfang Juli, demzufolge Baubeginn bei den Brutsammlern Anfang August. Der späte Baubeginn bei den Brutsammlern wurde durch die große Bienenmasse ausgeglichen, die Brutsammler gingen als stärkste Völker in den Winter.


    Gruß Ralph

  • Okay, aber wo kriegst du dann nach Trachtende(!) noch genug Pollen her, um die Winterbienen zu brüten?


    Hier bei mir geht das GAR nicht, das endete in viel Futter, wenig Pollen und besch*** auswinternden Bienen, die große Probleme mit dem Massenwechsel hatten.
    Seitdem mache ich das lieber im Frühjahr.
    Man kann da keine pauschalen Aussagen machen, das kommt auf die lokalen Verhältnisse an.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Ich habe noch etwas vergessen. Bevor die Waben aus den Brutspendern dem Brutsammler aufgesetzt werden, muss dessen Brut im Brutraum reduziert werden, am besten ein Teil über das Absperrgitter gebracht werden. Bei Zander oder DNM soll unter dem Absperrgitter nur 1 Zarge sein. Bei Dadant & Co. habe ich keine Erfahrung, aber wahrscheinlich wäre es auch hier sinnvoll, ein Teil der Brutwaben über das Absperrgitter zu bringen und unten Leerwaben und Leerrahmen einzufügen; das sollten sich die Dadant&Co.-Imker überlegen.


    Gruß Ralph


  • Man kann da keine pauschalen Aussagen machen, das kommt auf die lokalen Verhältnisse an.


    Hallo Sabine, Hallo Simon!


    Genau darum geht es. Es ist nicht möglich eine pauschale Aussage zu treffen. Auch nicht zum Zeitpunkt.


    Ich hatte letztes Jahr einen schönen Vorschwarm am 15. Mai. Der wurde eingeschlagen, baute 1 Zarge Zander 1,5 im Naturbau und brachte 8 Kg Honig (ausgebaute Waben im HR).
    Letztes Jahr war aber eine Ausnahme was die Tracht angeht, normalerweise bringt bei uns ein Schwarm der bauen muss, keinen Honig mehr.
    Außer man setzt ihn auf ausgebaute Waben, was ich nicht mache.


    Die Trachtverhältnisse lassen das einfach nicht zu. Wir haben hier einen Schnitt von 15 bis 20 Kg je Volk.


    Würde ich bei mir die TBE zur Schwarmzeit machen, würde ich außer ein paar KG Blüte nichts ernten.


    Daher mein Rat Ende Juni oder Anfang Juli.


    Wenn ich natürlich die Völker in den Raps stelle (was ich nicht möchte) und danach noch andere Tracht kommt, dann geht das natürlich.
    Außerdem fängt das Frühjahr bei uns im Vergleich zu den meisten anderen im Forum um mind. 14 Tage später an.


    Ich erinnere mich aber das Dr. Ralph Büchler zu den verschiedenen Zeitpunkten schreibt:


    Eine BE am 20. Mai (Schwarmzeit) brachte im schnitt 7Kg.
    11. Juni 16 Kg
    Anfang Juli 27Kg.

  • sabi(e)ne : Ja, das ist richtig. Bei mir ist durch viel Brachland und Gärten auch nach Trachtende die Pollenversorgung noch ausgezeichnet. Ganze Armeen schleppen beim Neuaufbau der Brutnester Pollen - ein schöner Anblick. Aber diese Verhältnisse muss jeder selbst erkunden, bevor er die komplette Bauerneuerung nach Trachtende macht.
    Als Maßnahme gegen die Varroa ist die komplette Brutentnahme im Frühjahr möglicherweise nicht ausreichend, eine chemische Behandlung im Sommer wird dann möglicherweise notwendig sein. Hat dazu jemand Erfahrung?
    Ich würde bei mangelhafter Pollenversorgung im Sommer die Wabenerneuerung durch Brutnestöffnung während der Trachtzeit bevorzugen, da es hierbei keine wesentliche Trachteinbuße gibt. Dann wird nach meinem jetzigen Wissensstand aber mit Sicherheit eine chemische Behandlung im Sommer notwendig sein.


    Gruß Ralph