Eigenbau Rähmchen - Varianten

  • Hallo Selberbauer!


    Hier möchte ich keine Diskussion starten, ob es sich lohnt, Rähmchen selbst zu sägen und zusammenzubauen oder in Teilen zu kaufen und selbst zusammenzubauen usw...


    Es geht mir vielmehr darum, ob ihr die Rähmchen - sofern selbst gesägt / hergestellt abändert und warum.


    Die erste Serie von ca. 100 Stk hab ich ziemlich nach dem Original gesägt, will also heissen gezapft:
    (Admins: Bilder hier alle von mir selbst)


    Der Seitenträger ist oben und unten identisch ausgesägt, der Unterträger etwas abgesetzt:



    Mittlerweile bin ich soweit, dass ich auf Draht verzichten kann. Dazu wird einfach der Unterträger durchgängig geschlitzt und die etwas höhere MW durch diesen Schlitz eingeschoben und in der Nut am Oberträger mit flüssigem Wachs angeklebt (Lötrohr).


    Diese Idee stammt von Schuster "Imkern im Flachzargen Magazin".


    Die Rähmchen sind sehr stabil durch diese Zapfung, ausserdem werden sie auch noch mit geharzten Klammern (32 mm) geschossen.
    Natürlich auch verleimt mit D3


    Schuster empfiehlt den Oberträger auf der Unterseite anzufasen, damit der OT keine "Überbrückungssperre" darstellt und so die Wabenfläche über zwei oder drei Rähmchen übereinander (geteilter BR) nur durch den Beespace unterbrochen wird.


    Die Bienen bauen nämlich in die Fase Zellen.


    Ich habe weder bei der Überwinterung noch bei der Brutnestbildung die Erfahrung gemacht, dass der modifizierte Oberträger in der Mitte irgendwie hinderlich ist.
    Mein subjektiver Eindruck ist, dass die Wintertraube schon im Frühwinter zum Teil in die obere Zarge hockt (war bisher bei der Winterbehandlung von grossem Vorteil) ... und somit wird dieser Teil des Rähmchen mitgewärmt - Holz ist zudem ja auch sehr gut isolierend - da sehe ich also kein Problem.


    Jetzt schwebt mir vor, die Rähmchen nur noch zu leimen und zu klammern - nicht mehr zu zapfen. die Frage ist, reicht das wirklich aus?


    Den Unterträger wollte ich nicht mehr nach dem zusammensetzen schlitzen (Vorgabe Schuster) sondern einfach zweiteilig machen. Die Seitenteile anschlitzen in Sägeblattstärke und dann einfach zwei Leisten reinleimen und klammern.


    Evtl. sogar die Unterträger nur mit einer quer gesetzten (quasi horizontalen) Klammer (25 mm) sichern.


    Breite der Seiten und des OT 28 mm, Abstandssystem Pilzköpfe rein Messing 7 mm.


    Verbindung Oberträger Seite mit zwei senkrechten Klammern und einer waagrechten in das Hirnholz des OT wo die Nut liegt.


    Diese Nut mach ich deutlich kleiner als original, etwa nur 2mm tief, Sägeblattstärke. soll ja nur das Festkleben der MW etwas erleichtern.



    Wie macht ihr eure Rähmchen, verwendet jemand Edelstahlklammern?


    Danke für eure Erfahrungen, Überlegungen und gedanken zum Thema!

  • Hallo Frank,


    die Rähmchen sehen ja toll aus - fast Möbelstücke!


    Wie meinst Du das mit dem OT anfasen? Unterkante?


    Das mit dem UT in 2 Leisten ist Standard bei Dadanträhmchen.


    Ich nagele nur selbst, will aber jetzt auch auf Tackern/Klammen (Druckluft) umstellen, leider fehlte mir dazu noch ein Adapter (mache ich nächste Woche). Dann kann ich ich Dir auch berichten. Das mit Edelstahlklammern klingt ja auch logisch wegen Korrosion.


    Gruß Jörg

  • Hallo,


    Edelstahl ist nach meiner Erfahrung nicht notwendig. Die Klammern, die im Holz stecken rosten nicht. Die Teile die nicht im Holz stecken, werden von einer Wachsschicht überzogen und rosten auch nicht. Und überhaupt gibt es ein Rähmchen nie so lange, dass es wegen verosteten Klammern auseinanderfällt. Sollte dies jemals eintretten, dann kann es spätestens dann beruhigt als Anfeuerholz verwendet werden.


    Gruß
    Werner

  • Naja, zum Möbelstück fehlt doch noch einiges ;-))
    ...als gelernter Schreiner kann ich (manchmal leider) halt nicht aus meinem Pelz :-)


    Ja, OT unten gefast, so dass es im Prinzip eine Dreiecksleiste ist, die auf der Spitze steht, oben flach. Anstelle der Spitze / "Schneide" unten halt die Nut.


    Du wirst sehen, der Drucklufttacker macht nur Freude :-) und braucht extrem wenig Puste mit riesen Wumms :-))


    Werner, das ist gut, denn die V2A Klammern sind rel. teuer und man bekommt die schlecht in kleineren Gebinden.
    Ich möchte durch Ausschmelzen und evtl. Natronbad die Rähmchen recyclen (deshalb sollen sie schon was taugen) ...


    Würden die Standart-Klammern auch ein Natronbad gut aushalten?


    Die Fotos sind schon älter, allerdings bin ich eben grad am zusammenbauen dieser Serie.


    Die neuen Fotos reiche ich demnächst nach.

  • Hallo Frank,


    ich recycle nicht, deshalb kann ich zum Natronbad keine Erfahrung besteuern. Was nicht durch abkratzen genügend sauber wird, wird termisch entsorgt. Desinfiziert sind die Rähmchen durch die Temperaturen beim Ausschmelzen ausreichend.


    Gruß
    Werner

  • Moin,
    ich nehme auch keine Edelstahlklammern und verzapfe die Rähmchen auch nicht.
    Unterträger und Seitenteile werden stumpf verleimt und geklammert.
    Der Oberträger wird an beiden Enden abgesetzt und dann verleimt und geklammert.
    Und sollte das eine oder andere Rähmchen mal frühzeitig versagen, kann ich durch die ersparte Zeit des Zapfens gut damit leben. Ist bislang aber noch nicht passiert


    -Uwe

    Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe. (René Descartes)

  • ja, gekratzt hab ich bisher auch, das macht aber keine Laune.


    Im Anfängerlehrgang wurde das Natronbad empfohlen - der Referent hatte ein Bündel so gereinigter Rähmchen dabei - sahen aus wie neu, nur etwas gräulich.


    Mit Henry u.a. hatte ich schon die Diskussion, inwieweit es nötig ist, mit Natron zu hantieren, das möcht ich nicht wieder auskochen äh hochkochen :-)


    Clemens hat hier ein schönes Video eingestellt, wie er seine Waben / Rähmchen auskocht, ohne Natron und gleichzeitig das Wachs gewinnt und den Trester auspresst.


    Ganz ohne Natron!
    hier:
    http://www.imkerforum.de/showthread.php?t=27419


    Er empfiehlt übrigens D4 Leim für die Rähmchenverbindung und wenn ich mich richtig erinnere wollte er sogar aufs Klammern verzichten.
    Nun, dann müsste ich wieder Zapfen.


    Welche Leimqualität ist ausreichend / empfehlenswert?

  • Hallo Frank,
    also ich hab meine Rähmchen noch durch die Schleifmaschine gelassen, 280er Band, und dann mit Edelstahlschrauben 3*25 verschraubt - soviel zum Schreiner, der bei uns Tischler heißt:wink:

  • Hallo,
    hier noch ein paar kleine Tips:
    Verzapfen würde ich die Rähmchen schon da sie sich erstens wesentlich besser tackern lassen und außerdem auch bei mehrmaligem Gebrauch nicht schlabbern oder auseinander gehen. Nichts macht mehr Arbeit als ein Rähmchen was nicht hält.
    Beim selberbauen (bin selbst Tischler) kann ich nur dringend davor warnen eigene Kreationen zuentwerfen. Zum einen lohnt der Selbstbau absolut garnicht und außerdem könnte es durchaus passieren das Du mit der Zeit soviele Völker hast das Du mit dem Selbstbau auch rein zeitlich nicht mehr hinterher kommst!
    Würde auf alle Fälle darauf achten das Du zumindest ähnliche Rähmchen innerhalb weniger Tage fix und fertig geliefert bekommst.
    Wärst nicht der Erste der nächtelang in der Werkstatt steht und für seine Völker keine Zeit hat...
    süße Grüße sendet der Bienenschaefer

  • Moin

    Zitat


    also ich hab meine Rähmchen noch durch die Schleifmaschine gelassen, 280er Band, und dann mit Edelstahlschrauben 3*25 verschraubt - soviel zum Schreiner, der bei uns Tischler heißt:wink:


    Hm, was bringt denn die Schleiferei außer Arbeit? ich denke auch, dass die Bienen sich auf raueren Material besser festhalten können.

    Zitat

    Verzapfen würde ich die Rähmchen schon da sie sich erstens wesentlich besser tackern lassen und außerdem auch bei mehrmaligem Gebrauch nicht schlabbern oder auseinander gehen. Nichts macht mehr Arbeit als ein Rähmchen was nicht hält.


    Ja, das Tackern geht mit verzapften Teilen etwas besser, jedoch entfällt bei mir die aufwendige Zapferei.
    Wie gesagt, auseinander gegangen ist noch keins und Geschlabbere hab ich auch nicht.


    Wenn ich das Holz für die Rähmchen kaufen müsste, alles verzapfen, leimen, schleifen und mit Edelstahlschrauben verbinden, dann würde ich bei Holtermann und Co anrufen.
    Jeder halt wie er meint.


    -Uwe

    Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe. (René Descartes)

  • Wenn du nicht drahtest und "Knöpfe" als Abstandshalter hat, könntest du sogar auf Hartholz bei den Seitenteilen verzichten. Die ersten Rähmchen, die ich vor 25 Jahren selbst zusammengebaut hatte (allerdings mit Hoffmanns-Seitenteilen aus Buche und einseitigem Falz) waren nur geklammert und sind nach mehrmaligem Auskochen (ohne Natronlauge :-) noch heute im Einsatz.


    Mittlerweile werden aber die Rähmchen geleimt, manche sind nach dem Auskochen doch etwas wacklig und die Leimerei macht nicht viel Arbeit.


    Eine Alternative zum Falzen auf beiden Seiten - geht oben vermutlich aber nur bei Hoffmanns-Seitenträger - ist als Ober- und Unterträger nur Leisten ohne jeglichen Falz zu nehmen und nur die Seitenteile einzufräsen. Ist nicht ganz so stabil wie ein beidseitiger Falz, aber doch besser als stumpfes aufeinandernageln.


    Das Rähmchen hier verwenden wir:
    http://www.landlive.de/images/361852/


    Was sind eigentlich "geharzte Klammern"?

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