• Bedingung für diesen Beitrag: Kein Streit. Wer streitet, bekommt einen Kuss von mir. Überlegt`s Euch!


    Exomite aus GB:


    http://www.exosect.com/pest_solutions/exomite/exomite.asp


    Bekomme es Anfang kommender Woche aus England zugeschickt. Carnaubawachs-Pulver mit etwas Thymol.
    Langfristiges Interesse besteht an Carnaubawachs-Pulver ohne Thymol in Herstellungsklasse T1 (Tiefkühlsprühverfahren).
    Aktuell sind nur Gebindegrößen von 25 Kilo zu beziehen. Kostenpunkt um die 875 €. Zu viel für eine Privatperson.


    Besonderer Dank geht hier an Erwin und den IM für die Vorarbeit und die Anmerkung.


    Danke für die Aufmerksamkeit.


    Tim

  • Hallo,


    ich kann Henry da nur zustimmen. Was stört es mich, wenn Bayer ein Patent gekauft hat, welches eine Vorlage für eigene Ideen liefert? Auf die Kunststoffwaben sind wir alle doch auch erst durch Stephan gekommen und Herr Heuvel hat sogar eine Sammelbestellung organisiert. Ich kann durchaus noch unterscheiden zwischen Carnaubawachs und Beizmittel.


    Lieber Naiv, als verbohrt und selbstherrlich.


    Grüße


    Tim

  • Verbohrtheit lasse ich mir nachsagen, aber selbstherrlich? Woran machst Du das fest?


    So ist das mit Bayer. Seitdem ich mit eigenen Augen verkrüppelte Kinder, unfruchtbar gemachte junge Frauen, die fast an der Pille gestorben sind und persönlich mit anderen von Bayer Geschädigten gesprochen habe, seit dem ich mich mit den Bienenvergiftungen in Berührung gekommen bin - seitdem steht mein Entschluß, nicht einen müden Euro in diesen Laden zu stecken. Vergleiche auch: http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=24913&p=272948#post272948


    Ich unterstütze Bayer nicht und ich verzichte gern auf alle Produkte aus dem Hause Bayer. Es gibt genug Alternativen zu jedem Produkt.


    Gruß
    Bernhard

  • Außerdem glaubst Du wirklich, daß Bayer mit Exomite und Co. ein Geschäft machen will? Das Geschäft wird mit Yaz und Clothianidin gemacht. Die paar Imker - zudem oft genug noch geizig... - bringen nichts ein. Weswegen dann wohl die Investition? Meinst Du, die wollen die Bienen retten, weil sie Gutmenschen sind?!


    Ist eine gute Werbung für Bayer, wenn sie als Bienenretter daherkommen. Nur darum geht es. Und die Plattform dafür wird auch noch von den Imkern selbst gestellt. Perfekt - die Werbung kostet noch nicht mal Geld.


    Nein, bei der Werbeaktion mache ich nicht mit.


    Bernhard

  • Hallo Bernhard,


    ich möchte mich bei Dir für meine Wortwahl entschuldigen. Ich kenne Dich nicht und umgekehrt. Nur ein paar Textzeilen und Bilder verraten nichts über einen Menschen, was komplett in der Hülle steckt.


    Ich kann nur mittielen, dass Bayer für dieses Mittel keine Werbung macht (hier stand in anderen Foren dann geschrieben "...was meint Ihr, warum sie das nicht machen? Weil sie natürlich ihre anderen Mittelchen verkaufen wollen..."


    Du siehst also, wie man es dreht, man findet immer etwas Negatives. Grundsätzlich geht es hier um eine Behandlungsmethode, die als Alternative zu den Säuren gesehen wird. Bayer hat das Patent wohl nur erworben, nicht aber das Produkt selbst entwickelt. Dies ist für mich ein Unterschied.


    Es wäre schön, wenn man hier nur an das Pulver käme und zwar ohne Thymol.


    Ich hoffe, Du kannst mit meiner Entschuldigung umgehen. Streiten werde ich nicht.


    Grüße


    Tim

  • Hallo Tim,


    mir ging es gar nicht um das Streiten und entschuldigen brauchst Du dich gar nicht.


    Die Firma Bayer ist nicht auf den Kopf gefallen. Natürlich werden sie in den "heißen" Ländern, also in Ländern, deren Imker für ihre Aufmüpfigkeit bekannt sind, keine direkte Werbung für Exomite machen. Sie machen das in Ländern, wo die Imker und besonders deren Verbände der Firma zugeneigt sind. Gerade in England ist eine gewisse Affinität des British Beekeeper Association (BBKA) gegenüber Bayer ja bekannt. (Dort gab es ein Spendenskandal, der immer noch nicht vollständig aus der Welt ist. Im Gegenzug gab es Aufkleber für Insektizide mit der Aufschrift: "Bienenfreundlich" vom BBKA). Ähnlich Affinitäten finden sich z. B. in Kanada. Ich berichtete.


    Es wundert also nicht, daß das Zeug dann irgendwann von dort zu uns herüber kommt - verbreitet durch die Imker selbst!


    Ich habe darauf gewartet! Seit Ende 2010. Und tatsächlich ist es genau so gekommen. Es ist so, als ob Du einen Köder auslegst - und irgendeiner wird den schon aufnehmen.


    Davor wollte ich warnen. Um nichts anderes geht es mir!


    Wahrscheinlich werden dann wahnsinnige Erfolge mit Exomite berichtet. Und dann tritt Bayer aus dem Hintergrund hervor und macht dann aktiv Werbung. "Wir - die Bienenretter."


    Ich habe aus erster Hand erfahren, daß zurzeit schon Versuche in Partnerschaft mit einem oder mehreren deutschen Bieneninstituten laufen. Bisher wußte ich nicht genau, welche Versuche genau da laufen. Jetzt kann ich mir das vorstellen - natürlich mit Exomite!


    Und dann werden wir Ende 2012/Anfang 2013 von der unabhängigen Institutsseite Berichte in der Bienenpresse lesen.


    Spätestens dann rechne ich mit aktiver Werbung seitens Bayer.


    Das ist pure Public Relation, mehr nicht. Die Imker funktionieren (sic!) wie die Bienen: Lege Honig aus und sie tragen den Honig nach Hause und verteilen ihn im ganzen Stock.


    Ich habe nichts dagegen, wenn Bayer bienenfreundliche Produkte herstellt. Doch sollte das vor allem im Bereich der Insektizide vorangetrieben werden - und nicht nur eine schöne Fassade aufgebaut werden. Gerade im Bereich Insektizide wird zwar viel gewirbelt (vor allem Beizstäube) - aber wo bleiben die Ergebnisse?


    Solange das nicht in Ordnung gebracht wird, sehe ich keinen Grund Bayer finanziell und vor allem werbetechnisch zu unterstützen.


    Schmeiß' das Zeug in die Tonne, das ist es nicht wert. Da kannst Du auch Puderzucker mit Thymol versetzen. Verteile es mit dem Umluftverfahren nach Alfranseder. (Siehe: Oxamat.) Kostet weniger. Und Du hast dann auch weniger Rückstände an merkwürdigen Fetten aus Palmöl im Honig.


    Gruß
    Bernhard

  • Zitat:
    In England werfen die Imker ihrem Verband BBKA vor, daß dieser jahrelang Spenden in Höhe von insgesamt 175.000 £ von Bayer, BASF, Syngenta und der belgischen Firma Belchim angenommen hat. Im Gegenzug durften diese Hersteller auf die insektiziden Produkte einen Aufkleber mit dem Logo des BBKA draufkleben: "Dieses Produkt ist bienensicher. BBKA". (sinngemäß für "bee friendly" / "bee safe")


    Dabei handelte es sich um synthetische Pyrethroide, z. B. Cypermethrin und Deltamethrin, die als höchst bienentoxisch einzustufen sind.



    Der Kanadische Imkerverband Canadian Honey Council nimmt jährlich (?) eine Spende von Bayer entgegen, wobei Bayer sich für die gute Zusammenarbeit bedankt. 300.000 Bienenvölker, das ist die Hälfte der Völker in Kanada, stehen dabei im Dienst von Bayer und Monsanto. Sie bestäuben 12,6 Millionen Tonnen Raps zur Saatgutgewinnung. Weitere 80.000 Völker bestäuben spezielle Hybridrapssorten.


    Für einen groben Überblick, was da eigentlich abgeht: http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=23795&p=262824#post262824

  • Hallo,


    um beim Thema zu bleiben:
    Ist Exomite in Deutschland bzw. EU-weit überhaupt zugelassen?
    Wenn ja, wurde die Wirksamkeit nachgewiesen?
    Wenn ja, durch welche Versuche?
    Wo sind die Ergebnisse dieser Versuche publiziert?


    Sollte es auf mind. eine dieser Fragen (vom Hersteller/Vertreiber) keine positive Antwort geben, so hat Bernhard wohl recht und es geht diesem Großkonzern eher um Meinungsbeeinflussung.


    Gruß vom sonnig-warmen


    Mindelsee

    Imkerei Mader, Radolfzell-Stahringen

  • Wenn ja, wurde die Wirksamkeit nachgewiesen?
    Wenn ja, durch welche Versuche?
    Wo sind die Ergebnisse dieser Versuche publiziert?


    Was wollen wir wetten, daß es demnächst - noch in diesem Jahr - einen Bericht eines Bieneninstitutes gibt? Am besten in den deutschen Imkerzeitschriften?


    Gruß
    Bernhard


    PS: Querverweis/Quergedanke... Spirotetramat ist fettlöslich. Mal im Hinterkopf behalten.

  • Hallo,


    ich gebe zu, Skandale in anderen Ländern klammere ich aus, denn es geht mir nur um die Sache. Ein Pulver, welches in einer Schale gereicht wird, um eine Depotwirkung beim Einstauben zu erreichen. Puderzucker scheidet wohl aus, da dieser verklumpt. Exomite wird direkt nach dem Auswintern gereicht und im späten Herbst.


    Weitere Ideen bestehen mit anderen Stoffen, die unbedenklich für den Menschen sind. Es geht aber um die Feinheit des Pulvers und seine Stabilität gegen Feuchtigkeit.


    Grüße


    Tim

  • Hallo Tim,


    schön dass Du die Produktinfo gelesen hast.:)
    Aber hat Exomite eine Zulassung? Auch für die von Dir beschriebene Frühjahrsanwendung?
    Wir halten bekanntlich Lebensmittel produzierende Tiere.
    Da ist nichts mit einfach mal rumprobieren.
    Eine Behandlung ohne Zulassung (Medikament, Zeitpunkt) ist kein Kavaliersdelikt!


    Deshalb ist die Information über Zulassung und deren Grundlagen viel wichtiger als irgendwelche PR- oder Kundeninfos von Hersteller oder Lizenznehmer.
     
    Gruß vom sonnigen


    Mindelsee

    Imkerei Mader, Radolfzell-Stahringen

  • Moin, moin,


    ich teile im wesentlichen Bernhards Skepsis und Vorbehalte gegenüber Bayer, auch die Prognose finde ich plausibel, möchte aber noch mal drauf hinweisen, dass Carnaubawachs kein Palmöl oder -fett ist, sondern ein Wachs, dass die Carnaubapalme, und nur die, an den Blättern ausscheidet. Es wird gesammelt. Der Anbau von Carnaubapalmen lohnt bis dato nicht, aber da, wo sie sowieso stehen, kann man es sammeln. Von daher ist natürlich eine Kontamination mit lipophilen Wirkstoffen vorstellbar. Was da in welchem Umfang kontrolliert wird, weiß ich nicht. Möglicherweise wird, wegen der geringen Menge, die in Lebensmitteln landet, die Frage als irrelevant angesehen...


    Da das schon als Trennmittel für Lebensmittelähnliche Gegenstände wie Gummibärchen oder weiche Lakritzzubereitungen zugelassen ist, sind die einer Zulassung möglicherweise näher, als man deniken sollte. Dass man überhaupt ein Naturprodukt patentieren lassen kann, finde ich schwer nachvollziehbar; das Wachs gehört seit Leipzig/Einundleipzig in Schuhcreme, und andere Bohner- und Polierwachse und wird, wie gesagt, gesammelt. Bei Zimmertemperatur klebt es nicht wie Bienenwachs, ist aber im geschmolzenen Zustand beliebig damit mischbar. Die Mischung ist härter, spröder.


    Ob das bei den angedachten Mengen ein Problem darstellt, müsste man jedenfalls auch untersuchen.


    Den Gedanken finde ich eigentlich nicht unmittelbar erkennbar blöd, seine Patentierung und den Erwerb des Patentes durch Bayer hingegen schon...


    Gruß Clas

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