Wachs reinigen

  • Selbst beim Verbrennen in Form von Kerzen hätte ich ein flaues Gefühl, wenn ich wüßte, welche Mittelchen da alle mit verbrennen und letztendlich meine Atemluft versauen.


    Zitronensäure und Ascorbinsäure sind Wasserlöslich, d.h. da verbleibt (fast) nichts im Wachs.
    Und auch Wasserstoffperoxid ist beim verbrennen harmlos, weil es sich vorher ja schon in Wasser und Sauerstoff "spaltet".


    @ Holzwurm1: Ja, Wachs kann man sogar noch höher als 110 Grad aufheizen (ist ja nicht Wasserlöslich, wie schon gesagt). Mit Bienenwachs sollte man aber nicht über 126 Grad Celsius gehen.



    Übrigens habe ich mich zu früh gefreut - dass Wasser war heute morgen nach dem Abkühlen zwar gelb gefräbt, aber das Wachs selbst war wieder dunkler geworden. Also doch richtige Zitronensäure probieren und nicht Ascorbinsäure, die ist nicht reaktiv genug. :-(

  • ...Ja, Wachs kann man sogar noch höher als 110 Grad aufheizen (ist ja nicht Wasserlöslich, wie schon gesagt). Mit Bienenwachs sollte man aber nicht über 126 Grad Celsius gehen....(


    Ja, Du hast Doch aber geschrieben, Du hättest Wachs-Wasser-Lösung ;o) auf 110-120°C aufgeheizt.
    Da ist doch das Wasser schon Dampf.


    MfG André

  • Ich habe 800g dunkles Wachs in destiliertes Wasser aufgelöst und auf 110-120 Grad aufgeheizt.


    @ Holzwurm1: Ja, Wachs kann man sogar noch höher als 110 Grad aufheizen (ist ja nicht Wasserlöslich, wie schon gesagt).(


    na was denn nun, erst löst du das Wachs im Wasser auf und dann erhitzt du nur das Wachs? Wie geht denn das?
    Dann wundert mich das:

    Übrigens habe ich mich zu früh gefreut - dass Wasser war heute morgen nach dem Abkühlen zwar gelb gefräbt, ....


    Und wo kommt denn jetzt das Wasser wieder her? Bei 110-120 Grad ist das doch komplett verdampft? Da wirkt deine Säure auch nicht mehr....

  • Zitat

    Übrigens habe ich mich zu früh gefreut - dass Wasser war heute morgen nach dem Abkühlen zwar gelb gefräbt, ....


    Oh ja, damit kenne ich mich aus! Mit gelb gefärbtem Wasser
    Hallo Genscher
    Mag sein, ich glaube sogar, Du hast Recht.
    Aber weshalb soll ich das Zeugs denn reingeben, wenn ich auch ohne die gleichen befriedigenden Ergebnisse habe?

    Grüße an alle


    Michael




    -Das größte Geheimnis ist, ein Genie zu sein, aber niemand außer einem selbst weiß es-

    (Mark Twain) Donald Duck

  • Wasser unter Wachs wird tatsächlich wärmer als 100°C, weil das Wachs drauf schwimmt und den Luftdruck erhöht/ersetzt, der sonst dem Dampfdruck entgegenwirkt. Das führt zu ganz bösen Unfällen, wenn durchs Rühren oder von allein "überhitztes" Wasser weiter nach oben in oder über das Wachs gerät. Dann verdampft das nämlich schlagartig und nimmt vielleicht heißes Wachs mit. 1 m Wachs schwimmend auf dem Wasser bringt natürlich keinen mWS - aber fast und das wären ca 0,1 bar. Das was einem um die Ohren fliegt ist der Faktor 1700 von Wasser zu Dampf.


    Es ist auch zum Klären nicht nötig - ja geradezu unnütz - so sinnlos hohe Temperaturen aufzufahren und soviel Energie zu vergeuden. Das Wachs muß flüssig sein und gut. Da tun es 75°C allemal und da würde Wasser auch auf dem Himalaja (bei Herrn Maier) noch nicht sieden.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Henry Du hast Recht
    Den so schon geschehenen Wachsunfall in der eigenen Küche hatten wir hier schon mal.
    Damit ist nicht zu spaßen. Wir würden dann gebeten schnellstmöglich Lösungsvorschläge zum Saubermachen zu schreiben, bevor die Ehefrau wieder zu Haus eintraf.
    Aber ehrlich, für 800 Gramm Wachs solche Gefahren .....
    Gruß Peter

  • Also, ich schmelz verunreinigtes Wachs immer zunächst im Wasser und es kocht auch immer mal über, wenn ich grad kurz hinterm Baum bin oder so:oops:, aber das Zeug blubbert eben, wobei Wasser und Wachs sich ständig durchmischen. Da ist keine massiv druckerhöhende Schicht Wachs auf dem Wasser - OK ich hab da auch keine 100 kg im Topf - .


    Das mit dem explodierten Wachs war ja, wenn ich mich recht erinnere, so, daß eingeschmolzenes Wachs auf Wasser erkaltet war und dann wieder neu aufgeschmolzen werden sollte. Da war das Wasser halt schneller am verdampfen, als das Wachs schmelzen konnte.


    Wenn ich dran denke werd ich beim nächsten Schmelzen mal ein Thermometer reinstecken.


    MfG André

  • Hallo!


    Ich habe ein Thermometer reingehalten: 96,x Grad. Ich lege immer ein engmaschiges Sieb biem Erhitzen auf den Eimer, da ging bisher nichts schief.


    Nochmal zum Thema "Wachs reinigen": Hat hier jemand Erfahrungen mit Wassetrstoffperoxid?
    Ich habe mir jetzt H2O2 bestellt, um das Wachs zu bleichen.
    Wie geht man da vor? Erst das Wachs in Wasser auflösen und dann das Zeug hinzukippen oder das Wachs direkt in H2O2 erhitzen/aufkochen? Einige hier im Forum haben ja geschrieben, dass die das auch benutzen.


    Fehlgeschlagen bisher zum Bleichen von Wachs:
    - Zitronensäure (nur extrem seichte Verbessung)
    - Ascorbinsäure
    - Oxalsäure (eher zum Beseitigen von Rost im Wachs?)


    Mein Ziel ist es für kosmetische Zwecke "weißes Bienenwachs" herzustellen.

  • Genscher, da hast Du Dir ja was vorgenommen...


    Weißes Wachs (Cera alba) wird durch Bleichen von gelbem Wachs (Bienenwachs, Cera flava) erreicht. Der Prozess - nach Altväter Sitte - ist arbeitsaufwändig: Das Wachs wird m.W. dünn ausgerollt, in Fäden geschnitten und in der Sonne gebleicht. Dabei wird nur die Oberfläche mit der Zeit weiß; danach muss wieder dünn ausgerollt, geschnitten und wieder in der Sonne gebleicht werden. Das Verfahren (aus Hagers Handbuch der pharmazeutischen Technik) ist sicher sehr langwierig!


    Deshalb hat man die oxidativen Verfahren mit Chlorkalk, Kaliumdichromat, Kaliumpermanganat, Wasserstoffperoxid oder Schwefelsäure entwickelt. Diese Verfahren hinterlassen im Wachs ggf. Rückstände, sind aber nicht ganz ungefährlich (Oxidationsprozess verändert auch das Wachs selbst). Es gibt - auch in Hagers Handbuch beschrieben, noch die Möglichkeit mit sog. Tierkohle oder Aktivkohle Wachs zu bleichen. Dabei geht es letztlich um die Entfernung der färbenden Substanzen, die dann unspezifisch an die große innere Kohleoberfläche gebunden werden. Praktisch würde ich letzteres machen:
    Besorg dir Aktivkohle, die ist meistens in Granulat zu bekommen und probier's mal mit kleinen Mengen Wachs. Im Wasserbad aufschmelzen, Aktivkohlegranulat zusetzen (Mengen muss Du probieren), eine Zeit lang rühren und dann alles über den berühmten Damenstrumpf oder das Gartenflies filtrieren. Es sollte ein Bleicheffekt sichtbar sein, ansonsten kann man es vergessen.


    Viel Spaß


    Rainer

  • Hallo Imkerfreunde,


    Hier mal wieder ein Update meiner "unendlichen Geschichte" um "weißes Wachs" herzustellen.


    Gleich zu Anfang ein Hinweis an alle Neulinge im Wachsschmelzen: Immer genügend Wasser in den Schmelztopf. Ich habe gestern auch zum ersten Mal "bumm" auf dem Balkon erlebt - Die Explosion des Wassers, weil es nicht den Boden komplett bedenkte und sich da Wachs direkt erhitzen konnte. Ist aber nichts schlimmes passiert.


    Darüber Hinaus habe ich jetzt das Experiment "Wasserstoffperoxid" abgeschlossen und tatsächlich (fast) weißes Wachs erhalten. Das Wachs ist jetzt Hell-Beige bis Weiß.
    Aus Sicherheitsgründen werde ich aber nicht den Prozess, die nötigen Chemikalien und Konzentrationen im Detail besprechen, da die ganze Sache wirklich heikel ist. Auch der Aufwand ist sehr hoch.
    Alles in Allem also ein Erfolg meiner Mission, aber ich werde es wohl bei der einen Wachsprobe lassen, weil das Risiko zu hoch ist.


    In diesem Sinne: Auf ein sicheres Imkern ;.)


    LG

  • Hallo Genscher,


    mal ne blöde Frage: Was heißt denn bei dir genügend Wasser? Ich will / muss auch bald mal Wachs einschmelzen und wollte gut 1/3tel des Topfes mit Wasser füllen. Reicht das aus?


    Gruß
    Frank