Kondensation, Futtersaft, Varroa

  • Hi Bernhard!
    Die Udos und die Megas sterben nie aus.
    Don't feed the droll.

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • The effect of dietary protein on colony performance
    Kleinschmidt und Kondos
    Proc. 26th Int. Cong. Apic., Adelaide (Apimondia), 1977.


    Honigbienen verlieren Körperfett (Proteine) während starker Nektartrachten - auch wenn Pollen verfügbar ist. Wenn die Bienen vor der Nektartracht unter Pollenmangel leiden, kann ihr Proteingehalt im Körper drastisch absinken. Das reduziert ihre Lebenserwartung und schränkt ihre Fähigkeit zur Brutpflege ein. Die Fähigkeit des Biens sich zu regenerieren, hängt vom Körperproteingehalt, vom Umfang der Brut und der Verfügbarkeit von Pollen ab. Die Regenerationszeit kann bis zu 12 Wochen [=3 Monate!] dauern. Wenn der Proteingehalt nicht unter 40 % sinkt, regeneriert sich ein Bienenvolk in zwei bis vier Wochen.
    http://scientificbeekeeping.com/fat-bees-part-1/

  • Hallo Rieke,


    ja danke! Ist manchmal nicht einfach, zwischen den Sprachen hin und her zu schalten.


    Viele Grüße


    Bernhard

  • Und hier kommt die ultimative Bienenbeute: Die Herman van den Kerkhoff-Beute aus Kanada. (Patentiert 1979)


    eine Beute mit doppelter Wand, außen eine dicke, innen eine dünne Wand. (Man muß auf den Zeichnungen genau hinsehen.) Einen Bienenabstand zwischen den Wänden.


    Und dann ist der Brutbereich auch noch für einen Zweiköniginnenbetrieb ausgelegt.


    Vieles, was wir hier an Gehirnschmalz verbraten haben, ist bereits dort schon mal durchdacht worden.


    Zeichnungen:
    http://brevets-patents.ic.gc.c…313_19940420_drawings.pdf


    Beschreibung:
    http://brevets-patents.ic.gc.c…_20031108_description.pdf


    Artikel zur Beute:
    http://nocobees.org/wp-content…anceofakerkhofbeehive.pdf


    Der Artikel fasst die Gedanken zur Beute zusammen. Witzig, wie über die Zeit immer und immer wieder die gleichen Gedanken aufkommen. Da muß also was dran sein. Bei van den Kerkhoff wird die Kondensation durch die Luftführung über die Zwischenwand und aus dem Dach herausgeführt, ohne innerhalb der Beute einen Luftstrom und damit Wärmeabführung zu verursachen. Müßte man näher durchdenken und auf Praktikabilität prüfen.

  • ... Einen Bienenabstand zwischen den Wänden ...Zweiköniginnenbetrieb


    Witzig, wie über die Zeit immer und immer wieder die gleichen Gedanken aufkommen. Da muß also was dran sein.


    Oder die Irrtümer sind z.B. derart naheliegend oder verlockend, dass immer wieder die gleichen Fehler gemacht werden.


    Bei van den Kerkhoff wird die Kondensation durch die Luftführung über die Zwischenwand und aus dem Dach herausgeführt, ohne innerhalb der Beute einen Luftstrom und damit Wärmeabführung zu verursachen.


    Dir sollte aber schon bekannt sein, dass in einem einfachen, ca. 8mm breiten Luftspalt kaum Konvektion stattfindet und die Bautechnik hier noch von einer ruhenden Luftschicht ausgeht?


    Innerhalb der Beute (Wabengasse) ist es etwas anderes, schon weil dort die Luft durch die Bewohner nie zur Ruhe kommt.



    André

  • Bernhard schrieb:

    Ich habe mich stets gefragt, weshalb die wilden Bienenvölker in den Baumhöhlen in Frankreich, USA, ... die Varroa jahrelang überleben. Und warum sie, sobald sie in Bienenbeuten transferiert werden, dort an der Varroa eingehen.


    Hier eine Arbeit dazu:


    Ratios of colony mass to thermal conductance of tree and man-made nest enclosures of Apis mellifera: implications for survival, clustering, humidity regulation and Varroa destructor
    Derek Mitchell
    International Journal of Biometeorology
    pp 1-10
    First online: 03 September 2015
    http://link.springer.com/article/10.1007%2Fs00484-015-1057-z



    Grobe Übersetzung:


    Abstract
    Ohne menschliche Eingriffen, baut die Honigbiene (Apis mellifera L.) in der Regel ihr Nest in einem Baum in einem hohen, schmalen, dickwandigen Hohlraum hoch über dem Boden (das Gehäuse); Allerdings wurde die meisten Forschungen und die Imkerei in den dünnwandigen, eher gedrungenen Holzgehäusen durchgeführt, die wir als Beute kennen. Diese experimentelle Forschungsarbeit, in der verschiedene Bienenstöcke und thermische Modelle von Bäumen verwendet wurden, hat festgestellt, dass die Wärmeübertragungsrate bei den allgemein gebräuchlichen Beuten etwa vier bis sieben Mal größer ist, im Vergleich zu einer typischen Baumhöhle im Winter. Dies ergibt ein Verhältnis von Volkmasse Wärmeleitwert (MCR) von weniger als 0,8 KGW-1 K für Bienenstöcke aus Holz und größer als 5 KGW-1 K für Baumhöhlen.


    Dieses Ergebnis für Baumhöhlen impliziert eine höhere Luftfeuchtigkeit im Nest, ein verlängertes Überleben von kleineren Völkern und eine Verringerung des Bruterfolg der Varroa destructor. Viele beobachtete Verhaltensweisen von Honigbiene, die bisher als intrinsisch angenommen wurden, sind möglicherweise nur ein Bewältigungsmechanismus für die menschliche Intervention; beispielsweise bei einem MCR von über 2 KGW-1 K, die Wintertraubenbildung in einer Baumhöhle kann eine optionale, aber seltene Wärmeerhaltungsverhalten für etablierte Völker sein, statt die obligatorische, häufige, lebensrettende Verhalten in den konventionellen Bienenstöcken. Das implizierte verbesserte Überleben bei Bienenstöcken mit thermischen Eigenschaften von Baumnestern kann dazu beitragen, derzeit einige der Probleme der Honigbienen zu lösen, mit denen sie in der Imkerei konfrontiert sind.

  • Hallo Bernhard,


    hast du Zugriff auf den ganzen Artikel? Mich würde interessieren, welche Rolle die Geometrie, welche die Isolierung und welche die Luftfeuchtigkeit spielt.
    Gerade die höhere Luftfeuchtigkeit, läuft ja anderen Ansätzen, die z.B. Schimmel vermeiden sollen entgegen.


    Selbst wenn Bruder Adam behauptet, dass die warm überwinterten Völker schlechtere Frühjahrsentwicklung zeigen, als kalt überwinterte... Bienen sind offensichtlich, wenn unter Stress gesetzt, zu starken Kompensationsleistungen fähig.
    Wenn es ihnen das Leben erleichtert, würde ich die Beuten durchaus stärker wärmedämmen.


    Gruß
    Ludger

  • Zitat

    Honigbienen verlieren Körperfett (Proteine)

    sorry - das paßt nicht.
    Körperfett besteht NICHT aus Proteinen, sondern aus Fett - demnach wären Bienen auf ner Diät wie die LowCarbHighFat- Diät.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen


  • Selbst wenn Bruder Adam behauptet, dass die warm überwinterten Völker schlechtere Frühjahrsentwicklung zeigen, als kalt überwinterte... Bienen sind offensichtlich, wenn unter Stress gesetzt, zu starken Kompensationsleistungen fähig.
    Wenn es ihnen das Leben erleichtert, würde ich die Beuten durchaus stärker wärmedämmen.


    Gruß
    Ludger


    Hi Ludger,


    das beobachte ich auch und mit mir viele andere. So überwintern meine Mini Plus Völker deutlich besser, als diese im Holz.
    Das Styropor erlebt gerade eine kleine Renaissance, da auch Völker in Styroporablegerkästen deutlich stärker auswintern.
    Manchmal muss man einfach offen für neues sein, als ich mit der Imkerei anfing, war ich der Meinung das kein Mensch Styroporbeuten braucht (außer die an der Küste), wenn man jedoch selbst die Unterschiede sieht, fängt man schon um nachdenken an.
    So werde ich auf kurz oder lang, alle meine Holz Minis durch Styropor ersetzen.


    Grüße,


    Max