Neu im Bücherregal: "Die Imkersprechstunde"

  • Auch wenn man bis zu 400 Völker bewirtschaftet, Anfängerkurse und wöchentliche Imkersprechstunden abhält reicht die Zeit offensichtlich noch für Anderes. Die Erfahrungen aus Berufsimkerei und Einsteigerfragen hat Dennis Schüler aus Münster jetzt für uns in einem Buch zusammengefasst:
    http://www.honig-aus-muenster.de/?Aktuell
    Kein weiteres, buntes Imkerlehr(bilder)buch, wie es inzwischen viele auf dem Markt gibt - vielmehr eine sinnvolle Ergänzung, die Fragen beantwortet, die sich dem unerfahrenen Imker trotz Bilderbuch und VHS-Kurs noch stellen, wenn er vor seinem Bienenstock steht.
    Schüler erläutert u.a. ausführlich seine "Integrierte Völkerführung", die vielen von uns aus seinen Vorträgen bekannt ist. BW-Entnahme zur Ablegerbildung ist in Hisicht auf Varroaverschleppung (bzw. Vermeidung) "out". Kunstschwarm oder Treibling sind Methoden nach dem Vorbild der Natur.
    Bei Schüler werden weder Wabe noch Königin älter als eineinhalb Jahre, Wirtschaftsvölker werden nach der letzten Ernte behandelt und danach vor den Ablegern abgefegt. Groß war das Entsetzen der Alten beim Vortrag: Königin drei Wochen käfigen und dann abmurksen, keine unappetitlichen, schwarzen Schwarten im HR - da musste wohl im Kopf mit mach' liebgewonnener Weisheit, Gewohnheit, Bequemlichkeit abgeschlossen werden. (Ich kenne leider nur einen "Alten" der seit Jahrzehnten auf ähnliche Weise seine Völker erfolgreich führt).


    MfG
    Hermann


    http://www.imkerverein-delbrueck.de

  • Ähhh?


    Ablegerbildung out.....


    Ableger aus entnommenen Brutwaben sind out. ("out" ist meine Interpretation)
    Varroaübeschleppfeindliche Methoden zur Ablegerbildung sind Kunstschwarm o. Treibling.
    Vermehrung = Teilung, dazu werden natürlich weiterhin Ableger benötigt.


    MfG
    Hermann


  • Danke für den "Blick-ins-Buch-Link" --- Amazon macht nicht nur die kleinen B.-Händler kaputt, es ist ja doch zu etwas nützlich.


    Just am "Kö.-Massker" und der vorangehenden dreiwöchigen Käfigung der Kö. hat sich auch die wilde, laute Streiterei greiser Imker nach Dennis' Vortrag bei unserer KIV-Versammlung entbrannt. Antwort: er opfert eine Biene um Zig-Tausenden durch Völkerverjüngung zu helfen. Da wurden sie ruhig. Mir geht's aber ähnlich - es muss nicht nur die "zum Wohle des Volkes" abgedrückte Kö. sein, versehentlich geplättete Bienen finde ich auch nicht so doll. Drohnenbrut-Schneiden ist Pränatalmord im vierstelligen Bereich. Pass mir auch nicht. AS ins Volk kippen - sicher nicht lustig für die Betroffenen - aber wo ist da die Grenze zwischen Ehrfurcht vor (je)der Kreatur und dem (vermeintlich?) imkerlich Notwendigen?


    Es ist wahrscheinlich so, dass der Profi auch ein wenig an sein Zeitbudget und den Gesamtzustand aller Völkerund letztlich seinen Profit im Blick haben muss. Ich habe letztes Jahr über 170, in diesem Jahr 130 Stunden an Völkern, Hoig und Rähmchen herumgeprokelt - bei diesem Aufwand/Volk würden Berufsimker verhungern.


    Klein- und Kleinstimker können aber bei dieser Methode davon profitieren, dass junge Ableger zum Start weniger Varroas am Hals haben, als mit BW. Das ist für mich der Kern.


    MfG
    Hermann

  • http://www.amazon.de/Die-Imker…0127575#reader_3440127575


    Interessant.....auf Seite 7 schreibt Herr Schüler, dass kurzlebige Bienen weniger Krankheiten übertragen können.


    Habe ich nicht irgendwo hier im Forum gelesen, dass nur langlebige Biene "Glückseligkeit" im Volk verheißen??



    egal.....Interessant sind wie immer beide Meinungen/Beobachtungen.:wink:



    Herzliche Grüße
    Regina

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)

  • Hallo Imkerfreunde


    Ich habe dieses Jahr Ableger aus Brutwaben gebildet, nach der Ernte noch mit 1-2 Brutwaben aus anderen Völkern verstärkt, auch mit AS behandelt, von denen lebt kein Ableger mehr.


    Deshalb unterstütze ich die Aussage:( BW-Entnahme zur Ablegerbildung ist in Hinsicht auf Varroaverschleppung (bzw. Vermeidung) "out". Kunstschwarm oder Treibling sind Methoden nach dem Vorbild der Natur.)


    Die 3-wöchige Käfigung der Königin ist gewöhnungsbedürftig, hält aber das Volk zusammen und die Varroabehandlung wird ein voller Erfolg, wenn das die Profis so machen ist das OK.
    Ich versuche es nächstes Jahr erst mal mit totaler Brutentnahme, so Ende August.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo, auch bei mir ist das Buch jetzt eingetrudelt. Es ist schön zu lesen, es fehlt aber die Biologie der Bienen. Wenn man aber ehrlich ist, wird diese in fast allen anderen Büchern mehr oder weniger gut beschrieben. Hier in diesem Buch werden interessante praktische Tipps gegeben. Es wird die Fluglochbeobachtung und das Windellesen ausgiebig beschrieben. Fegling und Treibling werden ausführlich beschrieben, das finde ich persönlich besser, als Brutwabenableger( Varroavermehrung).Das Buch ist voll mit praktischen Wissen und eine klare Kaufempfehlung zusätzlich zu der "Einsteigerliteratur".
    Bis bald
    Marcus

    39 Völker 30x Segeberger Hartpor 4x Einfachbeute , alle DN 1,5. 2xDadant US und 2x Zander und einmal Warre :O)

  • Die 3-wöchige Käfigung der Königin ist gewöhnungsbedürftig, hält aber das Volk zusammen und die Varroabehandlung wird ein voller Erfolg, wenn das die Profis so machen ist das OK.


    Hab ich einige Jahre so gemacht, mal funktioniert es, mal ziehen sich die Bienen derweil eine Neue. Einmal hatte ich danach Drohnenmütterchen im Volk. Mach ich jetzt nicht mehr. Diese verdammten Biester halten sich nicht an noch so schlaue Konzepte, es ist manchmal wirklich zum Heulen. Isch bin'aber auch kein Profi.


    Beste Grüße,
    Ralf

    Imkern im Spannungsfeld zwischen Hoffnung und resignativer Reife

  • So ganz daneben liegt rase nicht. Viele schlaue Betriebsweisen, welche eigentlich logisch waren, haben nicht funktioniert, weil es dem Bien an Eigenwillen nicht fehlt.

    Zitat

    Ich habe dieses Jahr Ableger aus Brutwaben gebildet, nach der Ernte noch mit 1-2 Brutwaben aus anderen Völkern verstärkt

    Den einzigen Ableger in vielen Jahren, welcher im Herbst abgegangen ist, habe ich mit einer Brutwabe verstärkt. Das har ihm den Rest gegeben.
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol: