Heroldbeute: Zander oder DNM

  • Hallo,


    Habe eine wichtige Frage zu entscheiden: mache ich mit DNM oderZander weiter? Die im Frühjahr 2011 von einem Altimker gekauften 25 Heroldbeuten aus Holz lassen ja beides grundsätzlich zu und ich habe beide Rähmchenmasse derzeit (als Neuimker) in Betrieb.


    Beim Vermessen der Beuten habe ich nun festgestellt, dass bei Innenmassen von 38 cm (Breite) und 43,5 cm (Länge) das Rähmchenspiel bei Zander bzw. DNM unterschiedlich ist: hänge ich 12 DNM Rähmchen im Warmbau rein (12x 3,5 cm = 42 cm), habe ich nur 1,5 cm Spiel (Differenz zu 43,5 cm Innenmaß der Beute), hänge ich 10 Zander Rähmchen im Kaltbau rein (10 x 3,5 cm = 35 cm) habe ich 3,0 cm Spiel (Differenz zu 38 cm Innenmaß). Empfohlen werden in der neuen Ausgabe des Bienen Journals 23 - 25 mm. Tatsächlich passen die 12 DNM Rähmchen nur knapp rein und sitzen echt eng; die rein rechnerisch vorhandenen 1,5, cm Spiel merkt man kaum: im Sommer hatte ich auch manchmal Probleme die Waben zu ziehen.


    Was sind Eure Erfahrungen mit dem notwendigen Rähmchenspiel? Lieber zu viel oder lieber zu wenig?


    Ein zweiter Punkt, der mich bei meiner Beute stutzig macht: der Abstand zwischen Rähmchenunterleisten (von Rähmchen der oberen Zarge) und Tragleisten (von Rähmchen der unteren Zarge) beträgt (sowohl bei Zander als auch DNM) etwa 1,5 cm. Hier wird, ebenfalls im BienenJournal (Feb. 2012, S. 9) empfohlen den berühmten Bienabstand von 8mm +- 2mm einzuhalten. Der Abstand, der sich in der Heroldbeute ergibt wäre also eigentlich viel zu groß. Bei Verwendung von Zanderrähmchen mit verstärkter Oberleiste müssten die Bienen im Wintersitz einen Abstand von 2 cm + 1,5 cm + 1 cm = 4,5 cm überwinden, um von einer Futterquelle zur nächsten (von der unteren in die obere Zarge) zu wechseln. Ist das ein Problem?


    Mal abgesehen von den sicherlich auch bei Euch vorhandenen Vorlieben für das ein oder andere Rähmchenmaß. Welches würdet Ihr mir angesichts der oben angestellten Überlegungen und angesichts der vorhandenen Heroldbeute empfehlen?


    Gruß aus dem Weserbergland

  • Nimm das Maß mit dem Du am besten klar kommst :)


    Bei mir sind ähnliche Bedingungen, ich habe mit einer Art Heroldbeute angefangen (allerdings im Aussenmaß der Hohenheimer Einfachbeute). Als Entscheidungshilfe habe ich mir einen Zanderrahmen und ein DN Rahmen genommen und meine Hände entscheiden lassen. Da ich recht große Hände habe, habe ich mich für die längeren Ohren bei der Zander entschieden, auch wenn 95% des Vereins auf DNM imkert. Die DNM konnte ich einfach nicht richtig greifen.


    Ich bin üder das große Spiel bei der Hohenheimer recht glücklich, so habe ich genug Luft zum "Arbeiten". Vielleicht sehe ich das in ein paar Jahren anders... Werden wir sehen. Aber hierzu hast Du ja auch eigentlich schon Deine Antwort gefunden, oder?

  • Hallo Rosenthal,


    Das Rähmchenspiel wird von allein weniger (Verkittung).


    Als Rähmchenmaß ist Zander m.E. besser als DNM (längerer Zehrweg für die Bienen im Winter; stabilere Rähmchen mit langen Ohren und weniger Arbeit für den Imker).


    Was den Beespace angeht: DNM und Zander sind unterschiedlich hoch, das gibt bei Kombibeuten zwangsläufig Probleme. Siehe: Kritik an der Frankenbeute. 1.5 cm wären aber viel zuviel - da bleibt nur Umbauen oder Umsteigen.:-?

    Mit freundlichen Grüßen -- Traugott Streicher

  • Hallo !




    Und wenn Du nur 11 Rähmchen DNM in die Beute machst ?
    Wir haben hier sogenannte Einfachbeuten, allerdings mit DNM (1,5/0,5) im Querbau.
    Theoretisch passen da auch 12 Rähmchen rein, wir haben 11 + Schied (6mm) .... dann ist der Spielraum in etwa so groß wie bei Dir mit Zander.
    Ich habe noch keine Königinn gesehen die zwei Zander oder Deutschnormal Bruträume voll bebrütet.
    Bei uns fehlen im vergleich zu Dir immer 25% des Brutraums und auch in diese reduzierte Größe werden die Außenwaben nicht bebrütet (wenn man den Raum gibt) ... also: 11 DNM !!


    In Zander /DNM Kombibeuten ist es nach unseren bisherigen Erfahrungen eigentlich immer so, das der Abstand (Beespace) zwischen den Zargen im Zandermaß zu groß ist (logisch, wenn es in DNM past !) der Verbau ist da !
    Bei uns sind es in DNM ca. 0,9cm demzufolge in Zander 1,2cm


    Auch ein Grund für den ungeteilten Brutraum ! Aber das ist ein anderes Thema ...


    Hinweis: Das Bienenjournal 2/2012 ist bei uns noch nicht eingetroffen.


    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Oder,
    Du wirfst eine Münze, beides geht, beides wird gemacht, beides kann nicht grundlegend falsch sein. Und wenn Du vor Entscheidungen stehst, die beide gehen, dann frag deine Frau, deinen Nachbarn, die Imker im Imkerverein, hier im Forum und Herrn Sommer. Und dann wirf eine Münze.
    Viel Spaß
    Wolfgang

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis größer als in der Theorie, also theoretisch.

  • Hallo Rosenthal,


    egal ob DNM oder Zander. Wichtig ist wie Du (!) damit zurechtkommst. Liegen Dir lange Ohren oder die kürzeren besser in der Hand. Die Heroldbeute ist eine allgemein gut geteste Beute. Ich würd mir weniger Gedanken darüber machen, ob Warm- oder Kaltbau, ob soundviel Abstand zur Wand bestehen oder nicht.
    Wichtig ist dass Du damit zurechtkommst. Ich sag - mehr Abstand zur Wand ist bessser - Wachsankittungen an der Wand sind mit dem Stockmeisel schnell beseitigt.
    Aber dass ist nur a persönliche Meinung.


    Gruß
    Ruth

  • Habe auch Herold-Beuten, aber bei mir sind es deutlich weniger als 1,5 cm zwischen Oberträger in unterer und Unterträger in oberer Zarge. Ich habe mich damals für Zander entschieden, da ich bei gleicher Volumenzahl nur 10 Rähmchen statt 12 zu drahten, einzulöten, zu schleudern, auszukochen, in die Hand zu nehmen habe. Kommt aber auch darauf an, was du vor hast. Wenn du im Norden z.B. perspektivisch Bienen verkaufen möchtest, ist es ggf. interessant DN zu verwenden, da viele Imker das halt im Norden haben. In Bayern herrscht eher Zander vor (s. auch den Schwerpkunkt im aktuellen dbj).


    Im Winter haben wir sogar nur 9 Rähmchen im Magazin, besser immer eher zu viel Platz als zu wenig, würde ich sagen! ;-)


    Falls deine Herold-Magazine tatsächlich zu viel Abstand haben, ist DN evtl. etwas besser als Zander, da DN ein paar Millimeter höher ist als Zander ... aber wirklich nur minimal 223 vs. 220 mm!

  • Vielen Dank für Eure Antworten!


    Ich werde mit Zander im Kaltbau weiter machen. Die Vorteile überwiegen gegenüber DNM im Warmbau (das wäre die Alternative in der von mir verwendeten Heroldbeute):
    - längerer Zehrweg im Winter
    - Zehrung von vorne (Flugloch) nach hinten entlang der Wabengassen
    - sicherere Anwendung der Ameisensäure wg. besserer Ventilation
    - dicker Oberträger, dadurch stabilere Waben
    - lange Ohren und bessere Handhabung
    - weniger Arbeitsaufwand bei der Bearbeitung


    Nachteile von Zander im Kaltbau gegenüber DNM im Warmbau:
    - schlechter von hinten zu bearbeiten (spielt in meinem Bienenhaus eine Rolle, ansonsten wäre ja Bearbeitung von der Seite möglich)
    - zu großer Abstand zwischen Rähmchenoberkante der unteren Zarge und Rähmchenunterkante der oberen Zarge (mit 15 mm ist der "bee space" weit überschritten): diesem Problem werde ich durch entsprechendes Zusägen der Zargen Herr werden (Reduzierung der Höhe jeder Zarge um 5 mm).


    Also, alles in allem scheint mir Zander im Kaltbau trotz des hier im Weserbergland vorwiegend verwendeten DNM Maßes besser.


    Danke nochmals, viele Grüße aus demselben.

  • ... noch eine Anmerkung zum Abstand. Normalerweise sind in der Herold-Beute sog. "Amerikanische Trageschienen" zur Rähmchenauflage bei Zander verbaut. Bei der Durchsicht einiger Anbieter ist mir aufgefallen, dass die aber in verschiedenen Höhen verkauft werden. Ich habe z.B. welche mit 4 und welche mit 8 mm gefunden. Der zu große Abstand könnte auch dadurch zustande gekommen sein, dass im oberen Magazin eine hohe Trageschiene und unten eine niedrige verbaut wurde. Die Lösung des Problems wäre dann einfach eine einheitlich hohe Trageschiene in allen Magazinen! Da du aber schreibst, dass bei Deutsch Normal das gleiche Problem besteht - hier wird ja, wenn überhaupt, nur ein L-Profil verwendet - ist das vermutlich nicht das Problem.

  • Hallo,


    danke für die Recherche. Tatsächlich sind in meinen Beuten aber keine Schienen verbaut: der Auflagerand für die Rähmchen ist rundum gleichmäßig hoch und direkt aus dem Holz gefräst. Insofern gibt es für die Reduzierung des Rähmchen-Rähmchen Abstands zwischen unterer und oberer Zarge keine andere Möglichkeit als die Zargenseitenteile zu kürzen.


    Grüße aus dem Weserbergland