Entdeckeln mit Heißluft

  • Hallo,


    In http://www.bzv-asbach.de/imker…v/monatsbetrachtung-juni/ wird die Entdeckelung mit Heißluft beschrieben.
    Dass das Arbeit spart, leuchtet mir ja sofort ein. Aber Honig soll ja keinesfalls wärmer als 40°C werden, und Wachs schmilzt erst ab 60°C. Gibt es da Erfahrungswerte oder Untersuchungen?


    BTW: hat jemand die Februar-Monatsbetrachtung gesehen? die scheint verschwunden zu sein?

  • Schon, aber dort wird die Frage nach Honigqualität nur in einem einzigen Beitrag kurz angeschnitten.


    Weil es eben kein Problem darstellt und die Honigqualität duch die sehr kurzzeitige Erwärmung der Oberfläche der Zelle keinen Schaden nimmt. Das Luftpolster unter dem Zelldeckel sorgt zudem für die eine zusätzliche Pufferzone.


    LGR

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • @ Omni ,


    habe gerade mal in die Monatsbetrachtungen / Februar von P. Aumeier reingesehen.
    Meine nur : Hiermit wird ein schlechtes Beispiel gegeben . Wenn im Vorjahr bis zur Restentmilbung alles ordnungsgemäß gemacht wurde , ist bis etwa zum Reinigungsflug , Ruhe am Volk angesagt.
    Alles andere ist nur Spielerei , die in die Hosen gehen kann,und lediglich die Neugierde befriedigt.
    Heißluft : gute Sache , die Siebe müssen aber öfter gewechselt werden.


    Gruß hannes

  • ...Heißluft : gute Sache , die Siebe müssen aber öfter gewechselt werden.


    Bei mir nicht.
    Ich lasse über Grobsieb in einen Eimer laufen.
    Den Eimer dann über ein Spitzsieb mit Feinsiebung.
    Seit Einsatz der Heißentdeckelung (7 Völker) habe ich noch nie ein Sieb wechseln müssen.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Die Heißluftentdeckelung funktioniert nur bei Waben gut, die hell verdeckelt sind, d.h. bei denen sich etwas Luft unter dem Wachsdeckel befindet.
    Luft ist ein sehr schlechter Wärmeleiter, weswegen der Honig darunter auch nicht erwärmt wird.


    Ich bin vor der Heißluft trotzdem wieder abgekommen und nehme wieder die Gabel, machmal auch das Messer. Meine Erfahrung nach einigen Jahren Heißluft:
    a) Bei dunkel verdeckelten Waben funktioniert diese Methode schlecht, das Wachs schmiert.
    b) Bei hell verdeckelten Waben werden die Deckel (bzw. die flüssigen Wachströpfchen) regelrecht abgesprengt und im Umkreis von 0,5 Meter ist alles mit kleinen Wachskügelchen verpappt.
    c) Häufig bilden sich auch Wachstränen auf der Wabe, die dann doch mit der Gabel entfernt werden müssen.
    d) Das Grobsieb muss häufiger gereinigt werden.


    Gruß
    Günter

  • Die Heißluftentdeckelung funktioniert nur bei Waben gut, die hell verdeckelt sind, d.h. bei denen sich etwas Luft unter dem Wachsdeckel befindet.
    Luft ist ein sehr schlechter Wärmeleiter, weswegen der Honig darunter auch nicht erwärmt wird.


    Das liest man immer wieder hier, dass der Fön bei dunklen Waben nicht funktioniert, weil da weniger oder keine Luft unter den Zellen wäre. Ich zweifel da etwas, auch bei den alten muss Luft da sein. Ich kann auf unbebrüteten Waben die Wachsdeckel so weit eindrücken, dass der Honig Kontakt hat - schaut dann typisch "nass" und nicht mehr so hell aus - ich kann das aber genauso bei bebrüteten Waben machen.


    Meine Theorie wäre eher, dass sich die Wachszusammensetzung unterscheidet. Bienen produzieren ja nicht unbedingt neues Wachs zum Verdeckeln, sondern nehmen auch das von der Wabe auf der sie gerade sind. Vermutlich hat auch die Wabenstruktur einen Einfluss. Wobei Nymphenhäutchen ja eher keine Wärmeleiter sind ... Weiß jemand, was der physikalische Grund ist, warum das bei bebrüteten nicht funktioniert?


    Auch wird gesagt, dass die Luft unter (!) den Zelldeckeln erhitzt werde und das Wachs dann "weggesprengt" werde - hab das sogar mal bei Aumeier gelesen. Glauben tue ich das nicht! Das ist dann wohl eher der Luftstrom des Föns, der da "sprengt".




    a) Bei dunkel verdeckelten Waben funktioniert diese Methode schlecht, das Wachs schmiert.
    b) Bei hell verdeckelten Waben werden die Deckel (bzw. die flüssigen Wachströpfchen) regelrecht abgesprengt und im Umkreis von 0,5 Meter ist alles mit kleinen Wachskügelchen verpappt.
    c) Häufig bilden sich auch Wachstränen auf der Wabe, die dann doch mit der Gabel entfernt werden müssen.
    d) Das Grobsieb muss häufiger gereinigt werden.


    Man kann sicher die Entdeckelungsgabel nicht wegwerfen, wenn man mit dem Fön arbeitet. Gerade beim Abräumen hat man immer wieder bebrütete Waben, auch wenn man sonst mit unbebrüteten im Honigraum arbeitet.


    Stimmt, im Wohnzimmer würde ich das nicht machen. Es spritzt schon etwas. Wir verwenden übrigens so eine Düse: http://www.svh24.de/images2/570/2/252/1016000397_1.jpg die den Luftstrom etwas nach unten lenkt. Man kann damit etwas "breiter" arbeiten als ohne.


    Das mit den Grobsieben liest man hier auch ab und an. Kann das definitiv _nicht_ bestätigen, sondern im Gegenteil haben wir deutlich weniger Wachs im Grobsieb. Hängt vielleicht auch mit der Zeit zwischen Entdeckeln und Schleudern zusammen, nur als Vermutung. Generell habe ich sehr viel weniger Wachs im Honig als mit der Gabel, nicht nur im Sieb, sondern auch beim Aufschäumen im Fass.


    Nach manchen Blütenhonig-Ernten hatte ich schon Blasen von der Entdeckelungsgabel zwischen Daumen und Zeigefinger, das ist beim Fön nicht so und ist - zumindest bei unbebrüteten und nicht gequetschten Waben - schneller mit dem Vorteil, dass der Honig weniger Wachs enthält.

  • Entdeckeln mit Fön, wo bleibt dann das begehrte Entdecklungswachs ???


    Das schmilzt zu kleinen klümpchen und bleibt am Zellrand hängen! :-) Wir schmelzen im Herbst einfach ein paar Waben mehr ein, falls wir tatsächlich für unseren Wachskreislauf etwas mehr brauchen. Klar, ist schon ein schönes Wachs, das beim Entdeckeln "übrigbleibt". Für die Kerzenherstellung ist es so aber eh zu hell und bedeutet ja auch wieder Arbeit (Auswaschen, Einschmelzen) in einer Phase im Bienenjahr, wo man eh genug zu tun hat.


    Übrigens nicht auswaschen und dann in einen Eimer geben und bis zu den Wachsarbeiten im Herbst "vergessen". Ich habe so schon mal einige kg Entdeckelungswachs wegwerfen üssen, da es im Eimer geschimmelt ist. Besser etwas abtropfen lassen und mit dem Resthonig locker in einen alten Eimer geben.