Welche Krankheit hat diese Biene?

  • Hallo,
    ein guter Freund hat im Sommer (August) 4 Ableger von einem Imker bekommen und wollte mit diesen das Imkern anfangen.


    Die Ableger wohnen in Zanderbeuten. Zwei der Völker stehen an einem Standort.
    Leider haben sie ihre Anfangsstärke kaum (garnicht?) erhöht, sie bevölkerten Anfang Oktober gerade mal 4-6 Rähmchen, Futter haben sie wohl auch nicht viel eingetragen, gefüttert wurde aber.
    Beide Völker werden sterben (meine laienhafte Einschätzung).


    Eine Varroabehandlung mit AS und Schwammtuch hat der Imker vor 3 Wochen gemacht, ich habe zugesehen.


    Ich bin interessierter Beobachter, möchte lesen und lernen (Kurs, Imkerverein), mir dann erst Bienen zulegen.



    Vor ca. zwei Wochen habe ich diese Biene auf dem Fluglochbrett eines der beiden Völker gefunden:



    Ist das ein Varroaopfer?
    Kann man annehmen, dass in erster Linie die Varroa für den Niedergang der Völker verantwortlich ist?


    Danke für eure Einschätzung und Grüße
    erwin

  • Hallo, Erwin,
    super daß Du erst mit lesen und lernen anfängst als gleich mit den Bienen - so bereitest Du Dich gut vor, klasse!


    Wenn Du von dieser Biene nicht nur eine, sondern viele beobachtet hast dann kann man mit großer Wahrscheinlichkeit das DWV annehmen. Dieser Virus wird von der Milbe übertragen und schädigt die Larven. Diese Bienen haben nicht nur verkümmerte Flügel, sondern leben auch weniger lang weshalb solche Völker oft den Winter nicht überleben.


    Gelegentlich treten solche Bienen auch in normal gesunden Völkern auf; verkrüppelte Flügel können auch durch andere Ursachen (z.B. Unterkühlung der Brut) entstehen - aber eben nur selten!


    Wenn die Völker von Anfang an so schlecht drauf waren dann hätte man ja noch was tun können - Völker, die sich nicht entwickeln, sollte man dann lieber auflösen oder zu einem starken vereinigen, ev. unter Zusetzen einer neuen Königin. Jetzt ist es aber eh zu spät, jetzt kann man nur abwarten. Manchmal erlebt man ja noch Überraschungen...


    Grüße
    Melanie

  • Hallo Erwin


    die Behandlug der Ableger hätte schon im August stattfinden müssen. Durch die vorhandenen Milben und den DWV, werden fast keine gesunden Jungbienen geboren und das Volk oder Ableger wird immer schwächer, auch wenn die Königin viele Eier legt. Es kommt soweit das nur wenige Jungbienen zur Pflege der Brut vorhanden sind und dann ist das Schicksal des Ablegers oder Volkes besiegelt.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Ich danke euch für die hilfreichen Beiträge!


    Hymenoptera, ob die Ableger Anfangs wirklich schon so schwach waren? Ich weiß es nicht, ich wusste damals über Bienen nur, dass sie stachlig sind und Honig machen. Das Interesse an ihnen habe ich erst beim Beobachten der Bienen meines Freundes entwickelt.


    Der Imker, von dem die Ableger stammen, hat einen sehr guten Ruf. Ich glaube nicht, dass der vernachlässigte Völker abgegeben hat.
    Die erste Varroabeahandlung hat er übrigens noch selbst durchgeführt, bevor mein Freund die Bienen von ihm bekommen hat.


    Drobi, das von die beschrieben Szenario passt (leider) sehr gut du der beobachteten Entwicklung.


    Grüße
    erwin

  • "Solche Bienen treten nie in gesunden Völkern auf."


    In der Natur gibt es eigentlich kein "nie" - also ich habe das auch schon in ansonsten vollkommen unauffälligen Völkern beobachtet, die auch problemlos in und aus den Wintern gegangen sind.
    Aber dann eben wirklich nur selten und vereinzelt; solche Bienen werden schnell ausgesondert wie es bei Bienen eben ganz normal und natürlich ist.


    Eher im Gegenteil: Ein 100% exakt identisches Aussehen wirst Du nie an einem Bienenvolk beobachten - manchmal finden sich Drohnen mit weißen Augen und andere Kuriositäten...aber in der Regel nie sehr lange denn Gevatter Bien ist da unerbittlich dran um doch an die 100% heran zu itterieren.


    Grüße
    Melanie

  • Hallo Melanie, Peter und alle anderen,


    dieses Phänomen habe ich bei meinen beiden Völker auch beobachtet und auch richtig als DWV eingeordnet, jetzt aber zu meinen Fragen:


    Wenn Du von dieser Biene nicht nur eine, sondern viele beobachtet hast dann kann man mit großer Wahrscheinlichkeit das DWV annehmen.


    Wie viele sind viele? Habe bei meinen Völker jeweils deutlich mehr als 1 solche Biene gesehen, müsste ich die Anzahl quantifizieren, würde ich sagen "einige" Bienen mit verkrüppelten Flügeln, nicht wenige, aber auch nicht viele.


    Solche Bienen treten nie in gesunden Völkern auf. Wenn Du diese Verkrüppelten zu sehen bekommst, dann sind das Alarmzeichen und das volk ist nicht mehr gesund.


    Kann/muss man das so drastisch sagen?
    Meine beiden Völker sind "frisch", gebildet aus diesjährigen Schwärmen. Varroabehandlung habe ich nach Anweisung meines Paten mit AS durchgeführt, so wie auch er seine Bienen behandelt. Er meinte auch, dass ich im ersten Jahr keine Varroaprobleme haben würde mit Schwärmen (so las ich das auch verschiedentlich an anderer Stelle). Von daher würde es mich doch sehr wundern, wenn jetzt beide zum Sterben verurteilt sein sollten!


    Viele nachdenkliche Grüße
    Dennis

  • Also ich sag mal so: Wenn Du bei jeder Durchsicht mehrmals solche Bienen siehst dann sollten wie Peter richtig schreibt die Alarmglocken schrillen. Das ist dann wirklich ein deutlicher Hinweis auf Varroaschäden.
    Ansonsten eben nur selten; keinesfalls bei jeder Durchsicht und dann eben nicht gleich mehrere!


    Lege die Worte Deines Paten nicht in die Goldschale - man sollte vielleicht keine Varroaprobleme erwarten aber jedes Jahr ist anders und auch schon alt-eingesessene Imker haben ihre Völker verloren eben weil sie so behandelt haben wie sie es immer getan haben und bisher eben auch gut damit gefahren ist - aber nicht jedes Jahr ist gleich! Jetzt aber kann man ja eh nix mehr richtiges machen...abwarten...


    Grüße
    Melanie

  • Ich hab nichts von Sterben gesagt, ich sprach von nicht gesund. Ich hab auch den Virus mit eingewintert und auch wieder ausgewintert und promt hatte ich wieder einen Krankheitsherd im Frühjahr.
    Melanie , Du weist es natürlich ganz genau....
    Wenn ich solche Bienen schon auf dem Flugloch sehe, dann ist Gefahr im Verzug. Du solltest das nicht Verharmlosen. Diese Bienen werden auch nicht ausgesondert, sondern bewegen sich zunächst im Volk froh weiter bis sie irgendwann das Volk verlassen.
    Gruß Peter


    Nach Deinen Beitrag 9
    Man kann doch noch was machen: Solche Völker sind klein und diese kleinen kann man leicht auf noch bestehende Brut kontrollieren und diese ausschneiden. Somit ist infiziere Brut weg und sind die Restmilben weg.
    Wir reden im Frühjahr wieder drüber, da werden wir den Patient beschauen

  • Aufgefallen sind mir die "Krüppel" nicht bei Durchsichten (ich bezweifle auch, dass ich schon so "feine" Augen habe, Krüppelbienen in dem ganzen Gewusel auf einem Rähmchen herauszusehen), sondern wenn ich Fluglochbeobachtung betrieben habe, entweder saßen sie auf dem Anflugbrett oder lagen im Gras vor der Beute / dem Anflugbrettchen. In den letzten 2-3 Wochen sah ich allerdings keine Krüppel mehr.


    Ich ging davon aus, dass diese verkrüppelten Bienen vom Volk ausgesondert wurden bzw. am Außen-/Flugdienst gescheitert sind.


    @ Peter:
    Ein Volk ist in der Tat relativ klein, es hatte bei der letzten Durchsicht 7 oder 8 Dadantwaben bebaut (aber nicht vollständig ausgebaut), das andere Volk ist aber sehr stark, das hat 10 Dadantwaben komplett ausgebaut.


    Aber vielleicht mach ich mir auch einfach zu viel Sorgen, da neigt man als Anfänger ja zu. :wink: