Ablegerbildung mit/ohne Plan?

  • Tach allerseits.

    Ich habe mir mal einen Plan zurechtgelegt, um Völker durch Ablegerbildung zu vermehren. Wäre nett, wenn die erfahrenen Teilnehmer hier über diesen Plan querlesen und einen Anfänger vor den gröbsten Fehlern bewahren könnten.


    Variante 1:
    Anfang Mai (man soll ja Ableger so früh wie möglich bilden?) nehme ich Futter, Pollen und Brut (Stifte und verdeckelte) mitsamt den ansitzenden Bienen aus einem starken Volk und stecke das alles in eine kleine Beute (drei oder vier Waben?), die ich an einen Standort außerhalb des Flugkreises stelle. Der Ableger wird dann einen Monat lang gefüttert und kann sich aus den Stiften selbst eine neue Königin ziehen.
    Vorteil: erscheint einfach. Ist es das auch?
    Nachteil: es dauert, bis die neue Königin aufgezogen und befruchtet ist. in dieser Zeit steht die Entwicklung des Ablegers still.


    Variante 2:
    Wie oben, allerdings setze ich eine bereits geschlüpfte Königin zu. Das heißt, ich muss dem starken Volk spätestens Mitte April einige Stifte in Weiselnäpfchen einhängen, damit die Königinnen aufgezogen werden. Vermutlich muss ich diese Näpfchen auch noch irgendwie vor der alten Königin schützen (wie genau? Bei dem Nicot-System gibt es ja solche kleinen Käfige, sind die dafür da? Können die durch die Käfige gefüttert werden?).
    Vorteile: der Stillstand des Ablegers ist um etwa 16 Tage kürzer. Außerdem kann ich die Königinnen zeichnen, solange sie noch im Käfig sitzen.

    Variante 3:
    Wie Variante 2, allerdings setze ich eine begattete Königin zu. Damit verkürzt sich der Stillstand des Ablegers auf einige wenige Tage. Die Aufzucht muss dann noch früher erfolgen (wann genau?). Aber wie werden die dann begattet?

    Natürlich würde es sich hier anbieten, einige Königinnen mehr aufzuziehen und für den Notfall aufzuheben. Da stellt sich dann aber auch die Frage: wie hebt man Königinnen auf?

  • Hallo Joew,


    Als Anfänger Variante 1 oder mit gekaufter, begatteter Kö (ist im Mai aber nicht nötig). Der Ableger kommt so früh gebildet ohne Probleme zu nötiger Stärke.


    Ich würde zu V 1 Raten.
    Lerne, ihn aufzupäppeln und wenn Du das drauf hast, dann kannst Du über Kö Zucht nachdenken. Alles andere geht schief, mit Sicherheit.:wink:


    Kauf Dir ein gutes Buch über Zucht.


    Wenn Du Dich dennoch drüber traust:
    Such nach Zucht im Weiselrichtigen Volk:


    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=24520&page=2&highlight=Zucht+Weiselrichtigen+Volk


    Ich hab sehr gute Erfahrungen damit gemacht obwohl ich vorher noch nie umgelarvt hatte.


  • Variante 1:
    Anfang Mai (man soll ja Ableger so früh wie möglich bilden?) nehme ich Futter, Pollen und Brut (Stifte und verdeckelte) mitsamt den ansitzenden Bienen aus einem starken Volk und stecke das alles in eine kleine Beute (drei oder vier Waben?), die ich an einen Standort außerhalb des Flugkreises stelle. Der Ableger wird dann einen Monat lang gefüttert und kann sich aus den Stiften selbst eine neue Königin ziehen.
    Vorteil: erscheint einfach. Ist es das auch?


    Es ist so einfach.
    Aber: Einen Ableger, den man aus dem Flugradius des Altvolkes gebracht hat, füttert man nicht. Die haben genügend Flugbienen.



    Für die anderen Varianten: Mal in ein Buch, in dem Königinnenzucht beschrieben ist, schauen.
    Auch kann man Schwarmzellen (die in der Schwarmzeit bestimmt angezogen werden) auch zur Könignnenvermehrung bzw. zum Zusetzen in Ableger nehmen. Man kann auch Ableger mit Schwarmzellen machen.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • zu Variante 1)
    Es reicht eine Brutwabe mit einer Futterwabe, schau mal im Thread Pia Aumeier: Eine Wabe ergibt ein Volk oder Eine wabe ergibt ein Volk.
    Es gibt auch eine genauere Abhandlung von Pia Aumeier in der Monatsbetrachtung (siehe Mai).
    Ich habe selber als Anfänger so aus einem recht schwachen Volk 2 Ableger gebildet. Natürlich kannst Du aus diesem Ableger keinen Honig erwarten, allerdings entwickelt er sich ziemlich lange und wächst auch noch, wenn Wirtschaftsvölker schon die Bienenzahl reduzieren.
    Klappt natürlich nur, wenn Du nicht zu viele Ableger mit alles Töchtern von einer Königin machen willst.


    Variante 3)
    Habe ich gewissermaßen auch gemacht, Variante 1, machen lassen, dann habe ich die KÖ abgedrückt und durch eine andere ersetzt. (Diese habe ich aber nicht selber aufgezogen sondern bekommen).

  • Hallo


    im Ableger, wenn er dazu noch recht klein ist sollte man keine Königin ziehen lassen, da sollte wenigstens eine verdeckelte Weiselzelle mit rein.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)


  • Anfang Mai (man soll ja Ableger so früh wie möglich bilden?) nehme ich Futter, Pollen und Brut (Stifte und verdeckelte) mitsamt den ansitzenden Bienen aus einem starken Volk und stecke das alles in eine kleine Beute (drei oder vier Waben?), die ich an einen Standort außerhalb des Flugkreises stelle.


    So ähnlich habe ich es letztes Jahr auch gemacht. Allerdings am gleichen Stand, nicht aus dem Flugkreis gebracht. Dazu habe ich noch Bienen (ohne Königin) von 1-2 Brutwaben dazugekehrt um die zurückfliegenden Flugbienen zu ersetzen. Etwas Futterteig als Reserve habe ich auch noch dazu gegeben.
    Das Alles jedoch ohne Ablegerbeuten. Solch Gedöns habe ich mir erspart und gleich in einer Vollzarge + Deckel + Boden gearbeitet.


    Dieses Jahr habe ich 5 Völker (wenn es gut geht) und werde dann Anfang Mai einen Sammelbrutableger erstellen. Dazu beim Honigräume aufsetzen je Volk 1-2 Brutwaben entnehmen und Mittelwände geben. Dann 10 Tage später alle Nachschaffungszellen brechen und eine belarvte Zuchtlatte einhängen. Nach weiteren 5 Tagen die Weiselzellen käfigen und eine weitere Woche später die Bienen des Sammelbrutablegers mit je einer der neu geschlüpften Königinnen zu Begattungseinheiten verteilen.


    Stefan

  • Ich danke dem TE für das Thema. Als Neuling beschäftigt mich das Thema Ablegerbildung auch sehr. Sollte sich mein Volk im Frühjahr 2012 gut entwickeln, tendiere ich auch zu der beschriebenen Variante 1.


    Eine Frage hätte ich allerdings zu folgender Aussage:



    Ich habe selber als Anfänger so aus einem recht schwachen Volk 2 Ableger gebildet.


    Stelle ich also fest, dass mein Volk Anfang Mai "üppig" ist, könnte ich ja zwei Ableger bilden. In diesem Fall würde das Altvolk an seinem Platz bleiben. Die anderen beiden würde ich zu einem anderen Stellplatz (etwa 15 km entfernt) bringen.


    Kann ich die beiden Ableger zusammen an diesem Platz stellen oder wird das Probleme geben?


    Probleme dahingehend zum Beispiel: Die Bienen werden sich ja noch nicht als zwei getrennte Völker "betrachten". Da könnte es doch passieren, dass sich die beiden Ableger in einer Beute wieder vereinigen. Sind meine Bedenken angebracht oder bleiben die Bienen bereits in ihrem neuen Zuhause?


  • honig-aus-salz , die Bienem bleiben in ihrem jeweiligen neuen Zuhause , besonders dann , wenn man sie nicht direkt nebeneinander stellt .


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Was wäre eigendlich wenn man Königinnen-Ableger macht -also die Königin mit in den Ableger rein und aus dem Flugkreis verstellen und dann das Wirtschaftsvolk nachschaffen lässt? Hätte das irgendwelche Nachteile? Ausser dass man dann pro Volk nur einen Ableger bilden kann.


    Grüße
    Hannes

  • Hallo Hannes,
    hat keinen Nachteil und geht auch recht gut und einfach.
    Nur erfordert es einige Mehrarbeit:
    Zeitpunkt: bei eintretener Schwarmstimmung und/oder bei Trachtlücke.
    Alle Weiselzellen entfernen.
    Nach neun Tagen: Nachschaffungszellen entfernen und Zuchtgut oder neue Königin zugeben bzw. einweiseln.
    Ableger mit alter Königin evtl. füttern und ab und zu erweitern.
    Bei Zugabe von Zuchtgut nach weiteren neun Tagen bis auf eine alle Weiselzellen entfernen.
    Weitere Möglichkeit zu diesem Zeitpunkt: Aufteilen in Ableger mit je einer Weiselzelle.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo biene hans,
    kannst du natürlich machen, ist aber normalerweise nicht hilfreich. Du schaffst im Wirtschaftsvolk eine Brutunterbrechung mit sehr unsicherem Ausgang für das Volk. Auch den Honigertrag kannst du zumindest zurückschrauben oder ganz vergessen. Ich würde im Normalfall bei der "üblichen" Variante bleiben.


    Gruß
    Marcus

  • Danke für die Antwort Lothar und Marcus! Muss mir noch überlegen wie ich das anstelle. Es ist nämlich so: ich habe ein Volk das überdurchschnittlich gut war (Varroa, Honig, Sanftmut) und von dem möchte ich nachziehen, habe aber nur 4 Völker. Wie stelle ich das am besten an:confused:? Ich würde mich auch ans umlarven wagen:eek:



    Grüße
    Hannes