Wachs reinigen

  • mal ne blöde Frage: Was heißt denn bei dir genügend Wasser? Ich will / muss auch bald mal Wachs einschmelzen und wollte gut 1/3tel des Topfes mit Wasser füllen. Reicht das aus?


    Blöd finde ich die Frage nicht, bis gestern wußte ich auch nicht, wie man das Zeug zum Explodieren bringen soll. Immerhin habe ich das Zeug stundenlang im Backofen beheizt, Tagelang im Eimer gekocht - nie ist etwas passiert.
    Das Problem war bei mir, dass die Wasserschicht so dünn war, dass sie nicht mehr den ganzen Boden des Eimers bedeckt hat (nicht einmal 1 cm). Mit 1/3 Wasser bist du ja wirklich auf der sicheren Seite.


    Zu 1/3 Wasser: Das Problem, was ich mal mit zuviel Wasser hatte, war, dass die Mischung nicht zu heiß werden darf, sonst fängt das Wasser an zu blubbern (kennt man aus dem Wasserkocher) und das spritzt natürlich auch ;-) Da ich mir mit der Temperatur nicht so einen stress machen will, habe ich einfach ein engmaschiges Sieb auf den Eimer gelegt, da kommt Luft durch, aber keine Wachsspritzer.
    Aber wie gesagt: Wachsspritzer sind eine andere Dimension im Vergleich zum Wachs-"bumm". Da klebt nämlich innerhalb von 1 Sekunde das ganze Wachs (bei mir) an den Fensterscheiben, Händen, Kleidung, etc.

  • Hallo Frank,


    ich gebe bei schon einmal geschmolzenem Wachs 3-5 cm Wasser in den Topf. Wenn ich ganze Waben ausschmelze, dann eher mehr, damit der ganze braune Brabsch auch genügend Platz außerhalb der Wachsphase hat. Ich will auch nicht ausschließen, dass die Häutchen aus den bebrüteten Waben Wasser aufsaugen.


    Das Wasser reicht, wenn Du nicht wild rumkochen willst, sondern nur aufschmelzen. Wenn das Wasser blubbernd oder stark dampfend vor sich hin kocht und dabei Dampf nach oben enweicht, dann wird es halt immer weniger. Wenn kein Wasser durch die flüssige Wachsschicht aufblubbert, dann bleibt die Wassermenge gleich.


    Ich mach das Ganze auf dem (fast) normalen Herd (Induktion) und schleich mich mit der Temperatur eher von unten an. Übergekocht ist mir bisher noch nichts. Dauert zwar, aber hinterher putzen wäre aufwändiger. Den ganzen Herd (einschließlich Platte) lege ich vorher mit Zeitung aus, das reicht dann aus.


    Viel Spass
    Kikibee

  • Guten Abend!
    Da möchte ich doch was erläutern: Die Explosion nennt sich Siedeverzug!
    Wer es ganz genau wissen möchte, der schlage bitte bei Wikipedia nach.
    Verkürzt beschrieben, wird beim Wachsklären bzw. bei der Wachsreinigung über Wasser auf einer Heizquelle das Wasser unter dem Wachs durch den intensiveren Kontakt zur Heizquelle über 100 Grad C heiß, nämlich bis zu 110 Grad, ohne sich in Wasserdampf zu verwandeln. Dabei ist das Wachs meist flüssig und etwas kühler als das Wasser. Aber irgendwann oberhalb von 100 Grad wird das Wasser dann doch zu Wasserdampf, und das, weil es ja unter dem Wachs "explodiert", wird dann sehr gefährlich und extrem schweinigelig.
    Die Lösung dieses Problems ist das kontinuierliche, also immerwährende Rühren des Topfinhaltes mit einem Holzlöffel (?). Immer meint immer und nicht nur ab und zu. Dabei ist darauf zu achten, daß das Wasser nicht zu schnell erwärmt wird und das es seine von der Heizquelle angenommene Wärmeenergie immer sofort an das Wachs abgeben kann. Irgendwann kocht dann das Wasser unter dem Wachs, aber bitte nicht zu dolle. Dann setzt man übrigens die Citronen- oder Oxalsäure zu.
    Ich lasse das Ganze dann ca. 10 min "kochen", aber von Anfang bis zum Ende des Ganzen stehe ich vor dem Herd und rühre und rühre.
    Nach Gefühl sind ungefähr 1/3 Teile Wasser und 2/3 Teile Wachs eine gute "Mischung".
    Daß man Wachs nicht über offener Flamme erwärmen darf, versteht sich wohl von selber. Dann ist nämlich die Gefahr groß, daß sich das Wachs oder die "Dämpfe" aus dem Wachs entzünden.
    Mit imkerlichem Gruß
    Ralf

  • KREISCH!!!!!!


    Da erkläre ich meinem göttlichen Gatten in Worten, Gedanken und Taten seit eineinhalb Jahren, wie man mit Wachs in der Küche umgeht und jetzt????


    Aktuell steht er mit Sohn am Herd, schmilzt Wachs auf dem Herd ohne Wasser und ohne Zeitung drunter im besten Kochtopf!!!! Sie finden mich übrigens unentspannt. JAAAAA - BIN ICH!


    :evil:
    Kikibee

  • Kikibee : Ist bei Euch Rosenkrieg? ...oder kommt der erst morgen?
    Mein aufrichtiges Mitgefühl!
    Den Topf solltest Du - wenn Du ihn doch noch weiterbenutzen willst - mit reichlich Wasser und Geschirrreiniger auskochen. Die Suppe nicht in die Abwasserleitung, sondern in den Tritt kippen und dann mit einem zarten Topfreiniger, auch von außen, gründlich abrubbeln. Ich fand letzt eine Topfreiniger-Schwammtuch-Kombination mit einer nichtschrammenden Aluminiumgitterseite. Die ging erstklassig.
    Viel Erfolg
    Ralf

  • Wieso eigentlich Ralf ?


    hartmut : Wenn Mann so rücksichtslos ist, in der Küche und ohne Wasser mit flüssigem Wachs zu hantieren, habe ich keine Hoffnung, daß Mann sich hinterher erfolgreich um die Wachshinterlassenschaft kümmert... :-?
    ...und ein Rosenkrieg geht bekanntermaßen selten gerecht aus. :eek:
    Einen schönen Anfang des Wochenendes wünscht
    Ralf

  • Alles gut gegangen, soweit ich sehen kann. Der göttliche Gatte hat weitgehend aufgeräumt und geputzt, mein unentspannter Zustand hat das wohl dringend nahegelegt.
    Kleine Erkenntnis am Rande: Wenn man in eine aufgeschnittene 0,5-l-PET-Flasche heißes Wachs füllt, dann schnurrt die Flasche zusammen, das Volumen verkleinert sich drastisch und der Inhalt ist dann plötzlich zu viel. ;-)


    Wieder entspannt
    Kikibee

  • Ein Hallo an alle Wachseinschmelzer,


    am Beginn meiner Imkerleidenschaft habe ich genau das, was hier geschrieben wurde, durchgemacht! Ich kann Euch also verstehen. Ich bin aber zu der Erkenntnis gekommen, das sich der ganze Zermon einfach nicht rentiert.


    Ich gebe meine Wachsblöcke, ohne das meine Frau eine Strumpfhose opfern musste, dem Händler meines Vertrauens. Da dieser eine Schmutzpauschale einbehält wird an den Wachsblöcken auch nur grob der größte Schmutz abgekratzt.


    Für mein Wachsguthaben kaufe ich dann Mittelwände und Wachspastillen, zum Kerzen giesen, zu einem viel geringerem Preis als normal.


    Vg Steffen

    Mit freundlichen Grüßen


    Steffen Winde


  • Beitrag: #68
    Es gibt - auch in Hagers Handbuch beschrieben, noch die Möglichkeit mit sog. Tierkohle oder Aktivkohle Wachs zu bleichen. Dabei geht es letztlich um die Entfernung der färbenden Substanzen, die dann unspezifisch an die große innere Kohleoberfläche gebunden werden. Praktisch würde ich letzteres machen:
    Besorg dir Aktivkohle, die ist meistens in Granulat zu bekommen und probier's mal mit kleinen Mengen Wachs. Im Wasserbad aufschmelzen, Aktivkohlegranulat zusetzen (Mengen muss Du probieren), eine Zeit lang rühren und dann alles über den berühmten Damenstrumpf oder das Gartenflies filtrieren. Es sollte ein Bleicheffekt sichtbar sein, ansonsten kann man es vergessen.


    Hallo!
    Als geiziger Imker habe ich es statt mit Aktivkohle mit dem feinen Rest am Grunde des Sacks mit der Buchenholzkohle für das Grillen probiert.
    Ich gab reichlich Holzkohle dem Wasser/Bienenwachsgemisch zu und ließ es gut blubbern und rührte, damit sich Dampfblasen und Wachs gut berühren.
    Es ergab einen grünlichen Wachsblock.


    Beim zweiten Wachsklären und stundenlangem heißem Wasserbad ergab sich ein gelber Wachsblock mit dicker Kohledreckschicht unten.
    Es braucht aber noch einen dritten Durchgang.
    Ein heller werden des Bienenwachses konnte ich nicht feststellen!


    Ich werde den Versuch nicht wiederholen.
    Nur wer belastetes Wachs (Perizinreste) reinigen möchte, könnte es probieren. Aber erst eine Wachsuntersuchung würde einen Erfolg zeigen.


    HG


    Andreas

  • Hallo miteinander, sehr interessante und hilfreiche Beiträge hier.
    Prozess der Wachserzeugung und -reinigung bei mir ebenso, wie mehrfach beschrieben:
    Zuerst Dampfwachsschmelzer, dann ggf. bei immernoch zu stark empfundener Verunreinigung nochmal, dann Wachsbrocken in 10l-Edelstahlkochtopf mit Wasser, dann Abguß in Edelstahleimer mit Wasser und abkühlen lassen, danach abgekratzt, dann Wachsbrocken in 10l-..., bis schöne Wachsblöcke übrig blieben.
    Wachsbrocken mit Wasser verflüssigt und dann (Probe-)Teelichter gegossen. Knistern natürlich.
    Meine Fragen: Wie oft darf/kann man die Prozedur 10l-... durchführen?
    Wie hoch darf die Temperatur beim Klären sein? (Für's Gießen ist bekannt, 70 °C.)
    Meine Vermutung: Knistern wegen Wassers im Wachs, da Dochte gekauft.
    Mein Problem: Mein wunderschönes gelbes Wachs duftet nicht, ebenso die Teelichter.
    Wo sind die Stoffe, die Bienenwachskerzen so angenehm machen?
    Zu oft, zu heiß geklärt?
    Bin für jede hilfreiche Antwort dankbar.
    Gruß Werner

  • Hallo Werner,


    Auch ich habe die gleichen Probleme wie du - die Kunden wundern sich, warum meine Teelichter nicht mehr duften. Ich habe dann bei Holtermann für 3,90 Duftöl gekauft. Vielleicht hat jemand einen Tipp, wie es auch ohne das geht. Ich versuche ja sonst eher Bio/Natürlich...
    Bei mir hat es zur perfekten Kerze bis zu 6 Mal gedauert. Also 6 Mal erhutzen/abkühlen/abkratzen. Dazu immer wieder durch ein Sieb mit einem Fließ + Feinstrumpfhose als Filter. Ich erhitze bis das Wasser kocht, lasse es ein wenig blubbern und stelle es zum Abkühlen in den vorgeheizten Backofen (120°C). Aber wie gesagt, dass scheint auch zu rabiat für die Duftstoffe zu sein - denn meine Kerzen sind auch duftneutral...


    Ich kann bei dem ganzen Aufwand verstehen, dass andere Imker sich nicht mehr die Arbeit machen, vor allem, wenn das Wachs dann "nur" verbrannt wird (und nicht für eigene MW's benutzt wird).