Zeit zwischen Brutende / neuer Brutbeginn?

  • Hallo zusammen,


    bei der Überlegung, wann der richtige Zeitpunkt für die Winterbehandlung (mit Oxuvar) ist, kam mir folgende Frage in den Sinn:


    Was genau ist für die Bienen eigentlich der Auslöser, das Brutgeschäft einzustellen, bzw. wieder anzufangen?


    Es heißt, nach den ersten Frostnächten hören sie auf zu brüten. Aber für wie lange? Was ist, wenn es direkt nach den ersten Frostnächten wieder wochenlang "warm" (soll heißen über 10-12°, ohne Nachtfröste) wird?


    Oder spielt nicht nur die Temperatur, sondern evtl. auch die Tageslänge eine Rolle?


    So ein typischer Niederrheinwinter kann durchaus nach dem Motto "Weihnachten im Klee, Ostern im Schnee" ablaufen. War zwar in den letzten beiden Jahren nicht so, aber wenn´s mal wieder so läuft, wann behandelt man dann?


    Niederrheiner (und andere), wie macht ihr das?


    Gruß, Heike

    Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung, daß etwas anderes wichtiger ist als die Angst.
    (Ambrose Redmoon)

  • Hallo Heike,



    Oder spielt nicht nur die Temperatur, sondern evtl. auch die Tageslänge eine Rolle?


    Bienen richten sich nach dem Stand der Sonne. Genauso wie Sonnenblumen.:wink:
    Deshalb spielt die Tageslänge mit Sicherheit eine Rolle.


    Für mich bedeutet dies: ab Sommersonnenwende geht´s langsam aber sicher bergab und ab Wintersonnenwende geht´s so langsam wieder bergauf.


    D.h. Du kannst davon ausgehen, dass die meisten Völker mitte Dezember aus der Brut sind.


    Ich kann mir aber vorstellen,dass die Bienen bei wochenlangen, sehr milden Wintertemperaturen,(die sich wie Frühling anfühlen), etwas Brut pflegen werden.


    Herzliche Grüße
    an die große Sonnenblume

    Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht. Würde der Städter kennen, was er frisst, er würde umgehend Bauer werden.(Oliver Hassencamp)


  • D.h. Du kannst davon ausgehen, dass die meisten Völker mitte Dezember aus der Brut sind.


    Ich kann mir aber vorstellen,dass die Bienen bei wochenlangen, sehr milden Wintertemperaturen,(die sich wie Frühling anfühlen), etwas Brut pflegen werden.


    Gehe ich richtig in der Annahme dass man dies (wohl auch abhängig von Außentemperatur und Luftfeuchtigkeit) an Kondenswasser unter der Folie erkennen würde? In diesem Zusammhang wäre es interessant zu wissen ob die Brutnesttemperatur von 37°C (?) bis zum Schlupf der Brut aufrecht erhalten wird, oder ob die Heizbienen womöglich schon einige Zeit vorher (Stunden, Tage?) die Temperatur zurückregeln. Je nach Behandlungsmittel der Wahl (und dessen Wirkungsdauer) könnten sonst, bei ungünstigem Timing, die Varroen in den noch verdeckelten Zellen die Party verpassen. Womöglich bin ich aber auch nur ein Worst-Case-Fanatist.

  • Hallo Michael,


    ich hab mal schnell die 16-Tage-Prognosen vom Kreis Stormarn und dem Kreis Wesel verglichen. Falls die in etwa eintreffen, sind die Temperaturen von Stormarn nur geringfügig niedriger als bei uns.


    Da wäre es schon interessant zu sehen, was passiert.


    Gruß, Heike

    Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung, daß etwas anderes wichtiger ist als die Angst.
    (Ambrose Redmoon)

  • Hallo Heike


    nach meinen Erfahrungen sind, wie schon erwähnt, sind die meisten Völker, in der Regel, Mitte Dezember aus der Brut. Der neue Brutbeginn, je nach Wetter, kann schon Ende Januar anfangen, meistens aber Anfang Februar. Es gibt auch Völker die durchbrüten, haupsächlich ist das die Backfastbiene und haben auch oft einen höheren Futterverbrauch.
    Bei allem aber gilt auch das Sprichwort. -Ausnahmen bestätigen die Regel.-

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo Bienenfreunde!


    Bitte noch mindestens einen Monat die Nerven zu bewahren und mit der Restentmilbung zuzuwarten. Der Dezember ist das beste Monat für die Restentmilbung, da ist am ehesten Brutfreiheit gewährleistet. Ein Früher oder Später ist mit Risiko verbunden, was aber nicht heißen soll, dass es im November oder Jänner gar nicht möglich ist.


    MfG
    Honigmaul

  • Hallo Michael,


    Ich halte Dich auf dem Laufenden.
    Gruss Michael


    das ist nett, Danke!


    In dem Zusammenhang noch eine Frage: Hier wird noch mächtig Pollen eingetragen (Senffeld ca. 50m hinter den Bienen).
    Ich würde gerne wissen, ob (und in welchem Maße) sie auch ohne Brut weiter Pollen sammeln, einfach weil er zur Verfügung steht?
     
    Hast Du die Möglichkeit, bei Deinem Testvolk den Polleneintrag (sofern verfügbar) zu beobachten?


    Gruß, Heike

    Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben, sondern es ist die Entscheidung, daß etwas anderes wichtiger ist als die Angst.
    (Ambrose Redmoon)

  • :lol: ... und sicher auch Backofen-Temperaturen im Brutnest! :lol:


    Apropos Backen: Ich hab mir letztes Jahr ein digitales Bratenthermometer gekauft. Es hat einen ca 15 cm langen Spieß, damit kann man vorsichtig in die Mitte der Traube zwischen die Wabengassen reinfühlen. Ist zwar nicht sehr genau, aber es reicht um zu erkennen, ob noch Brut da ist. Und den Deckel muss man halt trotzdem aufmachen :-(


    Eigentlich ist der Fühler aber zu kurz, bei 2 Zargern funst es schon nimmer.


    Gruß Jule

    Begeisterung ist der Schlüssel zum Tor der ungeahnten Möglichkeiten.

  • Etwa Mitte Januar beginnt die Weisel mit dem Eier legen. Der Beginn des Brutgeschäfts wird durch die Tageslänge determiniert. Wie groß das Brutnest angelegt wird, ist von den Außentemperaturen abhängig.


    Habe am Mittwoch 4 Völker (in ca. 360 m über NN) inspizieren müssen. Alle Völker sind brutfrei, die Bienen sitzen eng in der Traube.
    Nachtfröste gab es hier schon, die Temperaturen stiegen letzte Woche nicht über 6°C.
    Ringsum jammern Imker über leere Beuten.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"