Betretungsrecht Nachbargrundstück

  • Wenn ich jetzt aber als Imker irgendwo spazieren gehe und ich sehe dort in einem Baum den Schwarm hängen - ab wann darf ich den fremden Schwarm dann einfangen?
    Darf ich dann sogleich den Besitzer des Grundstückes fragen, ob ich den Schwarm einfangen darf und diesen dann zu meinen Bienen stellen? Theoretisch kann ich ja sehen, dass da kein Imker ist, der den Schwarm verfolgt. Damit wäre er nach meiner Wahrnehmung herrenlos.


    Freundlich fragend
    Friedrich

  • Wenn ich jetzt aber als Imker irgendwo spazieren gehe und ich sehe dort in einem Baum den Schwarm hängen - ab wann darf ich den fremden Schwarm dann einfangen?
    Darf ich dann sogleich den Besitzer des Grundstückes fragen, ob ich den Schwarm einfangen darf und diesen dann zu meinen Bienen stellen? Theoretisch kann ich ja sehen, dass da kein Imker ist, der den Schwarm verfolgt. Damit wäre er nach meiner Wahrnehmung herrenlos.


    Freundlich fragend
    Friedrich


    Hallo Friedrich , ich würde aber meinen Besitzanspruch an den Schwarm kenntlich machen , in dem ich einen Gegenstand in Schwarmnähe deponiere . Zum beispiel : Taschentuch an Ast knoten ! Dann nach Hause und Kiste holen .


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Theoretisch kann ich ja sehen, dass da kein Imker ist, der den Schwarm verfolgt. Damit wäre er nach meiner Wahrnehmung herrenlos.


    Ein freilaufendes Pferd auf der Wiese ist vielleicht herrenlos aber dadurch nicht automatisch ohne Eigentümer nur weil Du ggf. den Halter nicht sofort siehst.


    Das Pferd hat aller Wahrscheinlichkeit nach trotzdem einen Eigentümer. Nimmst Du das Pferd mit und dieser will es wiederhaben dann................ ? rate mal.


    Mit dem Bienenschwarm ist es das Gleiche.

  • Theoretisch kann ich ja sehen, dass da kein Imker ist, der den Schwarm verfolgt. Damit wäre er nach meiner Wahrnehmung herrenlos.
    Mit dem Bienenschwarm ist es das Gleiche.


    Hallo Bienenpaps,Du solltest hier keine Threds schreiben da Du keine Ahnung hast . HIER BGB zum auswendig lernen !!!
    BGB= Bürgerliches Gesetzbuch .


    Bienenschwarm Gesetz
    aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch, Drittes Buch, Sachenrecht


    §958 [Grundsatz] (1) Wer eine herrenlose bewegliche Sache in Eigenbesitz nimmt, erwirbt das Eigentum an der Sache.
    (2) Das Eigentum wird nicht erworben, wenn die Aneignung gesetzlich verboten ist oder wenn durch die Besitzergreifung das Aneignungsrecht eines anderen verletzt wird.


    §959 [Aufgabe des Eigentums] Eine bewegliche Sache wird herrenlos, wenn der Eigentümer in der Absicht, auf das Eigentum zu verzichten, den Besitz der Sache aufgibt.


    §960 [Wilde Tiere] (1) Wilde Tiere sind herrenlos, solange sie sich in der Freiheit befinden. Wilde Tiere in Tiergärten und Fische in Teichen oder anderen geschlossenen Privatgewässern sind nicht herrenlos.
    (2) Erlangt ein gefangenes wildes Tier die Freiheit wieder, so wird es herrenlos, wenn nicht der Eigentümer das Tier unverzüglich verfolgt oder wenn er die Verfolgung aufgibt.
    (3) Ein gezähmtes Tier wird herrenlos, wenn es die Gewohnheit ablegt, an den ihm bestimmten Ort zurückzukehren.


    §961 [Herrenloswerden eines Bienenschwarmes] Zieht ein Bienenschwarm aus, so wird er herrenlos, wenn nicht der Eigentümer ihn unverzüglich verfolgt oder wenn der Eigentümer die Verfolgung aufgibt.


    §962 [Verfolgungsrecht des Eigentümers] Der Eigentümer des Bienenschwarms darf bei der Verfolgung fremde Grundstücke betreten. Ist der Schwarm in eine fremde nicht besetzte Bienenwohnng eingezogen, so darf der Eigentümer des Schwarmes zum Zwecke des Einfangens die Wohnung öffnen und die Waben herausnehmen oder herausbrechen. Er hat den entstehenden Schaden zu ersetzen.


    §963 [Vereinigung von Bienenschwärmen] Vereinigen sich ausgezogenen Bienenschwärme mehrerer Eigentümer, so werden die Eigentümer, welche ihre Schwärme verfolgt haben, Miteigentümer des eingefangenen Gesamtschwarmes; die Anteile bestimmen sich nach der Zahl der verfolgten Schwärme.


    §964 [Einzug in eine fremde besetzte Bienenwohnung] Ist ein Bienenschwarm in eine fremde besetzte Bienenwohnung eingezogen, so erstrecken sich das Eigentum und die sonstigen Rechte an den Bienen, mit denen die Wohnung besetzt war, auf den eingezogenen Schwarm. Das Eigentum und die sonstigen Rechte an dem eingezogenen Schwarme erlöschen.


    @Bienenpaps . Alles auswendig gelernt ?


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Trotzdem isses nicht fair, finde ich. Die wenigsten von uns stehen den ganzen Tag neben den Bienenkästen.
    Bei Berufstätigkeit ist es so gut wie unmöglich gleich einen Schwarm zu fangen. Im Gesetz sollte dem Imker (Eigentümer) zumindest
    die Möglichkeit gegeben werden, den Schwarm noch am gleichen Tag einfangen zu dürfen. Da kommt man ein
    paar Stunden später nach Hause und schon hat ich einfach irgend ein Geier den Schwarm gemoppst oder den Ast mit Fähnchen
    und Stacheldraht markiert:evil: obwohl ich den Auszug meiner Bienen noch gar nicht bemerkt hatte? Geht gar nicht. Vielleicht sollte
    das Gesetz mal geändert werden...fair ist das jedenfalls nicht finde ich.

  • ... die Möglichkeit gegeben werden, den Schwarm noch am gleichen Tag einfangen zu dürfen. ...


    Und woher soll ich als spazierender Imker wissen, dass der Schwarm da erst ein paar Stunden hängt und nicht schon zwei Tage? :wink:


    Ich glaube ich wäre, solange ich sehe, dass ein Bienenstand in der Nähe ist, geneigt, Kontakt mit dem Imker des Bienenstandes aufzunehmen und ihn auf seinen Schwarm hinzuweisen, bevor ich ihn einfach einfange und mitnehme. Vielleicht überlässt er ihn mir ja auch freiwillig. Oder ich bekomme etwas dafür, dass ich den Schwarm schon für ihn eingefangen habe. Vorraussetzung ist natürlich, dass eine Möglichkeit zur Kontaktaufnahme, wie es gesetzlich vorgeschrieben ist, am Bienenstand vorhanden ist.


    Freundliche Grüße
    Friedrich

  • Trotzdem isses nicht fair, finde ich. Die wenigsten von uns stehen den ganzen Tag neben den Bienenkästen.
    Bei Berufstätigkeit ist es so gut wie unmöglich gleich einen Schwarm zu fangen. Im Gesetz sollte dem Imker (Eigentümer) zumindest
    die Möglichkeit gegeben werden, den Schwarm noch am gleichen Tag einfangen zu dürfen. Da kommt man ein
    paar Stunden später nach Hause und schon hat ich einfach irgend ein Geier den Schwarm gemoppst oder den Ast mit Fähnchen
    und Stacheldraht markiert:evil: obwohl ich den Auszug meiner Bienen noch gar nicht bemerkt hatte? Geht gar nicht. Vielleicht sollte
    das Gesetz mal geändert werden...fair ist das jedenfalls nicht finde ich.



    Hallo TeXX ,was ist schon fair ? Und wer garantiert Dir das der Schwarm sitzen bleibt bis Du von der Arbeit kommst und nicht schon über alle Berge ist . Gemoppst wird hier auch nicht , weil der Schwarm ja herrenlos ist , und es nicht mehr Deine Bienen sind , eben weil Du ihn nicht verfolg hast .


    Was hindert dich daran deine Völker so zu bearbeiten , das erst gar keine Schwärme entstehen ? ? ?


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

    Einmal editiert, zuletzt von derbocholter ()


  • Bienchenpaps . Das ausgebüxte Pferd gehört vielleicht dir , weil es den Weg nach Hause alleine findet.
    Der Bienenschwarm will von Dir weg ,und kommt auch nicht alleine zurück .
    Inhalt des §§ Textes jetzt verstanden ?


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.