Oxalsäure träufeln, auch über 5°C?

  • Sehr geehrte Imkerinnen und Imker,


    Ich warte nun schon seit Wochen auf Temperaturen unter 5°C um endlich mit der Winterbehandlung beginnen zu können. Es ist deutlich wärmer hier in Mittel-Hessen. Die fertige, gekaufte Lösung steht bereit. Laut Beipackzettel soll die Behandlung aber nur bei Temperaturen von +5 / -5°C durchgeführt werden.
    Was macht Ihr, behandeln oder warten? Fangen sie vielleicht schon früh an zu brüten, wenn es so warm bleibt?



    Der Vorsitzende des hiesigen Imkervereins berichtet schon von starken Verlusten. Einen Imkerpaten suche ich noch...
    Viele Grüße,


    Anne

  • Hallo Anne,


    Lass Dich von diesen Berichten nicht nervös machen; Deine Kollegen behandeln womöglich zu früh, da sind Verluste (im nächsten Herbst) kein Wunder. Du machst alles richtig, wenn Du auf optimale Bedingungen wartest. Dass die Bienen erneut brüten brauchst Du jetzt noch nicht befürchten. Ich warte auch noch eine Woche, rein rechnerisch sind meine Völker dann brutfrei und der Wetterdienst kündigt -3°C in der Nacht an.


    Optimale Bedingungen für bienengemäße Milbreduziertheit und ein gutes neues Jahr. :wink::daumen:

    Mit freundlichen Grüßen -- Traugott Streicher


  • Hallo Anne . Für eine Oxalsäure Behandlung ist es einfach noch zu warm ,die Bienen sind überwigend noch in Brut und dann
    ist die Behandlung für die Katz ! Also WARTEN !


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • ok, danke. Der Vorsitzende hat amTelefon gemeint, es gäbe viele Imker, die bei der Winterbehandlung keine Bienen mehr vorgefunden hätten. Also behandeln viele schon - das hat mich verunsichert. Ich warte auf den Winter.


    Viele Grüße,


    Anne

  • Hallo,


    :lol: bei tatsächlich befürchtetem/drohenden Nicht-mehr-Vorfinden ist es ohnehin für die Katz noch irgendetwas zu träufeln.
    Soll heißen: Dieses eine Woche früher Gehetze ist echt Quatsch. Jetzt träufeln und dann ist das Volk gerettet, was eine Woche später tot gewesen wäre?!


    Weitermachen!


    :wink:

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • "Wer Bienen hält und Schafe
    verdient sein Geld im Schlafe


    ... doch schlafe nicht zu lang', sonst wird dir Angst und Bang'!"


    gilt auch hier! Der Sommer hat für eine extreme Milbenpopulation gesorgt. Imkern bedeutet auch hier angemessen auf die Umweltbedingungen zu reagieren. Wir haben bereits vor einem Monat behandelt, da der tolerierbare natürliche Milbenfall deutlich überstiegen wurde. Noch vorhandene Brut wurde vorher aus den Völkern entfernt. Fakt ist, dass die >1.000 Varroen pro Volk die letzten vier Wochen schon keinen Schaden mehr anrichten konnten. Ob der Wirkunggrad durch den lockeren Bienensitz bei der Behandlung tatsächlich so viel geringer ist wird sich zeigen. Andere werden schon gar nicht mehr behandeln (können) ...

  • Im letzten Infobrief Bienen (27_2011) stand sogar die absolute ENDE - Uhrzeit der Behandlung (Träufelung mit OX) beschrieben:
     
    Die Winterbehandlung sollte jetzt „ohne Wenn und Aber“ im Dezember, spätestens bis 31.12.2011 24:00
    Uhr, durchgeführt werden. Völker, die bis zur Wintersonnenwende (kalendarischer Winteranfang)
    brüten, werden es mit hoher Wahrscheinlichkeit auch danach tun.


    Es gibt derzeit so viele, vorallem Jungimker die durch diese Informationspolitik verunsichtert werden. Ich glaube fast der Wissenschaft ist es egal was den Imker so umtreibt und ziehen Infos heran, die halt für dieses Jahn nicht passen.


    Wo gabe es z.b. schon einmal Novembertage um die +20°C ? Ich warte ab, und wenn ich meine Bienen am 15. Januar 2012 behandeln sollte, weil dort die dazugehörenden Details stimmen mache ich das.


    Die Natur macht dieses Jahr halt jedem Lehrbuch ein Strich durch die Rechnung.


    Manchmal ist es besser, sich auf sein EIGENES Gefühl zu verlassen, und nicht auf aus meiner Sicht irreführenden Informatioinsfluten.


    Ich erinnere z.B. daran, was in Imkerfachzeitschriten zu Monatsbetrachtungen so geschrieben wird. Redaktionsschluss ist da meißt schon 2 bis 3 Monate vor erscheinen.....



    Aber noch zum Thema: unter keinen Umständen bei diesen Temperaturen behandeln, wenn die Voraussetzungen nicht stimmen:
    (brutfrei, Temperatur um den Gefrierpunkt.......)

  • :lol: Moin,

    Zitat

    Ich warte ab, und wenn ich meine Bienen am 15. Januar 2012 behandeln sollte, weil dort die dazugehörenden Details stimmen mache ich das.


    Sowas solltest du keinesfalls öffentlich schreiben, weil dein Honig aus 2012 dann illegal ist...:cool:
    Es ist zwar unlogisch, aber es gibt die Stichtagsregelung: 31.12.2011 ist bis nach der nächsten Honigernte der letztmögliche zugelassene Termin einer Behandlung, wenn du deinen Honig nicht nur selbst essen willst.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen


  • Sowas solltest du keinesfalls öffentlich schreiben, weil dein Honig aus 2012 dann illegal ist...:cool:


    Dann sollten wir die Bioland-Imker mal direkt verwarnen. Laut den Bioland-Richtlinien für Imker (Seite 25, Kapitel 4.10.2.6 Bienengesundheit) gilt: "Für diejenigen Bienenvölker, die mit ihrem Wabenbau zur Honiggewinnung verwendet werden sollen, ist der Einsatz dieser Mittel nur in dem Zeitraum zwischen deren letzter Honigernte des Jahres und dem 15. Januar des folgenden Jahres zulässig."


    Was gilt denn nun?

  • :lol: Moin,


    Sowas solltest du keinesfalls öffentlich schreiben, weil dein Honig aus 2012 dann illegal ist...:cool:
    Es ist zwar unlogisch, aber es gibt die Stichtagsregelung: 31.12.2011 ist bis nach der nächsten Honigernte der letztmögliche zugelassene Termin einer Behandlung, wenn du deinen Honig nicht nur selbst essen willst.


    @ all ,unterschreib !


    Gruß Josef

    Buckfast . 10 Völker . DNM Holzbeuten 13 ner Zargen . Dadant US Frankenbeute. Königinnenzüchter.

  • Naja dann darf ich auch nicht schreiben dass ich Oxalsäure nicht träufele und sie stattdessen verdampfe ...


    Ich habe letzte Woche behandelt. Alle Nachbarimker melden Brutfreiheit - wir stehen auf 600-800m. Aber schließe mich Joachim an und schreibe nicht, dass ich nicht träufle, sondern verdampfe...


    Was jetzt noch lebt (bisher alle) kann eigentlich nur noch im Frühjahr verhungern - und dagegen kann ich vielleicht sogar noch was tun.


    Gruß
    Christian

  • Es ist zwar unlogisch, aber es gibt die Stichtagsregelung: 31.12.2011 ist bis nach der nächsten Honigernte der letztmögliche zugelassene Termin einer Behandlung, wenn du deinen Honig nicht nur selbst essen willst.


    Sorry, aber das ist Quatsch, wo soll das stehen??!


    Naturland hat z.B. diese - wie ich finde sinnvolle - Regelung: http://www.naturland.de/filead…d-Richtlinien_Imkerei.pdf


    "Eine Behandlung von Wirtschaftsvölkern ist nur im Zeitraum nach der letzten Honigernte und bis max. 6 Wochen vor Trachtbeginn erlaubt."


    Dass absolute Angaben nicht zielführend sind, sehen wir ja beim aktuellen Wetter und der Diskussion hier!

  • Also ich kenne diese Stichtagsregelung auch nicht und würde gerne wissen wo das steht.
    Es wird zwar immer in sämtlicher Literatur beschrieben, brutfrei, Temperaturen um +- 0 °C, wenn ich das nicht bieten kann mache ich keine Blindflugbehandlung, die dann Schlussendlich nutzlos ist, da in diesem Stadium keine ausreichende Restentmilbung stattfindet.


    Und wenn's darum gehen sollte, was erlaubt ist und was nicht - man darf auch seine OX nicht selbst zusammenstellen,
    keine Verdampfung der OX vornehmen, Behandlung mit 85%ige AMS nur mit Sondergenehmigung usw ...
    Die Realität sieht da ganz anderst aus ...


    Das nur so als kleine Gedankenstütze bevor hier mit Kanonen auf Spatzen geschossen wird.