Schwestern und Brüder.........

  • Nicht, dass ich jetzt melancholisch werden will, aber so, wie der Drohn immer sagt, wir sind Schwestern oder Brüderwesen zu den Bienen, werf ich mal Folgendes in den Raum:


    Ihr kennt alle die Mischkultur/Allelopathie, bei den Pflanzen.
    Das gibt es aber defacto auch bei den Tieren/Menschen.


    (Stichwort: Schlangen unter Stöcken)


    Diese Wechselwirkungen haben bedeutende Aspekte bzgl. Wuchs, Krankheiten, Heilung usw.


    Denke, hab das schon mal vor Jahren in den Raum gestellt.


    Nur, wir sollten auch diese Basis nicht ausser Acht lassen.


    Denkt nur, die Bienen waren über Jahhunderte immer dicht beim Haus.
    Balkon, Schuppen, Bienenhaus, wir hatten sie immer um uns herum, unter Beobachtung, oder sie uns.
    Das ist Entwicklung. Momentan geht sie wieder in die andere Richtung.


    Dagegen ist nat. einzuwenden, wie konnten sie fast 100 Mio. ohne Menschen sein?


    Naja, wahrscheinlich, weil wir nicht da waren.....




    Aber denkt mal über die Wechselwirkungen nach, denn Krankheiten bei den Bienen, gab es auch vor der Varroose.................



    Gruß Simmerl

  • Wenn man diesen Gedanken mal so aufnimmt , wäre das doch eventuell für jemand , mit soliden" melancholischen Voraussetzungen " , eine prima Chance, eine neue Philosophie zu entwickeln !!
    Dabei bin ich mir 100 % sicher, daß derartige Größen , unter uns zu finden sind.


    Gruß hannes

  • Hallo zusammen,
    bitte jetzt keine Werbung für die absurde Designer-Idee der "Bienen im Wohnzimmer", die neulich im dbj (glaube ich) vorgestellt wurde :wink:. Das ist damit garantiert NICHT gemeint.
    @ Simmerl: der Gedanke ist nicht abwegig. Heute wird aber sowieso schon zuwenig mit der Natur gelebt. Viele Dinge, die für die Menschen früher völlig selbstverständlich waren, müssen heute wieder mühsam gelernt oder erfahren werden, z.B. die Rolle der Kräuter als Medizin.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Zu den Thema kann ich nur sagen, wenn bei mir keine Bienen fliegen, fehlt mir was.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Denkt nur, die Bienen waren über Jahhunderte immer dicht beim Haus.
    Balkon, Schuppen, Bienenhaus, wir hatten sie immer um uns herum, unter Beobachtung, oder sie uns.
    Das ist Entwicklung. Momentan geht sie wieder in die andere Richtung.
    Dagegen ist nat. einzuwenden, wie konnten sie fast 100 Mio. ohne Menschen sein?


    Lieber Simon,
    es sind Jahrtausende, in denen die Bienen mit dem Menschen leben - solange es wirklich dokumentierte Geschichte des Menschen und der Kultur gibt, sind in den Kulturzentren die Bienen mit und beim Menschen zu finden, auch schon vor Ägypten im Zweistromland in der Zeit des Zarathustra.
    Dies miteinander gilt durchaus auch noch für die Höhlenbilder von sog. "Honigjägern" - was davor genau war, wissen wir mangels entsprechender Dokumentation nicht. Wir können aber davon ausgehen, daß es auch davor ein miteinander gab.
    Eine andere Frage sind die 100 Mio. Jahre, die meineserachtens historisch nicht gesichert erscheinen, da die Funde von bienenähnlichen Insekten in Bernstein oder entsprechendem eben bienenähnliche zeigen, aber nicht sichern, daß es Honigbienen sind die so oder schon sehr ähnlich organisiert waren, wie die Honigbienen, die wir kennen. Auch Solitärbienen haben alle Organe des Sammelns wie die Honigbienen - sie leben aber doch solitär.
    Letztlich wissen wir ja auch außer etlichen Modellen und Thesen wenig über das Leben des Menschen in vorgeschichtlicher Zeit, wie und als was er lebte und wie seine Beziehungen zur Natur waren - das ist mit dem Leben der Honigbiene als Honigbiene gar nicht anders.


    Die Minimierung der Beziehung zwischen Mensch und Haustier ist eher ein modernes Kennzeichen - da gebe ich Dir völlig recht. Heute steht in der sog. modernen Welt eher das von etwas profitieren als das mit etwas leben im Fokus.
    Es wird weiter das Thema bleiben, wie sieht sich der Mensch in der Natur - ich habe an anderer Stelle hier im Forum ja auch schon Gedanken und Auffassungen dazu versucht darzustellen.


    Soweit im Moment
    grüßt
    Der Bienenfreund

    „Der Mensch hat das Vermögen, sich den Naturgesetzen nicht zu fügen. Ob es Recht oder Unrecht ist, von diesem Vermögen Gebrauch zu machen: das ist der wichtigste, aber auch der unaufgeklärteste Punkt unserer Moral.“
    Maurice Maeterlinck „Das Leben der Bienen“, Jena 1906, 4. Auflage, S. 21

  • Mein lieber Bienenfreund Michael und @alle,


    mit den 100 Mio Jahren hab ich den gen. Code der Hobi gemeint.


    Unser gemeinsamer Weg (der Menschen und der Bienen) ist von der Zeitspanne her, erdgeschichtlich gesehen ja nur, der Bruchteil einer Sekunde,
    doch hoffe ich, daß er nicht bald endet.


    Mit allen Bemühungen, die Imkerei so einfach wie möglich zu gestalten, (ich will hier nicht Liebig zitieren) mein aber damit, das weglassen von
    so manchem Krimskrams (seien es nun Abstandshalter, Mittelwände, Beutenbeschläge usw.) sehe ich hier schon einen positiven Aspekt.


    Was wir jedoch den Bienen mit unseren Säureduschen antun, obwohl ja lt. Steiner die AS oder Kiesels. zu den Bausteinen des Lebens gehören,
    davon oder darüber möchte ich hier nicht diskutieren. Da muss die letzte Konsequenz einfach lauten: Wir müssen weg davon, je eher, desto besser.


    Was ich allerdings hier wissen möchte, sind die Wechselwirkungen, Sabine hats schon angesprochen, Mikrolebewesen bzw. Humus usw.,
    aber ich bin nicht ganz zufrieden damit.


    Jeder weiß ja, daß in der Mischkultur z. B. Salat und Möhren - oder Sellerie mit Tomaten harmonieren.
    Schon die Mayas pflanzten zwischen ihrem Mais, Bohnen und Kürbise (trotzdem sind sie nach allen wahrscheinlichen Thesen aufgrund vom Mais ausgestorben)
    Oder nehmen wir den Ziegenbock im Kuhstall, der angeblich die Krankheiten wegzieht - oder Katzen, die das selbe können.


    Die Römer pflanzten doch ihre wertvollsten Gewächse um die Bienenstöcke (40 kg Dung)
    Da muss es doch auch gutgemeinte Partner (Pflanzen/Tiere) für unsere Honigvögel geben.



    Solche oder diese, könnten helfen unsere Bienen vitaler werden zu lassen.



    Gruß Simmerl

  • Hallo,
    den Vergleich mit der Mischkultur finde ich überraschend und gleichzeitig anregend. In der Pflanzenwelt sind es ja z.B. Tiefwurzler und Flachwurzler nebeneinander oder Pflanzen die Düfte verbreiten und damit ihre Nachbarn schützen, die das Mischen sinnvoll machen. Ich habe das im Garten gerne so praktiziert. Wenn ich das Prinzip auf die Welt der Bienen übertragen will, dann fällt mir da leider nicht so viel ein. Die Wechselbeziehung blühende Pflanze - Biene ist mir schon klar. Aber ob es da eine spezielle Pflanze gibt, die der Vitalität der Biene über das Angebot an Pollen, Nektar und Propolis hinaus von Nutzen ist, weiß ich nicht. Da können vielleicht Demeter-Imker etwas dazu sagen. Auch eine Tierart die speziell der Gesundheit der Biene förderlich ist, fällt mir nicht ein. In erster Hand dürfte die Symbiose zwischen den 13 Milchsäurebakterien-Arten, die im Honigmagen der Bienen leben und den Bienen das Säuern des Pollens zu Bienenbrot ermöglichen, zu nennen sein.


    Mit freundlichen Grüßen
    Hans

  • scheinbar besteht eine Maya zwischen Sein und Ainsein:wink:


    :confused::confused::confused:?????????:confused::confused::confused:
    fragt
    Der Bienenfreund

    „Der Mensch hat das Vermögen, sich den Naturgesetzen nicht zu fügen. Ob es Recht oder Unrecht ist, von diesem Vermögen Gebrauch zu machen: das ist der wichtigste, aber auch der unaufgeklärteste Punkt unserer Moral.“
    Maurice Maeterlinck „Das Leben der Bienen“, Jena 1906, 4. Auflage, S. 21

  • Lieber Hans, schön, von Dir zu hören.


    Die Frage nach den Pflanzen, die für die Bienen eine wichtige Wirkung haben, beschäftigt mich auch schon länger - aber ich bin zu wenig Botaniker, um das genauer herauszufinden. Die Fragestellung ist aber unter anderem die - und die rührt her aus den Arbeitervorträgen von Rudolf Steiner - welche Pflanzen die Bienen zu welcher Jahreszeit brauchen, damit es ihnen gut geht. Ich stelle hier mal das Zitat ein aus dem Vortrag vom 10.12.1923 vor den Arbeitern am Bau des Goetheanum , der diese Frage aufwirft - im Vorfeld ging Steiner schon durch Fragen der anwesenden Imker auf die Gesundheit der Bienen ein, auch im Zusammenhang mit Eigenschaften des Bienenblutes, die sich durch die Tracht verändern:


    9. Nicht wahr, es gibt ja Jahre, in denen die Bienen darauf angewiesen sind, den Honig fast ausschließlich von Bäumen zu holen. In diesen Jahren ist die Blutzusammensetzung der Biene außerordentlich gefährdet. In diesen Jahren werden die Bienen auch leichter krank als in anderen Jahren. Und da wird es sich darum handeln, daß der Bienenzüchter in der Zukunft eine Art von ganz kleinem - man braucht ja nicht viel - Glashaus anlegt, in dem er solche Pflanzen künstlich züchtet, die die Bienen zu einer bestimmten Jahreszeit gerade lieben und die sie haben müssen, so daß man wenigstens ein kleines Blumenbeet hat, auf das man die Bienen zum Beispiel im Mai auslassen kann. Sie suchen es dann schon von selber auf, wenn die betreffenden Pflanzen, die sie haben sollten, in jenem Mai gerade verkümmern und nicht da sind.
    10. Also auf diese Weise, daß man durch eine künstliche Pflanzenzucht in der Umgebung des Bienenstockes nachhilft, wird man solchen Krankheiten ganz sicher einmal beikommen. Solche Dinge zum Beispiel empfehle ich. Es sind zunächst nur Vorschläge; aber sie werden sich ganz gewiß bewähren, denn sie sind aus der Kenntnis der Bienennatur entnommen. Dem Bienenzüchter werden sie, wenn sie einmal probiert werden, sehr gute Früchte tragen. Sie werden sehen: Es werden die Krankheiten der Bienen dadurch bekämpft. Aber man muß eben, um praktisch vorzugehen, alle Zusammenhänge berücksichtigen.
    11. Das ist etwas, was ich heute nicht behaupte, sondern von dem ich nur sage: Aus dem Wesen der ganzen Biene heraus ergibt sich das sehr leicht, und man könnte solche Versuche mit Pflanzen machen, die man künstlich züchtet, während sie zu irgendeiner Jahreszeit verkümmern, nicht da sind, und würde dadurch den Gesundheitszustand der Bienen wahrscheinlich sehr heben. Das sind eben solche Sachen, von denen ich ganz überzeugt bin: Sie werden herauskommen, wenn man auch wirklich wiederum in naturhafter Weise auf die Sachen eingeht. Denn es kann sich heute ja nicht darum handeln, die Geschichte wiederum auf einen früheren Zustand zurückzuschrauben. Man braucht ebensowenig, wie man im politischen Leben Reaktionär zu sein braucht, auf einzelnen anderen Gebieten Reaktionär zu sein. Das braucht man nicht, sondern man muß mit dem Fortschritt mitgehen. Aber es handelt sich darum, was man eben macht, wenn man aus dem Alten einfach herauskommt, damit das wiederum ausgeglichen wird durch etwas anderes, was die Sache wiederum zurückgibt. Das ist dasjenige, was ich in bezug auf diese Sache zu sagen habe.

    *aus: Steiner, Rudolf: "Über das Wesen der Bienen", 1978, Dornach, Schweiz, Rudolf Steiner Verlag, S. 199 f.


    Leider wurde versäumt, Steiner um nähere Angaben zu den in Frage kommenden Pflanzen zu fragen (oder es gibt keine Aufzeichnungen dazu) so müssen wir weiter suchen, beobachten und spüren.
    Dabei gilt für mich folgende These als Leitlinie:
    Die Bienen leben sehr stark in ihrer Beziehung zum Umkreis und zu dem, was dort an Pflanzen wächst und blüht. Die Honigbienen sind dabei nicht spezialisiert; das schließt aber nicht aus, daß die Nektare und/oder Pollen gewisser Pflanzen eine wie immer geartete fördernde Wirkung auf den Lebenszyklus der Bienen haben. Diese Förderung stelle ich mir so vor, wie man in der Physiologie Fermente oder Enzyme kennt, die bestimmte Stoffwechselprozesse quasi in Katalysatorform begleiten und manche sogar erst ermöglichen. Man weiß aus biochemischen Prozessen, daß physiologische Vorgänge ggf. auch ohne Anwesenheit des Katalysators ablaufen können - aber dann ist der Energieaufwand ungleich viel höher als bei Mitwirkung des Ferments oder Enzyms. (Forumsteilnehmer, die in der Biochemie bewanderter sind als ich, mögen bitte diese Prozesse anschaulicher erläutern).
    Was ich mir dabei denke, ist folgendes: der Bienenstock lebt auch stark in der Beziehung zum Jahreslauf; das Bienenvolk ist aber darauf angewiesen, daß es die Abläufe seines Organismus den Erfordernissen der Jahreszeiten anpasst (Beispiel Sommerbiene - Schwarm - Winterbiene ... ). Bei der jeweils notwendigen Umstimmung könnten Pflanzen eine hilfreiche oder gar anregende Wirkung haben, wenn die Bienen sie denn finden können. Die Umstimmung findet natürlich auch statt, wenn die Pflanzen fehlen - aber der Energieaufwand ist dann höher, es ist anstrengender, es strapaziert mehr; und wenn das immer wieder passiert, folgt auch eine Schwächung. Die Kompensationsfähigkeit der Bienen ist eben auch nicht unbegrenzt - und sie wird heute ja durch noch mehr strapaziert, als alleine durch das Fehlen hilfreicher Pflanzen.

    So, und nun nochmals an die Botaniker unter uns - an welche Pflanzen würdet Ihr denken?
    (Es könnte sein, daß es Sinn macht, hierzu einen eigenen Thread zu eröffnen - liebe Moderatoren, bitte darauf achten, vielen Dank!)


    fragt
    Der Bienenfreund

    „Der Mensch hat das Vermögen, sich den Naturgesetzen nicht zu fügen. Ob es Recht oder Unrecht ist, von diesem Vermögen Gebrauch zu machen: das ist der wichtigste, aber auch der unaufgeklärteste Punkt unserer Moral.“
    Maurice Maeterlinck „Das Leben der Bienen“, Jena 1906, 4. Auflage, S. 21

  • Schönen Abend Michael und all@,


    da fällt mir der Steinklee ein, mit seinem Cumarin. Wurde schon mal als evtl. Varroosemittel diskutiert. Überhaupt, viele verschd. Kleesorten.


    Dann gabs die Studie von der Uni. Visconsing, denk ich, Bernhard stellte sie ein, mit den äth. Ölen, wenn diese fehlen, hat die Var. mehr Fortpflanzungschancen.


    Eine Studie gabs auch mal von einer Amerikanerin, die die Var. mit Nahrungserg. bekämpfen wollte.


    Dann wissen wir von der Kapuzinerkresse, wurde leider nie bewiesen.


    Gut vorstellen könnt ich mir Thymian, Majoran, Dost und das vierte weis ich nicht mehr, diese Kräuter sollen in einem griechischen Tal den besten Honig der Welt ergeben, so nebenbei.


    Die Wirkstoffe sind ja hinlänglich bekannt!



    Doch mit welchen Tieren harmonieren unser Bienen? Hühner, Schafe, Schlangen?



    Als erstes müssen wir jedoch lernen, auf unsere Natur zu achten, wie auf einen Augapfel.


    Gruß Simmerl

  • Moin, Simon,
    ich denk da eher spontan an Ameisen - sie und die Bienen sind Waldkinder, und die Ameisen profitieren sehr von ihnen.
    Andersrum verschleppen Ameisen ziemlich viele Samen und erhöhen dadurch die lokale Vielfalt an Blüten.
    Außerdem fressen sie Milben....:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen