Doppelbehandlung Perizin und Oxalsäure im Winter

  • Eine Frage, die vielleicht sehr abstrus klingen mag. Aber mich interessiert es:


    Hat schonmal jemand probiert, während des Winters (d.h. in der brutfreien Zeit) seine Völker zweimal zu beträufeln: Einmal mit Perizin und das zweite mal mit Oxalsäure bzw. umgekehrt?
    Gibt es dazu Erfahrungen? Gibt es dazu Literatur? Bienenverträglichkeit, Wirkung auf die Milben?


    Wer's öffentlich nicht zugeben will, bitte auch als PN.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Hallo


    Noch nie probiert
    (weil Perizin Gegner)


    aber unter vorgehaltener Hand schon von Versuchen in diese Richtung gehört,
    die schief gegangen sein sollen.
    In wieweit das der Wahrheit entspricht kann ich aber nicht sagen,
    weil ich nicht dabei war.


    Gruß Uwe

  • Hallo WW,
    Nimm es mir bitte nicht übel - aber warum soll man das machen? Ich denke es ist schon mehr als genug einmal den Deckel aufzureissen....alleine den Temperatursturz wieder auszugleichen und dann noch gegen die Verdunstungskälte der eingebrachten Flüssigkeiten anzukämpfen ist schon der pure Horror für die Tiere. Jetzt ist es ohnehin zu spät, wen die Völker siech sind. Oder habe ich dir Frage evtl. Falsch verstanden und Du möchtest beide Mittel in einer Lösung und in einem Vorgang ins Volk bringen?


    Gruß Weimaraner

    Meine Betriebsweise ist es keine Betriebsweise zu haben - jedes Jahr ist anders !

  • Hallo Wald& Wiese!


    Ich kann auch den Sinn der Frage nicht erkennen. Wenn der Imker die Nerven behält und tatsächlich bis zur Brutfreiheit wartet, dann ist eine Behandlung völlig ausreichend. Es ist auf diese Weise ein Wirkungsgrad zwischen 95 % und 99 % zu erzielen und das reicht völlig aus. Wird außerhalb der brutfreien Zeit behandelt, dann hilft sowohl eine Perizin- als auch ein Oxalsäurebehandlung nichts.


    Anmerkung:
    Grundsätzlich gilt der Dezember als ralativ sicherer, brutfreier Monat. Also die Bedingungen sind zur Zeit optimal.


    MfG
    Honigmaul

  • Solche Methoden kahmen in der Zeit zum Einsatz wo es um die Wirksamkeit der OX ging. Dort wurden erst die Völker mit OX geträufelt und 3 bzw. 4 Wochen später noch mit Perizin behandelt, um zu sehen was dabei rauskommt.


    Eine Verbesserung der Varroaprobelatik war hier nicht zu erkennen.


    Allerdings frag ich mich was das bringen soll, vorallem werden dadurch die Völker doppelt belastet; erst mit OX und dann noch mit Perizin, und außerdem sollte man die Nebenwirkungen (Rückstandsproblematik) mal ins Auge fassen.


    Eine OX - Träufelung sollte ausreichend sein, wenn die sonstigen Voraussetzungen erfüllt sind/waren.

  • Solche Methoden kahmen in der Zeit zum Einsatz wo es um die Wirksamkeit der OX ging. Dort wurden erst die Völker mit OX geträufelt und 3 bzw. 4 Wochen später noch mit Perizin behandelt, um zu sehen was dabei rauskommt.


    Genau. Und dazu wollte ich gerne konkreten Zahlen/Auswertungen wissen, wie so eine Doppelbehandlung im Gegensatz zu den singulären Behandlungen wirkt. Also auf die Bienen und die Milben.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • wald&wiese


    ich glaube dass solche Versuche in / bei der Landesanstalt für Bienenkunde in Stuttgart - Hohenheim gemacht wurden.
    Ich kann mich dunkel an einen Bericht von Dr. G. Liebig erinnern nur komm ich nimmer drauf wo dieser veröffentlicht wurde.
    Evtl hilft es, da Dr. Liebig ja nicht mehr im Dienst ist, direkt bei der LAB per Mail zander@uni-hohenheim.de anzufragen.


    Ich werde mich mal über die Feiertage dran machen, den Bericht zu suchen, den ich meine.... kann aber ein paar Tage dauern :=)

  • hannes1


    das ist schon richtig - aber man muss das auch mal so sehen - ohne dass solche Versuche unternommen werden könnten neue Behandlungsmittel wie damals z.B. Oxalsäure nicht zugelassen werden, weil die Wirksamkeit nicht bewiesen werden kann.


    Neben Perizin wird in solchen Versuchen auch z.B. FOLBEX VA Neu oder Klartan / Apistan für die Wissenschaft eingesetzt....

  • Hallo Bienenfreunde!


    Bei der Zulassung der Oxalsäure scheitert es daran, dass man damit kein Geld verdienen kann. Ein KG OS kostet ein paar Euro und man kann damit geschätzte 1000 Völker beträufeln. Da ist nicht zu verdienen. Wer sollte da die Verfahrenskosten tragen?


    In Österreich ist es Gott sei Dank anders!


    MfG
    Honigmaul

  • ich frage mich dann nur, warum im Deutschland zumindest die Träufelmethode der OX zugelassen wurde? ...


    In meiner Antwort ging es darum wie ein Behandlungsmittel auf Wirksamkeit getestet werden kann.


    In einigen Bieneninstituten in Deutschland sowie z.B. die Forschungsanstalt für Milchwirtschaft in Liebenfald - Bern (CH) hat ähnliche Versuche schon viel früher als in Deutschland und Österreich mit OX unternommen.


    Die Behandlung mit OX in Form der Besprühung (wie es aus der Forschungsanstalt für Milchwirtschaft in Liebenfeld empfholen wird) bzw. eine OX - Behandlung in Form der Bedampfung ist in Deutschland aus Sicherheitsgründen für den Imker (noch) nicht zugelassen worden.


    Aus Sicht der zustänigen Stellen reiche eine Behanldung in Träufelform mit einer Wirksamkeit von 90 - 99% vollkommen aus.


    von dem her... alles grün


    Ausserdem wollte wald&wiese nur wissen, ob und in welcher Form Kombibehandlungen im OX und Perizin durchgeführt werden

  • Ganz typisches Forengehabe:
    Klare Frage:

    Hat schonmal jemand probiert, während des Winters (d.h. in der brutfreien Zeit) seine Völker zweimal zu beträufeln: Einmal mit Perizin und das zweite mal mit Oxalsäure bzw. umgekehrt?
    Gibt es dazu Erfahrungen?


    Wichtige Antwortbeiträge:

    Perizin kommt mir schon wegen der Wabenbelastung nicht mehr ins Volk...


    Halte allein schon den Gedanken , für Experimente in dieser Richting , für pervers.
    Unsere Mädels sind doch keine Versuchsobjekte !!



    Und deshalb versuche ich mal die Faktenlastigkeit zurückzuholen:

    Genau. Und dazu wollte ich gerne konkreten Zahlen/Auswertungen wissen, wie so eine Doppelbehandlung im Gegensatz zu den singulären Behandlungen wirkt.


    Für mich ist Perizin der Retter in der Not, der Nothelfer oder Notnagel. Aber auch das Alternativbehandlungsmittel vor der Tracht. Ich behandle niemals zweimal mit OS flüssig, weil die Lebenserwartung bzw. Restlebenserwartung um etwa 50% abnimmt, wenn die Bienen derart übersäuern. Da ich im Januar einen Milbenfalls von <1 Milbe (opt <.5) anstrebe und das mit der Windel Mitte Januar überprüfe, kann es sein, daß eine weitere Behandlung gerechtfertigt ist. Dafür setze ich Perizin ein. (OS-Zulassung 31.12 ...) Perizin darf 6 Wochen vor der Tracht eingesetzt werden, ist also das Mittel der Wahl zu dieser Zeit.
    Da Perizin auch nach Perizin eingesetzt werden kann, ist auch eine Behandlung im Dezember plus eine Behandlung nach Kontrolle Mitte Januar machbar und angeraten. Den Behandlungsmilbenfall kontrolliere ich nicht - offene Böden - aber den Erfolg 14 Tage später.


    Es ist zu beobachten, daß Völker, die im Januar nach Dezember-OS noch 5 Milben auf die Windel legen nach Perizin dann bei 0 liegen, während der Milbenfall aus reinen OS-Völkern da bereits wieder steigen kann. Diese (Januar-Perizin-Völker) haben bis weit in den Spätsommer die geringsten Milbenlasten und machen in dieser Hinsicht die wenigsten Probleme. Die Quote der nächstjährigen Milbenopfer ist unter den spät behandelten Perizin-Völkern signifikant niedriger.


    Völker die im Januar mit OS (Zweitbehandlung) behandelt wurden, kommen gut durchs Jahr und in den Frühling, wenn dieser Ende Februar beginnt. Bei einem langen Winter (Restlebenszeitverkürzung) haben die es wahnsinnig schwer oder entwickeln sich nicht. Deshalb behandle ich nicht OS nach Perizin. Bienen die im Januar schon sterben können die Brut im März nicht wärmen ...

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder