Top Bar Hive nach Chandler - The Barefoot Beekeeper

  • Hallo, ich bin dabei mir eine Top Bar Hive nach Chandler zu bauen.


    In seinem Buch "The Barefoot Beekeeper" empfiehlt er mittig 3 Fluglöcher mit 25mm Durchmesser zu bohren. Rechts und Links aussen auch noch einmal je ein Loch, so kann bei einer Beutenlänge von 1,20m an einer Seite noch ein Ableger Platz finden. Das zweite Aussenloch öffnet er wohl zusätzlich bei grosser Volksstärke, die Bienen können dann direkt in den Honigraum gelangen.
    Die drei Fluglöcher öffnet er nach und nach je nach Volkstärke.


    Er setzt das erste Schied links neben die Löcher. Mit dem rechten Schied passt er den Raum für die Bienen nach und nach an. Das Linke Schied würde also ungefähr bei 55cm liegen. Bei einer Beutenlänge von 1,2m würden also 65cm für das Volk verbleiben.


    Chandler gibt an, das ein Brutnest eines Volkes über ungefähr 12 Oberträger gehen kann. Wenn ich einmal von 34mm Oberträgerbreite ausgehe könnte das Brutnest 41cm lang sein. Bei einer Oberträgerbreite von 38mm für den Honigbereich würde noch Platz für 6 Oberträger bleiben.


    Mir kommen 6 OT für den Honigbereich sehr wenig vor, allerdings habe ich keine Erfahrung mit Tbhs.
    Oder verschiebt man später alle Oberträger weiter nach links wenns zu eng wird?


    Grüße Jantje

  • Hallo Jantje,
    vergiss das mit den zwei Völkern in einer Beute, wenn Du diese nicht sauber trennen kannst.
    Das geht nur in moderneren Kästen (Magazin, Hinterbehandler) wirklich einfach.
    Glaub es mir, aus eigener leidvoller Erfahrung mit Trogbeuten.
    Es ist besser, pro Volk eine eigene Beute.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Jantje


    wenn du gute Tracht hast, wird dein benannter Honigraum mir6 OT sehr schnell voll und du musst das Schied nach hinten setzen, das heißt du brauchst die ganze Kiste.
    Das Honigernten ist zwar sehr naturnah, aber meiner Meinug nicht effektiv und was für Idealisten.


    Da du erst anfängst wie ich vermute, schaffe dir doch lieber eine Magazinbeute mit Rähmchen an.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo Jantje,
    meine TBHs sind eine Mischung aus Chandler und LWG. Gesamtlänge der OTs 52 cm. Bekomme so ca. 22 OTs in eine Kiste, sind also kürzer als die Vorgaben der LWG. Schau mal hier: http://www.lwg.bayern.de/bienen/info/haltung/27045/
    Die drei Fluglöcher habe ich bei mir nicht in der Mitte sondern an einem Ende plaziert. Eine hat sogar 4 Löcher. Habe zwar trotzdem zwei Trennschiede (einer direkt neben der Außenwand), habe aber immer nur einen verwendet. Der zweite wird jetzt im Frühjahr interessant, weil ich vorhabe alle Waben etwas weg von den Fluglöchern zu rücken und neue OTs nach und nach über den Fluglöchern geben möchte. Somit hast du neue Waben sozusagen eine Bauerneuerung bei den Fluglöchern und kannst fluglochfern ein paar Waben mit Honig entnehmen.
    Phil beschreibt in seinem Buch auf S.92 wie man Schwärme vorweg nehmen kann d.h. man hat dann einen Ableger in der gleichen Beute. Ich finde diese Vorgehensweise genial einfach und so Gott will werde ich das mal ausprobieren. Man muss dann allerdings die ganze Kiste drehen, damit die Flugbienen den Ableger verstärken. Deshalb würde ich auf der Rückseite auch gleich drei Löcher machen. Dreht man dann die Kiste um 180 Grad sind die drei Löcher dort, wo die alten waren. Chandlers Kisten sind kleiner als die der LWG. Meine beiden Kunstschwärme haben keine 10 Waben ausgebaut bis zum Winter und leben noch. Ob man auch 2 Völker in einer Kiste überwintern kann, kann ich noch nicht beurteilen.


    Außerdem habe ich in einem Trennschied ebenfalls zwei Löcher drin, die ich mit Korken verschießen kann. So kann ich hinter dem Schied füttern. Das hat gut geklappt. Ein kleines Flugbrett unter den Fluglöchern habe ich nachgerüstet, weil immer wieder Bienen beim Anflug ins Gras gefallen sind.
    Eine einfache Varroaschublade wäre wichtig, um die Kisten unten dicht zu bekommen, wenn du AS verdampfst.


    Wenn du es wie Phil baust, machst du nichts falsch. Viel Spaß beim Basteln.



    Grüße
    Raimund

  • Lothar
    Was meinst du denn mit sauber trennen?
    Bei der Beute + Betriebsweise nach Chandler werden die Bienen mittig einlogiert. Man kann dann nach rechts Platz geben.


    In den linken Teil der Beute könnte man eine Brutwabe mit Weiselzelle + Honigwabe hängen... - halt zur Ablegerbildung. Oder einen Schwarm fürs erste Jahr einsetzen.
    Mit 1,2m wäre mir die Beute zu klein um dauerhaft 2 Völker drin zu halten.


    Drobi
    Das ich die ganze Beute für Honigwaben + Brut benötige glaube ich nicht. Allerdings weiss ich es auch nicht, ich wüsste gerne von jemanden der die gleiche Wabengrösse hat, wie die Erfahrung ist.
    Magazinbeuten habe ich 2, Kurse usw. habe ich auch alle durch, mir geht es hier um die Betriebsweise in der TBH.


    gartenmundl
    Den Vorteil in der Verwendung des Brutnestes in der Mitte sehe ich darin, das man recht einfach an das Brutnest herankommt, um z.B. auf Weiselzellen zu untersuchen, oder um im späten Frühjahr, zur Schwarmverhinderung, Brutwaben rausnimmt und gegen Oberträger tauscht. Man kann halt von zwei Seiten aus am Volk arbeiten. Wenn das Brutnest ganz an der Seite liegt müsste man die Waben direkt nach oben rausziehen, so sie angebaut sind kann dies schnell Wabenbruch geben.


    Grüße Jantje

  • Zitat

    Was meinst du denn mit sauber trennen?
    Bei der Beute + Betriebsweise nach Chandler werden die Bienen mittig einlogiert. Man kann dann nach rechts Platz geben.


    In den linken Teil der Beute könnte man eine Brutwabe mit Weiselzelle + Honigwabe hängen... - halt zur Ablegerbildung. Oder einen Schwarm fürs erste Jahr einsetzen Mit 1,2m wäre mir die Beute zu klein um dauerhaft 2 Völker drin zu halten.

    Zitat


    Hallo Jantje,
    eben, das meinte ich.
    Für Ableger und Schwärme eine neue/andere Beute verwenden.
    Es gibt zwar auch Zwei-Volk-Betriebsweisen und Betriebsweisen mit Vereinigen und trennen,
    die funktionieren aber besser, wenn man eine Beute "zerlegen" kann, diese aus mehreren Teilen besteht.
    Wie ich bereits schrieb, hatte ich Trogbeuten.
    In diese konnte man mittels Abtrennen des Doppelbodens in zwei Teile zusätzlich noch ein Ableger oder auch einen (kleinen) Schwarm hinten im Trog, durch Schied getrennt, einquartieren.
    Das war auch schon der leichtere Teil der Aufgabe.
    Der schwierige kam, wenn man das Volk wieder ausquartieren wollte.
    Die Bienen von den Innenwänden bekam man nur schwer, eher fast gar nicht, mit in die neue Kiste.
    Die Flugbienen sowieso nicht, da sie vorne eingeflogen waren.
    Auch wenn sich zwei Völker gegenseitig wärmend in einer Beute gut entwickeln:
    Mit derartigen Verlusten beim Umquartieren ist der Erfolg weg.
    Noch was: ist eines der beiden Völker krank, ist es das andere gleich mit.
    Du schreibst ja auch, das die Beute mit 1,2 Meter zu klein ist, um dauerhaft zwei Völker darin zu halten.
    Also lass es .
    Und so unähnlich sind Trogbeuten und TBH ja auch nicht, jedenfalls die Bruträume.
    Von der Wabenform mal abgesehen.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo Lothar,
    danke dir für deinen ausführlichen Erfahrungsbericht.
    Mir leuchtet das sehr ein.
    Wenn ich aber bei der Durchsicht eine Weiselzelle finde und die Wabe mit ansitzenden Bienen + eine Honigwabe ganz einfach auf die Seite hinter das Schied setze, so ist das doch eine sehr einfache Möglichkeit mir eine begattete Königin in Reserve zu halten.


    Ich versuche zu verstehen warum Chandler die Löcher mittig setzt.
    Bei den meisten TBHs sitzen die Fluglöcher an der Seite der Schrägen.


    Chandler führt folgende Argumente für die mittige Lage der Löcher an:
    1. Wie du schon schriebst, bessere Winterisulation durch die beiden Luftkammern rechts und links vom Volk. Je nach Klimalage könnte man dort über den Winter auch Isolationsmaterial einbringen.
    2.Mehr Kontrolle über die Honiggewinnung, da Honigwaben auf beiden Seiten des Nestes geerntet werden können.
    3. Leichtere Inspektionen weil man von beiden Seiten an den Bienen arbeiten kann.
    4. Und als letzten Punkt erst Möglichkeiten zur Vermehrung.


    Vielleicht zur Erklärung, Chandler setzt das linke begrenzende Schied ja nicht in die Mitte des Kastens, sondern vielleicht bei einem Drittel.


    Wenn ich davon ausgehe das sich der Brutraum über 12 Waben zieht dann wüsste ich gerne mit wievielen Honigwaben ungefähr gerechnet werden muss, oder ob es eigentlich nur von meiner Betriebsweise abhängt.


    Grüße Jantje

  • Hallo Jantje!


    Man kann bei TBHs Völkervermehrung betreiben, indem man Waben mit Bienen (und gern auch mit WZ) umhängt, genauso, wie es auch bei anderen Beutesystemen praktiziert wird. Reichlich Ableger zu bilden ist angesichts der heutigen Varroaproblematik sehr wichtig und es ist grundsätzlich eine gute Idee, dies im Standmaß zu tun. Ich imkere sowohl mit TBHs als auch mit Magazinen. Bei meinen Magazinbeuten verwende ich Ablegerkästen im Standmaß oder ich nutze einen Zwischenboden und ziehe die Ableger huckepack auf den Wirtschaftsvölkern. Dazu habe ich in den Holzdeckeln der Magazine mit Korken verschlossene Deckelfluglöcher.


    Wenn du bei deinen TBHs die Obertäger mit geradem Sägeschnitt an den Seiten dicht an dicht liegend gestaltet hast, bist du auf eine Ebene beschränkt und kannst keine Honigräume "aufsetzen". In solchen TBHs kannst du Ableger ziehen. Dabei musst du allerdings darauf achten, dass jeder Ableger sein eigenes Flugloch hat und die Abtrennung zu anderen Völkern in der gleichen Beute wirklich "bienendicht" ist. Ein bewegliches Schied, dass nicht rundum wirklich dicht schließt, reicht zur Bildung von Ablegern nicht.


    In meinen TBHs habe ich das so gestaltet:


    Ich habe in die Seitenwände Nuten gesägt. Wenn ich in diese Nuten mein Trennschied einlege, schließt es rundum wirklich bienendicht ab. Links siehst du ein eingelegtes Trennschied, dass zur bienenbesetzen Seite am linken Bildrand dicht abschließt. In der Bildmitte siehst du eine Nut ohne eingelegtes Trennschied. Damit kann ich jede meiner TBHs in 4 "Abteilungen" unterteilen. Jede dieser Abteilungen hat ein eigenes Flugloch. Die mittleren Abteilungen fliegen durch "reguläre" Fluglöcher in den Seitenwänden, und die äußeren Ableger fliegen durch runde Fluglöcher in den Stirnwänden, die ich bei Bedarf auch mit einem Korken verschließen kann. Meine regulären Fluglöcher hatte ich einem anderen Fred hier schon mal beschrieben.


    Auf dieses Weise kann ich meine TBHs sehr variabel einsetzen, z.B. als "Ablegerstation" für 4 neue Völker, oder ich schließe 3 von 4 Fluglöchern und habe ein großes Volk, dass die ganze Beute allein besetzt.


    Liebe Grüße vom Sammler

  • Hallo Sammler,


    eine gute Idee mit der Nut. :u_idea_bulb02: Damit ists garantiert dicht. Ist halt schon wieder eine Nummer aufwendiger. Wie ist es denn mit dem Anbauen wenn dort Nuten sind?
    Eine Idee wären vieleicht auch kleine Dreikantleisten mit zwei kleinen vorgebohrten Löchern, die man Notfalls in die Schiedecken setzen könnte. Vielleicht mit Nadeln fixiert.
    Ansonsten würde ich die Schiede aus Wasserfestem Sperrholz bauen, die sollten sich nicht verziehen. Bleibt halt die Frage ob sich die Kiste verzieht.


    Wie löst denn du das Problem die Ableger wieder aus der Kiste rauszubekommen?
    Hast du eine kleine Transportkiste im Wabenmass? Verzichtest du auf die Flugbienen?


    Grüße Jantje


  • Wie ist es denn mit dem Anbauen wenn dort Nuten sind?


    Wenn ich die TBHs eine Saison ohne Trennschied im Einsatz hatte, sind die Wände schon manchmal mit Wachs & Propolis "verziert". Das kratze ich dann halt ab oder ich flamme die Beute aus. Dadurch wird die Nut wieder nutzbar. Das Schied läßt sich auch in "verzierte" Nuten einlegen - mit Kraft.



    Eine Idee wären vieleicht auch kleine Dreikantleisten mit zwei kleinen vorgebohrten Löchern, die man Notfalls in die Schiedecken setzen könnte. Vielleicht mit Nadeln fixiert.


    Nach meiner Erfahrung sind filigrane Beutenbestandteile schnell hin (oder weg?) und vorgebohrte Löcher oft nicht wiederzufinden. Ich mag es in der Imkerei lieber etwas gröber.



    Wie löst denn du das Problem die Ableger wieder aus der Kiste rauszubekommen?
    Hast du eine kleine Transportkiste im Wabenmass? Verzichtest du auf die Flugbienen?


    Ich setzte meine Ableger nicht bei starkem Flugbetrieb um. An kühleren Tagen werden auch die Mehrzahl der Flugbienen mit umgesetzt und außerdem ist die Gefahr von Wabenbruch nicht so groß. Für den Völkertransport habe ich mir eine TBH mit halber Länge gebaut, eine Art Ablegerkasten. Es ist der gelb gestrichene:


    Ich bin allerdings der Meinung, dass man Völker in TBHs besser nicht transportieren sollte. Die Gefahr von Wabenbruch ist sehr hoch, da es sich um Naturbau ohne Rähmchen, Mittelwand und Rähmchendraht handelt. An heißen Tagen rühre ich die TBHs nicht an!


    Selbst meine "halbe TBH" verursacht mir Rückenschmerzen, wenn ich sie voll besetzt alleine tragen soll. Es gab hier schon mal den Vorschlag, den Transport mit Stangen in Drahtschlaufen und 2 Trägern zu versuchen.


    Gruß, Sammler

  • Hallo Sammler,


    ach du bist das mit den aufgehängten TBHs. Ich habe in der letzten Zeit so viele Bücher und Internetseiten gelesen, da weiss ich gar nicht mehr wo ich was herhabe. Eigentlich hatte ich vor die Beuten auf Beine zu stellen, aber genau dieses Bild mit den Einschlaghülsen hat mich davon überzeugt sie aufzuhängen.
    Deine Beuten sind ja auch eher recht lang. Das sind doch ungefähr 40 Rähmchen oder? Da dürfte ja einiges an Gewicht zusammenkommen. Hat die Konstruktion schon einen Herbst / Winter mitgemacht? Die Pfosten stehen ja schön gerade. Ich hatte gedacht oben einen dazwischen zu setzen, aber wenn es auch so geht um so besser.


    Zitat

    Ich setzte meine Ableger nicht bei starkem Flugbetrieb um. An kühleren Tagen werden auch die Mehrzahl der Flugbienen mit umgesetzt und außerdem ist die Gefahr von Wabenbruch nicht so groß.


    Klingt gut, aber fliegen die Flugbienen nach dem Umsetzen nicht wieder nach Hause? Lothar wand ein, das viele Bienen an den Wänden verbleiben.


    Zitat

    Für den Völkertransport habe ich mir eine TBH mit halber Länge gebaut, eine Art Ablegerkasten.
    Selbst meine "halbe TBH" verursacht mir Rückenschmerzen, wenn ich sie voll besetzt alleine tragen soll.


    Ich hatte eher an eine art Sperrholzkiste mit Lüftungsgitter gedacht, in die man die Oberträger mit dem Ableger setzen kann. (Gleiche Form wie die TBH.) Einfach nur um die Waben zur anderen Kiste zu bringen.


    Hat deine Kiste die Masse nach LWG Bayern?


    Viele Grüße
    Jantje

  • Wow - das sind ganz schön viele Fragen! Also Eine nach der Anderen:


    Eigentlich hatte ich vor die Beuten auf Beine zu stellen, aber genau dieses Bild mit den Einschlaghülsen hat mich davon überzeugt sie aufzuhängen.


    Ich habe mich für das "Aufhängen" entschieden, weil es eine Entkopplung von der Staunässe am Boden darstellt. Die Anfertigung meiner TBHs war für mich ziemlich aufwändig und ich wollte vermeiden, dass die Beuten gleich im ersten Jahr anfangen zu faulen. Die Idee der Aufhängung stammt nicht von mir. Ich habe das unter top-bar-hive.de gelesen. Nachdem ich die Beuten aufgehängt hatte, habe ich noch die positive Erfahrung gemacht, dass die Völker nicht mehr so intensiv auf die Erschütterungen durch den Rasenmäher reagieren. Die Einschlaghülsen im Boden halten gut und verhindern vor allem das "Abfaulen" der Pfosten.


    Die X-Beine von den Beuten nach Chandler habe ich schon auf Bildern gesehen. Schaut auch nicht schlecht aus. Was mir an Chandlers TBHs gut gefällt, ist die handwerklich "einfache" Ausführung. Keine Sägeschnitte mit "krummen" Winkeln. Wenn die Anfertigung der Beuten weniger aufwändig ist, wird man sie auch leichteren Herzens ersetzen, wenn sie mal in die Jahre gekommen sind.



    Deine Beuten sind ja auch eher recht lang. Das sind doch ungefähr 40 Rähmchen oder? Da dürfte ja einiges an Gewicht zusammenkommen.


    Ja, ist halt Marke "Eigenbau". Ich habe die Beuten noch nie gewogen. Auf eine der langen TBHs passen 32 Top-Bars. Mein ursprünglicher Plan war, je 2 Völker in einer Beute zu halten und je 8 TBs für BR und 8 für HR zu geben. Im ersten Jahr war das auch O.K. Aber dann sind die Völker weiter gewachsen und jetzt sind auch 33 TBs (+ 1, weil auch das Trennschied weggefallen ist) zu wenig. Der beengte Raum ohne Erweiterungsmöglichkeit ist gegegenüber Magazinbeuten der Hauptnachteil. Deshalb verwenden einige Imker modifzierte TBs, wie z.B. hier fotografiert. Damit wird es für die Bienen durchgängig nach oben und man kann wie beim Magazin mit Hochstapelei arbeiten.



    Hat die Konstruktion schon einen Herbst / Winter mitgemacht? Die Pfosten stehen ja schön gerade. Ich hatte gedacht oben einen dazwischen zu setzen, aber wenn es auch so geht um so besser.


    Ja, die Bilder stammen aus 2009, da hatten die Beuten an diesem Platz schon den ersten Winter hinter sich. Im Spätsommer 2010 bin ich dann umgezogen, seitdem hängen die Beuten am neuen Wohnort an anderen Pfählen, aber wieder mit Einschalghülsen. Einen Pfosten würde ich oben nicht dazwischensetzen. Das ist der Haupt-Arbeitsbereich. Schon beim Abnehmen des schweren Deckels würde ich da ständig gegenhauen.



    Klingt gut, aber fliegen die Flugbienen nach dem Umsetzen nicht wieder nach Hause? Lothar wand ein, das viele Bienen an den Wänden verbleiben.


    Ja und? Spätestens am Abend hat jede Bienen ein Zuhause gefunden und der Ableger verkraftet den Verlust einiger Flugbienen problemlos. Am Besten ist es natürlich, wenn der neue Standort mehr als 3 km entfernt ist, d.h. außerhalb des Flugradius.


    Ich habe anfangs auch gemeint, dass ich die Völker in den TBHs oft umstellen werde bzw. Ableger umsetzen werde. Habe ich dann aber doch nicht gemacht. Die Völker die ich heute habe, wurden als Schwärme in ihre Beute eingeschlagen oder als Ableger im Standmaß in genau der Beute gebildet, die sie heute noch bewohnen. Wegen dem hohen Beutengewicht und der umständlichen Aufhängung an Pfählen ist meine TBH-Imkerei irgendwie stärker standortgebunden als meine Magazinimkerei. Die TBHs stehen unablässig am immer gleichen Platz und wenn erst mal ein Volk drinsitzt, hänge ich nichts mehr um. Ich beobachte lieber und lerne, was die Bienen so tun, wenn der Imker nicht dauernd manipulierend eingreift.



    Ich hatte eher an eine art Sperrholzkiste mit Lüftungsgitter gedacht, in die man die Oberträger mit dem Ableger setzen kann. (Gleiche Form wie die TBH.) Einfach nur um die Waben zur anderen Kiste zu bringen.


    Ja, gute Idee! Mach mal! Ich verwende auch gern eine einfache Kiste, aber eher um bei der Völkerdurchsicht mal eine Wabe ablegen zu können. Das Foto hast du vielleicht schon gesehen:



    Hat deine Kiste die Masse nach LWG Bayern?


    Die Winkel und die Länge der TBs (und damit auch mein Wabenmaß) sind gleich. Nur in der Läge der Beute bin ich eigene Wege gegangen.


    Viele Grüße
    Sammler

  • Zitat

    Wow - das sind ganz schön viele Fragen! Also Eine nach der Anderen:


    Du hälst dich aber seeehr gut. :daumen:
    Vielen Dank, ist klasse wenn man jemanden löchern kann um etwaige Zweifel auszuräumen oder unverstandenes zu klären.


    Räusper,... ich hätte da noch eine Frage.
    Zu den Sichtfenstern, die sitzen bei dir ja etwas zurückgesetzt. Ich habe mir schon mein Hirn zermatert, aber bündig geht es ja auch nicht oder? Man könnte vielleicht ein dünnes Blech von innen gegen die Scheibe setzen. Mit Senkkopfschrauben, man hätte dann halt im Innenraum eine leichte Erhebung von vieleicht 3mm als Rahmen um die Fenster.


    Viele Grüße Jantje

  • Doch, bündig würde auch gehen. Du nagelst Glasleisten in das Fensterloch, genau 1 Glasstärke vom inneren Rand entfernt. Dann legst du die Glasscheibe darauf und läßt die Bienen eine Saison drin wohnen. Die kleben dir die Scheibe ordentlich fest. Wenn du Angst hat, dass die Scheibe in die (neue) Beute hineingedrückt wird, bevor die Bienen ihr Propolis zum Einsatz bringen, könntest du auch etwas Kleber auf die Glasleisten geben oder doppelseitiges Klebeband verwenden.


    Gruß, Sammler

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