Adapter für Umzug der Bienen von Dadant-Beute nach Warre-Beute

  • Hallo liebe Bienenfreunde,
    wie in einem separaten Thema erwähnt, werde ich Bienen in Warre-Beuten ein neues Zuhause anbieten und die Übersiedlung des Bien von der konventionellen Beute in meine Warre-Beute habe ich mittels eines Adapters geplant - nicht nur geplant sondern bereits erfolgreich in Hawaii erprobt. Ich hatte eine Holzplatte mit den äußeren Maßen der konventionellen Beute (größer als die Warre-Beute) angefertigt, in die ich dann eine rechteckige Öffnung mit den inneren Maßen der Warre-Beute (30x30) gesägt hatte. Diese Platte setzte ich dann auf zwei leere Zargen der Warre-Beute. Nun ließ ich den Bienen Zeit, in den neuen unteren Zargen Waben zu bauen und nach unten umzuziehen. Mein Gedanke war, dass die Bienen mit der Zeit die oberste konventionelle Zarge bald nicht mehr als Brut, sondern nur noch als Honiglager verwenden würden und dass ich zu dem Zeitpunkt dann diese Zarge mit dem Honig entfernen würde. Als ich Hawaii im November verlassen habe, war der Bien noch quietschvergnügt, hatte die unteren Zargen bereits bebaut, doch die Entfernung der alten Zarge stand noch aus. Ich müsste noch anfragen, ob mein Partner das jetzt bereits gemacht hat. Auf Hawaii brauchen die Bienen nicht zu "überwintern". Denkt Ihr, dass ich dieselbe Methode hier wiederholen könnte? Was stünde dagegen?


    Herzlichen Dank und einen schönen Tag, :p_flower01:
    Eckhardt Richter

  • Denkt Ihr, dass ich dieselbe Methode hier wiederholen könnte? Was stünde dagegen?


    Dagegen sprechen die schlechten Erfahrungen mit solchen Adaptern in unseren Breiten - und die guten Erfahrungen mit anderen Methoden. :daumen:


    In warmen Gefilden mit viel Tracht, zum Beispiel in Australien, werden mitunter 6 Zargen in zwei-drei Wochen ausgebaut. (Bericht von Tim Malfroy aus Australien.) Ich gehe davon aus, daß in Hawaii ähnlich günstige Verhältnisse sind.


    Hier sieht das etwas anders aus - weder ist es lange genug warm, noch ist der Nektar nicht durchgehend, sondern eher stoßweise vorhanden. Das und andere Hemmnisse erschweren den schnellen Ausbau der Zargen im Stabilbau mitunter.


    Der Adapter hat hier bei mir zumindest überhaupt nicht funktioniert. Die Bienen bauen lustlos in der untergestellten Zarge herum und schwärmen dann, bevor sie fertig sind mit dem Ausbauen der Zargen. Insbesondere, wenn sie im Adapter überwintert werden.


    Eine weitaus (!) bessere Methode ist es, die Rähmchen aus der Dadantbeute zu nehmen, die Bienen in eine Schwarmkiste abzukehren - Königin mit einem Clip fangen. Dann am Oberträger 30 cm ausmessen und die Wabe mit angeschrägten Seiten ausschneiden. Die Wabe wird am Oberträger belassen - nur die Seitenteile und der untere Träger werden entfernt. Draht wird abgeknipst. Die Oberträger auf 32-33cm zugesägt und die so präparierte Wabe in die Warrézarge gesetzt.


    Die Honigwaben werden stark angeschrägt, damit sie nicht vom Oberträger plumpsen, die Brutwaben müssen nicht ganz so schräg zugeschnitten werden. Alle Waben werden dann in eine oder zwei Warrézargen gesetzt.


    Die Bienen dann mit Königin in die neue Warré-Behausung gegeben.


    Klingt zwar brutal - aber so umgesetzt entwickeln sich die Völker sehr schnell und stark. Nach dem 'Überfall des Bären' gehen die Bienen in den Reparaturmodus und sie bauen die untergesetzten leeren Zargen schön aus.


    Ich habe bisher nur positive Erfahrungen damit gemacht und auch nur gute Berichte dazu gehört. Es geht auch recht schnell, wenn Du alles vorbereitet hast und ruhig und zügig vorgehst.


    Viele Grüße
    Bernhard

  • Die Honigwaben werden stark angeschrägt, damit sie nicht vom Oberträger plumpsen, die Brutwaben müssen nicht ganz so schräg zugeschnitten werden. Alle Waben werden dann in eine oder zwei Warrézargen gesetzt.


    Bernhard, das mit "stark abgeschrägt" Kapire ich nicht, wie genau meinst Du das

    Nur wir Imker können funktionierende Varroa Abwehr schaffen, sicher nicht die Chemie

  • Danke für die aufschluss- und hilfreiche Information. Ich werde gewiss danach vorgehen, eventuell mit Hilfe des Imkers, von dem ich die Bienen bekomme.

  • Zum besseren Verständnis des Geschriebenen:




    Im Englischen "chop&crop" genannt. :wink:


    Gruß
    Bernhard

  • Moin Bernhard,


    und wenn die Zeichnung noch so elegant ausseiht: bei einer Brutwabe gibt das doch ein mörderisches Gematsche.


    Zitat

    Der Adapter hat hier bei mir zumindest überhaupt nicht funktioniert. Die Bienen bauen lustlos in der untergestellten Zarge herum und schwärmen dann, bevor sie fertig sind mit dem Ausbauen der Zargen.


    Wenn ich Warreaner wär': Schwarm einschlagen. Fertig. :cool:

    Mit freundlichen Grüßen -- Traugott Streicher

  • Ich habe ein Volk Ende April gekauft- das war aber praktischerweise gerade brutfrei - abgefegt und dann kunstschwarmmäßig in die Warré umgesetzt. Kellerhaft nicht nötig. Kurz alles zusammen im Schwarmkorb und fertig.
    Die haben prima drei Zargen ausgebaut und noch eine Zarge Honig gebracht, im Zweifel und je nach Tracht-/Wetterlage aber unbedingt füttern, sonst kann auch hier nichts gebaut werden.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Ausschneiden hab ich genau 1 mal gemacht und nie wieder.
    Wer weiß wie schnell im Frühling bei Tracht Bienen bauen können, nutzt die Dynamik.


    beehead

    give bee`s a chance- all together now- give bee`s a chance

  • Wer weiß wie schnell im Frühling bei Tracht Bienen bauen können, nutzt die Dynamik.


    Ist ja theoretisch ganz wunderbar - doch es zeigt, daß Du noch nie einen Adapter genutzt hast?


    Da ist zum einen der Übergang von Rähmchenunterseite, beespace, Oberträger der Warré. Das ist ein Abstand, der auch bei dicken Rähmchen ja eine Art Königinnensperre bildet. Dann ist da eine Raumverengung. Beides führt dazu, daß die Königin dort nicht hinabsteigt, um Brutflächen anzulegen. Sie bleibt oben im Kasten. Unten wird lustlos etwas Wabenwerk errichtet, aber kein Brutnest darin angelegt.


    Dann verhonigt das Flugnest bei Tracht und die Bienen schwärmen ab.


    Wer weiß, wie schnell im Frühling bei Tracht Bienen das Brutnest verhonigen, nutzt nicht die Dynamik, sondern die Gelegenheit zum Ausschneiden und Umsetzen.


    Eine andere Alternative ist, ein paar Waben in den unteren Warrékasten zu hängen, die Königin per Absperrgitter in die Warré zu sperren - Flugloch unten per Absperrgitter ebenfalls versperrt. Die Rähmchen sollten auf den Oberträgern sitzen. Dann geht das auch - ist aber alles Bastelarbeit und weniger bienenschonend, als ein Bärenüberfall.


    Das Abfegen und Ausschneiden schaffe ich innerhalb von zehn Minuten ohne Bienengematsche. Die Kiste wird vom ursprünglichen Ort weggestellt und stattdessen eine leere Zarge hingestellt - um die Flugbienen einzusammeln. Die Bienen werden über den Trichter in einem Schwarmkasten gesammelt. Zum Zurechtschneiden der Waben gehst Du ein Stück abseits - am besten durch ein Gebüsch mit Zweigen. (Bienen folgen Dir nicht durch Gebüsch, seien sie noch so wütend.)


    Wenn Du flott und sauber vorgehst, ist das Ding schnell erledigt - die Bienen sind viel zu überrascht, als daß sie böse werden. Ich habe schon genug wilde Völker ausgeschnitten aus allen möglichen Mauerecken, Kaminen, usw. usf. Vielleicht macht es auch die Erfahrung mit Stabilbau, daß es so gut geht.


    Die Bienen erholen sich viel schneller und entwickeln sich wesentlich (!) stärker als bei der Adaptervariante. Believe me or not.


    Gruß
    Bernhard

  • Bernhard ,
    ich habe schon Adapter benutzt, aber noch nie von Dadant auf Warre, sondern wenn dann immer umgekehrt.
    Und wenn ich Biene wär, würd ich auch nicht gerne vom Bungalow in ne 1 Zimmerwohnung ziehen ;-)).
    Spass beiseite, zum Waben schneiden und umsetzen gehört Übung. Was bei deiner tollen Skitzze nicht richtig raus kommt, sind die dicken Oberträger der Dadant BR- Waben.
    Die machen es schwer, das dicke Mittelstück in eine Zarge zu hängen. Für ungeübte sind KS einfacher zu händeln.
    Ist nur meine Meinung, eine von vielen.


    beehead

    give bee`s a chance- all together now- give bee`s a chance

  • Hallo
    Zitat von Bernhard:

    Zitat

    Ist ja theoretisch ganz wunderbar - doch es zeigt, daß Du noch nie einen Adapter genutzt hast?


    Und Du Bienen wohl eher nur aus dem Internet kennst?
    Warum soll das nicht funktionieren ?
    Setze das "neue" System auf und nicht unter, und die Bienen ziehen Dir im Frühjahr schneller um wie Du dich umgekuckt hast.
    Kannst es ja mal im "www" gegenchecken....

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Würdest Du selbst deine Ratschläge befolgen, Michael, dann würdest Du sehen, daß die Bienen dann von unten nach oben bauen. Und damit die Zargen untereinander verbinden. Dann darfst Du das wieder losschneiden. Brut hast Du dann oben in der Warrézarge immer noch nicht. Nur Honig.


    Was soll also dieser sinnfreie Vorschlag?


    Warum der Adapter nicht gut funktioniert, habe ich weiter oben ausgeführt.


    Gruß
    Bernhard