IDEE: OS-Langzeitbehandlung

  • Hallo Freunde des OS-Rauchs,


    nachdem ich nun im zweiten Jahr Oxalsäure im Umluft-Verfahren anwende, drängt sich mir die Frage auf, ob man nicht von der Methode der Blockbehandlung zu einer echten Langzeitbehandlung wechseln könnte: Anstatt z.B. alle 4 Tage 1g zu verdampfen, hätte man mit täglich 1/4g dieselbe Gesamtmenge und (hoffentlich) eine bessere Wirkung. Oder bei extremer Reduzierung der täglichen Dosis könnte man sogar über den ganzen Zeitraum von der Honigernte bis zur Brutfreiheit im Winter behandeln.


    Diese Idee möchte ich von zwei Seiten her zur Diskussion stellen:


    (1) Sinnhaftigkeit:
    Da die OS speziell im Umluftverfahren schon in sehr kleinen Mengen verlässlich wirkt, könnte ich mir vorstellen, dass eine tägliche Dosis von 100mg oder noch viel weniger die Vermehrungsrate der Milbe in ausreichendem Maße senkt und von den Bienen auch auf Dauer vertragen wird. Welches die kleinste wirksame Dosis ist, läßt sich leicht experimentell bestimmen, sobald man die technischen Voraussetzungen geschaffen hat.
    Bei Brutfreiheit im Dezember erfolgt dann natürlich noch die traditionelle Schockbehandlung, um die Restmilbenzahl weiter zu reduzieren.


    (2) Machbarkeit:
    Pro Volk braucht man einen permanent aufgesetzten Verdampfer, der Materialaufwand dafür ist (zumindest für Bastler) nicht sehr hoch (ein PC-Lüfter, Verdampfer mit Transistorheizung, etwas Tischlerarbeit für die Luftführung), dazu benötigt man noch pro Stand einen Akku und eine Zeitsteuerung für Heizung, Lüfter und OS-Nachschub. Der Akku muss nicht riesig sein, der Strombedarf der Transistorheizung ist gering im Vergleich zu Halogenbirnen, Glühkerzen oder ähnlichem.
    Die Herausforderung hier ist, wie man die tägliche OS-Dosis automatisch einbringt. Gesucht wäre eine genial einfache elektromechanische Vorrichtung, die jeweils eine Mini-Tablette oder eine kleine Menge loser OS in das Verdampferschälchen fallen lässt.
    Oder man baut viele kleine Heizungen, eine pro Tablette, die dann durch die Steuerung hintereinander aktiviert werden. Die Verdampfung von OS wird umso einfacher, je kleiner die Menge ist; jeder der schon mit Häubchen gekämpft hat, weiß das.
    Oder man hat einen Geistesblitz :u_idea_bulb02:und macht es ganz anders...


    Grüße,


    Gerhard

  • Hallo Gerhard, ganz ehrlich: Da halte ich garnichts von.
    Wir diskutieren hier ständig um eine gesunde Umwelt für unsere Bienen.
    Und dann sollen wir sie einer permanenten aggressiven "Luftverschmutzung" aussetzen?
    Das möchte ich ihnen nicht antun.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.


  • Oder man hat einen Geistesblitz :u_idea_bulb02:und macht es ganz anders...


    Das will ich hoffen!
    Wo kommt man auf solche Ideen? Muss eine ganz crazy halloween party gewesen sein.:eek:

    Gruß Bruno *Was wir wissen,ist ein Tropfen;was wir nicht wissen,ein Ozean.* (Newton)

  • Moin Gerhard,


    wenn es möglich ist, Resistenzen gegen OS-Dampf zu bilden und auszulesen, scheint mir das angerissene Verfahren sehr geeignet...


    Ich glaube, das sollte man lassen.


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • (2) Machbarkeit:


    Da der Verdampfer volle 12 Tage drin sein muss (Brutzyklus: verdeckelt) muss erstmal der Materialaufwand runter. Ich würde sagen damit fällt alles was in Richtung Umluft geht weg.


    Zur Langzeitverdampfung gibt es zwei Ansätze:
    - Zeit limitiert: Es wird nur in kurzen Intervallen verdampft
    - Ratenlimitiert: Es wird langsam verdampft


    Für die Intervallmethode wird ne Elektronik benötigt. Heizen erfolgt demnach elektrisch. -> Aufwand


    Ratenlimitierung kann ich über die Temperatur regeln, Temperatur kann ich über die Heizleistung regeln.
    Temperatur regeln -> Aufwand
    geringe Heizleistung ist machbar :-)


    Problem: bei hoher Rate regelt die Verdampfungenthalpie der OX gegen, und ich erhalte bei sinnvoller Heizleistung
    eine sinnvolle Rate ohne die OX zu zerlegen. Die Außentemperatur fällt dabei nicht ins Gewicht.
    Bei niedriger Rate sieht das ganz anders aus. Da ist die Aussentemperatur entscheidend, es seie denn ich isoliere
    den "OX-Kocher" gegenüber aussen. Dann muss der Dampf aber eine Wandung mit Temperaturgradienten passieren
    und wird mir dort sofort auskristallisieren. Auch blöd.


    Ausserdem habe ich noch ein Zusatzproblem. OX wie wir es verwenden ist ein Hydrat. Nur damit liegt der Schmelzpunkt
    bei 100°C. Reine OX schmilzt nicht sondern zersetzt sich und ist damit unbrauchbar. Ich fürchte nun, dass das Wasser (wegen Hydrat)
    bei einer Langzeiterhitzung verdamft und dann garnix mehr verdampft.


    Wie sehen denn eigentlich die Ergebnisse der Grablichtverdampfer aus?? Kommt da nicht einer Langzeitbehandlung nahe?


    Gruß
    Heese

    .. und es gibt doch ein Leben vor dem Tod! (Prediger 3,22)

  • Hallo


    auch ich würde die Langzeitbehandlung mit OS, meinen Bienen nicht zumuten. Man hat nachgewiesen das eine Behandlung mit OS-Verdampfung 1 mal zum richtigen Zeitpunkt, wohl bis zu 97% der Milben vernichtet. Bei einer 2. Behandlung ist der Erfolg nicht viel größer, schadet aber eher den Bienen.
    Ich bin dieses Jahr zu der Erkenntnis gekommen, eine totale Brutentnahme ist sehr sinnvoll und ermöglicht eine zeitige Restentmilbung.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Ich bin dieses Jahr zu der Erkenntnis gekommen, eine totale Brutentnahme ist sehr sinnvoll und ermöglicht eine zeitige Restentmilbung.


    Meinst du damit komplette Brutentnahme am Trachtende und sofortige OS-Behandlung unter Wegfall der Winterbehandlung?
    Gruß Ralph

  • Nein nicht nach Trachtende, aber Ende August, oder besser gesagt, nach der ersten AS- behandlung,dann sind garantiert die meisten Milben in der Brut. wenn diese Milben schlüpfen und die Möglichkeit haben nochmal in die Brut zu kommen ist das Schicksal des Volkes besiegelt, dann kommt keine gesunde Jungbiene mehr zum Schlupf.
    Die OS-verdampfung sollte dann nach der Brutentnahme stattfinden, das erhöht schlagartig den Putztrieb und eingesetzte Jungköniginnen gehen dann nochmal voll in Brut. Ich habe das dieses Jahr aber erst Mitte Oktober gemacht und das war zu spät.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)


  • (2) Machbarkeit:


    Und jetzt nochmal zur Intervallmethode, da scheint das eine Ratenlimitierung doch nicht wirklich klappen wird.
    Hier scheint es nur elektrisch zu klappen, da ja die Heizleistung an/aus geschaltet werden muss.


    Es gibt folgende Alternativen:
    a- eine Anzahl "Töpfchen" welche komplett leer verdampft werden
    b- ein Töpfchen welches immer nur zum Teil verdampft wird
    c- ein Töpfchen welches komplett leer verdampft wird, aber dann automatisch aufgefüllt wird
    d- ?? - offen für Vorschläge


    Als Töpfchen könnte man Edelstahlfolie verwenden, in Streifen geschnitten und mit einer gehämmerten
    Vertiefung in der Mitte versehen (Verdampferschiffchen).
    Mechanisch am einfachsten ist b) herzustellen. Elektronisch am einfachsten ist a).
    Wenn man mit 12V und 0,5A auskommt, dann ist auch die Leistungslelektronik recht stressfrei.
    Dies setzt aber sehr dünne Schiffchen voraus.


    Und warum schreibe ich das alles hier?
    Damit nicht irgendjemand auf die "tolle" Idee kommt sowas mit nem Patent zu blockieren. ("schützen" ist immo der falsche Begriff)


    LG
    Heese

    .. und es gibt doch ein Leben vor dem Tod! (Prediger 3,22)

  • Moin Gerhard,


    wenn es möglich ist, Resistenzen gegen OS-Dampf zu bilden und auszulesen, scheint mir das angerissene Verfahren sehr geeignet...


    Ja wenn...


    Ich kenne keinen Hinweis oder auch nur Vermutung für Resistenzbildung gegen AS oder OS.
    Wenn der Mensch Resistenz gegen Wasser (bzgl. Ertrinken) bilden könnte, könnten wir wieder ins Meer zurück und das Problem der Überbevölkerung wäre gelöst. Aber wie nähmen wir die Bienen mit :-( ?


    Grüße,


    Gerhard

  • Bruno und Hardy,


    über die Vorzüge der OS-Bedampfung und den einen großen Nachteil (keine Wirkung in die verdeckelte Brut) wurde schon an mehreren Stellen ausführlich diskutiert.
    Mir geht es darum, die Belastung der Bienen (falls es eine gibt) durch Reduzierung der in Summe eingebrachten OS-Menge zu minimieren und gleichzeitig den Arbeitsaufwand gering zu halten. Wenn das gelänge, wäre das ein großer Fortschritt.


    Grüße,


    Gerhard

  • Hallo Gerhard,


    immer länger, immer öfter und damit immer mehr Chemie ins Volk ? Das Problem wird damit nicht gelöst. Wir brauchen gesunde, vitale Bienen, die die Chance haben, irgendwann mit der Milbe klar zu kommen. Auch wenn vielleicht manche Prozeduren der Imker von den Bienen überstanden werden. Ich denke, du schwächst damit deine Bienen, auch wenn es gut gemeint ist.
    Grüße
    Katrin

  • Moin Gerhard,


    das Beispiel ist nicht gut. Es handelt sich ja immerhin um Säuren, die, in geringer Konzentration, im Bienenstock vorkommen und auch von der Milbe ertragen werden. Bei der Behandlung wird in der Stockluft oder auf den Bienen über die Stockluft die Konzentration erhöht. Die Milben werden aber nicht drin ersäuft.


    Da die Behandlung nicht 100%ig wirkt, ist doch die Annahme erlaubt, und durch Beobachtung bestätigt,
    dass einzelne Milben sie überstehen. Die weitere Annahme, dies seien besonders säurefeste Exemplare, finde ich auch nur mäßig kühn. Falls es nun noch so sein sollte, dass, zum Beispiel, eine besonders feste Außenhaut die Säurefestigkeit erhöht und erblich ist, hätten wir mit Dosierungen an der Letalitätsgrenze ein Ausleseinstrument...


    Will sagen: ehe man da an der Dosierung experimentiert, und diese Experimente in die breite Praxis bringt, sollte gesichert sein, dass Säurefestigkeit nicht erblich ist. Und für Experimente vor diesem Wissen oder zur Erlangung dieses Wissens wünsche ich mir äußerste Abgeschiedenheit von der allgemeinen Bienen- und damit Milbenheit. Das jedenfalls ist der Schluss, den ich ziehe, aus dem, was ich da nicht weiß...


    Gruß Clas

    "Ach, das Risiko...!" sagte der Bundesbeamte für Risikoabschätzung abschätzig...

  • Hallo Gerhard,


    würdest Du vorbeugend täglich Antibiotika schlucken...?


    Behandeln, wenn krank!

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.