Ilse kam, sah und kriegte....

  • Anlässlich des Besuchs von Ministerin Aigner beim Brennerbräu in Bischofswiesen
     
     
    Ilse kam, sah und kriegte…………..
     
    viele Geschenke, andeutungsweise eine mit der Rute gewischt vom Krampus und eine doch „verbraucherfreundliche“ Levitenlese vom Niko.
     
    Naja, mein Resümee, viele Seifenblasen, viel PR, einige Selbstdarstellungen, durchmischt von nicht elitären Fragen an die Frau Ministerin was auch an der moderaten Vorselektierung gelegen haben mag.
     
    Was ich jedoch vermisst habe, sind die Fragen, die jedem Landwirt unter den Nägeln brennen müssen. Wie geht’s mit meiner Landwirtschaft weiter? Auf welchen Zug muss ich demnächst aufspringen um meinen Betrieb weiterführen zu können? Ist es betriebswirtschaftlich gesund, so weiterzuarbeiten? Welche Alternativen könnten helfen, welche sind machbar? Etcetera, etc.
     
    Freilich, hätte man mich gefragt, hätt ich schon Antworten gewusst.
    Dann hätte die Ilse nicht soviel reden müssen.
     
    Es bedarf einer grundlegenden Veränderung in der Landwirtschaft.
    Nein – nicht zurück in die Steinzeit, sondern mit dosierten technischen Errungenschaften für eine emissionsarme Landwirtschaft.
     
    Priorität hat da, die Erhaltung eines intakten Bodens, unverseuchten Wassers.
    Auf chemischen Pflanzenschutz kann grundsätzlich komplett verzichtet werden durch biotechnisch integrierten PS, sowie durch Fruchtfolge und disziplinierter Düngung.
    Wobei auf künstlichen Stickstoff (dem nachweislichen Klimakiller Nr. 1) komplett verzichtet werden sollte. Auf Agrogentechnik, sowieso!
    Es gibt so viele Kleesorten, die besten Gründünger und Viehfutter liefern.
     
     
    Man sollte sich vielmehr, der Viehgesundheit zuliebe überlegen, muss man soviel Silage füttern? Wäre nicht das Gesundungsfutter Heu die bessere Alternative?
    Muss unbedingt Mais und Soja eine Überproduktion vorantreiben? Vom ökologischen Sinn einmal abgesehen!
    Ach ja, hat nicht der Mais schon die Mayas vernichtet? (durch ausgelaugte Böden)
     
    Müssen wir 50% des Getreides ans Vieh verfüttern und noch dazu einen Teil verbrennen oder als Müll vernichten?
    Welchen Energieinput muss jeder Landwirt betreiben, um mitzuschwimmen im Bad der Angesehenen? Freilich, so gesehen müssen wir soviel produzieren, sonst kommen wir nicht um die Runden.
     
    Nun, ich war noch nie ein guter Katholik und hab so manche Jugendsünde hinter meiner.
    Aber dennoch weiß ich, was Sünde ist:
    Verseuchtes Grundwasser und Bodendenkmäler unseren Nachkommen zu hinterlassen für Lebensmittel, die teilweise auf dem Müll landen, oder für Energie vergast werden.
     
    Was wir brauchen ist eine extensive, kleinstrukturierte Landwirtschaft, das zeigt der Weltagrarbericht 2008 eindeutig, sowie der Welthunger-Index 2011.
    Wie Dr. Heringer immer sagt: Der Welthunger ist nicht nur das Problem der Dritten Welt - nein – es ist mehr noch, unser Problem!
     
    Wäre die Ilse im Sommer gekommen und durchs Chiemgau und den Rupertiwinkel gefahren ,
    hätte sie vielleicht bemerkt, dass es bei uns an Farbe mangelt. Kein Rot und Blau nicht mehr in den Getreideschlägen, keine bunten Kräuterwiesen mehr, dafür monotones Einheitsgrün vom Feinsten.
    Mir gehen sie ab, die Farbtupfer in Feld und Flur! Meine Seele weint, wenn ich zurück denk
    an die Blumenwiesen meiner Kindheit. Mag sein, dass wir auch deshalb so viele psychisch
    Kranke in unserer Gesellschaft haben.
     
    Der Biologe Wilson sagt: Verschwinden die Insektenbestäuber, fällt die Erde ins tiefste Mittelalter zurück. Krieg und Barbarei werden uns begleiten und wir werden darum beten, dass Unkraut und Insekten wieder zurückkehren.
     
    Aufwachen, sog J nur, so auf Weihnachten hin!
     
    Zugegeben, zu den Veranstaltungen der zivilcourage und der AbL, kam mehr Publikum, als zur Ilse. Ich dreh mich um und lächle leise……….
     
    Simon Angerpointner




    Liebe Imkerinnen und Imker,


    diesen Lesebrief haben die Lokalzeitungen am WE veröffentlicht anlässlich des Besuchs unserer Ldw. Ministerin.
    Der Text mag etwas süffisant oder selbstverherrlichend ausgefallen sein, aber er widerspiegelt so nur die Umrahmung der Veranstaltung.
    Ich möchte Euch auch bitten, dies hier:http://www.br.de/fernsehen/bay…arbuendnis-bayern100.html
    zu unterstützen, da es um unsere Honigvögel geht.


    Wenn der Adm. oder die Mods. meinen, es paßt nicht, löscht es einfach!



    In Vorfreude auf ein Besinnliches!



    Gruss Simmerl
     
     

  • Hallo Simmerl,
    sehr schön beschrieben, dabei aber nicht mit Horrorszenarien gedroht.
    "Es bedarf einer grundlegenden Veränderung in der Landwirtschaft." Nicht nur in der Landwirtschaft, sondern auch in unserem Verhalten in puncto Klima, Konsum.
    Genau das ist es aber, wovor die meisten Angst haben. Bloß nichts ändern, sonst fallen wir ja womöglich ins Mittelalter zurück. Und warum soll gerade ich was ändern? sollen doch die andern machen, ich kann da eh nichts verändern.
    Dabei gibt es nur mit Veränderung und Andersdenken Dynamik und Fortschritt.
    Wenn die Erfinder alle gedacht hätten, "oh das haben wir schon immer so gemacht!", dann würden wir heute noch wie Affen auf den Bäumen sitzen.
    Deshalb danke für solche Denkanstöße!

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Hallo Simon
    Der Brief gehört nicht nur in die Lokalzeitung. Den müssten sich viele, vieleicht auch wir Jmker hinter den Spiegel stecken-
    besser ist noch den Text im Herz tragen. Ja wie waren die Wiesen und Felder bunt. Leider ist alles dem Fortschritt geopfert und dem Profit.
    Eine Gesellschaft mit fortwährendem Wachstum ist gefordert und die Bienen sind mit im Überlebeskampf.
    Trotz allen ein schones und besinnliches Weihnachtsfest.
    Grüße von Peter

  • Ja , was soll man zu dem Fred sagen ?
    " Ich dreh mich um und lächle leise…… " : Humor hat , wer trotzdem lacht !
    Das mit dem Feststellen und Beschwören haben wir doch immer wieder neu. So , treten wir weiterhin nur auf der Stelle , und das war's.


    Allen frohe Feiertage und einen angenehmen Jahreswechsel,


    wünscht hannes.

  • Hallo !


    @ Simmerl


    Danke ... gute Worte gefunden ...
    ... und auch Dank für den BR Link !




    mhhh....


    Der arabische Frühling begann mit einer Selbstverbrennung....mhh....Helmut wie sieht´s aus:cool:


    Joe one: Fordere den Helmut nicht herraus:daumen:



    Hat Ilse jetzt schon Selbstmordgedanken ?


    Gruß
    der Bienen
    Knecht

    Aus der Übertreibung der Warnungen,
    ist die Unterschätzung der Realität geworden.

  • Nee Knecht, die Ilse nicht....


    So`n arabischer Frühling hätte schon was. Es ist hier schlagartig wieder mal so a...kalt geworden.
    Das passiert irgendwie in letzer Zeit andauernd. Aber ob`s am Winter liegt, dieses Klima, was da entsteht?


    simon : Hut ab vor Deiner Unermüdlichkeit.
    Wer nichts liest, der nichts merkt.


    Und wenn du nur einen wachgerüttelt hast :daumen:

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • simon : Danke!


    Und wenn ihr den BR-Link bis zum Ende gelesen habt, so ist Euch sicher ein bunter Kranz aufgefallen. Oben steht das Abzeichen vom DBIB. Und wo ist der DIB? Mal wieder auf Tauchstation, weil man sich unter Wasser nicht den Mund verbrennen kann?


    Heidjer Wolfgang

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)

  • Danke auch Dir,


    Wolfgang von der Heide,


    Deine Worte in Gottes Ohr!


    Übrigens, die Kampagne ist nicht nur auf bayrischem Mist gewachsen, siehe: http://www.meine-landwirtschaft.de/


    sie fungiert deutschlandweit.



    Ja, würden da 80.000 Imker dahinterstehn, wär das schon eine Weltmacht,


    Imker und Landwirte zusammen, wären dann eine Allmacht....


    ....aber hören wir das Spinnen auf, es wär schon schön, wenn sich Pö a Pö, was ändern würde.


    Gruß Simon

  • Zitat

    Der arabische Frühling begann mit einer Selbstverbrennung....mhh....Helmut wie sieht´s aus

    Oh Drohn, der arabische Frühling wird nur zu einem Machtwechsel. Nur hast es du und unsere Presse noch nicht gemerkt. Wenn wegen dem Erdöl die Diktatoren ausgewechselt werden, folgt auf den Frühling gleich wieder der Winter.


    Remstalimker:lol:

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol: