Aktuelle Varrose / Winterausfallsituation

  • o.k., auch auf die Gefahr hin , dass ich mich hier um Kopf und Kragen schreibe: ein Drohn trägt einzig die Erbmerkmale seiner Mutter.


    So ist es! Drohnen entstehen aus unbefruchteten Eiern, daher ist es z.B. auf einer Belegstelle theoretisch auch wurscht, von wem die Mütter der Drohnenvölker begattet wurden. Leider ist diese biologische Grundlage der Bienenbiologie und Zucht selbst manchen Imkern nicht immer bekannt ...

  • ...mithin der arme Drohn hat keinen Vater, aber einen Großvater, an den er sich gewiß nicht erinnert...vielleicht erklärt das sein Sexualverhalten. ;)

    "One of nature's biggest forces is exponential growth" (A.Einstein)

  • Ähm, Hallo, Moment mal *fingerheb*


    Drohnen sind haploid = einfacher Chromosomensatz. Aus einem unbefruchteten Ei bekanntlich. Diploide Drohnen können (selten bzw bei Inzucht) entstehen, die räumen die Arbeiterinnen aber aus.



    Die Arbeiterinnen und Königinnen sind diploid = doppelter Chromosomensatz, einen Teil von der Mutter, einen vom Vater, also befruchtetes Ei.


    In einem Bienenvolk einer natürlich begatteten Königin, die sich mit mehreren Drohnen paarte, befinden sich also mehrere Gruppen von Halbschwestern, die zu 25% in ihren Erbanlagen übereinstimmen. Die Gruppen mit demselben Drohnensperma väterlicherseits jedoch zu 75%.


    Das heißt also, das Muttervolk hat eine solche Geschwistergruppe im Stock, die zu 75% mit dem Erbgut der von dort stammendenKönigin übereinstimmt.


    Die von ihr gelegten Drohneneier sind wieder reduziert (durch die sog.Meiose bei der Eireifung) auf den einfachen Chromosomensatz, also mal zufällig aufgeteilt - 50:50 in mütterliches Chromosom und das der väterlichen Seite. Ihre Eigenschaften werden also gleichmäßig aber immer einzeln verteilt auf die Drohnen, es sind jedoch immer wieder dieselben. Und zwar mit Sicherheit die 25% Übereinstimmung aus dem Muttervolk bzw. die 75% zur Schwesterngruppe im Muttervolk der Königin.


    Es ist fast so, als ob die auf Haploidie reduzierten Eier der Königin Flügel bekommen würden, daher hat der Ausdruck "Fliegendes Sperma der Königin" schon etwas.


    - Klugscheißmoduswiederaus-


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hi Marion,


    dann muss ich bei Pia Aumeier bei Jungimkertreffen noch einmal nachhaken. Sie hat (wenn ich mich nicht total irre) beim Lehrgang erzählt, dass Drohnen zwar aus einem unbefruchteten Ei (ein Chromosomensatz) hervorgehen, bei ihrer Entwicklung diesen einen Satz aber verdoppeln und dadurch dann wieder zwei (wenn auch gleiche) Chromosomensätze haben.
    Beim Gurgeln habe ich jetzt aber auch nur Seiten gefunden, die alle behaupten die Drohnen wären haploid.

  • ... Die von ihr gelegten Drohneneier sind wieder reduziert (durch die sog.Meiose bei der Eireifung) auf den einfachen Chromosomensatz, also mal zufällig aufgeteilt - 50:50 in mütterliches Chromosom und das der väterlichen Seite. Ihre Eigenschaften werden also gleichmäßig aber immer einzeln verteilt auf die Drohnen, es sind jedoch immer wieder dieselben.

    Danke, daß mal jemand außerhalb des Nebels meinen Gedanken aufgreift. :liebe002:


    Reinerbigkeit bedeutet, daß für eine Eigenschaft in beiden geerbten Chromosomensätzen das gleiche Allel vorhanden ist und das Tier folglich keine andere "unreine" aber vielleicht verdeckte Ausprägung der Eigenschaft vererben kann, weil es diese einfach nicht hat. Folglich sind Drohnen immer reinerbig, aber eben nicht auf die Eigenschaftsausprägung der Mutter festgelegt, weshalb das Wort hier sinnversperrend gebraucht wird. Spermien sind wie Eizellen ja auch immer reinerbig, weil ihnen einfach ein zweiter und damit abweichender Chromosomensatz fehlt.


    Diploide Drohnen können (selten bzw bei Inzucht) entstehen, die räumen die Arbeiterinnen aber aus.


    Leider versperrt hier die Benennung "diploide Drohnen" den Erkenntnisgewinn. Es sind Arbeiterinnen mit gleichem Sexallel in Arbeiterzellen.


    Wie soll die Pflegebiene erkennen, daß das Lärvchen da vor ihm das richtige für die richtige Zellengröße und Ernährung und genetisch halbwegs gesund ist? So 'ne Larve hat ja keinen ... äh ... Schnurrbart.:wink: Und die Biene kann das Genom nicht mal eben entschlüsseln, hat ja keinen Sequenzer dabei, nämlich. Also hat sich die Natur hingesetzt und nachgedacht und kam drauf, daß so ein Drohn ja immer einen gleichen Chromosomensatz haben muß, wohingegen das bei der Arbeitsbiene ausgeschlossen erscheint. Also gab sie der Pflegebiene die Möglichkeit die Ungleichheit der Chromosomensätze der Larve in der Arbeiterzelle zu ermitteln, indem sie rauskriegen kann, ob sich in der Larve unterschiedliche Allele - "Sex"-genannt - befinden. Normalerweise kommt ja ein Chromosomensatz von irgendwie der Mutter und der andere auch aus der Mutter, aber aus dem gelagerten Vatersperma. Nur nach diese Sexallelen "guckt" nun die Pflege-/ Euthanasiebiene. Hast Du unterschiedliche Sexallele bist Du in einer Arbeiterzelle richtig! Das ist die knallharte lebensentscheidende Frage.


    Blöderweise hat die Natur (wie manch anderer Programmierer auch) Sonderfälle (Division durch 0) vergessen, daß es den blöden Zufall geben kann, daß durch Inzucht Sexallele wegfallen und blöderweise Larven von Mamma und Pappa nun durch Zufall (random(x)) genau das gleiche Sexallel mitkriegen. Gnadenlos schlägt dann die Euthanasie zu. "Du hast nur gleiche Sexallele - Du bist ein Drohn - Du gehörst hier nicht hin!" ("Du bist die Lücke, die zum Heizen benötigt wird!")


    Da die Natur die fehlerhafte Erkennungs-Prozedur gleich mehrfach implementiert (oder referenziert?) hat, entscheidet sie selbst auch, ob sie da nun Schnurrbärte wachsen läßt oder Eierstöcke an Hand dieser Sexallelübereinstimmung. Dumm gelaufen! Denn bei "Gleich" macht sie Schnurrbärte dran, selbst wenn die anderen Chromosomen unterschiedlich sind. (Gelingt es dem Imker das Ausräumen zu verhindern und lagert er die Inzucht-Doppelsexallel-Larve in Drohnenzellen um, wird daraus ein ganz normal aussehneder Drohn, der genetisch Arbeitsbiene ist und zwei Chromosomensätze hat. Er ist echt diploid und sein Sperma der blanke Zufall und die Verbeugung vor Mendel, den die Bienen ansonsten frech im Dreisprung umgehen ...

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo,


    ich habe meine Behandlungen so konsequent wie immer durchgeführt (nach dem Schleudern AS, Herbst und Winter mit Oxamat). Dementsprechend habe ich gegenüber den Vorjahren auch kein anderes Bild.


    Allerdings kann ich von einem Totalausfall (6 Völker) eines mir bekannten Imkers berichten, der nur im Sommer 1-2 mit AS behandelt hat und dann anschließend einmalig Thymolstreifen in die Kiste legte.


    viele Grüße
    Gerhard

    Das ist der ganze Jammer: Die Dummen sind sich so sicher und die Klugen zweifeln so sehr.

  • Einen wunderschönen guten Tag an diesem regnerischen, grauen, naßkalten guten Tag :)


    So, Winterbehandlung gestern geschaft.
    Aktuell:
    Es ist bei den Völkern weniger Totenfall alls letztes Jahr wegen kombienierter Varroabehandlung.Bis jetzt sehen die Völker top aus, haben genügend Futter und ich hoffe das der Winter endlich kommt und wenns bloß für 2-3 Wo. sind.
    Solche warmen Temperaturen im Winter ist gelinde gesagt sch...
    Wer sich erinnern kann, nach einem warmen Winter kamm immer ein schlechtes Jahr in punkto Honig.
    Die kalten Winter sind die besten.
    Bei den Minis sieht es nicht so gut aus, ca. 40% weg bis jetzt.
    War auch keine Überraschung, da ich Sie zu spät zusammen gestellt habe und nicht optimal behandeln konnte, einfach keine Zeit.
    Aber gezählt wird erst im April und ich hoffe es sind Völker und nicht nur fliegende Fluglöcher :daumen:

  • Servus beinand,


    hab gestern bei 11 Grad auch mal im "Kapital 2012" geblättert. 2 Seiten hab ich auf den Pick up gepackt, die eine drohnenlastig, die andere von Raubrittern heimgesucht.


    Bilanz seit Sept. 11, letzte Nachschau nach AS Behandlung mit dem Nassen, OS Behandlung hab ich nicht gemacht, so wie seit 5-6 Jahren nicht.


    Verlustrate bis dato, keine 3%, da bin ich bis jetzt sehr gut weggekommen, doch wie schon oft bemerkt, der Winter ist noch lang und die Toten werden beim Aufsetzen gezählt, da kanns noch so Manchen derbröseln und ein böses Erwachen geben, auch für mich, wo ich noch viel Leben in den Kästen hab.


    Ringsherum siehts aber böse aus. Heute wieder ein Imker, hatte 8 Völker, hat nun keins mehr, während der AS Behandlung alle ausgeraubt, sagt er. Imkert auch schon 30 oder 40 Jahre.
    Scheinbar gibts heuer nix, was es nicht gibt.



    Wenn nochmals lt. Henry eine Umfrage gemacht wird, wäre evtl. interessant zu unterscheiden Landimker/Stadtimker.
    Da wär evtl. die Behauptung: Stadtbienen sind gesünder zu untermauern oder aber auch nicht.


    Gruß Simon


  • Da wär evtl. die Behauptung: Stadtbienen sind gesünder zu untermauern oder aber auch nicht.


    Gruß Simon


    Hallo Simon,
    also die Behauptung kann ich nicht wirklich nachvollziehen und ich halt mich da mal an die Aussage des Imkervereins Berlin Spandau, die Verluste des Winters 2010/2011 mit 30% angeben. Ich glaub in anderen Bezirken Berlins dürfte es ähnlich aussehen.


    LG
    Andreas

  • Habe exakt nach den ersten 3 Nachtfrösten (im Oktober) dann mitte November Oxuvar geträufelt und alle damals noch anwesenden Völker sind heute beim Sturmverzurren fröhlich am Brüten von mir vorgefunden worden. Und falls nun die übliche Lawine von wegen zu früh behandelt über mich losbricht, sag ich nur:
    Es lagen Massen toter Milben danach unten und nun fallen praktisch keine mehr - wenn das nicht effektiv war.


    Also ist der Kalender für die Milbenbehandlungen Quatsch und nur die Temperatur und das Wetter zählt noch.


    Grüsse an alle Volksbesitzer (und die Trauernden auch).


    Siggi

    Jedes Volk ist ein Unikat - behandle es auch so !

  • Was ich schon seit einiger Zeit vermutet habe, hat sich heute bei mir leider bestätigt, als ich in meine Beuten schaute: Meine beiden Völker sind tot (Totalverlust). :-( :-( :-(


    Ursache unbekannt - hoffentlich hat mein Pate Zeit, mit mir die toten Kästen durchzugucken, damit ich vielleicht wenigstens erfahre, woran es gelegen hat / haben mag.


    Kein guter Start ins neue Jahr und noch dazu waren das meine ersten Völker, hatte ja erst letztes Jahr mit der Imkerei begonnen. :-( :-( :-(