Wir haben es satt !

  • Hallo Bernhard,
    Mensch, hier entwickelt sich aus einem kleinen Thraed, der nur zur Info bzgl. einer Demo gedacht war, ein längeres Gespräch - klasse!
    Nunja es geht ja nicht darum, Tiehaltung zu verteufeln, meine Veganer-Zeiten sind seit fast 20 Jahren vorbei, nur meinen wir doch die heutige Produktionsform und solange die so ist, wie sie ist, finde ich es sehr wohl richtig, über eine Reduktion von entsprechend fetthaltigen Lebensmitteln nachzudenken, bzw. es auch zu tuen. Mal abgesehen von ernährungsphysiologischen Gesichtspunkten.
    Wieso sollte die Lebensmittelindustrie , zu der doch auch die Milch-und Fleischindustrie gehört, davon provitieren, wenn wir konventionell erzeugte tierische Fette meiden und statt dessen vermehrt ökologisch produzierte Fette mit einem größeren Anteil an pflanzlichen Fetten (also nicht von regenwaldvernichtenden Palmölplantagen,etc.), bzw. prinzipiell Produkte aus ökologischem, bzw. bäuerlichem, regionalen Anbau konsumieren, bzw, proklamieren? Das geht doch dann Hand in Hand mit so fruchtbaren Aktivitäten, die Simon gerade anschaulich beschrieben hat.
    Deinen Buchtip finde ich sehr interessant, ich werde es mir vielleicht zu Gemüte führen.
    Grüße,
    Björn

  • Hallo Björn!


    richtig, über eine Reduktion von entsprechend fetthaltigen Lebensmitteln nachzudenken...


    Ich finde es noch viel besser, wenn wir uns über die Produktion und nicht das Produkt unterhalten. Das Produkt und dessen Konsum ist völlig nebensächlich - der längere Hebel ist bei der Produktion zu finden. Solange sich die Konsumenten in zwei Lager teilen, hat die Industrie gut lachen.



    ... ernährungsphysiologischen Gesichtspunkten.


    Das ist ein eigenes Thema - das führt hier zu weit. Nur so viel: Fett ist besser als sein Ruf. Kommt halt auf die Produktion an...




    Wieso sollte die Lebensmittelindustrie...davon provitieren,...


    1) Was läßt sich einfacher patentieren? Pflanzen oder Tiere?


    2) Außerdem:


    pflanzlichen Fetten (also nicht von regenwaldvernichtenden Palmölplantagen,etc.)...


    Ja - dann zähle mir mal die Pflanzen auf, deren pflanzlichen Fette wir hier in Deutschland produzieren können?! Also in den Mengen, die wir benötigen?


    Eine regionale Landwirtschaft, die über eine längere Zeit ohne Importe von Fruchtbarkeit Bestand haben soll, muß Tier- und Feldwirtschaft miteinander kombinieren. Im Winter schläft in unseren Breiten der Boden - im Gedärm der Tiere geht die Humusbildung derweil weiter. Sozusagen ins Warme verlegt.


    Gruß
    Bernhard

  • Also ich denke auch das sich bald was tun muß.


    Nur ein Beispiel: Meine Katze, die ich von meiner Tochter übernehmen musste, ist ganz natürlich als Fleischfresser erzogen worden, das sollte auch naturnah sein.
    Seit einem 1/2 Jahr merke ich, wenn ich ihr frisches Hühnerbrustfilet aus der Verpackung zu fressen gebe, lässt sie es öfter liegen, obwohl sie Hunger hat.
    Gleiches Fleisch aus der Region, wird schleunigst verputzt. :confused:


    Da sie jetzt ab und zu auch Fertigfutter bekommt, ist ähnliches zu beobachten.
    Bei manchem Anbieter schnuppert sie am Futter und scharrt mit der Vorderfote, um mir zu sagen was sie davon hält, bei Futter wo man auch noch ein bischen Fleisch erkennen kann, gibt es keine Schwierigkeiten. :confused:

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

    Einmal editiert, zuletzt von Drobi ()

  • Wir haben es selbsz in der Hand. Über unseren Konsum können wir gewisse Dinge auch steuern. Das kann die Katze leider nicht. Die ist drauf angewiesen, dass der "Dosenöffner" ihr Verhalten richtig deutet.

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi


  • Hallo Bernhard,
    ich glaube, dass der Hebel der Konsumenten und der Hebel der politisch/gesellschaftlich Arbeitenden zusammen erst einen starken Arm ergeben. Denn diese beiden Bereiche sind eng miteinander verwoben. Menschen, die sich über Konsumfragen politisieren und politische Menschen, die ihr Konsumverhalten ihren Erkenntnissen anpassen - das gibt zusammen eine stärkere Bewegung, um letztlich Einfluss auf die Produktion zu haben, wie ich auch vor zehn Tagen in Berlin erlebt habe.
    Mmh, an der Tierpatentierung sind doch die entsprechenden Konzerne auch schon dran. Dass der massenhafte Konsum von Tierprodukten nicht im Interesse großer Konzerne liegt, erscheint mir noch nicht verständlich. Aber berichte doch mehr darüber, Näheres würde mich interessieren.
    Es gibt doch einige hier angebaute Pflanzen, aus denen sich Fette gewinnen , die Vollverpflegung brauchen sie ja auch nicht zu gewährleisten, aber lassen sie sich noch weiter ausbauen? Ich denke da an Nüsse(habe selber einige Walnüsse und ohne Ende Haselnüsse gepflanzt), Raps, Sonnenblumen,etc. .Ich bin natürlich kein Insider dieses Stoffes, wenn ich aber z.B. an das Verhältnis denke, wieviel pflanzliche Energie für die Produktion pflanzlicher Fette benötigt wird, könnte ich ich mir eine angemessene Anpassung des Verhältnisses auf unserem Speiseplan als ökologisch sinnvoll vorstellen.
    Viele Grüße,
    Björn

  • Hallo Simmerl,
    wie kommst Du denn darauf, das vor dreißig oder vierzig Jahren wir noch fünf Millionen ehr Pupser auf den Weiden stehen hatten?
    Auf der Weide sicherlich - gesamt aber nicht.
    Seit Ende des letzten Weltkrieges hat sich lediglich die Zahl der Einhufer weltweit verringert - außer Esel.
    Wir sieben Milliarden Menschen verspeisen, ohne Fische, über vierzig Milliarden Tiere jährlich.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Lothar,


    wenn du die Weltbevölkerung meinst, dann sind es inzwischen über 7 Millarden. 6 Mill. waren es vor ca. 11 Jahren, 5 Millarden wieder 12 Jahren davor, 2015 sollen es dann 8 Mill. sein, also in 4 Jahren.


    Hier liegt nache meiner bescheidenen Meinung nach das Problem.


    Gruß
    Werner

  • Servus Lothar,


    hier:http://www.proplanta.de/Foto/E…007_Bilder1231597306.html


    Servus Werner,


    bis Ende 2050 erwartet man um die 9 Milliarden, dann soll Schluss mit lustig sein und die Bevölkerung soll wieder sinken.


    Von der Ernährung her, sind nicht mal die 9 Mill. das Problem. Dazu brauchen wir weder Agrarfabriken noch PSM, noch künstlichen Dünger.


    Aber: Gesunde Böden, unverseuchtes Wasser, eine andere Landwirtschaft!


    Landwirtschaft selbst, erzeugt nur 14 % von der Umweltverschmutzung, rechnet man aber die Sektoren mit, in die die Ldw. involviert ist, dann sind es 40%, somit größter Umweltsünder.


    Rechnet man Agrarexport - Import nach Hektar, nicht nach Wert, dann sieht die Statistik so aus, daß wir doppelt mal soviel importieren, wie wir exportieren. wir sind so gesehen nicht in der Lage uns selbst zu ernähren obwohl wir im Überfluß leben.


    Da sag ich nur: Hilfe!!!!


    Eine Agrarreform tut dringlichst Not und ist mit ganz einfachen Schritten zu erreichen:


    Kein kstl. Stickstoffdünger


    Kein PSM


    Kühe auf die Weide, wo möglich.


    Wenig Silo, viel Heu!


    Hofeigenes Futter!


    Milch und Fleischrassen wieder in den Vordergrund.


    Mehr Vielfalt (Hühner, Bienen, Schafe, Schweine, Tauben, Hasen) wieder zulassen.


    Weg vom Spezialistentum.



    Jetzt bin ich müd und geh zur Ruh,
    mir fallen eh die Äuglein zu.


    Gruß Simmerl

  • Na, einen hab ich noch:


    Daß wir zuviel Getreide verfüttern, (Fleischproduktion) verbrennen und wegwerfen, das wissen wir eh.


    Aber: Nach den Steinzeiternährungsanhängern ist Brot ja eh evolutionsmäßig weniger für uns geeignet.



    Da ist zwar Fleisch angesagt, aber dafür eher selten.



    Kartoffeln, Gemüse und Obst, Beeren, Pilze sind da die Grundlagen.



    Die Einwohner von Papua Neug. kennen keinen Herzinfarkt, keinen Schlaganfall, kein Diabetes, keine sonstigen Zivil. krk., nicht mal Bandscheibenvorfälle, aber an einfachen Infekten gehen sie natürlich ein!



    Irgendwie läuft etwas verkehrt auf dieser Welt.



    Wir müssen dazu lernen und zwar täglich, das sehen wir an unseren Bienen.



    Die Bauern, die Verbraucher, der Handel und die Politiker sollten dies auch!



    Immer die gleiche Fahrrinne zu benutzen, macht eisig, das merkt man, wenn man grad von der Alm runtergefahren ist, ... gell Remsi und Ralph!?



    Gruß Simmerl

  • ...Immer die gleiche Fahrrinne zu benutzen, macht eisig, das merkt man, wenn man grad von der Alm runtergefahren ist, ... gell Remsi und Ralph!?



    Gruß Simmerl


    Ohhh! :oops: Ich hoffe, das war nur bildlich und übertragen...


    Aber sehr wahr!


    rst


    der grad an der eigenen Imkerbasis merkt, wie schwer es ist, eine Fahrrinne zu verlassen, ohne dass die Mitfahrer von Bord gehen. Und das trotz des Wissens dass nach "glatt" - "rutsch" kommt und dann nichts mehr zu lenken ist...

  • Keine Bange Ralph!


    Es war nur finster und kalt und viel Schnee!


    Aber etwas Erfreuliches zu Deiner Aufmunterung: Die Ösis sind gerade dabei, auch ein Agrarbündnis zu organisieren!


    Das waren Gestern mind. 150 Leute!


    Es bewegt sich was.


    Gruß Simmerl

  • Lieber Simmerl,
    ich finde das großartig!


    Ein Problem bleibt bei mir persönlich. Hier, vor Ort. Ein fader Geschmack.


    Wir haben verschiedene Ausgangsbedingungen und ich glaube nach wie vor nicht, dass die Betriebsgröße der größte Knackpunkt sein darf. Unsere AbLer schießen sich genau darauf ein und isolieren sich damit von den "nachdenkenden" Landwirten in Thüringen! Nicht das scharfe Schwert (Wort) wird Veränderungen bewirken, sondern das gegenseitige Verstehen!


    Hier sind, nach wie vor, nicht die bei Euch tragenden (Eigentums)Werte der Ansatzpunkt für Veränderungen, sondern ganz klar die Weiterentwicklung: Eine umweltverträgliche Landwirtschaft, die auch in größeren Strukturen funktionieren kann! Aber solange sich jeder gut ausgerichtete große Betrieb, mit im Verhältnis sehr großen Beschäftigtenzahlen, einzig und allein gegenüber der AbL ob seiner Betriebsgröße verdächtig macht, wird sich nichts bewegen.


    Leider können Ideen nicht über "eingewanderte" Personen mit den "üblichen Gesellschaftskritikern" vereint zum Erfolg führen, wenn regionale Eigenheiten außer Acht gelassen werden.


    Ich wünschte mir mehr Blicke über den Tellerrand!


    Liebe Grüße
    Ralph


    der aus Deinen Schilderungen immer wieder viel Kraft schöpft, auch wenn unsere Wege verschieden, das Ziel aber wohl doch das gleiche ist: Eine umweltverträgliche Landwirtschaft, die gesund für Mensch und Natur ist, in der auch unsere Honigvögel wieder eine Zukunft bekommen.



  • Dafür haben wir die Zwistigkeiten zwischen den Bauern, die noch vom Milchstreik herrühren, da gabs nicht nur Telefonterror und Morddrohungen.


    Die Kluften sind immer noch nicht überwunden.


    Die Strukturen sind hier ganz anders und auch 20 km weiter direkt in den Bergen wieder anders.


    Gestern hat eine Bäuerin erzählt sie ist jetzt noch die einzige in ihrem Dorf, von einstmals über 30 Kleinbauern.


    Nun ist alles bewaldet, kilometerweis und zugewachsen.


    Sie denkt oft auch ans Aufgeben und fühlt sich alleingelassen.


    Da stirbt auch Tradition und Heimat.


    Es ist ja schon schwierig einen Konsens zw. Abl und BDM oder den Biobauern zu finden.


    Nur wenn nicht geredet wird, wirds so bleiben, ja wird noch schlimmer.



    Die Botschaft vom Härlin ist ja die: Ein Paradigmenwechsel ghört her und ein Fremdenverkehr! (letzteres vom Simmerl frei erfunden)


    Spaß beiseite: Härlin spricht auch von einer ldw. Revolution, die nötig ist, das Boot nicht ins Kippen zu bringen.


    Vorausgesetzt, man reißt jetzt das Ruder rum und das geht nur mit den Bauern und ich denke, das muß auch von den Bauern kommen.


    Wenn die Bauern, die ja auch Verbraucher sind hier einen Ruck ansetzen, der in die richtige Richtung geht, dann wären gleich 2 Personengruppen damit gewonnen.


    Nur Neid und Missgunst, müssen auf der Streck bleiben, sonst gehts Grabenbach.



    Gruß Simmerl

  • Wo übernachten in Berlin Demonstranten, welche Insekten lieben aber nicht gerade im Hotelzimmer. Eine Nacht geht überall aber deren Viere. Bezahlbar nach diesem schlechten Honigjahr sollte es auch sein. Gibt es ein Imkerhotel?


    Remstalimker


    Sorry Werner, Flug gestrichen, wegen Flugangst einzelner Teilnehmer.:roll:

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol: