Varroa 2012, Eure Taktik ist gefragt ?

  • MMN ist die Frage, behandeln oder nicht behandeln viel zu oberflächlich, + oder - so einfach ist das nicht


    Es müsste heissen behandeln wie, oder noch besser Bienen helfen mit der Varroa zu leben, wie helfen? ist die grosse Frage


    Denn Helfen wollen wir doch alle. sonst würden wir doch nicht Bienen halten




    Man hört von grossen Bienensterben im ganzen Land (ORF) hauptsächlich im Burgenland.....


    Meine Taktik



    Ich werde im 2011 keine Restmilben-Behandlung mehr machen, weil ich die Völker einfach nicht noch zusätzlich schwächen will


    Meine letzte OS bedampfung war ende Oktober


    Wenn ich Pech habe, werde ich wahrscheinlich im März keine Bienen mehr haben, wenn ich etwas Glück habe und nicht mehr als 25% verliere,
    was ich hoffe


    Dann werde ich im März, wenn es schon Brut hat, Totale-Brutentnahme machen, und so an einen Stich Tag, einen Neustart machen
    und dann die Brutlosen Völker mit ...... behandeln, und das mehrmals hintereinander


    Die Wenige Brut werde ich in einer Brutscheune schlüpfen lassen und dann auch behandeln.........


    Ist meine persönliche Meinung und sollte nicht nachgemacht werden, respektive ich empfehle es nicht :p_flower01: Kurt

    Nur wir Imker können funktionierende Varroa Abwehr schaffen, sicher nicht die Chemie

  • Hallo Kurt,


    ich verstehe schon, dass Du mit allen Mitteln versuchen möchtest Deine restlichen noch verbliebenen Völker durch den Winter zu bekommen. Allerdings stellt sich für mich die Frage, wenn Du jetzt in der Situation keine Restentmildung durchführst (auch wenn es für die Völker ein unangenehmer Eingriff darstellt) und bis März wartest könnte die Varroapopulation schon derart angestiegen sein, dass Deine vorgeschlagene Taktik zu spät kommt, weil der Grundbestand der Bienen bereits so geschädigt ist, dass ein Neuanfang fast nicht mehr möglich ist.


    Auch wenn ich hier jetzt als Ketzer dargestellt werde, wie sieht es mit einer Behandung mit Perizin aus? In der Tat ist eine Behandlung mit OX strapatziöser als eine Behandlung mit Perizin - obleich dann natürlich die Rückstandsfrage wieder im Raum steht.

  • ich verstehe schon, dass Du mit allen Mitteln versuchen möchtest Deine restlichen noch verbliebenen Völker durch den Winter zu bekommen. .


    Joachim, was heisst restlichen Völker, bei mir leben alle noch


    Und bei der letzten Windelkontrolle (ende Oktober) hatte ich 2-5 Milben natürlichen Abfall, pro Woche und Volk:wink:


    Mir geht es hier eigentlich nur darum das möglichst viele Ihre Taktik veröffentlichen, dann kann jeder rausnehmen was im am besten zusagt


    Und Ende Jahr wird man erst beurteilen können was einigermassen geklappt hat und was weniger gut war


    MMN müssen die Völker und Ihre Kastenflora eine Chance bekommen ohne sie mehr als nötig zu schwächen


    Denn fast jede Behandlung ist einfach eine Schwächung, und ich möchte nicht wissen wie viele Völker an der Behandlung und nicht an der Varroa zugrunde gegangen sind.


    Warum hat es heuer so viele leergeflogene Kästen? auch bei uns in der Schweiz, obwohl sie mit AS oder ähnlichem Behandelt wurden

    Nur wir Imker können funktionierende Varroa Abwehr schaffen, sicher nicht die Chemie

  • In der Tat ist eine Behandlung mit OX strapatziöser als eine Behandlung mit Perizin...


    Das bezweifele ich. Einfach aus dem Grunde, weil im Perizin ein Nervengift als Wirkstoff ist und die gleiche Frage wie bei der Oxalsäure im Raum steht. Namentlich, inwiefern der Darm der Bienen bei einer solchen Behandlung leidet. Ein leaky gut-Syndrom ist nur folgerichtig und in dem entsprechenden Thread habe ich bereits auf die Studien zu den Wechselwirkungen zwischen Neonicotinoiden und Coumaphos hingewiesen. Siehe: http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=17411&page=3


    Zitat

    Die Studie zeigt mir, daß die Wirkungen unterschiedlicher Pestizide und Varroazide sich durchaus vereinigen können. Dies insbesondere durch den oxidativen Stress, sowie dem gemeinsamen Hebelpunkt von Neonicotinoiden und manchen Akariziden.


    Mit steigenden Anteil der Gifte in der Umwelt und mit sinkendem Nährstoffgehalt der Nahrung wird es in naher Zukunft vor allem die behandelten Völker treffen. Denn die Wirkungen der Cocktails gepaart mit einem gesenkten Immunsystem sind einfach zu viel. Es wird und es hat auch schon die getroffen, die bisher fest im Sattel mit ihren Behandlungen saßen und das Goldene Kalb anbeteten.


    Gut, wer heute schon über alternative Strategien nachdenkt.


    Soweit ich mich erinnere, haben die Niederländer eine Studie herausgebracht, wo sie die Wirkung von Behandlungen im Frühjahr auf die Population der Milben untersuchten. Die Ergebnisse waren sehr vielversprechend. Leider fand ich die Studie auf die Schnelle nicht.


    Gruß
    Bernhard

  • Meine Taktik wird sein:
    1. Verkleinerung der Rähmchenabstände auf 30mm im Zentrum, 32mm weiter außen und 35mm am Rand über Brutnestöffnung (= Simulation der Wabenabstände im Stabilbau-Nest)
    2. Beibehaltung einer Betriebsweise ohne Gabe von Mittelwänden
    3. Weitere Verwendung und Austestung von AGT-Zuchtmaterial
    4. Überwachung des Varroastatus sowie Behandlung und Umweiselung nur bei Überschreitung einer noch zu definierenden Schadschwelle
    5. Überwachung auf DWV mit sofortiger Varroa-Behandlung beim Auftreten und nachfolgend Umweiselung
    6. Sommerbehandlung über komplette Brutentnahme + Fangwabe, falls notwendig
    7. Winterbehandlung mit OS, falls notwendig
    8. Am wichtigsten: Keine starren Pläne, immer flexibel bleiben, die Bienen gut beobachten und die Völker so führen, dass bei ungünstiger Reaktion der Bienen die entsprechende Maßnahme gestoppt oder rückgängig gemacht werden kann.
    Gruß Ralph

  • Hallo


    ich lese die Beiträge, wenn es um die Behandlung der Bienen geht immer sehr genau und kann noch keine perfekte Lösung erkennen.


    Für mich ist 2012 nach der Honigernte wichtig, die totale Brutentnahme, die Bienen milbenfrei machen, damit die Königin voll in Brut und dann mit vielen Jungbienen in den Winter gehen kann und anschließend nicht mehr behandeln.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)


  • Soweit ich mich erinnere, haben die Niederländer eine Studie herausgebracht, wo sie die Wirkung von Behandlungen im Frühjahr auf die Population der Milben untersuchten. Die Ergebnisse waren sehr vielversprechend.


    ... stimmt Bernhard, dass kann ich bestätigen.
    Eine Möglichkeit (sicherlich eine von mehreren) die Varroa-Population gleich im Frühjahr zu stören und zu unterbrechen (nicht vernichten), sehe ich in der Bestäubung der Bienen mit Puderzucker.


    jonas

  • ...Für mich ist 2012 nach der Honigernte wichtig, die totale Brutentnahme, die Bienen milbenfrei machen, damit die Königin voll in Brut und dann mit vielen Jungbienen in den Winter gehen kann und anschließend nicht mehr behandeln.


    Die totale Brutentnahme ist wirkungsvoll, Fangwabe nicht vergessen. Sie reicht aber nicht aus, um die Winterbehandlung wegzulassen. Ich habe das in diesem Jahr praktiziert mit Mibenzahlen im Spätherbst zwischen ca. 400 und 1800. Versuch dein Glück, aber verfolge den Milbenbefall!
    Gruß Ralph

  • @edlwolf: Ich empfehle dir dringed, jetzt eine Kontrolle des Varroabefalls vorzunehmen. Wenn mehr als 1 Varroa/Tag fällt, solltest du behandeln, ansonsten löst sich dein Plan in Nichts auf.
    Gruß Ralph

  • Meine letzte OS bedampfung war ende Oktober


    Wenn ich Pech habe, werde ich wahrscheinlich im März keine Bienen mehr haben, wenn ich etwas Glück habe und nicht mehr als 25% verliere,
    was ich hoffe


    Hallo Kurt , wenn Du ende Oktober zum letzten mal bedanft hast und nur einen Milbenfall von 2-5 hattest, würde ich mir zum jetzigen Zeitpunkt keine Gedanken machen . Denke mal das bei Dir die Bienen ende November anfang Dezember aus der Brut sind und bis dahin das Brutnest stetig verkleinert haben . Also können nicht viel Milben da sein .


    Deshalb würde ich nicht im März die Brutentnahme machen ,weil dann die Völker erst gerade in der Aufwärtsentwicklung sind . Wenn die Frühtracht zu Ende geht ist meiner Meinung nach der richtige Zeitpunkt. Die Völker befinden sich auf dem Höhepunkt ihrer Entwicklung .
    Vorgehensweise: Alle Brutwaben entnehmen . Beute am alten Standplatz stehen lassen . Bienen in Beute abschütteln und eine Brutwabe mit offener jüngster Brut mittig zuhängen oder belassen .( Varoafangwabe ) Rest mit Mittelwänden auffüllen und warten auf Spättracht . Waben mit einigen ansitzenden Bienen in Brutscheune zusammen setzen und vom Stand entfernen .
    Brutscheune auf Nachschaffungszellen überprüfen und alle ausbrechen . ( behandeln ) Dann Zuchtstoff geben und Königinnen ziehen lassen .Verschulen nach zehn Tagen und zu beiden Seiten wieder offene jüngste Brut zuhängen.(Temperatur für Königinnenzellen ) Oder mit den geschlüpften Bienen Begattungsableger bilden mit je einer Weiselzelle oder Königin zulaufen lassen . Restbienen belassen haben ja jüngste Brut . Entnehmen ? Siehe Varoafangwabe ! Oder... Oder ......


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

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  • Danke Josef,


    Die März Brutentnahme wird ja nur gemacht wenn es notwendig sein sollte, da ich keine Restmilbbehandlung im Dezember gemacht habe


    und zum andern meine Taktik steht ja schon fest


    gefragt ist Eure, hoffe auf viele verschiedenen Taktiken fürs 2012, wenn nur schon darüber nachgedacht wird ist schon mal +


    und wenn sie dann hier reingestellt wird umso besser

    Nur wir Imker können funktionierende Varroa Abwehr schaffen, sicher nicht die Chemie

  • @edlwolf: Ich empfehle dir dringed, jetzt eine Kontrolle des Varroabefalls vorzunehmen. Wenn mehr als 1 Varroa/Tag fällt, solltest du behandeln, ansonsten löst sich dein Plan in Nichts auf.
    Gruß Ralph


    Ist zurzeit leider nicht möglich 1600 km ist mir zu viel...............

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