Beute randvoll

  • Hallo Zusammen,


    gestern war ich nach drei Wochen Urlaub das erste mal wieder an meinen Völkern, (insgesamt 2, DNM, 2-zargig) um meine Bienchen auf den Winter
    vorzubereiten und das Flugloch einzuengen.
    Die Bienen waren in der Zeit meiner Abwesenheit scheinbar noch sehr sehr fleißig. Wir wohnen mitten in einer westfälischen Bauernschaft und scheinbar war durch Senf und Bauernorchidee noch einiges an Ertrag vorhanden. Einige Bienen konnte ich beobachten, die mit einem rot gepuderten Rücken wieder nach hause geflogen kamen (- Welche Blüte kann das wohl sein? - ein dicker roter Pollenpunkt auf dem Rücken?)
    Vor dem Urlaub hatte ich die Ameisensäurebehandlung abgeschlossen und jeweils 15 kg apiinvert zugefüttert.
    Meine eigentliche Frage: - Die Beuten waren wirklich randvoll - die einzelnen Rähmchen waren so gefüllt, dass ich leider gar nicht mehr dran kam, um mal
    eine herauszuholen. Ein Rähmchen hat leider auch ganz verdächtig geknackt (wird wohl jetzt kaputt sein- sehe ich ja im Frühjar...)
    Ist das normal, dass die Beuten im Winter so dermaßen voll sind? - Klar, die Bienen sammeln Vorrat, aber so langsam ist ja nun wirklich kein Platz mehr.
    Wie seht ihr das? Letztendlich werden die Bienen es sich schon gut einrichten, aber... meine Neugier....
    Kann jetzt gar nicht abschätzen, ob noch gebrütet wird.
    Danke für Euer Feedback :daumen:


    Gruß, Bianca

  • Hallo Bianca,
    das die Bienen hier in unserer Region noch einmal stark aus dem Senf, und falls Du in der Nähe der Ems oder ähnlichem wohnst auch aus dem Springkraut stark eintragen ist bei entsprechender Witterung wie in diesem Jahr normal.
    Ob es gut ist für die Völker, darüber streiten sich die Imker in jedem Jahr.
    Vier Befürchtungen werden laut:
    1. Senf Honig sei zum Überwintern ungeeignet.
    2. Die Völker gehen noch einmal in Brut, Folge mehr Varroa
    3. Winterbienen arbeiten sich ab.
    4. Brutnest verhonigt, Folge kein Nachwuchs und schlechte Überwinterung.


    Meine Erfahrung:


    Bis auf Punkt vier alles ohne Belang. Einzig Punkt vier könnte zum Problem werden, bei kleinen Beuten, z.B. einzargige Überwinterung.
    Ich überwintere daher nur zweizargig, füttere 16 kg ein und sehe den Senfhonig als willkommende Reserve.
    Im letzten Jahr gab es aufgrund der Witterung keinen Senfhonig, da waren in diesem Frühjahr die Reserven etwas mager.
    Ich würde da jetzt ruhig bleiben.
    Im nächsten Frühjahr stellt sich eher die Frage, ob die Bienen genug Platz für das Brutnest haben. Eventuell dann volle Waben entnehmen.


    Übrigens: Guido Eich antwortete mal auf die Frage, was bei starker Senf Tracht im Herbst zu tun sei: "Honigräume drauf."


    Viele Grüße
    Hubert

  • Hallo Hubert,
    die Ems ist noch ein Stückchen entfernt, aber die südlichen Bauernschaften im Münsterland haben auch einiges an Senf etc. zu bieten - schön, dass man
    hier auch jemanden aus der Region "trifft".
    Wenn ich jetzt noch einen Honigraum auf die zwei Zargen setze darf ich den ja zum "Ernten" leider nicht nutzen (wg. Ameisensäurebehandlung) - außerdem kann ich
    mir vorstellen, dass es die Bienen dann auch schwerer haben, die Temperatur zu halten, oder?
    Ich habe zwischenzeitlich schon überlegt, ob ich nicht ein, zwei Rähmchen jeweils rausnehme und durch leere Rähmchen ersetze - aber wie gesagt - ich komme leider nicht dran :-( nichts zu machen.... Zu voll die Kiste.


    Viele Grüße
    Bianca


  • Wenn ich jetzt noch einen Honigraum auf die zwei Zargen setze darf ich den ja zum "Ernten" leider nicht nutzen (wg. Ameisensäurebehandlung) - außerdem kann ich
    mir vorstellen, dass es die Bienen dann auch schwerer haben, die Temperatur zu halten, oder?
    Viele Grüße
    Bianca


     
    Hallo Bianca,
    klar, verkaufen geht nicht, aber Ableger im nächsten Jahr, oder selber essen.
    Bienen heizen nicht die Beute sondern die Traube, von daher ist es egal, wie viel Räume Du da drauf stellst.
    Aber der Zug ist jetzt abgefahren. Ich denke, angesichts der Jahreszeit kommt da eh nicht mehr viel und man sollte die Bienen jetzt in Ruhe lassen. Wenn da alles so verbaut ist, riskierst Du nur, die Königin zu verlieren.


    Allerdings solltest Du überlegen, die Verbauung in Zukunft zu verhindern.
    Entweder taugt die Beute nichts oder die Rähmchen. Oder Du hast die Abstände zwischen den Waben nicht eingehalten.
    Mit so etwas zu imkern ist für die Bienen und den Imker eine Qual. Und wenn im nächsten Jahr die Beute voller Bienen ist, wird das Problem erst richtig groß.
    Die Folge sind dann häufig die Flucht in den Stabilbau.
    Weil man sich an die Völker nicht mehr ran traut, wird eine Begründung für das Unterlassen gesucht. Und die Schwarmimkerei gepredigt.


    Du erlebst gerade einen Nachteil der Stabil Imkerei gegenüber der mit beweglichen Waben.


    Was hast Du denn für Beuten und Rähmchen.
    Gerade unter den Holzbeuten gibt es leider noch viel Schrott, trotz toller Namen.


    Viele Grüße
    Hubert



    Viele Grüße
    Hubert

  • Hallo Bianca,


    bei mir sieht es nicht anders aus. Ich habe meine beiden Völker (2zargig, DNM) auch mit ca. 15 kg Apiinvert eingefüttert. Die Beuten wiegen nun komplett 44 und 42 KG. Die Rähmchen sind inzwischen auch fest verkittet (Propolis) und ich werde den Teufel tun dort noch einmal nachzusehen.
    Die Damen sind für den Winter bestens gerüstet und ich glaube nicht, dass ich eines davon verlieren werde.
    Auf jeden Fall werde ich im kommenden Frühjahr rechtzeitig für Platz in der Beute sorgen, damit ich nicht wieder in der ersten Aprilwoche nen schwarm habe.....
    Mach dir mal keine Sorgen um die Mädchen....


    Viele Grüße,
    Carsten