Kunstschwarm mit Mittelwänden erstellen

  • Hallo liebe Forumsgemeinde!


    Bin grad beim studieren der vielen Beiträge über das Erstellen von Kunstschwärmen. Hatte heuer ein Problem mit meinen Königinnen.
    Hatte aus "Unwissenheit" zwei Kunstschwärme in normale Zargen mit zwei Mittelwänden, Futterteig und nach zwei Stunden, jeweils die begattete Königin zwischen den Mittelwänden im Zusetzkäfig eingehängt. Nach drei Tagen Kellerhaft - raus in den Garten, Käfig zum Ausfressen freigegeben, Mittelwände und Futter rein. Nach einer Woche Nachschau - alles bestens - Königin legt. :-D


    Bei meinem zweiten Zuchtansatz - Bin jetzt "Schlauer" zwei Kunstschwärme mit Futterteig, Königinnen im Zusetzkäfig mit Futterteigverschluß, Kellerhaft, aber ohne Mittelwände (so wie`s sein soll!). Aber die Bienen beruhigen sich im Keller nicht, nach drei Tagen traurige Gewissheit - beide Königinnen liegen tot im Käfig.:-(
    Wie kann das sein? Zerbreche mir schon seit mehreren Monaten den Kopf!?
    Übrigens - es waren immer Bienen aus zwei Völker - von den Brutwaben und aus dem Honigraum.


    Möchte nächstes Jahr meine kleinen Lieblinge sicher in ihre neuen Königreiche einführen. Vielleicht bildet jemand seine Kunstschwärme auch immer "falsch" mit zwei Mittelwänden?


    Vielen Dank für Eure freundlichen Antworten!!!


    Beiruth
     
    "Die Brut zieht man sich selber" mein Lieblingsspruch.

  • beide Königinnen liegen tot im Käfig.
    Wie kann das sein? Zerbreche mir schon seit mehreren Monaten den Kopf!?


    Es wird an der Qualität der Königinnen gelegen haben. Die merken merken, wenn mit den Königinnen, "irgendetwas" nicht stimmt und stechen sie gnadenlos ab.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Danke wald&wiese,


    für die prompte Antwort. Es hat mich halt schon sehr gewundert, da beide Damen äußerlich topfit und von der Belegstelle kommend, eine schöne Brutwabe mit
    teilweise verdeckelter Brut erzeugt hatten (EWK).
    Aber so sans die Damen - was net paßt wird aussortiert.


    Vielen Dank.
    Beiruth

  • Hallo


    wenn es genau so ist wie beschrieben,
    waren die Bienen beim zweiten Mal nicht weisellos.


    Königinnen hänge ich nie gleich mit rein
    außer bei totaler Bauerneuerung, aber dabei können sie ja fliegen,
    ist also etwas anders als im Keller.


    Gruß Uwe

  • wenn es genau so ist wie beschrieben, waren die Bienen beim zweiten Mal nicht weisellos.


    Hallo,
    dann wären die Kunstschwärme aber weiselrichtig und würden nicht brausen. Sucht einmal nach Beiträgen von Henry zur Bildung von Kunstschwärmen.
    Gruß Ralph

  • Hallo rst, uwe und kleingartendrohn,


    meine königinnen sind alle gezeichnet (bin darin penibel). Ich mag nicht immer Angst haben die "Dame des Hauses" zu quetschen. Also alle Kunstschwärme waren eindeutig weisellos. Ich hab mir heut nochmals Gedanken darüber gemacht, ob vielleicht die Königinnensubstanz nicht ganz so ausgeprägt war (wg. EWK-Nutzung) und die Bienen, da sie nichts zu tun haben (wie Mittelwände ausbauen) die Königin als "Feind" gesehen haben. Werde nächstes Jahr meine Beobachtungen in der Königinnenzucht mit Mehrwabenkästchen (Kieler Begattungskästchen - für mich dann neue Methode) und EWK genauer betrachten. Ich führe als Anfängerin über meine Völker genau Buch. Nichts ist so interessant wie Beobachten, bewerten und evtl. Fehler und auch Lösungen zu finden.
    Ich werd jetzt gleich alle Beiträge von unserem sehr geschätzten Kollegen Henry durchsuchen.


    Vielen herzlichen Dank.
    Eure Beiruth

  • Also alle Kunstschwärme waren eindeutig weisellos.


    Beim Kunstschwarmbilden, sollte man entweder
    - die Königin mit festem Verschluß (also für die Bienen unerreichbar)
    oder
    - erst, nachdem die Weiselunruhe (~1 Stunde) eingetreten ist, die Königin in den Kunstschwarm unter Zuckerteigverschluß zugeben.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Moin,


    es mag viele Kunstgriffe und Tricks, Kniffe und Optionen beim Erstellen von Kunstschwärmen geben. Allen ist gemein, daß sie vor allem Aufwand (Geigel) bedeuten und keine Verbesserung der Ergebnisse bewirken, manchmal sogar die Ursache von Fehlern sind oder gar weitere Risiken darstellen.
    Ich habe feststellen müssen, daß immer, wenn man es besonders gut machen will, die meisten und gravierendsten Fehler passieren.


    Das Kunstschwarmverfahren ist so gut, weil es so sicher und so schnell ist und extrem wenig Aufwand erfordert.


    Es ist nur in Ausnahmen nötig, die Königin zu käfigen (und dann zu kontrollieren ob sie freigefressen wurde oder sie später freizulassen und zu kontrollieren, ob sie dann nun später freigefressen wurde ...) Es ist nicht nötig, weisellose Bienen erst unruhig werden zu lassen. Es ist nicht nötig, spezielle Kunstschwarmverfahren, wie FLKS oder intrabeutualer Sekundärköniginnenkunstschwarm ect. auszuprobieren.


    Alles was man braucht ist ein sauberer Hobbock (40kg), eine Wasserspritze, Bienen, Königin, eine Kiste, wo der KS dann rein soll.
    Die Bienen der Quellvölker werden beräuchert oder fallen bei der Honigernte direkt auf Honig an. Sie müssen betankt und schwer sein. Sie werden in den Hobbock gestoßen und besprüht, so daß lediglich paar Alte auffliegen. Dann kommt eine freie Königin dazu, die flugunfähig naß gesprüht wurde. Einfach in die Kunstschwarmkiste oder Beute und mit den feuchten Bienen aus dem Hobbock überschüttet oder auch zu den Bienen in den Hobbock reingeworfen. In der Kunstschwarmkiste oder Beute muß sich oben oder obenauf Futter befinden. Gut geeignet sind bei Beuten in Kellerhaft nur Fütterer mit Mittelaufstieg, besser ist eine Zuckerteig- oder Honigauflage. Ich lege zudem einen nassen Schwamm (größe Hühnerei) mit in den Kasten während der Kellerhaft. MW sind während der Haftzeit kein Vor- sondern eher ein Nachteil. Ein KS der ohne jeden trennenden Wabenbau am Deckel der Kiste frei bauen muß und kann ist dem natürlichen Schwarme ähnlicher und entwickelt sich zügiger. KS in Beuten zu bilden ist ein Kompromiß, der nur mangels KS-Kisten oder Zeit gegangen wird. Das geht. Schöner ist jedoch der Bienenfußball, der nach 2-4 Tagen voller Futter und mit aktivierten Wachsdrüsen endlich eine - seine - Behausung (dann mit MW oder Streifen) findet und losbauen kann wie blöde. Der bleibt dann auch, denn der zog ja ein ...

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von Henry () aus folgendem Grund: ordography

  • Kann ich Henry,


    nur zustimmen. Einfach rein die alte.


    Was ich aber gelernt habe gerade, was ich nächstes Jahr nutze!


    "Bienenfußball, der nach 2-4 Tagen voller Futter und mit aktivierten Wachsdrüsen endlich eine - seine - Behausung "


    Ich hatte sie immer gleich in die Kiste und nach 3 Tagen auf, war bequemlichkeit. Kiste war mit Mittelwänden

    Micha aus Leipzig, Fliegen lassen ist wie anschaffen lassen!!! :-)

  • Hallo,


    und vielen Dank für Eure Meinungen und für Henry's ausführlichen Bericht zur Kunstschwarmbildung.
    Die Lehrmeinungen sind die Königin unter Futterteigverschluss nach Weiselunruhe einzuhängen, aber ich bin nicht beratungsresistent.
    Ich werde (trotz Skepsis) dies testen und meine Belegstellenköniginnen einfach in die feuchte "vollgefutterte Meute" reinwerfen. Henry und viele andere User haben das ja offs. schon oft mit gutem Erfolg praktiziert.
    Ich denke - wichtig ist dabei "vollgefuttert" - war bei der zweiten Kunstschwarmbildung offs von mir nicht der Fall, da ich grds. wenig Rauch verwende.
    :u_idea_bulb02:
    Im Winter werd ich meine Kreissäge a bisserl singen lassen und mir Kunstschwarmkisten bauen. Beuten sind wirklich nur a Notlösung - da zu unhandlich - und im Keller platzverbrauchend - hab kein Schloß mit riesigen Gewölben.


    So, dann mach ich mich auf die Suche nach dem Bauplan von Kunstschwarmkisten. :wink:


    Eure Beiruth

  • Nur damit ich auch meinen Senf dazugegeben hab, wenn Kunstschwärme in Beuten erstellt werden ca. 4-5 schon mal bebrütet gewesene Waben bis auf 1/3 ausschneiden, mittig einängen und den Rest mit Mittelwänden auffüllen, das hebt die Trennwirkung der Mittelwände einigermaßen auf.
    Gruß Hermann