Wann ist ein Volk zu schwach?

  • Hallo,


    das Thema gab es bestimmt schon mal.... ich finde es nur nicht. :oops:


    Nachdem ich ja nun ein Volk verloren habe, frage ich mich:
    "Ab wann ist ein Volk zu schwach zum Überwintern?"


    Gibt es bestimmte Kriterien, die erfüllt sein müssen? Werden Ableger und Schwärme anders beurteilt als Wirtschaftsvölker?


    Bin gespannt auf eure Erfahrungen und Antworten.


    Gruß
    Katrin

  • Hallo, Katrin,
    also fuer mich gibt es keinen Unterschied zwischen Wirtschaftsvoelkern und Ablegern. Halte diese Unterscheidung eh fuer schwammig (wann ist ein "Ableger" noch ein solcher und ab wann ein "Wirtschaftsvolk"...erst nach der ersten Ernte?). Im Herbst mussen sie durchweg alle stark genug sein fuer den Winter und zwar gleichermassen genug stark.


    Wie stark haengt nun davon ab mit welcher Biene Du imkerst und natuerlich auf welchem Mass...und wann genau man in die Kaesten guckt.


    Dieses Jahr fand ich dass sie alle recht lange noch ziemlich stark waren. Allerdings mache ich persoenlich weniger an der Staerke, sondern an der ganzen gezeigten Entwicklung fest ob ich ein Volk vereinige/aufloese oder in den Winter nehme. Voelker, die stagnieren, einfach nicht aus dem Knick kommen, klein bleiben und mickern sind eher Aufloesekandidaten auch wenn die Bienenmasse augenscheinlich fuer die Ueberwinterung reichen wuerde. Dafuer nehme ich auch mal eher kleine Voelker in den Winter wenn ihre Entwicklung aus womoeglich eher bescheiden gebildeten Ableger heraus gut war. Hauptsache genug Futter, Queen und einen zu den anderen Voelkern in etwa vergleichbar grossen Bienensitz...zu starke Abweichler nach unten (also nur 1 statt 5 Wabengassen besetzt z.B.) werden fruehzeitig vereinigt oder aufgeloest.


    Melanie

  • Hallo Ihr beiden.


    also als Anfänger denk ich mal so wie Melanie, obschon ich bei meinen zwei Ableger in den ersten Winter bring und einer davon hat mir den ganzen Sommer Sorgen gemacht, Krebste nur so vor sich hin und wurde nix, dachte schon ans Auflösen, habe dann doch mal ne Gewaltkur mit dem gemacht und siehe da jetzt geht er zwar Einzargig aber nach heutiger Kontrolle mit 9 voll besetzten Wabengassen und 26kg Gewicht in den Winter, fast keine Varoas ((2/Woche) da komplett auf leer Mw´s gesetzt Ende Sommer). Bin mal gespannt wie die sich über den Winter schaffen. Das zweite Volk steht auf zwei Zargen mit fast 50kg, also auch gut und ebenso wenig Varoabelastung.
    Ich denk mal wenn alle Faktoren zum dem entsprechenden Völkchen stimmen dann kann es sogar ein etwas mikriger Ableger mit drei Wabengassen voll Bienchen schaffen, kommt natürlich auch auf Standort und Witterung an. Meine beiden waren solche zwei kleinen, man muss ihnen nur Mut machen und sie gut hochpäppeln.


    Gruß
    Wilhelm

    ** nur selbst rudern macht dicke Arme ** ** begin every day with a smile **

  • Hallo Katrin,


    ich meine mich zu erinnern, gehört zu haben,-) dass die Wintertraube nicht kleiner als ein Handball sein sollte...


    Das half mir aber nicht wirklich weiter, weil je kälter, desto kleiner die Traube, und dann macht man eh nicht mehr auf.


    In meinem ersten Bienenwinter habe ich ein Volk (warum es so klein war, erspare ich euch) durchgebracht, welches in einer einzargigen Zanderkiste knapp handballgroß war (2-3 Waben besetzt) . Das Volk hat nicht nur überlebt, es war ein Knaller! Und die Nachfahren dieses Volkes machen mir noch viel Freude...
    Aber klar, sowas machen Profis und alte Hasen eher nicht...


    Viel Glück!


    LG Jule

    Begeisterung ist der Schlüssel zum Tor der ungeahnten Möglichkeiten.

  • Moin,
    ich löse nix auf und vereinige auch nix - ich lasse sie einfach machen.


    Beim Vereinigen kann es passieren, daß keine Königin überlebt, und das Risiko ist mir zu groß.
    Beim Auflösen kriegt das aufnehmende Volk nochmal Streß, und das will ich auch nicht.


    Wer die herbstliche Räubereizeit überstanden hat, ist normal fit genug, auch den Winter zu schaffen, und wenn es bloß ein Einzarger ist.
    Und da hat mich dann im Frühjahr so manches Volk schon mächtig überrascht durch Bevölerungsexplosionen, daß man meinen könnte, da sei zwischendurch ein Schwarm dazugekommen...


    Nix machen ist oft genug die bessere Entscheidung.:Biene:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Erstmal danke, für eure Ratschläge.
    Ich bin jetzt einfach total verunsichert. Die 2-Zarger sitzen jetzt alle zum größten Teil im unteren Raum. Obwohl noch vor einem Monat beide Räume gut ausgefüllt waren. :eek: 
    Ist das "normal"? Muss das so sein? Besonders großen Totenfall habe ich nicht beobachten können. Die Temperaturen sind teilweise aber auch schon ganz schön kalt, bis in den Minusbereich. Waben zieh ich keine mehr. Aber man hört's ja beim Klopfen und wenn man den Deckel kurz anhebt.


    Die von Henry(?) beschriebenen weißen Kotflecken in den Zellen habe ich beim abgegangenen Volk nicht entdecken können. Aber in der Restbrut saß Varroa! Also geht mir jetzt die Düse.
    :cry:


    Ich setz mich auf die Finger, behandle im Dezember und hoffe auf den Frühling. Seufz! Die nächste Zeit ist für mich die härteste vom ganzen Imkerjahr!


    Viele Grüße
    Katrin

  • ...Die 2-Zarger sitzen jetzt alle zum größten Teil im unteren Raum. Obwohl noch vor einem Monat beide Räume gut ausgefüllt waren. :eek: 
    Ist das "normal"? Muss das so sein? ...


    Hallo Katrin,
    Die Bienen haben oben ihr Futter eingelagert und unten gibt es leere Waben, die sie durch deren geringe Wärmekapazität leicht aufheizen können und an denen sie sich vermutlich auch besser festhalten können. Deshalb sitzen sie unten - das ist meistens so. Im Laufe der Winters ziehen sie dem Futter nach und im Frühjahr werden sie oben sitzen und brüten.
    Gruß Ralph

  • Die 2-Zarger sitzen jetzt alle zum größten Teil im unteren Raum. Obwohl noch vor einem Monat beide Räume gut ausgefüllt waren. :eek:


    Schau mal Pia Aumeier's August-Monatsbetrachtung, erste Seite rechts unter "Station 2": "Bis Oktober schrumpfen Völker teils bis auf ein Viertel ihrer August-Stärke."
    Das sollte Dich beruhigen, mich hat es jedenfalls beruhigt :)


    (Die ganzen Monatsbetrachtungen dort sind übrigens ein toller Winter-Lesestoff)

  • Hallo Chris


    die Monatsbetrachetungen sind es wert zulesen und darüber nachzudenken :daumen:


    Hallo Katrin


    Ableger auf 3-4 Wabengassen haben gute Überwinterungbedingungen,auch alle anderen Völker gleich, welcher Größe, wenn sie genügend Jungbienen und wenig Milben haben.Wenn die Entwicklung der Jungbienen, warum auch immer, gestört ist, kann das Bienenvolk nicht überleben.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • "Nix machen ist oft genug die bessere Entscheidung."


    so ist es, behauptet mit Nachruck der Bienenpeter


    nach ein paar Jahren Erfahrung weiss ein jeder vor der Einwinterung: sein oder nicht sein. Aber was solls, wer stirbt an 15 KG Winterfutter?
    Ich behaupte mal, auch der Profi nicht, wenn er denn 10 % als fraglich einstuft und trotzdem leben lässt.


  • die Monatsbetrachetungen sind es wert zulesen und darüber nachzudenken :daumen:


    Darüber nachdenken ist natürlich Pflicht. 4 Betracher und ich habe schon jede Menge widersprüchliche Aussagen gefunden.
    Aber Anregungen findet der Jungimker genügend, vermutlich sogar mehr als erwünscht. :)

  • Servus Katrin,


    da die Überwinterung gerade erst mal beginnt, ist Dein Volk sicher nicht an mangelnder Größe eingegangen, sondern an anderen Faktoren. Da Du in der Brut auch Varroen gefunden hast ist es am wahrscheinlichsten, dass diese die Ursache sind. Ich nehme im Spätsommer immer die Waldtracht mit und kann deshalb erst spät gegen die Varroa behandeln. Dadurch werden auch meine stärksten Völker eindeutig durch die Varroa (belegt durch Befallsmessung) bis auf eine Zarge (10 Zander) "runtergeknüppelt". Wenn man hier nicht den richtigen Zeitpunkt der Behandlung findet, dann ist das Volk futsch. Kommendes Jahr werde ich deswegen konsequent früher abschleudern und behandeln - auch mit dem Risiko, dass dann teilweise auf für die Bienen nicht so geeignetem Waldhonig überwintert wird.


    Zusammengefasst: Wichtiger als die Größe des zu überwinternden Volkes ist dessen Gesundheit.


    Tipp: Kontrolliere im Sommer mittels Puderzuckermethode auf Varroa um ein gutes Bild zu bekommen. Windel lesen ist hier unzureichend.


    Gruß,
    Hermann