Varroa "fangen" bei Vorbereitung auf die Rapstracht - geht das so evtl. ?

  • Hallo Kollegen,


    ich bin nun nach 4 Jahren der eigenen Vermehrung mit meinen 13 Völkern (wenn ich sie denn alle durchbekomme :wink:) an einem Punkt angekommen, an dem ich aufgrund der vorhandenen Ressourcen bestimmte Ideen gerne mal andenken bzw. umsetzen möchte. Nun überlege ich mir gerade, ob man die Vorbereitung der Völker auf die Rapstracht nicht evtl. gleich mit einer umfangreichen Fangaktion der Varroamilbe kombinieren kann. Vielleicht hat sich jemand ja schon einmal mit dieser Methode beschäftigt - dann habe ich es in der Suchfunktion nicht gefunden. In diesem Fall wäre ich trotzdem für Eure Einschäzungen bzw. Verbesserungsvorschläge dankbar...


    folgendes stelle ich mir vor:


    Ich habe aktuell zwei Völker direkt nebeneinander stehen, denen ich Anfang/Mitte März wie gewohnt die HR aufsetzen möchte. Ende März würde ich diese Völker dann um einige Meter verstellen und lediglich die beiden HR zusammen auf eine Zarge mit frischen Mitelwänden am alten Platz belassen. Die Flugbienen sollten sich dann in der "neuen" Beute sammeln.
    Dazu würde ich dann im zweiten Schritt noch evtl. einige Bienen der beiden alten Völker in die neue Beute fegen - die Königinnen müssten zunächst in den zwei Völkern verbleiben.


    Jetzt hätte ich also in der neuen Beute keine Brut und somit nur vermehrungsfreudige ansitzende Varroen auf den adulten Bienen. Nach ca. 2 Tagen (oder auch gleich nach dem abfegen?) würde ich aus den alten Völkern 1 oder 2 frisch bestiftete Waben nehmen und in die neu präparierte Beute umhängen.


    Jetzt müssten sich eigentlich alle (oder zumindest der überwiegende Anteil ) Varroen auf die frische Brut konzentrieren. Sobald diese verdeckelt ist, würde ich die beiden Waben wieder komplett entnehmen - somit auch viel Varroarbrut und alle Nachschaffungszellen.


    Nun setze ich eine der Königinnen aus den alten Völkern unter Futterteigverschluss zu. Nach zwei Tagen kann sie nun mit dem Stiften beginnen und ich könnte dann auch gleich ein oder zwie frisch bestiftete Waben, wiederum aus den alten Völkern, dazuhängen.


    So hätte ich nach meiner Vorstellung Ende April, Anfang Mai ein starkes Volk mit wenig Milben und legender Königin - also quasi "sauber" und "einsatzbereit" für den Raps. Schwarmstimmung sollte dann auch nicht aufkommen. (das alte Volk ohne KÖ würde ich dann nach einer Brutentnahme in Ruhe nachschaffen lassen - sollte ach den Brutzyklus der Varroa stören)


    Was meint Ihr dazu ?

    Meine Betriebsweise ist es keine Betriebsweise zu haben - jedes Jahr ist anders !

  • Ende März würde ich diese Völker dann um einige Meter verstellen und lediglich die beiden HR zusammen auf eine Zarge mit frischen Mitelwänden am alten Platz belassen. Die Flugbienen sollten sich dann in der "neuen" Beute sammeln.
    Dazu würde ich dann im zweiten Schritt noch evtl. einige Bienen der beiden alten Völker in die neue Beute fegen - die Königinnen müssten zunächst in den zwei Völkern verbleiben



    Hallo, warum willst du einen flugling machen ohne dass eine Königin in den leeren Kästen ist? Die Bienen wird ohne Königin oder offene Brut (um sich eine neue zu ziehen) nichts in den leeren Kisten halten.


    Hast du schon darüber nachgedacht stattdessen bei den Völkern eine (teilweise) Brutentnahme zu machen, so dass Königinnen, Flugbienen und ein Teil der Jungbienen in den Völkern bleibt? Die geschlüpften Bienen aus den Sammelbrutablegern könnte man dann wieder auf die Völker verteilen. Eine unverdeckelte Drohnenwabe als Fangwabe in den Sammelbrutablegern sammelt die Milben ein.


    Stefan

  • Hallo Weimaraner,


    aus meiner begrenzten Erfahrung kann ich Dir sagen, daß die Bienen ohne Königin nicht bauen würden, außerdem glaube ich, daß der Zeitpunkt für einen Flugling (Ende März) noch viel zu früh ist. Da sind die Völker gerade mit dem Aufbau beschäftigt und die Anzahl der Flugbienen aus 2 guten Völkern ergibt sicher noch kein schlagkräftiges 3. Volk ...


    Gruß Jörg

  • Hallo Drops,


    ich habe doch geschrieben, dass ich zwei bestiftete Waben mit umhänge (dann sollten sie aber dort bleiben). Und bei Entnahme nach 9 Tagen würde ich sofort die Königin unter Futterteigverschluss + evtl. zwi frisch bestiftete Waben zuhängen. Also ist doch Brut vorhanden !!! Mit der will ich ja gerade die Varroen wegfangen.




    Hallo Jörg,


    ich will ja nicht nur die Flugbienen dort haben, sonder möchte ja noch Binen dazufegen. Und Ende März hatte ich teilweise schon sehr starke Völker....

    Meine Betriebsweise ist es keine Betriebsweise zu haben - jedes Jahr ist anders !

  • N`Abend!


    Auch nachdem ich gerade deine Signatur bewusst gelesen habe, bin ich gerade jetzt noch weniger von deiner Idee überzeugt.
    Dein Plan wird scheitern, da du den beiden Völkern, voll im Aufwärtstrend, quasi das Genick brichst mit den genannten Maßnahmen. Das Ergebnis wage ich einfach mal als idealerweise 3 Schwächlinge zu prophezeien. Unabhängig von den äußeren Bedingungen. Wenn diese nicht mitspielen wirst du evtl. schlimmstenfalls nur noch ein Volk haben, dem dem zum Trotz "Flug- und "Fege"bienen fehlen werden und welches sich daher den Rest der Saison mit Erholen und Regenerien beschäftigen könnte.
    Falls du im Frühjahr gezielt den Milbendruck reduzieren willst, bilde zum phänologisch passenden Zeitpunkt Ableger und verdünne so die Milbenlast. Die jungen Völker fallen dann zwar höchstwahrscheinlich für die Tracht komplett aus, bei 13 Völkern kannst du dir den Spaß aber mit 3 Völkern bestimmt erlauben. Der Rest birgt dann die Trachten und die Ableger entwickeln sich bis zum Herbst zu richtig kräftigen Völkern. Nebenbei vermehrst du so bei geschickter Ablegerbildung und günstiger Witterung / Tracht deine Völker nicht unerheblich und bist somit gegen Verluste noch besser gefeit bzw. kannst sie besser kompensieren.


    Weihnachtliche Grüß
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Patrick Johannes () aus folgendem Grund: Falsche Anrede

  • Hallo Drops,


    ich habe doch geschrieben, dass ich zwei bestiftete Waben mit umhänge (dann sollten sie aber dort bleiben). Und bei Entnahme nach 9 Tagen würde ich sofort die Königin unter Futterteigverschluss + evtl. zwi frisch bestiftete Waben zuhängen. Also ist doch Brut vorhanden !!! Mit der will ich ja gerade die Varroen wegfangen.


    Oh, sorry, das habe ich vorhin in der Eile überlesen.
    Meinst du, dass der Milbendruck zur Rapsblüte schon so hoch ist, dass du entsprechend einschreiten musst?
    Ich habe dieses Jahr bei der Rapsernte mit verdeckelten Brutwaben Ableger gebildet.


    Stefan

  • Hallo weimeraner


    was du da vor hast, wäre für die Bienen ein wahrer Horror. Ich denke Patrick hat mit seinem Beitrag deutlich angesprochen was passieren wird und davon bin ich auch überzeugt.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)


  • Und Ende März hatte ich teilweise schon sehr starke Völker....


    Scherzkeks!:lol:
    Da sind noch 80% der Winterbienen vom letzten Jahr dabei, die aber in den nächsten 4-6 Wochen relativ zügig sterben werden.
    Es heißt doch nicht umsonst, gezählt wird am 1. Mai....


    Und für eine Nachschaffungskönigin ist es eh noch viel zu früh, da werden die Drohnen grad mal angesetzt.
    Mit dem, was du vorhast, bringst du alles nur ganz durcheinander, und Streß in diesem Ausmaß zu der Zeit können die Bienen nun gar nicht gebrauchen.


    Wir werden dich nicht davon abhalten können, aber du solltest vielleicht doch mal überlegen, ob wir nicht eventuell recht haben könnten.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • patrick so wie du es schreibst habe ich es in der Vergangenheit immer gemacht und versuche auch mir Gedanken zu machen, was man verbessern kann.


    Drops ...ich glaube nicht, dass die Milbenbelastung zu hoch ist, aber ich denke man kann das Erstarken derPopulation gleich eindämmen.


    @Drobi...ich mache auch Mitte April bereits Ableger wenn die KÖ dann Anfang Mai ausfliegt klappt das


    @sabiene....ich habe in der tat oft Völker die bereits im April schwarmzellen ansetzen. In 2011 hatte ich den ersten Schwarm in der letzten aprilwoche und den zweiten der ersten maiwoche....war dann wohl ein winterbienenschwarm. Ausserdem Frage ich doch hier extra höflich nach ... Kommentare wie -wir können dich eh nicht davon abbringen- finde ich da unangebracht

    Meine Betriebsweise ist es keine Betriebsweise zu haben - jedes Jahr ist anders !

  • Hallo Weimaraner!


    Dein Vorhaben erscheint mir nicht sehr praxistauglich. Wenn du schon Angst hast, dass zu viele Varroen im Volk sein könnten, dann führe jetzt eine Restentmilbung durch und du hast zumindest bis Ende Juli kein Problem.


    Der Zeitpunkt für eine Restentmilbung könnte jetzt nicht besser sein.


    MfG
    Honigmaul

  • Hallo honigmaul - Restentmilbung habe ich letzte Woche gemacht 13von13 waren und sind auch heute noch am leben. Das war auch nicht unbedingt meine Sorge. Ich wollte eben nur nach Wegen suchen die Varroa gleich Bon Anfang an in Schach zu halten.

    Meine Betriebsweise ist es keine Betriebsweise zu haben - jedes Jahr ist anders !

  • Hallo zusammen,


    ich denke jeder von uns sucht nach Verbesserungen in seiner Betriebsweise und manch einer hat dabei auch mal einen Denkfehler (Wunschdenken usw.). Weil wir hier darüber schreiben lernen wir gemeinsam aus diesen Fehlern, die ja noch niemandem geschadet haben ...


    Einen positiven Gedanken habe ich aus diesem Fred mitgenommen - man kann ja auch Fluglinge aus mehreren Völkern machen. Die sind dann evt. stark genug für eine spätere Tracht (nach Raps).


    Schöne Feiertage!
    Jörg

  • Eigentlich wurde schon alles gesagt und ich bin froh, das sich hier alle mehr oder weniger einig zu sein scheinen.


    Es gibt unzählige Möglichkeiten die Milbe im Spatsommer / Herbst / Winter zu dezimieren, das sich die Frage im Frühjahr gar nicht stellt.


    Außer Stress für die Bienen und unnötige Arbeit für Dich bringt das gar nichts.:wink: