Bienen hobeln?

  • Hallo zusammen,


    heute habe ich mit einem Imkerfreund über eine komische Sache diskutiert...
    Manche von meinen Völkern waren im Spätsommer/Herbst andauernd damit beschäfigt den Bereich um das Flugloch herum abzulecken.
    Mein Kollege meint, daß die Bienen "hobeln" - alles völlig normal.


    Was denkt Ihr?


    Aufgefallen ist es mir an meinem alten Wanderwagen und besonders an den gelb gestrichenen Fluglöchern. Ich dachte erst, daß sie nur Tau o.ä. auflecken. Die Farbe ist fest und glatt und man kann keinerlei "Fraßspuren" erkennen. Dummerweise sind genau die beiden Völker mit gelbem Flugloch gestorben ...


    Gruß Jörg

  • " Wo gehobelt wird , fallen auch Späne " .
    Wie ist denn der Fall unter diesem Blickwinkel zu beurteilen ?
    Das mit den gelben Fluglöchern macht die Angelegenheit nun gleich n' bischen spannender , zumal da noch misteriöse Todesfälle mit rein spielen.
    Bei so einem Fall, ist eine glaubhafte Erklärung, nicht aus dem Ärmel zu schütteln.
    Das wäre eher was für einen " Bienenflüsterer " , oder so .
    Hier hast Du wohl ein ziemlich heißes Thema angerissen. Lösung kommt aber irgendwann.


    Gruß hannes

  • Ich kann mir vorstellen, das die Bienen den Eingangsbereich mit Propolis eingepinselt haben.


    Sicher bin ich mir aber nicht

    Willst du Gottes Wunder sehen, musst du zu den Bienen gehen

  • Hallo zusammen,


    ja irgendwie sah das so aus, als wenn eine größere Anzahl Bienen (vielleicht 50...100) die Fläche immer wieder systematisch ablecken will.


    Die Farbe war übrigens "alt", das heißt vom Vorbesitzer des Wagens. Sicher noch aus einem Land, das nicht mehr gibt.


    Gruß Jörg

  • Da fällt mir ein: ich habe statt Folie Glasscheiben als Beutenabdeckung und dort konnte ich "hobelnde" Bienen praktisch von unten beobachten wie sie die Scheibe abgehobelt haben! Das Glas war danach auch von einer dünnen Schicht, wahrscheinlich Propolis, bedeckt.
    Ich habe aber leider keine Fotos oder Video gemacht - leider jetzt im Winter schlecht möglich das zu dokumentieren:-(

  • Bei diesem " Hobeln " , erinnere ich mich , fallen keine Späne . Sie kriegen es aber immer sehr gekonnt hin.
    Ob da mit Propolis was passiert , bezweifele ich. Vermute eher so eine Art kultische Handlung in einem ausgewählten Bienenkonsortium.

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  • Möchte selbst , da niemand ins Visier nehmen .
    Aber jemand, der mit einfachen Worten, Fundamentales vermitteln kann , wird es wohl sein .
    Und da fällt mir auf Anhieb erst mal niemand ein.
    Man muß ja auch, zur Entschlüsselung solcher geheimnisvollen Sachen, nich imma gleich mit de Brechstange ran. Gemach , gemach ... es findet sich alles , irgendwann.


    hannes

  • Hallo Ihr Lieben,


    also scheint es wirklich harmloses "Hobeln" zu sein.
    Danke für Eure Antworten!
    Marion danke für den Link. Die Kollegen (2006) hatten aber auch keine logische Erklärung dafür.
    Komisch war mir nur, daß die gelben Fluglöcher besonders betroffen waren und nun keine Bienen mehr da sind - vielleicht Zufall.


    Gruß Jörg

  • Hallo Imkerfreunde


    Im Buch "Am Flugloch" auf Seite 30 schreibt Heinrich Storch über das Hobeln der Bienen. Freudenstein hat das gleiche auch bestätigt.


    Zitate:
    nahm ich bei einem Randvolke wiederholt hobelnde Bienen unter die Lupe, ohne sie in der Ausübung ihrer Bewegungen zu stören.Nur in Einzelfällen hobelten sie dabei weiter.Was mir aber mit freiem Auge kaum aufgefallen war, unter der Lupe konnte ich feststellen, daß im Haarpelz dieser Bienen Reste von Blütenstaub erkennbar waren.


    Das erwähnte Randvolk war ein ganz besonders guter Pollenträger. Während ich gleichzeitig bei anderen Völkern entweder keine oder nur selten hobelnde Bienen sah


    Nach diesen Beobachtungen kam ich zu der Lösung, daß die Bienen durch diese oft längere Zeit andauernden Bewegungen, die winzigen Pollenkörnchen, die beim Nektar sammeln in den engen Spalt zwischen Kopf und Bruststück geraten waren, beseitigen wollen, weil sie ihnen an dieser Stelle irgendwie hinderlich und unangenehm sind.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)