Frage zum Wabenumlauf bei Bauerneuerung nach Vockenhuber

  • Hallo,


    ich möchte heuer zwecks OS-Bedampfung im August eine Wabenerneuerung vornehmen, wie sie Vockenhuber im Bienenvater 9/2006 beschreibt:
    - 4 Wochen vor dem Abräumen mittels Verschieben des Absperrgitters den Brutraum auf eine Zarge einengen (Weisel dabei hinunter),
    - nach dem Abräumen die Brutwaben aus der verbleibenden unteren Zarge entnehmen und alle Bienen auf Mittelwände abkehren, mit 5kg füttern,
    - nach einer Woche oben mit hellen Leerwaben erweitern, OS-Behandlung und fertig auffüttern


    Bei der Auswinterung entnimmt man dann üblicherweise die unteren Waben, welche meist leer sind, da das Brutnest jetzt oben sitzt. Das sind aber leider nicht die älteren Waben, sondern die im August ausgebauten Mittelwände.


    Wenn ich die älteren Waben entnehmen und ausscheiden möchte, müsste ich bei der Erweiterung im August die Leerwaben unter- statt aufsetzen. Ich fürchte dass das nicht so günstig ist, da bei der Einlagerung des Winterfutters das Brutnest erst herunterwandern müsste (damit das Futter dann oben ist).


    Wie löse ich dieses Dilemma?


    Grüße,


    Gerhard

  • Hallo Gerhard,


    warum so kompliziert?
    Wenn Du das ASG nach unten verschiebst, hast Du den ganzen Honig in den alten Waben.


    Nach dem Abschleudern einfach ALLE Waben entnehmen, Brutwaben, Pollenwaben, Futterwaben und alles durch MW erstzen. Wenn Du auf 2 Räumen auswintern willst, dann erweiterst Du, nachdem der untere Raum ausgebaut ist, mit ausgebauten Waben.


    Warum willst Du im Frühjahr dann die frisch ausgebauten Waben aus der untern Zarge wieder entnehmen.


    Kommt mir ehrlich gesagt nicht sonderlich durchdacht vor.

  • Servus Günther,


    der Grund ist, dass ich im Frühjahr zwecks Dämpfung des Schwarmtriebs eine Brutraumzarge mit Mittelwänden ausbauen lassen möchte. Dazu muss ich natürlich vorher einen Satz Waben entnehmen.


    Aber vielleicht ist das mein Problem. Ich könnte statt dessen das Bauen in den Honigraum verlegen. Muss ich überlegen...


    Grüße,


    Gerhard

  • Danke, Günther, du hast mich gerettet.


    Wenn ich bis zum Aufsetzen des Honigraums einmal die beiden Brutraumzargen vertausche (auch eine schwarmdämpfende Maßnahme), habe ich die älteren Waben unten und es ergibt sich ein schöner 2-jähriger Wabenumlauf.
    Am besten mache ich das direkt vor dem Aufsetzen des ersten Honigraums mit Mittelwänden. Dann habe ich die Honigkappe weg und die Bienen nehmen den Honigraum sicher an.


    Grüße, Gerhard

  • Ach Gerhard,


    warum denkst Du nur so kompliziert? Nimm es doch so, wie ich gesagt habe.


    Lass die Zargentauscherei. Wenn Du nach der Totalen Brutentnahme nur unbebrütete Honigraumwaben aufsetzt, dann können die ohne Probleme drin bleiben.
    Lass die Brutzargen 2 oder 3 Jahre so wie sie stehen und sezt nur HR (mit Mittelwänden, wenn Du denn welche ausgebaut haben willst) auf, nach 2 oder 3 Jahren machst Du wieder totale BE.


    Schwarmtrieb ist mit dieser Arbeit und der Entnahme der einen oder anderen BW für Ableger gut zu handhaben.


    Da brauchst kein tauschen oder neue MW im BR, außer dem Drohenrahmen.

  • Hallo Gerhard ,ist doch alles ganz einfach .
    Frühjahr beim Reinigungsflug spätestens (Februar anfang März) untere Zarge entfernen.Obere Zarge auf Bodenbrett setzen .
    Ewentuelle Brut aus unterer weggenommener Zarge in Zarge auf Bodenbrett hängen .
    Sofort Zarge mit ausgebauten Waben aus vorjährigem Honigraum aufsetzen . Hierraus später Ableger machen .
    Im März Abspergitter einlegen und Honigraum mit 3 ausgebauten Waben mittig(wichtig ) hängend aufsetzen .Rest Mittelwände .
    Wenn Honigraum halb gefüllt ist , weiteren Honigraum mit Mittelwänden aufsetzen .( wichtig )
    Wenn Honig fertig schleudern .
    Dann weiter wie im März . Ergibt einen super Wabenaustausch


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

    Dieser Beitrag wurde bereits 3 Mal editiert, zuletzt von derbocholter () aus folgendem Grund: Ergibt einen super Wabenaustausch

  • Hallo,
    da finde ich Liebigs Vorgehensweise besser. Vor dem Einfüttern kommen alle Brutwaben in das obere Magazin. Mehr als 10 Waben werden es kaum sein. Futter dürfte unten auch noch kaum sein. Dann wird eine Zarge nit ausgebauten Honigraumwaben aufgesetzt. Die Bienen aus dem unteren alten Brutraum werden abgekehrt und dann gefüttert. Ist der erste Eimer leer wird mit Ameisensäure behandelt. Durch den Abstand ist der Brutschaden nicht sehr groß. Weiter zweite Behandlung Ende August. Zwischendurch kann weiter gefüttert werden.


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Danke, an alle, für eure Tipps. Natürlich hat jeder seine eigene bewährte Betriebsweise und hält sie für die beste und einfachste.


    Hier nochmals was ich gerne hätte:


    - Brutfreiheit nach dem Abschleudern zwecks OS-Behandlung (mit der AS habe ich schon länger aufgehört)
    - ein Wabenumlauf, der jedes Jahr derselbe ist
    - kein Wabentausch zwischen Brut- und Honigraum (da ich daran denke zur Schonung meines Rückens auf Halbwaben im Honigraum umzustellen)
    - keine Überwinterung von bebrüteten Waben


    Das sind doch vernünftige Ziele, oder?


    Grüße,


    Gerhard


  • Hallo Gerhard . Schau mal nach totale Bauerneuerung .


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Hallo Gerhard,

    Zitat

    keine Überwinterung von bebrüteten Waben

    Nach meinen und den Erfahrungen von erfahrenen Imkern aus dem Verein überwintern Biene auf unbebrüteten Waben schlechter. Ich habe schon mehrmals mit meinen Dadantbruträumen die Brut entnommen und Mittelwände gegeben. Immer hat der Volksteil auf alten Waben besser überwintert, als der welcher sofort auf neuen Waben weiterbrüten konnte. ich habe da allerdings keine wilde Theorie. Es war halt so.


    Gruß
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Hallo Gerhard,
    Nach meinen und den Erfahrungen von erfahrenen Imkern aus dem Verein überwintern Biene auf unbebrüteten Waben schlechter. Ich habe schon mehrmals mit meinen Dadantbruträumen die Brut entnommen und Mittelwände gegeben. Immer hat der Volksteil auf alten Waben besser überwintert, als der welcher sofort auf neuen Waben weiterbrüten konnte. ich habe da allerdings keine wilde Theorie. Es war halt so.


    Gruß
    Remstalimker


    Ich meinte die Lagerung bebrüteter Waben über den Winter, wegen der erforderlichen Maßnamen gegen die Wachsmotte. Deine Erfahrungen mit der Überwinterung auf bebrüteten Waben sind allerdings interessant.


    Immerhin enthält bei meinem Plan die obere Überwinterungszarge ältere (im Vorjahr ausgebaute) Waben.


    Grüße, Gerhard

  • TBE nach allerletzter Honigernte geht aber nur, wenn auch danach noch genug Pollen reinkommt.
    Ansonsten sterben die Völker schon recht früh im Frühjahr ohne ausreichend Lagerpollen, und schaffen den Massewechsel nicht.
    Das geht nur in Gegenden, wo es im Herbst noch reichlich Springkraut und Knöterich gibt als Minimum.
    Bei mir wird es ab Anfang Juni schon knapp, es hängt halt sehr von der Gegend ab....
    In pollenarmer Waldtracht oder Heide wäre das absoluter Irrsinn.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabine,


    das betrifft mich dank Springkraut zwar nicht aber ist bei mir völlig aus dem Blickfeld geraten,


    deshalb gut, dass Du daran erinnerst.


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper