krankheitsresistente Bienen

  • hallo an alle,
    Wir sind eine Gruppe von Imkern auf einer kleinen Insel im Atlantik, La Palma, und haben zusammen 500 Völker ohne jegliche Behandlung gegen Krankheiten. Wir arbeiten mit der einheimischen schwarzen Biene - Haplotyp A15


    Hier könnt ihr über unsere 9 jährige Erfahrung der Kopie des Systems von Dee Lusby lesen, ohne jegliche Behandlung:
    http://www.resistentebienen.lapalmamiel.com/


    gruß
    Stephan

  • Hallo Stephan,


    Du bleibst am Ball - das gefällt mir. Ich habe mich mit den Schweden in Verbindung gesetzt und ein paar Mittelwände geordert. Ich werde nächstes Jahr selbst einige Tests machen. (In Warré-Beuten.) Und berichten.


    Freundliche Grüße
    Bernhard

  • Mittelwände mit kleinerem Zellenmaß von 4,9 mm sollen den Bienen helfen sich gegen die Varroa zu wehren? Klingt ja interessant, auch wenn mir nicht direkt einleuchtet wieso das so sein sollte. Ich hoffe Bernhard kann nächstes Jahr die Ergebnisse seines Tests hier posten.

  • Hallo stephan
    Es freut mich ganz besonders, dass eure Bienen Dunkle sind!! Habt ihr die Varroa, also Varroatoleranz, oder seid ihr varroafrei, also nie importiert, wie auf der Ile d`ouessant, Bretagne, resp Mittelschweden?

  • Hey Joe,


    Du kannst Dich hier bezüglich der Varroa einlesen: http://www.agroscope.admin.ch/…/00329/index.html?lang=de


    Die Varroa legt an der Zellwand einen Kothaufen ab, den sie als eine Art Treffpunkt verwendet. Die Muttermilbe und die jungen, gerade geschlüpften Milben wandern dann immer zwischen Fraßstelle und Kothaufen als Treffpunkt hin und her. Wenn Du die Zellgrößen verkleinerst, schränkst Du die Bewegungsfähigkeit der Milben ein, sie haben dann an der Zellwand kaum Platz zum bewegen und laufen in Gefahr, von der sich bewegenden Bienenmade zerdrückt zu werden. Die Milben stoßen sogar die Hinterbeine der jungen Biene auseinander, damit sie dort genug Platz zum Laufen haben. Je enger die Verhältnisse, desto eingeschränkter wird auch die Aufzucht der jungen Milben vonstatten gehen. Die Folge ist eine Verringerung der erfolgreichen Reproduktion. Wie in einen anderen Thread diskutiert, hat eine Verringerung der Reproduktionsrate wesentlichere Auswirkungen, als eine Töten bereits geschlechtsreifer Milben außerhalb der Zelle auf die Gesamtpopulation.


    Die Begründung über die Natürlichkeit kleiner Zellen, finde ich persönlich nicht ganz stichhaltig und nachvollziehbar, weil die gleichen Zellgrößen wie heute auch schon vor der Rähmchenimkerei und Mittelwänden gemessen wurden. Vergleiche: http://www.selbstversorgerforu…tuerliche_Zellgroesse.pdf


    Zitat:
    "Als Schlussfolgerung kann man festhalten, dass die heutigen Bienen nicht wesentlich größer sind als während den letzten 300 Jahren (ausgenommen die Vergrößerungsversuche von Baudoux).


    Weiterhin sind, einheitlich im Bienenvolk, kleinere Zellen (4,9 mm oder 5,2 mm) genauso unnatürlich wie die größeren Zellen (5,4mm oder 5,5 mm)." (Zitatende.)


    Ob und wie die Verwendung kleiner Zellen als Strategie der Varroastabilität im Bienenvolk funktionieren, muß halt jeder selbst ausprobieren. Mit wachem Auge! Denn es gibt durchaus unterschiedlichste Erfahrungen. Wenn es als Experiment aufgefasst und durchgeführt wird, kann es nur eine Erweiterung der eigenen Erkenntnisse dienen. Besser als Rätselraten, wer jetzt nun Recht hat.


    Gruß
    Bernhard

  • Hallo,


    das steht aber so nicht da.


    Es ist die Rede davon, dass erst einmal die MW mit kleinerer Größe als Hilfestellung nötig sind, und es ist auch die Rede davon, dass einige diese Phase bendet haben und mit Naturbau nun zurecht kommen.
    Es wurde geschrieben, dass die sehr lange Phase mit Rückschlägen und Ausbauschwierigkeiten der Kleinzellen mit dem Einsatz der Kunststoffwaben mit Erhalt kleiner Bienen sehr schnell überbrückt werden kann und dass das Umstellen auf Naturbau alleine nicht zum gewünschten und als sinnvoll erachtetem Ergebnis führt.


    Und die kleinen Zellen allein bewirken ebenso nichts wie andere Einzelfaktoren. Kann man ja alles nachlesen dort.


    Schlüssig und glaubwürdig finde ich`s schon.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • ... Selbst nach mehrjährigem Schwärmen und Naturbau bauen die Bienen nicht 4,9 mm. ...


    Michael Bush hat dazu einiges probiert und zusammengetragen auf seiner Seite: http://www.bushfarms.com/beesnaturalcell.htm


    und seit 2011 in Buchform: http://www.amazon.de/Practical…g-Naturally/dp/1614760624

    „ Wir können weiter sehen als unsere Ahnen und in dem Maß ist unser Wissen größer als das ihrige und doch wären wir nichts, würde uns die Summe ihres Wissens nicht den Weg weisen.“

  • Danke! Das Buch kannte ich nicht - jetzt ist es auf dem Weg zu mir. Ich habe großen Respekt vor Michael Bush und seiner Arbeit mit den Bienen.


    Gruß
    Bernhard

  • Marion, meine Augen sehen anders als deine: ich sehe folgendes: Kauft dort Mittelwände, denn alle anderen sind fehlerhaft. Dann werdet ihr glücklich.
    Tut mir leid, die Seite ist im klassischen “Bauernfängerstil” aufgemacht.
    Hoffe allerdings, dass ich mich irre. Denn wenn Die wirklich auf ihrer Insel jahrelang nicht behandeln, ist die natürliche Selektion eine Chance für die Zukunft. Wenn aber alles nur Show ist, funktionniert möglicherweise die natürliche Selektion auch nicht,
    bei John Kefuss ist die Sache ebenfalls schwer zu überprüfen, bei 650 Euro pro Königin...

  • Kauft dort Mittelwände, denn alle anderen sind fehlerhaft.


    Jetzt aber mal die Kirche im Dorf lassen. :-D


    Erstens gibt es dort auf der Seite keine Mittelwände zu kaufen. Zweitens kostet ein Packen Mittelwände 8 Euro. Das ist ja wohl nicht das Geschäft, oder? Drittens sind ja selbst Bauanleitungen eingestellt, mit denen Du mit allereinfachsten Mitteln Dir selbst Mittelwände gießen kannst. Das bedeutet, nach dem ersten Schwung Mittelwänden, kannst Du dich selbst versorgen. Es wird im Text sogar darauf eingegangen, daß eigenes Wachs zu bevorzugen sei.



    bei John Kefuss ist die Sache ebenfalls schwer zu überprüfen, bei 650 Euro pro Königin...


    Was heißt denn ebenfalls schwer zu überprüfen?


    Ein Packen Mittelwände für 8 Euro, einen 20er-Pack HSC-Waben für 100 Euro und eine Prise Tatendrang stehen zwischen Dir und deinen eigenen Erkenntnissen bezüglich der kleinen Zellen. Das ist für mich alles andere als schwer zu überprüfen.


    Ich würde mich freuen, wenn Du dich mit deinen Dunklen einem eigenen Test anschließen würdest.


    Gruß
    Bernhard

  • Ich denke, ich muß da eher Bernhard beipflichten. Wobei ich eh jemend bin, der oft und gerne das Gute im Menschen voraussetzt.
    Kaufen muß da keiner, eine Aufforderung hab ich da auch nicht erkannt. Aber Möglichkeiten.
    Es soll ja auch Imker geben, die nicht alles selbst zusammentüfteln.
    Die kleinen Zellen spielen in diesem Falle eine größere Rolle als wir hier in Deutschland sonst anzunehmen pflegten. Es sind hoffentlich wirklich Erfahrungswerte - aber sie sind ja nicht alles, wie man lesen kann.


    Deutsche Imker haben doch auch schon Jahre behandlungsfrei auf die Beine gestellt bekommen ohne Kleinzellen, aber mit anderen auffälligen Parallelen.


    Es zeigt sich aber, dass "mal eben" resistente Bienen nicht erhältlich sind. Fleiß und langer Atem sind gefragt und Konsequenz, das Absetzen "alter Hüte" und auch Verzicht.


    Deshalb wird es sich auch nicht "mal eben so" verbreiten lassen. Wenn die meisten an Ihrer Betriebsweise festhalten und nicht züchten wollen oder, oder, oder....


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Yep, stimmt. Bin im Moment etwas überreitzt, was aber andere Ursachen hat. Wenn so ein Packen Spezialmittelwände nur 8 Euro kosten, ist es wahrlich kein Geschäft für den Verkäufer. Gerne mache ich mit bei einem Test.