Bin ich zu blöd, oder was...?

  • Moin Gemeinde...


    So wie es aussieht, kann ich schon jetzt, also Ende Oktober, das Fazit meines ersten Bienen-Jahres ziehen:


    Ich bin scheinbar zu blöd für das Thema Imkerei!


    Die kurze Variante sieht so aus:


    Gestartet bin ich mit 2 Schwarmvölkern (von einem befreundeten Imker geschenkt bekommen) Anfang April in Holzbeuten. Ich die beiden Völker ganz stolz einlogiert, beide Male super gelaufen, gutes Gefühl gehabt.
    Ergebnis: Ein Schwarmvolk ist innerhalb von 24 Stunden gleich wieder ausgezogen.


    Ergänzt habe ich dann mit 2 Ablegern (wiederum ein Geschenk des "Paten") Eines machte sich ganz schön, baute fleissig, viel Flugbetrieb usw... Das Zweite krepelte so vor sich hin. Als ich nach zwei Wochen die 3-stöckige Mini-Plus Beute mal ganz auseinander gepflückt habe auf der Suche nach der Queen fand sich eine mumifizierte Mäuseleiche zwischn den Waben der untersten Zarge. Ringsrum alles voller Gammel und Schimmel. Klar das davon nix geworden ist. Also Volk aufgelöst (waren eh nur noch ne Handvoll Mädels).


    Aber der heilige Ambrosius schien mir gnädig und mir fiel ein weiterer Schwarm in die Hände. Auch den einlaufen lassen, alles schön. Bienen sind geflogen, haben gebaut, eigentlich so, wie sich das der ambitionierte Jungimker so vorstellt. Wochenlang war der Imkerhimmel blau! Und das es im ersten Jahr (bei dem Hin-und-Her) keinen Honig geben würde, war klar, aber auch egal.


    Zwischendurch immer schön Windelkontrolle, jeden Tag (von Aussen) schauen, ob alles gut ist und so weiter.


    Ende Juli dann bei der Kontrolle festgestellt, dass eines der Völker wohl weisellos ist. Mist! Aber der Pate wusste Rat und hat mir (woher auch immer) eine Queen zukommen lassen. Das hat den Verein aber auch nicht mehr gerettet. Nach drei Wochen nur noch das berühmte Häuflein Elend. Aber im Völker-Auflösen habe ich ja schon Routine.


    Dann, siehe Forumseintrag, habe ich das Thema "Räuberei" nicht früh genug erkannt und so das nächste Volk verloren. ...da war es nur noch Eins.


    Die sitzen jetzt auf zwei Zargen mit etwa 20 Kilo Winterfutter, fliegen im Moment an schönen Tagen noch ein bischen durch die Gegend und ich hoffe, das ich die im Frühjahr wiedersehe. Aber, bei meiner Vorgeschichte, glaube ich da noch nicht so recht dran.


    Über die kalte Jahreszeit werde ich mir mal Gedanken machen, wie das so weitergehen soll, denn Aufgeben mag ich eigentlch nicht. Bisher hat die Nummer aber nur Geld und Nerven gekostet (nicht falsch verstehen, jedes Hobby kostet Geld. Macht dann aber in der Regel mehr Spass).


    WICHTIG:
    Die ganze Story soll bitte niemanden davon abhalten, das Thema Imkerei für sich zu entdecken. Ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass es eine tolle, naturnahe Beschäftigung ist, die nahezu jeden Aufwand wert ist. Aber: Es gibt keine Garantie für Erfolg!

    Ich bin gespannt, welche Rückmeldungen es hier so geben wird.


    Der etwas frustrierte


    Dweezil

  • .... Macht dann aber in der Regel mehr Spass)...


    Gute Nummern gehen immer an das Eingemachte:daumen:


    Wichtig ist doch nur,
    dass Du viel gelernt hast!
    Und dafür musst Du eben Lehrgeld zahlen!
    Jeder zahlt Lehrgeld!
    Sei froh über das Volk das bei Dir ist und freue Dich auf den nächsten Frühling!!!


    äh..der Drohn wiederholt sich.....gelle Julia:oops:

  • Klar hab ich was gelernt (wenigstens das!)!
    Leider auf Kosten von x-tausend Lebewesen. Und das ist mir an der Stelle dann auch nicht ganz egal.
    Ich habe hier ja auch ein Stück Verantwortung übernommen. Sicher anders als für einen Hund oder eine Katze...

  • Tach Dweezil!


    Lass` dich nicht entmutigen!
    Gerade die Tatsache, dass du in deinem ersten Imkerjahr schon so viele negative Erfahrungen gemacht hast und dennoch dabei geblieben bist und hartnäckig (nicht übertrieben, aber etwas Hartnäckigkeit muss man schon haben wenn man etwas erreichen will) weiter versucht hast, dass Beste für deine Bienen zu tun, spricht m.E. für dich.
    Setz` dich also jetzt bis Mitte Dezember zur Oxalsäurebehandlung auf deine Finger bzgl. der Bienen (sofenr Mäusegitter drin und ggfs. Netze drüber sind) und analysiere nochmals, was schiefgegangen ist in dieser ersten Saison. Dann lies viel und mach` dir einen dir sympatisch erscheinenden Plan, was du in welcher Form (Beute, Expansion, Betriebsweise, etc.) willst. Informiere dich diesbzgl. in deiner Umgebung und bei deinem Paten, hier in Forum und in der gängigen Literatur.
    Dann ist es schnell schon Ende des Jahres und fast wieder Frühling.
    Und dann warten deine Bienen auf dich und mit ihnen jede Menge toller neuer Aufgaben und Möglichkeiten des Erfahrungen-Sammelns :wink:.


    Also, Kopf hoch und dranbleiben! :daumen:


    Gruß
    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Du bist nicht allein! :roll:
    Bei mir war der Verlauf ähnlich. Ein Volk, dreimal geschwärmt. Altvolk starb zuerst trotz AS Behandlung schon im August. Die Schwärme folgten wenig später, Schlag auf Schlag. Ich hatte vermutlich die Varroa schon im Vorjahr zu wenig geschwächt. Ich glaube, entweder man hat schwache Milben und gesunde Bienen und kommt mit wenig Behandlungen oder biologischen Maßnahmen aus, oder man hat starke Milben und schwache Bienen und kommt evtl. nur mit sehr konsequenten Behandlungen über die Runden. Keine Ahnung, war ja nur Anfänger ohne Pate, aber diesmal geb ich der Milbe die Schuld und für mich ist jetzt erst mal Schluß. Trotzdem wünsch ich allen Anfängern viel Glück und meine volle Hochachtung vor allen Imkern, die ihre Bienen und die Milben im Griff behalten.


    LG Georg

  • Hallo Dweezil,
    mach dir nicht zuviel Vorwürfe wegen der eingegangenen Völker. Zum Leben gehört auch das Sterben. In der Imkerei begegnest du dem Sterben überall: Schwärme, die nicht eingefangen werden, schwer heilbare Erkrankungen, Tötungsanweisungen des Amtsveterinärs, Bemühungen um Varroatoleranz, Räuberei, Vergiftungen, unklare Ursachen. Wenn dein Volk gut über den Winter kommt, kannst du aus ihm mindestens 3 Kleinableger abzweigen und außerdem noch satt Honig ernten. Aber vergiss die Winterbehandlung nicht! Hinweis: Eine OS-Träufelbehandlung ist nicht ganz ungefährlich für das Bienenvolk! Mach diese Behandlung am besten gemeinsam mit einem diesbezüglich erfahrenen Imker! (oder kontaktiere Erich Alfranseder)
    Gruß Ralph

  • Du bist natürlich nicht zu blöd .
    Meine Emphelung : Forum immer wieder lesen und " Nachdenken ". Was machen die anderen ? Was mache ich ? Was steht zwischen den Zeilen ? Und so weiter , ... .
    Das Forum ist eine super Anleitung für jeden Einsteiger .
    Man muß lediglich das Geschick entwickeln , das zu Finden , was man gerade sucht .
    Mit diesen " schlauen Sprüchen " möchte ich es belassen um bloß nicht noch lehrmeisterlich rüberzukommen.
    Mit Blick auf den Thred oben : Eine OS ( Oxuvar ) Behandlung ist eine Wohltat für das Volk. Sie werden die restlichen Milben ( fast ) los. Man muß sich nur an die Anleitung halten und braucht sich auch nicht in die Hose machen.


    Gruß hannes

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  • Das Forum ist eine super Anleitung für jeden Einsteiger .
    Gruß hannes


     
    Also das möchte ich hier ausdrücklich in Abrede stellen.
    Der Einsteiger braucht einen guten Lehrgang bei einem fachlich und pädagogisch guten Ausbilder.
    Davon gibt es nur wenige.
    Viele fühlen sich berufen, aber nur wenige sind befähigt.
    Den zu finden ist für den Einsteiger der Grundstein zum Erfolg.
    Erst wenn der Einsteiger genügend Theorie erlernt und Erfahrung gesammelt hat, kann er verschiedene Quellen wie Literatur und Aussagen in Foren beurteilen.


    Viele Grüße
    Hubert

  • Also das möchte ich hier ausdrücklich in Abrede stellen.
    Den zu finden ist für den Einsteiger der Grundstein zum Erfolg.


    Und wie soll der Einsteiger den Guten finden?

    Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt wie der Verstand. Denn jedermann ist überzeugt, dass er genug davon habe. (René Descartes)

  • @ Hubert ,


    Deine Meinung ist erst mal " eine Meinung ", o.k.
    " Der Einsteiger braucht einen guten Lehrgang bei einem fachlich und pädagogisch guten Ausbilder." Nein : in erster Linie braucht er einen Kopf zum Denken um sich selbst ein Urteil zu den Fragen der Imkerei bilden zu können. Ein Lehrgang , ein Ausbilder , ein Beratender sind natürlich nützlich - er handelt als Imker aber immer, mehr oder weniger ,selbständig , deshalb muß er das von Beginn an lernen. Das geht nicht ,ohne sich frühzeitig " einen Kopf selbst zu machen ".
    Die , nun schon mal entwickelten Erkenntnisse der User hier im Forum , sind dabei eine kapitale Fundgrube.
    Die kann er natürlich nicht nur ausbuddeln , nein , er möchte sich mit diesen Weisheiten , die nun mal nicht alle " weise " sind , selbst auseinandersetzen.
    Wenn er sich dabei ordentlich anstellt , wird aus ihm ein brauchbarer Imker, zu seiner, und unser aller Freude.


    Gruß hannes


  • Sehr weise gesprochen:wink:
    Gruß Hermann

  • Hallöchen "Der Dweezil",
    zweife nicht an dir. Ich bin auch ein Jungimker. Und habe auch nicht alles so hinbekommen und gemerkt das die Bienen nicht immer das machen, was man sich selbst einbildet, was sie tun sollten! ;-)
    Dazu kommen noch die eigenen Dummheiten und somit gab es für mich dieses Jahr auch keine zweite Honigernte.
    Aber wie dem auch sein, derzeit habe ich 2 Völker eingewinter und hoffe auf das nächste Jahr.
    Im übrigen, ärger dich nicht über die Kapitalinvestition! So lange du nicht auf gibst, ist das Kapital auch noch vorhanden und kann dir freude bringen!!!
    Mit den Aktien geht es auch nicht nur Berg auf! ;-)

  • ... Im übrigen, ärger dich nicht über die Kapitalinvestition! So lange du nicht auf gibst, ist das Kapital auch noch vorhanden und kann dir freude bringen!!!
    Mit den Aktien geht es auch nicht nur Berg auf! ...


    Und Bienen sind interessanter als Aktien und machen mehr Spaß! Und im Vergleich zu manchen Aktien bringen sie auch mehr Gewinn!:lol: