Wirkungsgrad bei Oxalsäurevedampfen

  • Gleich vorweg. Es ist klar, dass Oxalsäure nur beim brutfreien Volk zur Vorroabekämpfung Sinn macht.


    Bisher verdampfe ich Oxalsäure im November und Dezember und habe damit sehr gute Erfahrungen gemacht.


    Vor etwa zwei Woche hörte ich einen Vortrag von Dr. Liebig.
    Überraschend für mich war, dass sich Dr. Liebig positiv zum Verdampfen von Oxalsäure äußerte. Aus der Vergangenheit kenne ich nur sehr kritische und abwertende Aussagen von ihm zu dieser Varroabekämpfungsmethode.


    Interessant war aber auch, dass er ausführte, dass der Wirkungsgrad beim Oxalsäureverdampfen in hohem Maße von der Jahreszeit bzw. der Aussen-Temperatur abhängt.
    Lt. seinen Ausführungen ist der Wirkungsgrad bei einem brutfreien bzw. einem von der Brut befreiten Volk im Winter um die 98 %, im Sommer aber nur um die 50%.
    Entsprechend empfahl er im Vortrag im Winter Oxalsäure verdampfen, im Sommer mit Oxalsäure besprühen bzw. träufeln.


    Hat jemand dieselbe Erfahrung gemacht, dass das Oxalsäureverdampfen im Sommer nicht gut wirkt? Gibt es dazu nachlesbare Untersuchungen?


    Mfg JosefBay

  • Vor etwa zwei Woche hörte ich einen Vortrag von Dr. Liebig.
    Überraschend für mich war, dass sich Dr. Liebig positiv zum Verdampfen von Oxalsäure äußerte.


    Komisch, vor drei Wochen sagte er noch, dass Träufeln im Winter die einfachere Anwendung sei und eine einfachere OS-Behandlung im Winter nicht vorstellbar wäre (sinngemäß). Der Meinungswandel muss etwas mit seinem Ruhestand (vor zwei-einhalb Wochen) zu tun haben. :)

  • Hallo zusammen,


    >>
    Der Meinungswandel muss etwas mit seinem Ruhestand (vor zwei-einhalb Wochen) zu tun haben. :)
    <<


    Omni :
    Mit hoher Wahrscheinlichkeit hat es etwas mit seinem Ruhestand zu tun.
    Jetzt ist er kein offizielles Organ mehr, sondern "Privat" und kann sagen, was er denkt, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen.


    Habe ich richtig verstanden, dass der Vortrag in Österreich war?
    Dort kann er sowieso OS-Verdampfen empfehlen, wenn er es für richtig hält.


    Wie schon an anderer Stelle erwähnt, wird versucht in Deutschland Experten in offizieller Funktion (bspw. BSV/HSV) einen Maulkorb umzuhängen, da es kein in Deutschland zugelassenes Verfahren ist.


    Richtig ist sicher, dass OS träufeln Zeit sparender ist.


    Viel Glück wünscht


    Petra

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  • Zitat


    Wie schon an anderer Stelle erwähnt, wird versucht in Deutschland Experten in offizieller Funktion (bspw. BSV/HSV) einen Maulkorb umzuhängen, da es kein in Deutschland zugelassenes Verfahren ist.


    Ja was erwartet Ihr denn?
    Sollen diese Personen etwa zum Gesetzesbruch aufrufen und dann mit Haus und Hof haften?
    Wenn eine bestimmte Handlung in Deutschland verboten ist, dann kann man/frau darüber denken wie/sie er will.
    Aber kein denkender Mensch riskiert Kopf und Kragen indem er öffentlich zum Rechtsbruch aufruft.
    Es ist auch etwas anderes, in der scheinbaren Anonymen Sicherheit eines Forums zu solchen Aktionen aufzurufen oder sich leibhaftig vor ein Publikum oder die Vereinsmitglieder zu stellen und das zu propagieren.


    Im übrigen finde ich es immer wieder erstaunlich, mit welcher Unverschämtheit (oder doch eher Dummheit ?) Imker/innen für sich in Anspruch nehmen, sich über Regeln zum Verbraucherschutz und zur Lebensmittel Sicherheit hinweg zu setzen.


    Wie bitte soll ich einem Landwirt klar machen, das er sich an die strengeren deutschen Auflagen beim Pflanzenschutz halten muss und das verbotene Zeug nicht billiger und einfacher aus dem benachbarten Ausland,wo es legal ist, im Kofferraum importiert? Und gleichzeitig nehmen die Imker/innen öffentlich genau dieses für sich in Anspruch.


    Oder der Einsatz von Antibiotika zur Faulbrut Bekämpfung in Bienenvölkern. Im Ausland Standard, das Zeug kannst Du in den USA z.B. Sack weise über den Imker Handel beziehen.
    Wieso soll der Imker hierzulande das nicht auch benutzen, wenn er im stillen Kämmerlein zu der Einstellung gekommen ist, das was in anderen Ländern erlaubt ist, doch ihm hierzulande nicht verboten werden kann.


    Spannend wird es, wenn mal ein Veterinär bei der Kontrolle eine Imkers über so einen Oxalsäure Verdampfer stolpert und dann den Laden stilllegt und den Honig zur Müllverbrennung karren lässt.
    Gibt ein "super" Medienecho und da wird keiner sich vor den am Pranger stehenden Imker stellen.


    Im letzten Bienen Journal wurde beschrieben, welche Existenz Ängste die Imker in Süd Amerika zur Zeit nach dem Gen-Honig Urteil haben. Was soll z.B. ein deutscher oder EU Verantwortlicher für Verbraucherschutz denen sagen, wenn die nach dem Grund für neue Auflagen fragen, während gleichzeitig die hiesigen Imker öffentlich erklären, wie man sich über Gesetze hinweg setzt.


    Da muss sich keiner wundern, wenn die hiesigen Behörden da zu der Auffassung kommen, es besteht Handlungsbedarf.



    Viele Grüße
    Hubert

  • Hallo zusammen,


    @Hubert:
    Du willst doch nicht etwa ernsthaft Oxalsäure mit Antibiotika vergleichen?
    Österreich ist Mitglied in der EU.
    Schweiz ist zwar nicht in der EU, aber für Ihre strenge Lebensmittelkontrolle und Sicherheit bekannt.


    @all:
    Die Rückstände von Oxalsäure in Honig und Bienenwachs sind umfassend analysiert worden.


    Selbstverständlich empfehle ich keine Verfahren, die nicht zugelassen sind.


    Interessant bezüglich Dr. Liebig ist doch nur, was er Österreichern erzählt und was er Deutschen erzählt.
    Der Vergleich ist sicher keine Aufforderung zum Rechtsbruch.


    Grüsse von


    Petra

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  • Hallo Hubert,


    wer Äpfel mit Birnen verwechselt - und das noch vorsätzlich- sollte kein Obstbauer werden,


    meint der Bienenpeter


    Hallo Bienenpeter,


    ob ich da Äpfel mit Birnen verwechsle ist eigentlich völlig Banane.
    Entscheidend ist, wie die Kunden und /oder der zuständiger Veterinär und Lebensmittel Kontrolleur das mit den Äpfeln und Birnen sehen.
    Wenn die zu der Auffassung kommen, das sind beides Baumfrüchte und unterliegen daher den selben gesetzlichen Bestimmungen, dann brennt der Baum.


    Aber das kann jeder Imker leicht selber raus finden. Einfach mal bei den Kunden, Wiederverkäufern, (Bio-) Zertifizierungsstellen und dem zuständigen Kreis Veterinär Amt anfragen.
    Und erklären, das man/frau sich entschieden hat, der Varroa mit einem in Deutschland nicht zugelassenen Verfahren zu Leibe zu Rücken. Entsprechende Bescheinigungen über die Unbedenklichkeit aus dem Ausland legst Du vor.
    Und wie das jetzt mit der Vermarktung des Honig aussieht.


    Dann wird Ihnen geholfen.


    Viele Grüße
    Hubert

  • Hallo zusammen,


    zurück zum Thema, denn es geht doch hier nicht um die Legalität in Deutschland, sondern um die Frage eines österreichischen Imkers zu in seinem Land erlaubten OS-Verdampfen.


    Ich kann nur die Erfahrung (aus dem Ausland) bestätigen, dass der Wirkungsgrad im Winter sehr gut ist.
    Im Sommer kann der vergleichbar hohe Wirkungsgrad nur bei mindestens 4 maligem Bedampfen erreicht werden, was natürlich wesentlich aufwendiger ist, als bspw. "Schwammtuch mit AS".


    Es könne sich ja legal die Imker äussern, die ins Ausland wandern oder dort auch Völker stehen haben...


    Grüsse von


    Petra

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  • Hallo JosefBay


    ich habe vor nächstes Jahr vor die OS-Verdampfung auch im Sommer (Mitte bis Ende August) durchzuführen, allerdings mit totaler Brutentnahme, um die 98% zu erreichen. Die Verdampfung im Winter, wenn kein Flugwetter mehr ist würde ich nicht mehr durchführen, habe es schon gemacht, aber durch Überdosierung ein Volk verloren. Wenn die Völker in der Traube sitzen, kann man meiner Meinung 1 Mal bedenkenlos träufeln. Sprühen im Sommer würde ich mit etwas dünnerer Lösung als die Fertige Lösung, bei sichtbarem Befall durchführen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo,


    ich war auch ein begeisterter Verdampfer, bin ja an der Grenze zu Österreich :wink: und hab meinen Honig nur selber verbraucht (weiß, daß auch das nicht ganz gesetzestreu war). Im ersten Jahr hatte ich schon sehr hohen Milbenfall und dachte ich hätte das eine Volk, das ich hatte, gut über den Winter gebracht. Es hatte auch überlebt und mindestens 4x geschwärmt. Alle Schwärme entwickelten sich prächtig. Da ich dachte die Schwärme haben ja Brutpause und starten mit wenig Milben habe ich die Schwärme auch nicht behandelt. Als dann plötzlich der natürliche Milbenfall anstieg glaubte ich die Last wieder mit 4 Blockbehandlungen in den Griff zu bekommen. Das Ergebnis war, daß schon alle 4 Völker im September starben. Ein Bekannter setzt auf den Oxamat, mal sehen.


    LG Georg


    PS: habe mit selbstgebautem Rohrverdampfer mit Luftpumpe verdampft. Wärmequelle Gasbrenner

  • Hallo Ralph,


    danke für den Antwortversuch.


    Der durchaus interessante Artikel beantwortet aber meine Frage nicht.


    Meine Frage bezog sich auf den Wirkungsgrad des Oxalsäureverdampfens bei einem brutfreien Volk im Sommer (z.B. August), der Artikel beschreibt das Faktum, dass Oxalsäureverdampfen im Sommer bei einem Volk mit Brut nur teilweise wirkt. Das war mir bereits klar und auch in meinem obigen Beitrag bereits ausgeschlossen.


    LG JosefBay

  • Hallo JosefBay


    ich habe vor nächstes Jahr vor die OS-Verdampfung auch im Sommer (Mitte bis Ende August) durchzuführen, allerdings mit totaler Brutentnahme, um die 98% zu erreichen. Die Verdampfung im Winter, wenn kein Flugwetter mehr ist würde ich nicht mehr durchführen, habe es schon gemacht, aber durch Überdosierung ein Volk verloren. Wenn die Völker in der Traube sitzen, kann man meiner Meinung 1 Mal bedenkenlos träufeln. Sprühen im Sommer würde ich mit etwas dünnerer Lösung als die Fertige Lösung, bei sichtbarem Befall durchführen.


    Hallo Reinhard, dass ist ja der Punkt, lt. Dr. Liebigs Aussage hat Oxalverdampfen bei totaler Brutentnahme im Sommer einen erheblich schlechteren Wirkungsgrad, als in der brutfreien Zeit im Winter. Dr. Liebigs Interpretation war, dass es vermutlich einen Zusammenhang mit der Luftfeuchtigkeit im Bienenstock gibt. Er betonte aber, dass die konkrete Ursache nocht nicht erforscht ist.


    LG JosefBay

  • Ja was erwartet Ihr denn?
    Im Ausland Standard
    Da muss sich keiner wundern, wenn die hiesigen Behörden da zu der Auffassung kommen, es besteht Handlungsbedarf.
    Viele Grüße
    Hubert


    Hallo Hubert, für mich vermischt Du zuviele Themen.


    Ich imkere in Österreich und da ist die Behandlung mit Oxalsäure, Ameisensäure und Milchsäure erlaubt.


    Im Unterschied zu Deutschland sind bei uns Gifte wie Perizin, Bayvarol etc., die auch ins Wachs übertreten, aber verboten (zumindest bisher noch, auf Dauer wird sich Beyer vermutlich auch bei uns durchsetzen).


    Also würde ich sagen, Deutschland ist auch nicht die heile Welt.


    LG JosefBay