Imker besorgt: Hunderte Bienenvölker verendet


  • Pestizide müssen ja nicht sofort fatal auf die Bienen wirken, es wäre auch denkbar dass sie Lebenserwartung der Winterbienen verkürzen, was dann erst ein paar Monate später zum Völkerkollaps führt.
    Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass gleich mehrere Imker (mit insgesamt mehreren hundert Vökern), die alle in der selben Ecke wohnen, zeitgleich falsch gegen die Varroa behandeln- und zwar so falsch, dass es zum Totalverlust führt. Die Varroa mag ein Übel sein, aber von manchen, die sie als Sündenbock gebrauchen können, ist sie ein Segen.

  • Jetzt mal was von jemand, der aus der besagten/beschriebenen Gegend ist:


    Das ist hier ein kleines Bundesland mit im Süden - wo die großen Bienenverluste gewesen sein sollen - ausgeprägter dörflicher Struktur. Und Dorf heißt hier wirklich noch Dorf. Zum Teil bestehen diese Orte aus nur einem Straßenzug. Die Imkerei sieht ähnlich aus: viele kleine Imker. Ich habe einige Kollegen aus der Gegend als sehr engagierte Imker kennengelernt, die sehr genau wissen was sie tun. Es allein auf die Varroa zu reduzieren, ist ein bischen billig - vor allem, wenn man weder Land noch Leute kennt.


    Leider schreiben solche Berichte, wie auf burgenland.orf.at, fast immer Leute, die keine Ahnung von der Materie haben. Sollten aber tatsächlich hunderte Völker betroffen sein, ist das ein harter Schlag für die Kollegen dort und wird auch manch anderem Kopfzerbrechen bereiten.


    Genaueres werden wir wohl erst Anfang nächsten Jahres bei der Jahreshauptversammlung unseres Landesverbandes erfahren - oder auch nicht. Es gab vor wenigen Jahren schon einmal solch ein Bienensterben. Das zog sich damals sichelförmig von Norditalien über Kärnten bis genau in jene Gegend im Südburgenland.


    Lassen wir wieder die Experten ran. Vielleicht finden sie ja diesmal was.

  • Hallo gazdin:


    Du bittest: "Lassen wir wieder die Experten ran."
    Passiert doch schon: Siehe die hochqualifizierte Stellungnahme #2 von Florian.


    Dafür bin ich immer 'sehr dankbar'! -;)


    Heidjer Wolfgang

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)

  • Das zog sich damals sichelförmig von Norditalien über Kärnten bis genau in jene Gegend im Südburgenland.


    Nur mal so'n Gedankenspiel:
    Wären es unerlaubte Spritzmittel, wäre doch sicher nicht so'n großer Bereich betroffen. Die Bauern mehrerer Länder sprechen sich doch nicht ab, etwas Unerlaubtes zu spritzen.
    Bienenschädigende Spritzmittel und ein Bienensterben dadurch, sind nach meiner Meinung immer lokal begrenzt.
    Wenn aber bestimmte Varroamittel auf Grund von bestimmten Wetterlagen nicht richtig wirken und die Varroabelastung dadurch an der Schadschwelle liegt, reichen sicher ein paar zusammenbrechende Bestände um eine Kettenreaktion in Gang zu setzen, die ein Gebiet, wie von dir beschrieben schädigt.
    In Gegenden wo das Wetter zur Behandlung besser war (anderes Tal z.B.) gibt es dagegen wenig Zusammenbrüche.


    So, und jetzt sind wieder die Gegner der Reinvasionstheorie dran.....:wink:


    VG
    Günter

  • So, so, Simon
    Dann behauptest du einfach mal so, daß in den anderen Gegenden keine Beizmittel angewendet werden?
    Maisbeizmittel sind aber ein europaweites Phänomen und nicht auf besagtes sichelförmiges Gebiet begrenzt.
    Wie erklärt sich ein Simon Angerpointner sowas?
    Die Guttationsproblematik will ich hier nicht kleinreden, das ist sicher ein Bienen- / Imkerproblem, aber in obigen Fall doch eher unwahrscheinlich. Ich hab auch noch nicht gehört, daß durch Maisbeizmittelgutation im Herbst Völker zusammenbrechen. Sowas passiert, wenn schon , im Frühjahr.
    Ich hab das in einem anderen Fred schon beschrieben, daß es in meiner Gegend letzten Winter in einem Naturschutzgebiet mit absolut keinem Mais im Flugbereich, einen Völkerzusammenbruch gab. Das Wetter zur Haupbehandlung davor war eben nicht optimal für Schwammtuch und 60%.


    VG
    Günter

  • Meine bescheidene Meinung:


    Besagtes Bienensterben kann nat. aufgrund der noch erlaubten Poncho Pro Beize in Ö. aufgetreten sein.


    Wenns dem so ist: Werden wir es erfahren?



    Aber warum haben wir z. B. in unserem Vereinsgebiet heuer derbe Probleme?


    2 Jahre war fast nichts. Na gut........ weiß schon was kommt: Aber!


    Es trifft Züchter, sorgfältigste Behandler, Imker die immer auf Zack sind usw. Schluderer und Nichtschluderer, teilweise Totalverluste
    (nicht Imker mit 3 oder 4 Völkern, sondern welche mit 25 Völkern) usw. usw. und so fort.


    Das komische ist auch: Manche haben null Problem (oder sagen es nicht) und manche gewaltige Probleme.
    (Bei uns wird Mais auch intensivst angebaut, die erlaubten Beizen werden auch im Bienenbrot gefunden)



    Ich glaube, daß sie (die Honigvögel) teilweise schon so geschwächt sind, daß sie bei den "ordnungsgemässen Behandlungen" dann noch den Rest bekommen, so kommts mir schon vor.


    Also stellt sich da schon mal die Frage: Behandeln oder nicht?


    Das wird bald die Frage.............





    Gruß Simmerl

  • Wir müssen die Bienenvölker richtig Behandeln . Dürfen aber nicht immer direckt alles auf die Varroa schieben. Unsre Bienenvöler werden stark von den Pestiziden geschwecht und Krank gemacht . Ich denke das macht unsre Bienenvölker mehr kaputt als Varroa.

  • Na, wie erklärt sich ein Summsi-Günther so ein sichelförmiges Sterben?


    Re-Inv. durch sichelförmige Schluderer und Nichtbehandler?


    Gruß Simon


    Was weiß ich. Vielleicht Talverlauf, vielleicht örtlich begrenzte Wetterphänomene, oder, oder, oder. Ich kenn die Gegend nicht.
    Im Übrigen, Reinvasion wird dadurch nicht unwahrscheinlicher, wenn man alles ins Lächerliche zieht.
    Simmerl, du kommst mir vor, wie ein Verschwörungstheoretiker, der alle Schuld nur immer in der bösen, bösen Agrarchemie sieht. Du hast dich auf diese Linie eingefahren und ignorierst alles, was in die andere Richtung zeigt.


    Tatsache ist, Völkerzusammenbrüche gibt es, wo Mais in der Nähe ist genauso, wie es Völkerzusammenbrüche ohne Maisbestand in weitem Umkreis gibt. Genauso in intensiv-bewirtschafteter Gegend, wie auch in Naturschutzgebieten. Man kann diese Zusammenbrüche nicht unbedingt an eine bestimmte Ackerfrucht festmachen, wohl aber an der Behandlung der Völker.


    VG
    Günter
    der ohne "h"

  • Simmerl, verzeih dem Summsi, der hat nicht mit bekommen dass im April - Mai 2011 ein Bienensterben durch Maisbeize im Burgenland war.
    2008 entfernten wir alle Pollenwaben, haben das die Burgenländer 2011, also 3 Jahre nach dem Gau:evil: auch getan:cry:

  • Die Situation im Burgenland ist wesentlich schlimmer!


    Die Rechtslage bei der Aussaat von Mais war bis 2010 so, dass sämtliches Maisaatgut, das angebaut wurde, (zur Vorbeugung gegen den Maiswurzelbohrer???) gebeizt sein musste. War die Angst vorm Maiswurzelbohrer wirklich so groß??? Was für ein Zufall das gewisse Maisbeizen zuvor in einem deutschsprachigen Nachbarland verboten wurden. Wo wohl das bereits gebeizte Saatgut aus Deutschland "kostengünstig entsorgt" wurde???
    Seit 2011 ist es so, dass nur eine Beizpflicht für Maisfolgekulturen besteht - soll heißen, nur wenn die Fruchtfolge nicht eingehalten wird, was wiederum beim Großteil der Maisanbauflächen der Fall ist.


    Die spezielle Situation im Südburgenland ist nun, dass es Biogasanlagen, einen sehr, sehr mageren Boden und einen Menschenschlag, der nach Jahrhundertelangem hartem und gefährlichem Leben an der Grenze zu Ungarn ausgesprochen obrigkeitsgläubig ist und mit Überalterung zu kämpfen hat, gibt. Der österreichische Umwelt- und Landwirtschaftsminister kommt übrigens aus der burgenländischen Politik. Der burgenländische Imkerpräsident hat den burgenländischen Imkern explizit empfohlen nicht an einer Kundgebung gegen die Bienengefährdung durch Neonicotinoide teilzunehmen.


    Österreichs Bienenwissenschafter der für die Untersuchung von Bienensterben zuständig ist, zeichnet sich für folgenden Artikel verantwortlich:


    http://www.ages.at/ages/landwi…-von-insektenbestaeubung/


    Wes Brot ich ess, des Lied ich sing!!!


    Somit steht der Verursacher für das Bienensterben im Südburgenland fest.
    Es sind die dummen Imker !
    Viel zu blöd ihre Bienen vor einem Parasiten, den sie selbst aus Asien eingeschleppt haben zu beschützen!
    Und jetzt wollen sie die armen Pestizidhersteller für ihre Unfähigkeit verantwortlich machen...?
    Was sie ja im vorauseilenden Gehorsam ja auch schon zugegeben haben!
    was für einen Kursleiter von Imkerkursen (Hofmann) sicherlich nicht leicht war (vermutlich um der Todesstrafe wegen mangelndem Vertrauen in die Politik und der "unabhängigen" Wissenschaft, die in der Bienenzucht ohnehin nur einen Parasiten des Ackerbaus sieht, zu entgehen).


    liebe Grüsse aus dem südlichen Burgenland
    Dort wo die Welt für die Pestizidhersteller, "wirtschaftsfreundliche" Politiker und "unabhängige" Wissenschaftler noch in Ordnung ist!


    Fan

  • Man kann diese Zusammenbrüche nicht unbedingt an eine bestimmte Ackerfrucht festmachen, wohl aber an der Behandlung der Völker.


    VG
    Günter
    der ohne "h"


    Danke Günter ohne h, jetzt hab ichs auch begriffen!


    Steht ja auch in der Bienenaktuell Dez. 12, wie wir tun müssen:


    Nach Auffütterung Api live var und dann ein paar mal Bienenwohl!


    Der Autor behauptet, daß er seit 1998, mit dieser Methode angewandt, noch keins seiner 80 Völker verloren hat.


    Da sieht man mal, was wir uns da herumplagen mit unseren unqualifizierten Beiträgen, wos doch lediglich an der richtigen Behandlung der Völker liegt.



    Gruß Simon

  • Der Autor behauptet, daß er seit 1998, mit dieser Methode angewandt, noch keins seiner 80 Völker verloren hat.


    Wenn ich sowas lese, werde ich immer ganz rot und schäme mich, welch' schlechter Imker ich bin.
    Bei richtig guten Imkern sind die Völker sehr viel gesünder, als in jedem seriösen Lehrbuch der Imkerei beschrieben. Früher wurde berichtet, dass 10% der Völker im Durchschnitt der Jahre eingehen. Aber seit's die Milbe und der Streit mit der Agrochemie gibt, gibt's immer mehr Imker, die keinerlei Überwinterungsverluste haben. :roll: