Wahl des richtigen Standorts

  • Hallo liebe Bienenfreunde!


    Mein Name ist Alex, ist bin gerade fertig studierter Biologe aus dem schönen Oldenburg und habe letzte Woche mit einem Imkerei-Einsteigerkurs begonnen. Da ich mich seit ich denken kann für alles interessiert habe, was kreucht und fleucht (je kleiner desto besser ;)) war das Imkern schon immer ein großer Traum von mir. Leider ließ sich das ganze aufgrund von Platzmangel (Studentenwohnung mitten in der Stand ohne Garten oder Balkon) bis jetzt nicht verwirklichen. Nun habe ich allerdings das Glück, dass meine Freundin und ich ein großes Haus mit Garten und Balkon bezogen haben und ich von ihr die Erlaubnis zum Imkern bekommen habe, den richtigen Platz vorrausgesetzt. Ein Carnica-Volk habe ich mir bereits unverbindlich reservieren lassen und auf die Antwort vom Imkerverein zwecks Beitritt und Patensuche warte ich momentan noch. Nun bin ich etwas am grübeln, denn ich habe nun mehrere Möglichkeiten, die ich euch kurz in Fotos vorstellen möchte. Vielleicht könnt ihr mir ja weiterhelfen.


    Möglichkeit 1: Der Garten



    Wie ihr sehen könnt, nicht wirklich riesig. (Denkt euch Sandkasten, Schild und Schaukel weg ;)) Ausgerichtet ist das ganze nach Süd/Südost, für die Bienen laut Literatur ja ideal. Da angrenzend aber Familien mit Kindern wohnen und wir den Garten auch noch zum Gemüseanbau nutzen wollen, fällt diese Möglichkeit wohl raus. Einzige Möglichkeit wäre vielleicht der Bereich oben links auf dem Foto mit Ausgang Richtung Hecke. (Nicht zum Nachbargrundstück)


    Möglichkeit 2: Der Garten angrenzender Wohnhäuser




    Wie man auch dem Foto erkennen kann, befinden sich neben unserem Grundstück größere Gärten die nur teilweise genutzt werden. Hier könnte man vielleicht die Anwohner fragen, ob sie etwas dagegen hätten, dass die Beuten dort ausgestellt werden. Vielleicht lässt sich eine Bestechung mit Honig aushandeln. ;-)


    Möglichkeit 3: Der Vorgarten




    Da unser Haus das Endhaus ist, verfügen wir noch über ein weiteres Stück Garten am Ende des Weges. Diesen Weg müssen 6 andere Mietparteien passieren. Hier hatte ich gedacht, dass man die Beute eventuell so aufstellt, dass sie Richtung Hecke zeigt. So könnten man den Bereich rundherum noch passieren (um in den "richtigen" Garten) zu gelangen. Problem wäre hierbei vielleicht die Akzeptanz der Nachbarn, mit denen ich mich im Fall einer Aufstellung natürlich noch unterhalten würde.


    Möglichkeit 4: Der Balkon




    Diese Möglichkeit halte ich persönlich fast für die Beste. Der Balkon ist ungefähr 1 Meter breit und durch die Brüstung vor direkter Sonne geschützt. Die Bienen sollten ja eigentlich kein Problem haben zwischen der Brüstung durchzufliegen oder? Da der Balkon etwa 4-5 Meter lang ist, sollte die Arbeit an der Beute auch möglich sein. Auch die Nachbarn sollten durch die Bienen nicht belästigt werden, da diese ja in ca. 4 Metern Höhe aus ihrem Stock aus- und einfliegen. Einzig die Kotflüge der Bienen könnten zum Problem werden, da sich unter der Hälfte des Balkons die Terrasse befindet.


    Möglichkeit 5: Dach


    Als Ausweichmöglichkeit bietet sich das Dach meiner Eltern an, mitten im Stadtkern mit vielen umliegenden Gärten. Leider müsste man hier sämtliches Material über eine quietschende Holztreppe und eine Dachluke befördern.


    Viele Grüße,
    Alex

  • Hallo Alex,
    zunächst wünsche ich dir viel Spaß mit deinen Bienen.
    Meiner Meinung nach scheidet der Garten als Standort aus, denn eigentlich sollte vom Bienenvolk zur Grundstücksgrenze ein Abstand von 5 m eingehalten werden. Sonst kann der Nachbar gleich "meckern". Bienenhaltung im Wohngebiet ist nicht so erwünscht. Vielleicht bekommst du ja von Deinem Imkerpaten oder vom Verein noch eine Möglichkeit.
    Ich habe 2 Anfänger mit ihren Völkern mit auf meinem Bienenstand, das hat mehrere Vorteile. Alle notwendigen Gerätschaften befinden sich auch dort und ich bin anwesend, wenn beide an ihren Völkern arbeiten, sie können fragen und haben meine Unterstützung. Und bin ich mal in Urlaub, dann können sie auch mal Kontrollen an meinen Völkern durchführen.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Alles klar, das hatte ich mir ja auch schon gedacht. Schließt das denn auch den Balkon mit ein oder ist das ein Sonderfall, weil sich der Standort dann erhöht befinden würde?

  • Beim Balkon bin ich mir nicht sicher. Ich weiß, dass es hier im Forum Imker gibt, die Völker auf dem Balkon haben.
    Ist nebendran direkt ein Balkon vom Nachbarn? Die Terrasse drunter ist die eigene oder auch die des Nachbarn?
    Mir wäre das zu dicht dran, bei mir sieht es nämlich ähnlich aus und ich habe es dann auch lieber gelassen mit der Bienenhaltung auf dem Grundstück. Und wie gesagt, normalerweise sind die Gerichte bei Imkerei auf großen Grundstücken großzügig, aber im Wohngebiet muss es nicht geduldet werden.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Balkon sieht mir etwas eng aus, ich würde das Flugloch nicht zu den Seiten ausrichten wollen, es sollte hinter der Beute aber noch so 1 Meter Platz zum arbeiten sein. Das wird nicht reichen denke ich. Vor allem weil ja auch seitlich noch eine weitere Tür zu sein scheint, und wenn da die Bienen entlang fliegen, ist die Tür nicht mehr zu gebrauchen ;)

  • Ich würde definitiv den Balkon wählen. Ich habe bei mir welche auf dem Dachboden direkt über dem Schlafzimmer stehen - das ist genial.


    Allerdings kann es ziemlich laut summen - wenn direkt darunter noch eine Wohnung mit Nachbarn ist, sollten die zumindest zustimmen. (Glas Honig nicht vergessen.) Ich würde mittels eines Rohres ein verlängertes Flugloch basteln, dann sind sie weniger wehrhaft. (Die Wächter sitzen im Rohr und kriegen nicht mit, daß an der Beute gearbeitet wird.) Das Rohr kannst Du ja durch die Brüstung legen. Vermutlich hast Du - wenn Du die Brüstung als "Flugbrett" verwendest, bei offener Tür auch weniger Verflug in deine Wohnung.


    In jedem Fall würde ich einen Zapfhahn an die Seite der Beute bauen - um deinem staunenden Besuch zu erklären, daß "da dein Honig rauskommt." :wink:


    Wegen der Fliesen würde ich die Beute etwas höher stellen, damit sie keine nassen Füße bekommt.


    Auf dem zweiten Bild ist auf dem Nachbargrundstück ein Kettcar/Tretauto zu sehen. Zumindest die Nachbarn mit Kindern würde ich vorher fragen. (Mit Honigglas - eventuell von einem Vereinskollegen.) Denn Mütter können unnachgiebig sein, wenn sie ihre Kinder verteidigen. :wink:


    Gruß
    Bernhard

  • Also Herr Biologe ,


    da kann man zu dem neuen Hobby nur gratulieren !
    Habe einen Kunden in Oldenburg , Bowenkamp , der schon für die kommende Saison bestellt hat , um genug abzubekommen . Um den könntest Du dich ja in Zukunft auch kümmern . ( son bischen lakonisch angemerkt)
    Alles Gute im Forum .


    Gruß hannes

  • Hallo Zusammen,
    Miteinander,
    fragt erst mal, ob überhaupt Kleintierhaltung in dem Wohngebiert erlaubt ist.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Wo bekomme ich sowas denn raus? Anruf bei der Stadt?


    Zum Thema Balkon: Beute fast bis zur Brüstung schieben (sodass dahinter Platz zum arbeiten bleibt) und das Flugloch durch die Brüstung verlängern? Der Nachbarbalkon ist durch eine Wand von unserem getrennt und auch die Terrasse darunter gehört nur zu unserer Wohnung, das wäre also nicht so das Problem.
    Ich bin gerade nochmal in der Nachbarschaft klingeln gewesen und habe mir ein wenig die Grundstücke angeschaut. Der Herr, dem das Grundstück mit der Erde gehört (zweites Bild) war sehr angetan und meinte er kann mir wohl ein Fleckchen einräumen. Da wäre dann natürlich noch die Ausrichtung zu klären. Ansonsten war ich aber sehr erstaunt wie hoch die Akzeptanz fürs Imkern ist!


  • fragt erst mal, ob überhaupt Kleintierhaltung in dem Wohngebiert erlaubt ist.


    Boah, verwirre doch hier nicht die Jungimker! (Kleintierhaltung, haha! Wohl eher "Kleinsttierhaltung"...)


    Aber nachfragen ob Bienenhaltung "ortsüblich" ist solltest Du tatsächlich.

  • Hallo Alzel!


    Stell mal zwei Kisten auf! Egal ob Vorgarten oder den mit Schaukel, da ich glaub die Schaukel und Sandkasten sind alte Objekte! Einfach Bambus-Schilf im Rücken und Flugloch Richtung Hecke mit den zwei Bäumen! Sag nichts Deinen Nachbarn (sorry - denn so wie die Hecke ist merken die vom Bienenflug gar nix!!!). Höchstens im Herbst, wenn plötzlich alles Früchte und Gemüse hat!!! Das Wildbienenhotel in "unserem" Garten war wirklich toll!!! :cool:


    Viele Grüße an alle Unentschlossenen
    Beiruth


    PS: Meine "Bienenhasser von zwei Völkern auf 700 qm" dulden jetzt 9 Völker ohne Murren, da ja ma nix bemerkt!!! Hab ja zugesagt, dass a zuviel (Stiche) bis jetzt nach zwei Jahren (nix Stiche!!!) entfernt werden. Auf einmal bin ich der Natüüürschützer per excellance! Und Bienen san ja so nützlich und wertvolll!!!:lol:

  • Hallo Chris,
    das hat nichts mit verwirren zu tun.
    Es gibt Wohngebiete, in denen Kleintierhaltung (als Nutztiere) nicht erlaubt ist.
    Erfahren kannst Du dies im Bebauungsplan, beim Bauamt.
    Bienen fallen da nunmal mit Hühnern, Ziegen, Schafen, Schweinen drunter.
    Es ist schon ein Unterschied zwischen den Zwergkaninchen oder Meerschweinchen mit Gartenfreigehege oder einem Bienenstand.
    Wenn Kleintierhaltung erlaubt ist, kannst Du mit Absprache und/oder Rücksichtnahme der Nachbarn Deine Völker aufstellen.
    Wenn nicht, musst Du diese gegebenenfalls entfernen; und hast dann noch Ärger wegen Verstosses gegen die Bauordnung.
    Davor sollte man doch Einsteiger in die Imkerei bewahren, oder?
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Lothar : Auf jeden Fall vielen Dank Lothar! Ich bin immer davon ausgegangen, dass gegen Kleintierhaltung nix zu sagen sei, werd emorgen aber mal beim Bauamt anrufen um weiter zu planen.


    beiruth : Da der Garten nach Entfernung der Geräte und des Schilfes noch anderweitig genutzt werden soll, ist ein Aufstellen der Beuten in der Mitte des Rasens leider nicht möglich. Favorisiert habe ich deshalb auch eher den Balkon oder eben die Grundstücke der Nachbarn. Mit meinen direkten Nachbarn würde ich mich allerdings in jedem Fall absprechen, ich denke das erspart einem viel Ärger. Und sollten sie dann dagegen sein, find ich woanders bestimmt einen Platz. ;-)

  • morgen aber mal beim Bauamt anrufen um weiter zu planen.


    1) Persönlich vorbeigehen.
    2) Nicht fragen: "Darf ich..." = die Antwort ist in 70 % der Fälle: Nein. Sondern fragen: "Was muß ich erfüllen, damit ich darf?" Dann bekommst Du Kriterien genannt. (Der Beamte sucht nach Wegen, um es zu ermöglichen - anstatt nach Hinderungsgründen.) Dann mußt Du nur noch die Kriterien erfüllen - mit etwas Phantasie sind die immer umzusetzen. Genehmigung gebongt. :o)


    Gruß
    Bernhard