Totenfall im Oktober

  • Hallo,


    wo wir ja grade von Ängsten bei der Imkerschaft sprachen...... :roll:


    Darf das so sein Ende Oktober?


    Folgendes bei einem Volk: Kleiner Rest eines weisellos gewordenen Kunstschwarmes, vereinigt mit einem kleinen Vorschwarm am 5. Mai, in Dadant auf MW eingeschlagen.Gute Entwicklung. Am 20. Mai Bau auf 8 Waben, eingewintert auf 9 Waben, sie brauchten wenig Futter, geerntet wurde nichts, viel Springkraut gibt`s hier, Gewicht war Ende September 37 kg.
    Erste AS-Schwammtuchbehandlung am 2. August mit 60% 40 ml, 2. Behandlung dito eine Woche später. Fall nach der Ersten waren so ca 500 Milben, bei der zweiten weniger, hab ich nicht mehr gezählt. Natürliche Fallzahlen dann im Rahmen.


    Heute und auch schon in letzter Zeit bei diesem Volk immer wieder Tote auf dem Anflugbrett, es war bereits ordentlich kalt hier auch mit vier Nächten Bodenfrost. Gestern hat es außerdem geregnet, da bin ich von verklammten und festgepappten Heimkehrerinnen auf nassem Brett ausgegangen. Heute hab ich den Fluglochkeil mal zum Gucken rausgenommen und mit Schreck Totenfall auf dem Bodengitter gefunden.
    Es fand noch ganz wenig Flug statt heute bei max. 12°. Ich habe den Totenfall herausgekratzt und wurde dafür brav attackiert (das hat mich in dem Falle ausnahmsweise mal fast gefreut):
    ein knappes Honigglas voll. Auch hier und da ausgeräumte Brut dazwischen, sonst eben Bienen, ganz normale Buckfast. Aber vom Aspekt her auch einige bereits länger tote Bienen dabei (dunkler und unkenntlicher).


    Es sind noch Bienen im Volk, zumindest so viele, dass es summt beim Anklopfen. So wie sich diese Antwort anhört auch mit Queen.


    Ich hab ne Auswaschprobe gemacht, wo ich schon mal tote Bienen hatte und bin auf 3 % gekommen. Klar ist die jetzt nich korrekt durchgeführt, da Totenfall keine Brut- oder Honigwabenbienen sind. Ich wollte damit lediglich mal sehen, ob sie "voll" sind oder nicht. Bei 3% wäre eine Winterbehandlung zwingend, wollte ich sowieso.


    Was ist nun mit diesem Totenfall, mach ich mir da jetzt Gedanken oder sind das die Sommerbienen nach Kälteeinbruch bei einem "unsauberen" Volk, was bereits eng sitzt und nicht aufräumt?
    Die anderen haben nämlich ein sauberes Gitter, fliegen aber auch mehr als dieses......


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper


  • Was ist nun mit diesem Totenfall, mach ich mir da jetzt Gedanken oder sind das die Sommerbienen nach Kälteeinbruch bei einem "unsauberen" Volk, was bereits eng sitzt und nicht aufräumt?
    Die anderen haben nämlich ein sauberes Gitter, fliegen aber auch mehr als dieses......
    Grüße


    Marion


    Hallo Marion,
    ich würde genau davon mal ausgehen. Wenn die nicht gleich alles sauber rausputzen, kann das schon sein. Trotzdem: Winterbehandlung nicht erst im Dez., wie gern propagiert, sondern 3-4 Wochen nach Euren Bodenfrösten. Die reichen nämlich schon aus für Brutfreiheit. Aber mache Dich auf alles gefasst, wenn Du sie für die Behandlung öffnest.
    Daumen drück!

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Dieses Phänomen lässt sich derzeit auf vielen Bienenständen beobachten, dass ein "höherer" Totenfall festzustellen ist. Ich habe hier im Umkreis mit einigen Imkerkollegen gesprochen, die überwiegend bei Wirtschaftsvölkern derzeit dieses feststellen.


    Ich vermute einmal, dass dies nur "bedingt" mit Varroa sondern eher mit der jahreszeitlichen Entwicklung zu tuhn hat, und die "Sommerbienen" am abgehen sind.
    Im Großraum Stuttgart gab es letzte Woche z.B. 3 Tage mit Nachtfrost - im Mittel bis -3°C in höheren Lagen etwas darüber / darunter.
    Gestern dann sind z.B. meine Bienenvölker geflogen, als sei es Frühjahr, bei einer Druchschnittstemperatur von 16°C am Bienenstand.


    Ich würde mir im Monent keine größeren Gedanken machen, die Völker aber trozdem im Auge behalten, und zu gegebener Zeit dann mit entsprechendem Behandlungsmittel (bei optimalen Bedingungen) die Jahresabschlussbehandlung durchgühren.


    In der jetzigen Situation, (jahreszeitlicher Übergang) von "wärme" in "kälte" ist für die Bienen wichtig, dass sie zur Ruhe kommen. Jetzt noch mit z.B. AMS zu behandlen bringt keinen Erfolg mehr, eher das Gegenteil ist der Fall.


    Wie gesagt, auch wenn's einen arg beschäftigt - abwarten und Tee trinken ....

  • Hallo Marion


    ich könnte mir gut vorstellen, das die toten Bienen in der Hauptsache junge Bienen sind, die entwerder geschädigt geschlüpft sind oder von den Bienen aus den Waben entfernt wurden, weil sie abgestorben sind. Altbienen würden die Beute bei diesem Wetter noch selbst verlassen.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Danke Euch für die Antworten,


    Jep, Holmi, werd ich so planen, ich hab heut mal die Schublade eingeschoben, gucken, ob sie schon reduziert haben.


    Heute waren keine neuen Leichen auf dem Boden, bei sonnenschein sieht man das von unten, noch Reste in den Ecken auf dem Gitter und bei höherer Temperatur heute waren sie teils beim Ausräumen. Ich hoffe mal, dass es nicht nur Jungbienen waren, Drobi.
    Das Volk ist übrigens Ende Juni auf Buckfast umgeweiselt; diese sollen bekanntlich länger in Brut sein, vielleicht waren es auch "Frosttote", die nicht mehr ausreichend warm zu halten waren.
    Ca vor 2 Wochen hab ich zuletzt reingesehen und die Keile eingesetzt, da war noch alles sauber.


    Machen kann ich ja eh nichts außer beobachten, das Gewicht stimmt noch. Der Flugbetrieb war vielleicht etwas schwächer als beim stärksten der drei Dadant, dann im Vergleich aber auch der Volksgröße entsprechend.
    Der Hammer war heute wie schon vor Tagen Nr. 3, ein späterer Schwarm mit Vorspiel wie im Frühjahr!


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo,


    das Volk ist tot.


    Ich hatte wg. Arbeit keine Zeit, war heute gucken und seh nur Carnica an der betreffenden Buckibeute fliegen.....
    Erneuter Totenfall auf dem Gitter, Tote vor der Beute, sehr wenig räuberische Flugktivität von nebenan bei 12°.
    Ich hab nur ganz kurz aufgemacht: Ein paar Räuberinnen flogen sofort raus (ich denk, es fing grad erst an bzw war auch schon zu kalt hier für solche Aktionen), die Futtervorräte aber alle soweit unversehrt und reichlich, Honigkränze, Pollen, nichts abgeschrotetes, frischere Brut konnte ich auf die Schnelle nicht sehen, auch verdeckelte Brut gab`s auf vier Waben, steckengebliebene Schlüpfende hier und da, keine Restbienen mehr oder Queen. Im Boden viele Tote.
    Wenn ich den Totenfall nun so grob überschlage: Rausgekratzte von mir, verbliebene Reste in den hinteren Dadantecken, vor der Beute und jetzt erneut, dann komm ich schon in etwa auf eine kleine Wintertraube :-(


    Das ist doch nicht varroatypisch, so ein Bild oder?


    Die Beute ist bienensicher zu und weggestellt. Ich werd mir alles dann in Ruhe noch einmal angucken und möchte eigentlich jetzt gern wissen, ob ich nun was falsch gemacht habe, um reagieren zu können.


    Traurige Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 Mal editiert, zuletzt von beetic () aus folgendem Grund: Korrektur: keine Maden!

  • Hallo, Marion,

    Zitat

    Das Volk ist übrigens Ende Juni auf Buckfast umgeweiselt


    Ich vermute mal, daß du da irgendwo evt noch ne Zelle finden wirst - bei mir ist der häufigste Grund für Räuberei in die Hose gegangene Umweiselungen.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabine,


    das mag tatsächlich sein!
    Aber eine Zelle gab`s nicht. Vielleicht sind sie sonstwie weisellos geworden, wer weiß oder haben sie auch abgeräumt.


    Da bin ich wieder, habe die Beute nun Wabe für Wabe in der beleuchteten Waschküche mit Verstärkung durch die Taschenlampe angesehen. Zunächst hab ich mich mit Öffnen der noch verdeckelten Brutreste beschäftigt, weil ich irgendwie klassischerweise die Varroa im Kopf hatte oder schlimmeres ausschließen wollte aber die aufgefundenen Zellen mit Milben waren im Rahmen, grob unter 5%, ich hab aber auch keine hundert nachgesehen, als ich etliche "gute" vorgefunden hatte.


    Tja, dann kam sie, die Erleuchtung: Mehrfachstifte auf einer Wabe! Ca zwei handflächen große Fläche. Verdeckelte Restbrut und schlüpfende wie gesagt aber keine Zwischenstadien, keine einzige Made, nur Stifte, bis zu 6 pro Zelle.
    Das war`s also.
    Aber wir haben tatsächlich erst vor ner guten Woche mitgekriegt, dass sie viele Tote vor dem Flugbrett hatten. Der Flugbetrieb war wohl doch eher viel stille Räuberei, um diese Zeit gucken wir (fälschlicherweise) nicht mehr so intensiv am Flugloch. Dass es die von nebenan waren, haben wir diesmal nicht frühzeitig bemerkt. Auf zwei Futterwaben war nämlich zu 2/3 dann doch dieser typisch leer ausgefranste, ausgeräuberte Effekt. Kein klebriges Flugloch.


    Meine Aussage zur Menge an Toten revidiere ich: Komme auf gute zwei bis zwei einhalb Honiggläser in etwa.



    Na wenigstens hab ich (bis auf das Umweiseln dann vermutlich) keine Großeselei angerichtet. Beutensektion bringt also unbedingt was!


    Fluglochbeobachtung allerdings auch...... :-?


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Hallo, Marion,
    ja, Beuten-Sezierung ist SEHR aufschlußreich - man lernt leider sehr viel dadurch.
    Weisellos waren sie dann aber schon viel länger, es dauert normal durchaus gern mal 4-6 Wochen, bis sich die legefähigen Damen derart outen, weil sie auch erst noch zur Begattung ausfliegen, auch wenn das nix bringt.


    Tut mir ganz ehrlich leid für dich, ist aber wieder eine Bestätigung dafür, daß es keine "Räuberei" im menschlichen Sinn gibt (also aus Gier oder sonstwas den Nachbarn ausrauben), sondern wirklich nur Ressourcensicherung.
    Natur ist halt sehr pragmatisch.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Ja, so auf ca. Mitte August hatte ich nun auch überlegt. Nach dem letzten Schwammtuch war die Buckikönigin jedenfalls noch da.
    Das ist nun Spekulation. Vielleicht hab ich ihr da zugewinkt und sie sogar dann selbst gequetscht, wer weiß.
    Meist ist es ja denn doch der Zweibeiner irgendwie gewesen.


    Nach der letzten Räuberei der Warré seh ich das auch so.
    Es ist tragisch aber meist hat es eine sehr konkrete Ursache und zu retten ist wohl fast immer kaum was.
    Mein Mann sagte heute sogar: "Mach doch auf, dann geht`s schneller mit denen, das wird eh nix mehr." Recht hatte er schon aber da war ja eh schon alles vorbei.


    Grüße


    Marion

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • und die "Sommerbienen" am abgehen sind.

    Ich stell mir hier aber gerade die Frage, warum so viele intakte Altbienen mit maximal herausgestrecktem Rüssel aus den Beuten getragen werden. Nicht in Massen, sondern kontinuierlich und seit Wochen. Hochgerechnet kommt da leider auch reichlich was zusammen..

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter

  • Bei uns habe ich zumindest wieder auf den Feldern offen herumliegendes gebeiztes Getreide-Saatgut herumliegen sehen. Und der Senf als Folgefrucht bringt das Zeug auch wieder aus den Boden in die Blüten. Jetzt, wo die Sommerbienen abgehen, fällt es aber niemanden auf. :roll:


    Gruß
    Bernhard

  • Ich stell mir hier aber gerade die Frage, warum so viele intakte Altbienen mit maximal herausgestrecktem Rüssel aus den Beuten getragen werden. Nicht in Massen, sondern kontinuierlich und seit Wochen. Hochgerechnet kommt da leider auch reichlich was zusammen..


    Hallo Marcus,
    dieses beobachte ich in Hamburg auch und hier gibts kein gebeiztes Saatgut.
    Seit ich 2 Beuten auf der Dachterrasse stehen habe, sehe ich Dinge, die ich früher nie sah und jetzt noch Schwierigkeiten mit der Bewertung habe.


    Gruß, Gunnar

    Meine Bienen fliegen zu 100 % mit flüssigem Sonnenschein.

  • Moin Gunnar,


    bei mir gibt's auch nicht nur Felder, sondern reichlich durchgestylte Gärten. Da reicht's, wenn abends die gestresste Anwaltsgattin aus dem SUV steigt, panisch in's summende Efeu guckt, Angst um Lasse und Lina bekommt, die sie just eben vom Kinderturnen abgeholt hat und ne Dose Paral oder gleich RoundUp aus'm Bauhaus leermacht. Blöd nur, dass Du diese Vollhonks noch schlechter als herumgiftende Landwirte zu fassen bekommst.

    Viele Grüße
    Marcus


    Beekeeping is not about honey. It’s not about money. It’s about survival.
    "Regional gehört die Zukunft." H. Lichter