"... Drohnenwildbau ist jedoch eine Varroafabrik. ..."

  • Zitat

    ... Drohnenwildbau ist jedoch eine Varroafabrik. ...


    Dies schreibt Frau Dr. Pia Aumeier im Deutschen Bienenjournal 12/2011 auf Seite 34 unter dem Titel "Mittelwände sind gut für Bienen".


    Mich irritiert diese Aussage. Mir ist bekannt, dass die Varroamilben bevorzugt die Drohnenzellen aufsuchen, um sich zu vermehren. Daher wird die Drohnenbrut von vielen Imkern zur Varroabekämpfung herausgeschnitten. Soweit mir bekannt tuen die Varroen dies, da sie sich in der längeren Entwicklungsphase der Drohnen besser entwickeln können.
    Die Frage, die sich mir jetzt stellt: Wenn weniger Drohnenbrut vorhanden ist, da nur Mittelwände im Brutraum eingehängt werden, bedeutet dies doch nicht, dass sich die Varroa weniger vermehrt. Zwar ist es für die Varroen weniger "angenehm", die Arbeiterinnenzellen aufzusuchen, jedoch werden sie diese auch ohne weiteres aufsuchen, wenn sie keine Drohnenzellen finden. Aufgrund der kürzeren Brutperiode von Arbeiterinnenmaden wäre sogar zu vermuten, dass sie sich in diesen schneller vermehrt.
    Oder liegt irgendwo ein Denkfehler oder ist mir etwas nicht bekannt?


    Freundliche Grüße
    Friedrich

  • Mich irritiert diese Aussage. Mir ist bekannt, dass die Varroamilben bevorzugt die Drohnenzellen aufsuchen, um sich zu vermehren. Daher wird die Drohnenbrut von vielen Imkern zur Varroabekämpfung herausgeschnitten. Soweit mir bekannt tuen die Varroen dies, da sie sich in der längeren Entwicklungsphase der Drohnen besser entwickeln können.
    Die Frage, die sich mir jetzt stellt: Wenn weniger Drohnenbrut vorhanden ist, da nur Mittelwände im Brutraum eingehängt werden, bedeutet dies doch nicht, dass sich die Varroa weniger vermehrt.


    Freundliche Grüße
    Friedrich


    Hallo Friedrich , hier liegt leider ein Denkfehler vor . Es werden nicht nur Mittelwände in den Brutraum gehangen ,sondern auch sogenannte Drohnenramen . Je Seite 1ner .Das sind zwei Rähmchen mit 1 cm langen Anfangsstreifen . Diese bauen die Bienen dann zu Drohnenramen aus die jeweils wechselnd ausgeschnitten werden . Und bei Zargen immer in der oberen Brutzarge damit man nicht immer komplett alles auseinnander reißen muß. Hier kann man auch sehr gut den Schwarmtrieb erkennen . Ohne Drohnenrahmen würden die Bienen die Mittelwände mit Drohnenflächen verändern . Was wieder nicht gut zum ausschneiden ist .Das ist dann eine Varroafabrik .


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Hallo Friedrich!


    Du hast recht, streng logisch betrachtet stimmt die Aussage nicht, da sich die Varroa auch in Völkern mit wenig Drohnenbrut prächtig vermehrt. In Wahrheit ist jedes lebende Bienenvolk eine Varraoafabrik und wir bekommen das leider nur durch "Säureduschen" in den Griff.


    Man hört oder liest diese Aussage von der "Milbenfabrik" jedoch öfter und von unterschiedlicher Seite. Ich habe es für mich gedanklich als Polemik abgehakt. Es handelt sich um Polemik, die gegen Nichtbehandler oder Drohnenbrutausschneideverweigerer gerichtet ist. Besonders Berufsimker sehen sich hier durch unverantwortliche Hobby-Stümper in ihrer Existenz gefährdet. Da geht es teilweise auch um beträchtliche Geldsummen. Das bietet schon genügend Sprengstoff für echt heftige Auseinandersetzungen.


    Ich kann jedem nur empfehlen, vor dem Ausschneiden von Drohnenbrut mal einige Zellen zu öffnen und nachzuschauen, ob man durch das Ausschneiden überhaupt Varroen bekämpft.


    Gruß, Sammler

  • Zitat

    Ich kann jedem nur empfehlen, vor dem Ausschneiden von Drohnenbrut mal einige Zellen zu öffnen und nachzuschauen, ob man durch das Ausschneiden überhaupt Varroen bekämpft.


    :daumen::daumen::daumen:


    Denn ich glaube, das haben die wenigsten bisher mal probiert.


    Ich habe in der letzten Saison mehrmals Drohnenzellen geöffnet. Ich konnte kein einheitliches Bild feststellen.


    Manche Drohenzellen waren mehrfach befallen, andere (direkt daneben) wieder überhaupt nicht. Gleiches galt für Arbeiterzellen.

  • Denn ich glaube, das haben die wenigsten bisher mal probiert.


    doch, ich z.B. :wink:

    Ich habe in der letzten Saison mehrmals Drohnenzellen geöffnet. Ich konnte kein einheitliches Bild feststellen.
    Manche Drohenzellen waren mehrfach befallen, andere (direkt daneben) wieder überhaupt nicht. Gleiches galt für Arbeiterzellen.


    ich habe die gleichen Beobachtungen gemacht wie Du, sehr unterschiedlicher Befall der Drohnenzellen von nix bis mehrfach - aber im Mittel nicht sehr viele. Teilweise musste ich etliche Zellen öffnen um überhaupt eine Milbe zu finden. Arbeiterinnenzellen habe ich nicht geöffnet.


    Klaus

  • Hallo,


    mal angenommen man legt die Drohnenwabe auf eine extrem helle Durchlichtplatte ( wie damals die Röntgenbilder )
    Würde man dann die befallenen Zellen erkennen können?
    In den befallenen Zellen müssten dann ja die Varroen als dunklere Punkte durchscheinen?!
    Wurde das schon ausprobiert?


    Gruß
    Philipp

  • Sorry, aber eine extrem helle Durchlichtplatte habe ich am Bienenstand grad nicht zur Hand. Es geht mir auch gar nicht um die Rettung einzelner Drohnen, sondern um das Prinzip des Ausschneidens. Ich habe deshalb "von Hand" nachgesehen und habe im letzten Mai und Juni kaum Varroen in der Drohnenbrut gefunden. Deshalb meine ich, dass das Ausschneiden derselbigen dem Bien nicht dienlich ist. Wenn ich die Drohnenbrut aber verschone, muss ich mir sagen lassen, meine Völker seien Varroa-Schleudern oder -Fabriken. Verbale Angriffe dieser Art zielen natürlich auf den aus der Reihe tanzenden Imker und nicht auf die Immen. Am ärgerlichsten aber finde ich, dass die dahinterstehende Logik nicht stimmt, aber wenn ich mich wehre heißt es gleich wieder, dass der getroffene Hund am lautesten bellt.


    Gruß, Sammler


  • Du kannst die Drohnenwabe auch gegen die Sonne halten dann siehst du die dunklen Punkte auch - du wirst überrascht sein wie wenig (bei mir jedenfalls) Varroen in der Drohnenbrut sitzen.


    Ich werde jedenfalls heuer noch ein paar mal Drohnenbrut kontrollieren - auch mit Zellen öffnen - und sollte der Befall wieder so niedrig sein wie voriges Jahr werde ich diese grausige Matscherei :mad: sein lassen.


    Grüße
    Hannes

  • Mit den Antworten ist Friedrich sicher auch nicht viel schlauer geworden.
    Habe allerdings auch festgestellt , daß im Baur. nicht immer jede Menge Milben in der Dr. Br. steckt. Mache es trotzdem wie Josef , nur ohne Anfangsstreifen .
    Baurahmen natürlich immer in den BR neben die Brut .
    Das bleibt , auch wenn bei Kontrollen da nicht viel zu finden ist . Vielleicht kommt es ja mal anders ?!


    Gruß hannes

  • O.K. - um es noch mal klar zu beantworten: ich habe Baurahmen mit Drohnenbrut im Einsatz und ich habe mich dafür entschieden, sie nicht auszuschneiden, sondern die Drohnen schlüpfen zu lassen. Im Spätsommer hatten diese Völker den für diese Zeit üblichen Befall und wurden wie üblich mit AS behandelt. Meine Entscheidung, die Drohnen schlüpfen zu lassen, war also kein Todesurteil, weder für das betroffene Volk noch für die Nachbarschaft.


    Gruß, Sammler

  • O.K. - um es noch mal klar zu beantworten: ich habe Baurahmen mit Drohnenbrut im Einsatz und ich habe mich dafür entschieden, sie nicht auszuschneiden, sondern die Drohnen schlüpfen zu lassen. Im Spätsommer hatten diese Völker den für diese Zeit üblichen Befall und wurden wie üblich mit AS behandelt. Meine Entscheidung, die Drohnen schlüpfen zu lassen, war also kein Todesurteil, weder für das betroffene Volk noch für die Nachbarschaft.


    Gruß, Sammler


    Hallo Sammler . Ich habe auch nur für Friedrich geschrieben wie es geht . In meinen Dadant US habe ich einen Bauramen
    und in meine DNM zwei . Da ich Buckfast züchte schneide ich meine Drohnen schon lange nicht mehr . Ansonsten kann ich mich nur Deinen Ausführungen anschließen .


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Mit den Antworten ist Friedrich sicher auch nicht viel schlauer geworden.
    Habe allerdings auch festgestellt , daß im Baur. nicht immer jede Menge Milben in der Dr. Br. steckt. Mache es trotzdem wie Josef , nur ohne Anfangsstreifen .
    Baurahmen natürlich immer in den BR neben die Brut .
    Das bleibt , auch wenn bei Kontrollen da nicht viel zu finden ist . Vielleicht kommt es ja mal anders ?!


    Gruß hannes


    Ich denke schon, das er eine Antwort erhalten hat. Nämlich, das die Milben nicht zwingend in der Drohnenbrut sind, da sie sich trotzdem vermehren, dürfte klar sein, wo sie das machen.


    Im übrigen dürfte ihn Deine Antwort auch nicht wirklich weiter bringen, da es nur Wiederholungen von bereits gesagtem sind.:u_idea_bulb02: Sorry.

  • räusper...


    Mit BR können jawohl Varroen vermehrt gefangen werden.
    Das liegt dann an dem Legospiel,
    das der Imker meint,
    mit dem Volke zu treiben!


    Der Drohn hat Frau Dr. Aumeier schon gesehen.
    Sie weiß genau wo sie die Fäden an Ihrer Marionette zu ziehen hat.


    Wisst Ihr das auch?


    Fragt
    der
    Drohn

  • Zitat

    Wisst Ihr das auch?


    Soweit es die Bienen betrifft - ja.
    Man kann sie austricksen auf vielerlei Weise, aber ich finde das nicht so richtig - ich verlange von meinem Hund ja auch nicht, daß er sich putzt wie eine Katze.....


    Ich möchte den Bienen soviel Bienen-Art lassen, wie nur geht, aber es hat auch verdammt lange gedauert, dahin zu kommen.
    Ich kann mir nicht anmaßen, zu urteilen, daß ich besser weiß als sie, wie sie sich zu benehmen haben.
    Menschen gibt es erst knapp 100.000 Jahre, Bienen schon wesentlich länger.
    Und in der Zeit werden sie schon gelernt haben, mit natürlichen Feinden fertigzuwerden, aber gegen PSM gibt es noch keine erfolgreiche Strategie, die Zeit ist zu kurz und die Völkeranzahl zu klein....
    Varroa dürfte ohne extern zugeführte Chemie innerhalb von 5-50 Jahren kein Problem sein, wenn die ganzen anderen Faktoren nicht dazukämen.
    Siehe Brasilien.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen