Frage an die Bienenwohl-Anwender

  • Ich habe mir vor kurzem eine Flasche Danys Bienenwohl zugelegt, für die Restentmilbung im Dezember. Jetzt ist mir aber aufgefallen dass auf der Liste der Inhaltsstoffe nur "Oxalsäure, Zitronensäure, Propolis und ätherische Öle" aufgeführt sind - und keine Zuckerlösung wie es in den Zutatenlisten steht die sich im Internet finden. Der Zucker soll - so wie ich das verstanden habe - die Bienen motivieren das gute Zeug aufzusaugen. Würde der Zucker nicht mit abgefüllt und erst vor der Anwendung zugegeben hätte das vermutlich eine längere Haltbarkeit der Lösung zur Folge. Daher meine Frage, wurde da jetzt die Rezeptur zugunsten der Haltbarkeit geändert so dass ich den Zucker erst noch zurühren muss vor der Anwendung?


    Um es gleich vorwegzunehmen, dass Bienenwohl in Deutschland keine Zulassung hat ist mir bekannt, ich vertreibe aber keinen Honig.

  • Hallo Pizzajoe!
    Danys Bienenwohl ist auf jeden Fall gebrauchsfertig und funktioniert ausgezeichnet. Ob da Zucker enthalten ist, oder nicht, weiß ich nicht. Aufgrund der Konsistenz der Flüssigkeit nehme ich aber an, dass Zucker enthalten ist.


    MfG
    Honigmaul

  • Entgegen der ursprünglichen Annahme nehmen die Bienen die Lösung nicht auf. Man nahm an, dass die Ansäuerung der Hämolymphe den Abfall der Varroen bewirke. Das hat sich aber vor ein paar Jahren als falsch herausgestellt. Tatsächlich ist ein Kontakt mit der Lösung wichtig und dabei hilft die Klebrigkeit der Zuckerbeimischung. Man denke auch dran, dass die Wirksamkeit der Behandlung besser ist, wenn die Bienen in der Wintertraube sitzen.


    BTW, die Zulässigkeit der Anwendung ist nicht vom Honigverkauf abhängig. Sobald eine Substanz zu einem medizinischen Zwecke an einem Tier verwendet wird, unterliegt es der Tierarzneigesetzgebung.


    LGR


    Ich habe mir vor kurzem eine Flasche Danys Bienenwohl zugelegt, für die Restentmilbung im Dezember. Jetzt ist mir aber aufgefallen dass auf der Liste der Inhaltsstoffe nur "Oxalsäure, Zitronensäure, Propolis und ätherische Öle" aufgeführt sind - und keine Zuckerlösung wie es in den Zutatenlisten steht die sich im Internet finden. Der Zucker soll - so wie ich das verstanden habe - die Bienen motivieren das gute Zeug aufzusaugen. Würde der Zucker nicht mit abgefüllt und erst vor der Anwendung zugegeben hätte das vermutlich eine längere Haltbarkeit der Lösung zur Folge. Daher meine Frage, wurde da jetzt die Rezeptur zugunsten der Haltbarkeit geändert so dass ich den Zucker erst noch zurühren muss vor der Anwendung?


    Um es gleich vorwegzunehmen, dass Bienenwohl in Deutschland keine Zulassung hat ist mir bekannt, ich vertreibe aber keinen Honig.

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Bienenwohl hört sich wohl gut an . Paßt aber nicht in die allgemein, und zu Recht empholene , Behandlungsstrategie mit AS und Oxuvar. Das ist das Problem , welches hier gelegentlich anklingt: die einen machen es so, die anderen wieder anders, und jeder meint, er macht es richtig. Hinterher ist dann allgemeines Geschrei und Verunsicherung.
    Macht es doch konsequent so, wie es die Erfolgreichen hier , und die Bieneninstitute sowie die Bienenjournale propagieren. Da ist von Bienenwohl keine Rede.
    AS und Oxuvar r i c h t i g angewandt - sonst nix.


    Gruß hannes

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von hannes1 ()

  • Ähhh, Bienenwohl = Oxuvar ! Das bischen ätherische Öle im BW ist nicht wirksam. Und klar wird in den BJs nicht vpom BW gesprochen, weils in D nicht zugelassen ist, in A aber schon.


    LGR


    Bienenwohl hört sich wohl gut an . Paßt aber nicht in die allgemein, und zu Recht empholene , Behandlungsstrate mit AS und Oxuvar. Das ist das Problem , welches hier gelegentlich anklingt: die einen machen es so, die anderen wieder anders, und jeder meint, er macht es richtig. Hinterher ist dann allgemeines Geschrei und Verunsicherung.
    Macht es doch konsequent so, wie es die Erfolgreichen hier , und die Bieneninstitute sowie die Bienenjournale propagieren. Da ist von Bienenwohl keine Rede.
    AS und Oxuvar r i c h t i g angewandt - sonst nix.


    Gruß hannes

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Vielen Dank honigmaul, Reiner und hannes für die Antworten, ich denke ich bin jetzt aufgeklärt :)



    BTW, die Zulässigkeit der Anwendung ist nicht vom Honigverkauf abhängig. Sobald eine Substanz zu einem medizinischen Zwecke an einem Tier verwendet wird, unterliegt es der Tierarzneigesetzgebung.


    Das macht natürlich Sinn, sonst könnte ja jeder seine Bienen oder sein Haustier legitim vergiften, da allerdings das Träufeln von 3,5%iger Oxalsäure erlaubt ist, handle ich nach bestem Wissen und Gewissen wenn ich Bienenwohl, dessen Wirkstoff ja 3,5%ige OS ist, anwende. Der Grund für die Nicht-Zulassung ist nach meinem Wissensstand auch lediglich auf die nicht erfolgte Beantragung eines kostspieligen Zulassungsverfahrens zurückzuführen und nicht auf eine mögliche Gesundheitsgefährdung der Bienen.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 Mal editiert, zuletzt von gast68 () aus folgendem Grund: Grammatik ;)

  • Hallo Pizzajoe,


    Zitronensäure mögen die Bienen absolut nicht, bereits vor einigen Jahren machten ich folgenden Versuch:
    Ca. 0,3 Gramm Zitronensäure wurden mit dem Oxamat bei einem Volk im November verdampft. Bereits wärend der Verdampfung brauste das Volk extrem auf.
    Nach Abnahme der Haube flohen die Bienen aus der Zarge, ein absolutes Chaos. Bei der Kontrolle einen Tag später, bildeten die Bienen verteilt kleine Häufchen, sie fanden keine Wintertraube, weil die Wärme der Traube fehlte, war das Volk eine Woche danach tot.
    Zitronensäure wird beim Bienenwohl vermutlich nur dazugemischt, damit die Bienen die Oxalsäure durch hektischen Umtrieb besser verteilen.


    Bei Oxalsäureverdampfung tritt dieser Effekt nicht auf, die Bienen bleiben danach ruhig.


    E. Alfranseder

  • Zitronensäure mögen die Bienen absolut nicht,...


    Das solltest Du aber präzisieren: "verdampfte Zitronensäure mögen die Bienen absolut nicht".


    Das gilt nicht für das Träufeln von Zitronensäure in der im Bienenwohl vorzufindenen Konzentration, noch für das Träufeln von reinem Zitronensaft. Beide Formen der Zitronensäure töten die Varroa ab, es ist also ein Varroazid. Entsprechende Studien kann ich gern heraussuchen. Ich habe selbst damit experimentiert.


    Zitronensäure alleine ist schwächer als Oxalsäure, jedoch findet es durch seine synergistische Wirkung seinen Platz im Bienenwohlrezept. Also die Kombination von Zitronensäure + Propolis + Oxalsäure ergibt eine kombinierte Wirkung. (Geträufelt, nicht verdampft.)


    Weinsäure, Zitronensäure und Huminsäure sind sehr wichtige Komponenten im Mikrobenleben. Zum Beispiel arbeiten die Aspergillus-Pilze, die im Bienenstock wichtige Aufgaben übernehmen, überwiegend mit Zitronensäure bei der Aufbereitung des Bienenbrotes. Die Pilze sind es auch, die Enzyme des Protein-, Fett- und Kohlehydratstoflwechsels produzieren und damit den Bienen die Verdauung des Pollens ermöglichen. Außerdem stellen sie natürliche Antibiotika her. Der Penicilliumpilz, bekannt durch das Penicillin, kommt ebenfalls im Bienenstock vor. Penicillium stellen dabei 32 % der Pilze, während Aspergillus etwa 17 % aller Pilze im Bienenstock ausmachen.


    Ich erinnere mich noch an die Diskussion, warum der Pfarrer Christ (der mit der Christbeute) den Bienen Rotwein gefüttert hat - er behauptete, daß der Rotwein die Gesundheit fördere. Jetzt weiß ich, warum das der Fall ist.


    Weinsäure, Zitronensäure und Huminsäuren im Bienenstock beeinflussen im Boden, im Menschen und bei den Bienen ein gesundes Mikrobenklima.


    Und das Mikrobenklima wiederum verhilft zu einer stabilen Gesundheit der Bienen. Denn nicht nur, daß sie Vitamine wie Vitamin K2, B12 und andere produzieren, sie produzieren eben auch organische Säuren, die bei der Verdauung helfen. Und Enzyme, die erst die Nahrung aufschließen und umwandeln. Und eben auch Proteine.


    Und hier wird es interessant - die Tatsache, daß die Weibchen der Varroamilbe durch bestimmte Stoffe und Proteine unfruchtbar, beziehungsweise weniger fruchtbar werden läßt, zeigt doch deutlich, daß hier etwas in der Nahrung der Bienen und ihren Mikroben fehlt. (Nein, es ist nicht (!) die Zitronensäure.) Zusätzlich ist deutlich, daß die mikrobielle Lebensgemeinschaft im Bienenstock gestört ist. Aber nicht nur dort - auch im Boden und im Menschen, sprich: Im gesamten Naturhaushalt.


    Bitte seht euch in einer ruhigen Minute mal diesen Vortrag eines Praktikers, eines Landwirtes an. Siehe:


    http://vimeo.com/18519509 (Teil 1)


    http://vimeo.com/18524635 (Teil 2)


    Er hat intuitiv erkannt, worum es geht. Das, was er mit dem Boden gemacht hat, ist die Aufgabe, der wir uns mit den Bienen stellen.



    Fazit: Zitronensäure ist nur verdampft unerträglich für die Bienen, geträufelt sieht das ganz anders aus. Und des Weiteren ist die Rolle der Zitronensäure im Bienenstock sehr wichtig und es ist von synergistischen Effekten der Zitronensäure auszugehen. Ich bin mir nicht sicher, inwieweit sich der Bienenwohlerfinder diesen Tatsachen bewußt ist. Es wäre jedoch nicht das erste Mal, daß die Erkenntnisse der Praxis folgen.


    Gruß
    Bernhard

  • Jedenfalls bestätigt sich damit die sehr gute Wirkung der Verdampfung nach dem Umlaufverfahren.


    Das ist ohne Zweifel so. Dazu habe ich eine Frage: Hast Du schon mal Propolis verdampft?


    Gruß
    Bernhard

  • Soweit ich mich richtig erinnere, weiß man von den Propolair-Geräten her, daß am Anfang ganz kurz eine höhere Temperatur von circa 100-120 °C ideal ist, die dann langsam auf 60°C heruntergeregelt wird. Also einen kurzfristigen Temperaturanstieg, gefolgt von einem langen Abschwung. So verdampft das Propolis am wirkungsvollsten.


    Gruß
    Bernhard

  • [quote='BernhardHeuvel','https://neu.imkerforum.de/forum/thread/?postID=291885#post291885']Soweit ich mich richtig erinnere, weiß man von den Propolair-Geräten her, daß am Anfang ganz kurz eine höhere Temperatur von circa 100-120 °C ideal ist, die dann langsam auf 60°C heruntergeregelt wird. Also einen kurzfristigen Temperaturanstieg, gefolgt von einem langen Abschwung. So verdampft das Propolis am wirkungsvollsten.




    Hallo
    Ist es nicht so das die Bestandteile der Propolis nur in bestimmten % Verhältnis mit Alkohol Wirkung im Varroentot zeigen und auf jeden Fall nicht tempertur geschädigt sein sollten Diese Mischung könnte man technisch ja einfach vernebeln aber der Alkohol macht den Bienen auch stark zuschaffen.Da ich persönlich als Spielerei versuchmäßig schon Raumluft mit Propolis an gereichert hab und musste feststellen es ist es schwierig die richtige erfordertliche Mischung dann dosierungsmäßig ins Bienenvolk zu bringen um keinen schaden bei den Bienen zu hinterlassen.
    Am besten mal mit Verneblungsvorrichtungen in verschiedenen Dosierungen nach dem Prinzip der Bienenauswaschungen probieren wie die Varroen dann reagieren.Denke mal wenn man vielleicht Puderzucker oder Honigpulver mit in die verneblungsmischung einbringtals Haftträger in richtigen Menge dann könnt es was bewirken.
    Ein verdampfen von Propolis alleine wird nicht Wirkungsmäßig Einfluß auf Varroentot hinterlassen denn bei höheren Temperaturen des verdampfens spielen die Bestandteile nicht mit im Gegenteil da können sich sogar gesundheitsschädliche Stoffe bei bilden.Hatte mal nee Zeit eigen hergestellte Propolistinktur in der Saunablume eingebracht aber durch die zu hohen Temperaturen wegen des verdampfens hab ich es wieder auf gegeben.
    Es gibt auch nee wissenschaftliche Arbeit drüber wie Propolis wirkt auf die Varroen finde die aber leider im ;oment nicht in meinem PC archiv ist so viel zum lesen drinne kaum noch überschaubar.
    imkerliche Grüße