Gedankenspiele

  • Der Präses hat vollkommen recht: Ihr seid die Creme de la Creme !


    Maybe, aber wir brauchen trotzdem mehr Input von außen, von Leuten, die nix mit dem Forum, aber wohl was mit Bienen grundsätzlich zu tun haben (oder aber auch nicht, aber grundsätzlich interessiert sind, aber von außerhalb der Institute oder sonstigen abhängiger Finanzierung.


    Eine reine Kuschelnummer sollte das IFT ja nun auch nicht werden.:lol:
    Nur Reibung erzeugt Energie....:cool:


    Imkervertreter hatten wir jetzt zweimal, und das Ergebnis war so ziemlich gleich, und nutzlos als Input - daß sie gegen Windmühlen kämpfen, wußten wir vorher.


    Wir brauchen Leute, deren Ideen aus ihrem Fachgebiet zum Bienenthema plus alles drumrum da vorgestellt werden - denkt an den Lachniden-Experten Stefan Scheuer ---- wer hätte vorher gedacht, daß Läuse ein so mitreißendes Thema sein können? :daumen:
    SOWAS brauchen wir, und mehr davon, und aus vielen anderen Fachbereichen.


    MichaelMs Arbeit zu den Temperaturen war ein brillianter Anfang :p_flower01:, und davon bitte mehr gleichen Kalibers!


    Es gibt derart viel zu messen und zu diskutieren, und auch zu spekulieren, das sollten wir als Inspirationsquelle nutzen.


    Wie kann man ohne Profi-Aufwand die Luftfeuchtigkeit in den Zellen/Wabengassen messen, wie kann man gucken, ob der Wabenbau wilder Völker tatsächlich ein Platten-Wasser-Kondensator darstellt oder nicht?


    Und warum zum Geier gehen wir immer davon aus, daß die gesamte vorhandene Mikroflora und Mikrofauna im Stock grundsätzlich gut für die Bienen ist??????
    Wir selbst haben ja auch Darmbakterien als Beispiel, die uns nicht wirklich guttun, wenn sie die Alleinherrschaft gewinnen, aber solange die "Guten" die Überzahl stellen, ist alles ok.
    Vielleicht haben die Bienen ja auch einen speziellen Helicobacter Pylori, der ihnen unter Streß (AS/OS) das Bienen-Äquivalent eines Magengeschwürs macht?
    Oder sonstwas an Streßkrankheiten?


    Und was ist Streß für die Bienen?
    Wenn sie vor etwas stehen, was sie mit ihren Programmen aus Reaktionen auf diverse Parameterabprüfung nicht lösen können?
    Wann gab es jemals subletale Dauervergiftungen in der Vergangenheit?
    Es gibt da in der Medizingeschichte ein paar nachgewiesene seeeehr langfristige Vergiftungen von sog. Schlüsselfiguren, mit entsprechenden Folgen.


    Wenn wir Analogien zum Mensch ziehen würden, könnte sowas z.B. zu einer Störung des Kalzium-Stoffwechsels und der Vitamin D-Synthese führen, oder was auch immer die Bienen als körpereigene Stoffe herstellen.
    Oder, viele Ameisen züchten Pilze als ihre Nahrungsgrundlage - wie halten sie die steril, bzw. verhindern die Übernahme durch andere Pilzkulturen?
    Was machen die genau, wenn bei ihnen eine Störung reinkommt?


    Oder noch interessanter, welche natürlichen Probleme von außerhalb hat die Varroa?
    Was schadet ihr natürlicherweise an Bakterien/Pilzen/Viren?
    Wenn eine Tierart Viren überträgt, ohne selbst draran zu sterben, ist sie normalerweise auf irgendeine Weise Nutznießerin des Virus - wie sieht das bei den Milben und Bienen aus?


    Ja, ich weiß, daß ich damit ganze Fakultäten beschäftigen könnte - das Geld hab ich leider nicht :lol:
    Aber hier sind ne Menge cleverer Leute, die mit Sicherheit aus ihrem jeweiligen Fachbereich (JEDER Mensch ist in irgendwas ein Experte!:daumen:) eine relativ wahrscheinliche Antwort zu geben vermag.



    Das ist alles so komplex - bitte stellt doch mal selbst Fragen, für die euch die Antworten fehlen.:p_flower01:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen



  • Und was ist Streß für die Bienen?


    Der Imker?? (:wink:)


    Jetzt mal ernsthaft.
    Wir sollten uns auch fragen, ob nicht eine Sterblichkeitsrate bei den Bienen von z.B 50% und mehr in der Natur völlig normal ist.
    Vielleicht geht´s unseren Bienen auch nur deshalb so schlecht, weil wir ständig "päppeln"....


    Herzliche Grüße
    Regina

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von helianthus () aus folgendem Grund: rs

  • ....in den Zeiten der Gleichberechtigung sollte hier wenigstens auch die Imkerin genannt werden.
    Wenn man es so recht betrachtet, ging es den Bienen in den Zeiten wo es nur Imker gab auch wesentlich besser.:cool:
    Da könnte man auch mal ein Diagramm erarbeiten.
    Der Gorilla lässt Grüßen :wink:


    ....duck und .....wech :cool:

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • @DD
    stehen deine Haare wieder auf Sturm?? Kriegst gleich was auf den Deckel.....:evil:


    Regina hat Recht, ein Ausfall ist in der Natur normal, die Frage ist nur, wie hoch ist "normal". Und dann wird vermehrt von allen Völkern die es geschafft haben, auch die kleinen und mickrigen, die gepäppelt / vereinigt werden mussten. Da liegt vielleicht auch der Hase im Pfeffer.
    LG Katrin

  • Also wirklich Daniel, erst zwingt Ihr Männer uns mit Eurem jahrhundertelangen Gemurkse, uns auch noch der Bienen anzunehmen, (wo wir doch mit Kindern und Küche schon genug zu tun haben) und dann sowas!


    :wink:

    "Keine Rähmchen - keine Mittelwände - wenig Arbeit." (Émile Warré)

  • @DD
    stehen deine Haare wieder auf Sturm??


    Der Zopfgummi war noch nicht drin!


    Ich glaube, Regina stellt da eher die richtige Frage. Wir können uns in allen möglichen Überlegungen auch verzetteln, vielleicht ist die Lösung viel, viel einfacher. Es gibt zahlreiche Tierarten, z.B. Fische oder auch Insekten, die zeugen eine riesige Menge Nachkommen, weil von vornherein klar ist, dass nur die wenigsten durchkommen. Wenn die alle überleben würden, wären wir mit Fischen, Spinnen oder Schmetterlingen schon längst übervölkert. Wieviel Samen wird von den Pflanzen ausgesetzt, wenn der ungehemmt reifen könnte, wären wir zugewuchert. Ich denke, ein Ausfall von 50%, teils auch mehr, ist in der NAtur normal. Bei Schildkröten z.B. sind es so 90%. Unsere Schlehenspanner hatten letztes Jahr einen Ausfall von fast 100%. Als die Raupen in den Kokons hingen, brannte nur die Sonne drauf und es war sehr trocken. Die sind nesterweise vertrocknet in den Gespinsten und da sind ja mind. 100 Stck. drin.
    Der Mensch hat Mitleid und päppelt auch Tiere, die draußen gar nicht überlebensfähig wären. Siehe in Zoos oder bei Hunden und Katzen. Die natürliche Auslese ist da viel rigoroser.
    Aber hier drehen wir uns im Kreis, denn da sind wir wieder bei der Aussage, dass unsere Bienen wahrscheinlich viel varroatoleranter wären, wenn wir anfangs die Verluste hingenommen hätten und nicht mit "Kanonen auf Spatzen" geschossen hätten.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Also wirklich Daniel, erst zwingt Ihr Männer uns mit Eurem jahrhundertelangen Gemurkse, uns auch noch der Bienen anzunehmen, (wo wir doch mit Kindern und Küche schon genug zu tun haben) und dann sowas!


    :wink:


    Zumal sich früher sowieso eher die Frauen um die Bienen gekümmert haben, s. Höhlenzeichnung aus Spanien. Jeder Bauernhof hatte seine Bienenstöcke am Haus um die sich die Bäuerin kümmerte.
    Wenn wir Imkerinnen uns beim nächsten IFT zusammentun, habt Ihr Imker doch keine Chance mehr.
    Auch duck und wech.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Zitat

    Aber hier drehen wir uns im Kreis, denn da sind wir wieder bei der Aussage, dass unsere Bienen wahrscheinlich viel varroatoleranter wären, wenn wir anfangs die Verluste hingenommen hätten und nicht mit "Kanonen auf Spatzen" geschossen hätten.


    Das ist die Erkenntnis der späten Geburt. Ja, wenn der Wenni mit dem Hätti nicht in den Wald gegangen wäre.


    Remstalimker:lol:

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • sabi(e)ne , ja, vielleicht sammeln wir einfach offene Fragen oder Spekulationen, um sie dann zu beantworten, zu wiederlegen oder was auch immer.
    Michaels Zahlen fand ich sehr beeindruckend. Klar, dass man so was nicht alleine leisten kann, aber eine Bestätigung der (vermutlichen) Aussagen durch Verkabeln weiterer Völker wäre interessant. Neben Temperatur sind ja auch noch CO-2-Gehalt und Luftfeuchtigkeit und xxx weitere Parameter, die durch Öffnen der Beute verändert werden. Müsste man auch messen.
    holmi : Der Vergleich mit dem Schlehenspanner ist nicht so günstig, weil die sich alternierend vermehren (wie Lemminge). Manche Jahre gibt es sehr viele, dann bricht der Bestand zusammen, dann langsamer Anstieg etc. Bei den Bienen scheint mir das typischerweise nicht so zu sein. Je mehr Nachkommen ein Lebewesen hat, desto weniger überleben davon. Ein Bär hat nur 1 - 2 Junge pro Jahr, von denen 0-1 im Schnitt überleben (wenig Nachkommen - geringe Verlustrate). Eine Maus wirft mehrmals mehrere Junge, von denen ebenfalls nur 1 - 2 den nächsten Sommer sehen (viele Nachkommen - hohe Verlustrate). Ein Bienenvolk gibt wie viele Schwärme ab?
    1 bis mehrere, je nach Trachtlage, oder? Bei so geringer Vermehrungsquote müssten die Verlustraten niedrig sein.
    Verlustraten, die so hoch sind, dass der Bestand mittelfristig bedroht ist, sind nicht natürlich.
    @DD

    Zitat

    ....in den Zeiten der Gleichberechtigung sollte hier wenigstens auch die Imkerin genannt werden.
    Wenn man es so recht betrachtet, ging es den Bienen in den Zeiten wo es nur Imker gab auch wesentlich besser.
    Da könnte man auch mal ein Diagramm erarbeiten.


    Das ist jetzt ne Schlussfolgerung nach dem Strickmuster "Störche und Geburtenraten"....
    Grüße
    apirita

  • Wenn 10 Bienenvölker frei schwärmen, erhält man ca. 40 Schwärme, plus 10 Abgeschwärmte = 50 Völker.
    Dann MÜSSEN wieder 40 sterben, d.h. 80%, um das natürliche Gleichgewicht wieder herzustellen.
    Anders ausgedrückt, wer nicht vermehrt, hat auch kein Recht auf Verluste.

  • Zitat

    Wenn 10 Bienenvölker frei schwärmen, erhält man ca. 40 Schwärme, plus 10 Abgeschwärmte = 50 Völker

    Wenn 10 Bienenvölker schwärmen erhält man 10 Schwärme. Davon abgesehen, dass es kaum mehr Nachschwärme gibt, war auch früher der zweite Nachschwarm so mickerig, dass er keine Chance hatte.
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Nicht die Grösse eines Schwarms bestimmt seine Überlebenschance! Das müsstest du eigentlich wissen.
    Ok, 4 Schwärme mögen zu hoch gegriffen sein, 3 aber nicht. Dann sind wir immer noch bei 75% Verlust um wieder am Ausgangspunkt, also 0% Jahresverlust zu sein.


    Und an alle Schwarmzellenbrecher und Schwärme-ist-gleich-Honigverlusttheoretiker: Selbst bei dieser Betriebsweise erntet man noch 15-20 kg Honig. Denn gute Buckfast lagern diese erst ein, bevor sie schwärmen. Bei Carnica weiss ich es nicht, bei den Dunklen kannn man mit der Hälfte rechnen. Der aber wiederum ist geschmacksintensiver und reicher an Pollenvarietät.

  • Also, die Lage scheint mir doch so zu sein: In Imkerhand - ohne Schwarmbetrieb - liegt die Vermehrungsrate der Völker beim Imker, d.h. wie viele Ableger er pro Volk macht. Natürlich gibt es da eine Obergrenze.
    Momentan ist mein Eindruck: Nur durch das Erstellen vieler Ableger können die Imker ihre Völkerzahl halten. Außerdem scheint die Lebensdauer der Königinnen abzunehmen. Ohne Eingreifen der Imker würde die Zahl der Bienenvölker massiv zurückgehen.
    Um auf holmis Aussage zurück zu kommen: Wäre ein solcher Einbruch der Bestandszahlen eine "natürliche" Entwicklung wie beim Schlehenspanner, sprich, würde sich der Bestand nach einem starken Einbruch langsam wieder erholen? Oder sind die Umweltbedingungen der Bienen so stark verändert, dass die Bienen sich nicht erholen, also einfach aussterben würden?