Oxalsäurebehandlung - jetzt noch - bei dem Wetter?

  • Liebe Kollegen,


    erstmal wünsche ich Euch ein schönes Weihnachtsfest gehabt zu haben. Meine Frage bezieht sich auf die Oxalsäurebehandlung. Krankheitsbedingt konnte ich sie noch nicht durchführen, wollte das eigentlich morgen machen. Bei uns im Rheinland sind es so 10 Grad plus, eigentlich doch viel zu warm. Was tun? Die Völker sind sicher sowieso in Brut. Was würdet ihr mir raten? Lohnt sich eine Behandlung überhaupt noch? Ich bin total ratlos.
    Hoffe sehr auf eure Hilfe.
    LG
    margit

    Man sollte sich nicht über Dinge aufregen, die man nicht ändern kann !

  • Hallo,


    ich hoffe Ihr habt alle das Weinachtsfest gut überstanden.......
    Wir haben auch gestern die Oxalsäurebehandlung durchgeführt. Wir haben Verdampft. Heute bei der äuseren Nachschau haben wir (noch) nichts Nachteiliges festellen können. Unser Stand liegt rund 400m über NN, bei einer Temperatur von ca. 7°C hat die Behandlung gut funktioniert.


    Aber eine andere Beobachtung macht mir im Moment einiges unbehagen. Von den 12 Völkern die ich eingewintert habe sind mit Sicherheit die stärksten noch in Brut (Leben tun noch alle). Vier von den Völkern sind heute, zwar in geringen Umfang, ausgeflogen. Gelegentlich sind auch Bienen mit Pollen zurückgekommen, was Blüht den jetzt, schon die Haselnuss?
    Da bei uns schon deutliche Frosttemperaturen gewesen sind können doch keine Herbstblüher mehr Blühen?


    Nun ja die Natur spielt verückt und die Bienen machen mit!

  • Hallo,
    das ist bei uns bei Bonn aber auch so. Ich habe auch etwas überrascht geguckt, als heute Morgen die ersten Damen ihre Fühler ausstreckten. Bei uns blühen - man glaubt es kaum - auch so manche Frühjahrsblüher schon (wir haben tatsächlich neu blühende Gänseblümchen auf der Wiese). Wie sich das auf die Bienen auswirkt - man weiß es nicht - und ich bin sehr gespannt.

    Man sollte sich nicht über Dinge aufregen, die man nicht ändern kann !

  • Hallo LuckyBee,
    bis Ende dieser Woche wird es wieder etwas kälter.
    Bei uns (Rand Nordschwarzwald 220 m) blüht bereits seit einer Woche die Haselnuss, es braucht keine Spätblüher aus dem Herbst.
    Gruß Eisvogel

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Auf jeden Fall mit OX - Träufelung behandeln - evtl hast Du die Möglichkeit die Behandlung "früh" Morgens zu machen, so dass die Bienen zumindest noch teilweise in der Wintertraube sitzen.


    Auch wenn die Bienen -leider- schon wieder in Brut sind bekommst Du wenigstens dadruch einen Teil der Milben weg.


    Bleibt dann auf jeden Fall die Völker im kommenden Jahr auf Entwicklung zu beobachten, und dann ggf. geeignete und zugelassene Maßnahmen einzuleiten, um einen evtl. bevorstehenden Varroadruck entgegen zu wirken.

  • @pizzajoe


    nein Luftfeuchtigkeit spielt bei der Träufelung keine Rolle. Es wird lediglich immer gesagt, dass die Temperatur "nieder" also um 0°C am am geeignetsten sein soll, da in diesem Stadium die Bienen in einer schönen Wintertraube sitzen, und so die OX mit höherer Präzision ins Volk gebracht werden kann als bei höheren Außentemperaturen.

  • Ich habe hier die Daten von 9 Völkern, die Mitte November und Mitte Dezember mit OS behandelt wurden. Das Verhältnis des Varroatotenfalls im Dezember zu dem im November sollte annähernd die Behandlungswirksamkeit im November sein. Das B am Ende der Zeile heißt "in Brut im November", was erkennbar war an vielen unfertigen Milben im Totenfall.
    96% von 1032
    85% von 554
    94% von 1811 B
    92% von 1020 B
    97% von 1252
    93% von 1134
    93% von 642
    91% von 892
    80% von 1250 B
    Wie man sieht, hat sich die Restbrut in den Völkern nicht signifikant auf die Behandlungswirksamkeit ausgewirkt. Über die Ursache dieses Befundes kann man trefflich spekulieren, ich lasse es.
    Ich würde aus diesen Zahlen ableiten, dass eine Behandlung mit OS in jedem Fall sinnvoll ist, auch wenn noch etwas Brut vorhanden sein sollte.
    Gruß Ralph

  • Vielen Dank für die vielen Antworten. Habe die Behandlung gerade durchgeführt und bin mal gespannt auf den Milbenfall. Warten wollte ich auch nicht mehr, denn wenn die Brutphase voll im Gange ist, sind noch mehr Milben in der Brut vorhanden. Ich weiß, dass es sich nicht optimal war - aber das ließ sich ja nicht mehr ändern.
    Euch allen wünsche ich einen guten Rutsch ins Neue Jahr - und ein erfolgreiches (Imker)-Jahr 2012.
    Liebe Grüße
    Maggy
    :p_flower01:

    Man sollte sich nicht über Dinge aufregen, die man nicht ändern kann !

  • Servus Maggy
    Die Winterbehandlung hat nur einen geringen Einfluß auf die Überwinterung. Sie dient lediglich dazu, daß die Bienen im Frühjahr mit wenigen Milben das Brutgeschäft beginnen. Es kann passieren, daß nächstes Jahr die Varroabelastung schon vor der Sommerbehandlung zu hoch wird und das Volk geschädigt wird. Wenn du ein/zweimal im April / Mai einen Drohnenrahmen ausschneidest, bist du wieder auf der sicheren Seite.
    Also, alles ganz entspannt.


    VG
    Günter

  • Hallo,


    vorige Woche hatte ich berichtet das wir die Oxlasäurebehandlung per Verdampfung vorgnommen haben. Heute nach einer Woche haben wir bei drei Völkern die Windeln gezogen. Das Ergebniss
    kein Totenfall bei den Bienen. Milben bei einem Volk ca. 50 Stück bei den beiden anderen 20 und 30 Stück. Da die Wirkung erst nach ca. 4 Tagen einsetzt und ca. 10 Tage anhält ist das Ergebniss was die Milbenbehandlung angeht erstaunlich gut. Im Herbst bei der 14 tägigen AS Behandlung hatten wir insgesamt ca. 1300 Milben ja Volk über den gesamten Zeitraum der Behandlung gezählt.


    Interesant dazu ist auch das Forschungsergebniss von Melifera E.V. durchgeführt wurde.
    http://www.culturaapicola.com.…varroa/oxalico_aleman.pdf


    Diese Feldstudien wurden bereits 2000/2001 an 1500 Völkern durchgeführt.


    Jetzt bleibt mir nur noch euch alles gute im neuen Jahr und ein gutes Bienenjahr 2012 zu Wünschen