Stromstärke beim Einlöten?

  • Hallo,


    weiß vielleicht jemand die Stromstärke (und/oder den spezifischen Widerstand des Drahtes) beim Einlöten der MW? In der Literatur finde ich nur die Angabe der Spannung von 12 Volt. Da Imker keine Elektrotechniker sind, können sie natürlich nicht wissen, dass die relevante Angabe der Strom und nicht die Spannung ist. Vermutlich kennen die meisten Imker den Unterschied nicht einmal. :cool:
    In einem Buch fand ich sogar den Tipp, man soll eine Autobatterie (hat ja auch 12V) nehmen. Davon ist dringend abzuraten! So eine Autobatterie liefert ohne jegliche Mühe locker mehrere hundert Ampere. Je nach Drahtsorte, Länge und Querschnitt kann der Draht innerhalb von Sekundenbruchteilen schmelzen, herabtropfen und schwerste Verletzungen verursachen. (upps, jetzt bin ich aber vom Thema abgekommen)


    Also nochmal die Frage: welche Stromstärke benötigt man zum Einlöten? Wie hoch ist der spezifische Widerstand des Drahtes?

  • Ich habe beim Einlöten am Labor-Spannungsversorger 13V eingestellt und mich dann langsam von ich glaube 1,5A hochgearbeitet (ist schon wieder 2-3 Monate her). Als Anfänger halte ich lieber etwas länger an (20-30 sek), als dass mir die Mittelwände geviertelt durchfallen.
    PS: Offenbar gehöre ich zur Minderheit unter den Imkern...


    Edit: Lagerfeuer, mit drei Kunstwaben einzulöten will ich sehen :wink: Die automatische Hilfe triggert auch bei themenfremden Beiträgen, hihi.

  • Hallo Bienenfreunde!


    Die in den obigen Beiträgen gemachten Behauptungen sind größtenteils falsch.


    Warum sollte man keine Autobatterie zum Einlöten verwenden? Die Autobatterie ist nicht zu stark, sondern für den Edelstahldraht zu schwach. 12 Volt sind 12 Volt.


    Die Stromstärke ergibt sich aufgrund der Formel Spannung durch Widerstand. Der Rähmchendraht hat einen gewissen Widerstand. Weiters kommt es auf die Länge des Drahtes an. In meinem Fall verwende ich zum Einlöten einen 24 Volt Trafo. Da fließen bei einem 4fach gedrahteten Zanderrähmchen etwa 2 Ampere. Mit einem Batterieladegerät oder einer Autobatterie tut sich da überhaupt nichts. Da müsste man auf 2 mal einlöten (halbe Drahtlänge - halber Widerstand - doppelte Stromstärke).


    Der Trafo, oder die sonstige Energiequelle muss eine ausreichende Spannung liefern und muss auch eine ausreichende Stromstärke liefern können. Wie bereits angeführt, in meinem Fall ca 24 Volt und ca 2 Ampere.


    MfG
    Honigmaul


  • Das die Stromstärke und nicht die Spannung relevant sein soll ist schlichtweg falsch!


    Da täuschst Du Dich allerdings. Die Spannung ist von der Länge des Drahtes abhängig und stellt sich selbständig ein, wenn man den richtigen Strom einstellt. Du schreibst ja selbst, dass die Spannung einbricht. Leider schreibst Du nicht, auf welchen Wert, und leider schreibst Du auch nicht, wie groß der Strom ist.


    Um eine bestimmte Erwärmung zu erreichen, musst du (bei gegebenem Draht und damit gegebenem Widerstand) pro Zeit- und Längeneinheit eine bestimmte Verlustleistung (P=U*I=R*I*I=I^2*R) produzieren. (das ist jetzt stark vereinfacht) Wenn Du den Draht mit diesem konstanten Strom beschickst, kommt es nicht mehr auf die Länge des Drahtes an: doppelte Länge, ergibt dann doppelte Spannung und doppelte Verlustleistung bei konstantem Strom.


    Zitat

    Du kannst mit 12 Volt und 1 Ampere löten oder mit 1 Volt und 12 Ampere,oder mit 0,1 Volt und 120 Ampere oder auch mit 24 Volt und 0,5 Ampere. Strom mal Spannung macht die Watt !


    Ich nehme jetzt einmal an, der Draht hat 12 Ohm (das kommt auch den Werten aus den anderen Beiträgen am nächsten)


    Um mit 0.1V auf 120A zu kommen, müsstest Du einen Widerstand von 0.00083 Ohm haben. Da bist Du schon mit Deinen Messspitzen deutlich drüber, vom Widerstand des Drahtes ganz zu schweigen.


    Wenn Du bei 12V 1A hast, dann hat Dein Draht 12 Ohm. Das ergibt dann (wenn wir die Änderung des Widerstandes durch die Erwärmung vernachlässigen):


      2A bei 24V, damit 48W


      0.083A bei 1V, damit 0.083W


      0.0083A bei 0.1V, damit 0.00083W


      1A bei 12V, damit 12W


    Zwar macht Strom mal Spannung die Watt (um es mal mit Deinen Worten zu sagen). Aber wie hoch der Strom bei gegebener Spannung ist hängt vom Widerstand des Leiters ab. Deswegen habe ich ja auch nach dem Widerstand des Drahtes gefragt. :p Und da kommt es dann auch noch auf Querschnitt und Material (Edelstahl oder verzinkter Stahl) an.


    Wie gesagt, hätte ich von einem Imker keine tiefgreifenden Kenntnisse der Elektrotechnik erwartet. Also einfach mal den Strom messen, hier bekannt geben (mit Information über verwendete Drahtsorte) und nix für ungut :wink:


    Zitat


    Die Frage ist also eher wieviel Watt du zum löten brauchst .


    Nein. Die benötigte Leistung ist abhängig von der Länge des Drahtes. Der benötigte Strom ist hingegen (weitestgehend) unabhängig von der Länge (und ist auch viel einfacher einzustellen). Aus diesem Strom ergibt sich dann (durch den Widerstand) die Spannung und damit auch die Leistung, die dann proportional zum Widerstand (siehe Formel oben) und damit zur Drahtlänge ist.


    OK, nun zurück zur ursprünglichen Frage: wie hoch muss der Strom sein und wie groß ist der Widerstand?


  • Die in den obigen Beiträgen gemachten Behauptungen sind größtenteils falsch.


    [Loriot-Mode]Ach![/Loriot-Mode]

    Zitat


    Warum sollte man keine Autobatterie zum Einlöten verwenden? Die Autobatterie ist nicht zu stark, sondern für den Edelstahldraht zu schwach. 12 Volt sind 12 Volt.


    Eine Spannungsquelle hat eine Leerlaufspannung (12V in diesem Fall) und einen Innenwiderstand. Dieser Innenwiderstand ist bei einer Autobatterie extrem niedrig. Wenn Du nun zB einen Draht mit 0.1Ohm dranhängst, fließen da 120A, macht 1440 Watt. Das ist mehr als Deine Herdplatte verheizt. Der Draht schmilzt in kürzester Zeit und die glühenden Metalltropfen fallen Dir auf die Finger. Wie gesagt: eine Autobatterie ist in der Lage mehrere hundert Ampere zu liefern, was ein billig-Netzteil und auch ein Ladegerät wegen dem höheren Innenwiderstand nicht können.


    Natürlich hat ein Rähmchen-Draht mehr als 0.1Ohm. Aber um herauszufinden, wie groß der Widerstand ist, habe ich ja diesen Thread gestartet.


    Zitat


    Die Stromstärke ergibt sich aufgrund der Formel Spannung durch Widerstand.


    Ja. Allerdings vergisst Du, dass alle Spannungsquellen auch einen Innenwiderstand haben. Dieser Innenwiderstand verhindert, dass die Stromstärke so hoch ansteigt, dass Dein Draht schmilzt. Man sagt auch "die Spannung bricht ein". Bei einer Autobatterie ist dieser Innenwiderstand eben extrem klein, die Spannung bricht nicht ein.

    Zitat


    Der Rähmchendraht hat einen gewissen Widerstand. Weiters kommt es auf die Länge des Drahtes an. In meinem Fall verwende ich zum Einlöten einen 24 Volt Trafo. Da fließen bei einem 4fach gedrahteten Zanderrähmchen etwa 2 Ampere.


    Wenn wir annehmen, dass die Spannung nicht einbricht, würde das bedeuten, dass der 4fach-Draht 12Ohm hat. Das kann ich mir nicht vorstellen. Bei 0.6 Kupfer hat man bei 12Ohm 200 Meter. Zwar ist Edelstahl ein schlechterer Leiter als Kupfer, aber 12 Ohm auf 2 Meter kann ich mir nicht vorstellen. Kann das mal jemand nachmessen? Hast Du Edelstahl oder verzinkten Stahl? Durchmesser?

    Zitat


    Mit einem Batterieladegerät oder einer Autobatterie tut sich da überhaupt nichts. Da müsste man auf 2 mal einlöten (halbe Drahtlänge - halber Widerstand - doppelte Stromstärke).


    Nein. Richtig ist: halbe Drahtlänge, halber Widerstand, halbe Spannung gleicher Strom, halbe Leistung.

  • Hallo Joew!


    Nicht der Innenwiderstand verhindert, dass der Draht schmilzt, sondern der Widerstand des Drahtes verhindert das. Den Innenwiderstand kann man bei einer Autobatterie vernachlässigen, bei einem ordentlichen Trafo auch bei einem Kleintrafo kann der Innenwiderstand so hoch sein, dass eben der geforderte Strom nicht zustande kommt. Der Innenwiderstand bei der Batterie verhindert, dass der Strom bei einem Kurzschluss nicht ins Unendliche steigt. Es ist natürlich klar, dass der gesamte Widerstand des Stromkreises berücksichtigt werden muss.


    Weiters muss man bei diesen Berechnungen bedenken, dass der Draht heiß wird und sich dadurch der Widerstand nochmals erhöht. Als Beispiel möchte ich den ohmschen Widerstand einer Glühbirne anführen. Da wird man beim Nachmessen auch auf ganz andere Widerstandwerte kommen.


    Ich verwende ganz normalen Rähmchen-Edelstahldraht. Die Drahtstärke ist mir monentan nicht bekannt. Zur Zeit kann ich auch nicht nachmessen.
    Ich kann dir versichern, wir könnten auch um ein Bier wetten, dass überhaupt nichts schreckliches passiert, wenn du einen 2 m langen Edelstahl-Rähmchendraht auf die Pole der Batterie hältst.


    Zitat

    Nein. Richtig ist: halbe Drahtlänge, halber Widerstand, halbe Spannung gleicher Strom, halbe Leistung.


    Wir wollen aber nicht die halbe Leistung, bzw den halben Strom. Es war als Beispiel gemeint, wie man mit einer 12 Volt Stromquelle auch Edelstrahldraht einlöten kann.


    Beim Rähmcheneinlöten ist nicht primär die Leistung interessant, sondern der Strom der durch den Draht fließt. Bei einem kleinen Rähmchenmaß wird man weniger Leistung, bei einem größeren Rähmchenmaß (längeren Drahtung) wird man mehr Leistung brauchen. Aber überall muss ein gewisser Strom (ca 2 Ampere) durch den Draht fließen damit sich der Draht auf die notwenige Temperatur aufheizt.



    MfG
    Honigmaul

  • Zitat

    Nein. Richtig ist: halbe Drahtlänge, halber Widerstand, halbe Spannung gleicher Strom, halbe Leistung.


    Was soll das denn???? Also wenn ich die halbe Drahtlänge nehme und dadurch auch bloß noch den halben Widerstand habe wird aus meinem 12V Ladegerät ein 6V Ladegerät. Das ist schon lustig :eek:.
    Duck und weg


    MfG Frank

  • Wenn man zwei Eletroberufe gelernt und noch ein bischen Physik studiert hat, ist die obige Diskussion schon interessant. Und wenn 'Jemand' von einer "Glühbirne" schreibt, so braucht man gar nicht weiter zu lesen.


    Kommt gut ins neue Jahr!


    Heidjer Wolfgang

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)

  • Hallo Heidjer!


    Was gefällt dir an der Glühbirne nicht? Ich würde sagen, ein super Beispiel dafür, dass nicht nur der im kalten Zustand gemessene ohmsche Widerstand eine wesentliche Rolle spielt.


    MfG
    Honigmaul

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von honigmaul () aus folgendem Grund: Wort vergessen

  • Der Draht an einem Zanderrähmchen hat 12 Ohm.
    Damit ist der gesamte Draht von Nagel zu Nagel gemeint (4-fach gedrahtet).
    Zum zügigen Einlöten (3 - 4 sec.) wird eine Leistung von ~ 50 Watt benötigt.
    Gleich oder Wechselspannung ist egal.


    Da der Widerstand des Drahtes eine fixe Größe ist, kann ich nur durch erhöhen der Spannung eine größere
    Leistung erreichen (wenn der Strom erhöht wird, z.B. Bei Labornetzteilen, steigt somit auch die Spannung an).


    Die Angaben von Honigmaul sind alle sehr zutreffend.
    Ich habe einen 24 V Trafo, es fließen hier ziemlich genau 2 A, d.h. 48 Watt.


    Von der Autobatterie wird deshalb abgeraten, da hier kein Kurzschlussschutz besteht (nicht über das Rähmchen, sondern über die Leitungen). Außerdem ist hier die Leistung zu gering. Alternativ zwei Batterien in Reihe mit z.B. 10 A Sicherung).


    Noch Fragen?
    Fragt den Elektrotechniker ;-)

  • Hallo


    so pauschal kann man das gar nicht sagen, ich benutze einen Trafo bei dem unterschiedliche Stromstärken eingestellt werden können. Jetzt kommt es noch darauf an welchen Drahtstärke ich benutze, ob Edelstahl oder verzinkt.Versuch macht in diesem Falle klug, auf alle Fälle sollte der Draht sich langsam erhitzen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)