Wie schaffen es die Scouts, so lange vom Volk wegzubleiben?

  • Da wir ja schon vielfach kleinere und größere Gruppen von Scoutbienen erlebt haben, die im potentiellen neuen Zuhause übernachteten, fragen wir uns, wie lange deren "Tank" reicht, um nicht zu verklammen?
    Nachts ist ja nix mit Nachtanken an den nächsten Blümchen.


    Noch kritischer dürfte es bei den Bienen sein, die im Sommer einzeln draußen übernachten - immer dann zu sehen, wenn man eine Beute auf kurze Distanz umstellt - am alten Platz schlagen dann erst lange nach dem Öffnen des Fluglochs vereinzelt Bienen auf, die das Umsetzen nicht miterlebt haben (alle anderen fliegen sich sofort neu ein - einfach mal daneben setzen und zugucken).


    Die Scoutgruppen könnten sich ja zur Not gegenseitig wärmen (obwohl wir noch nie mitten in der Nacht aufgestanden sind, das zu prüfen - um 22.30 Uhr krabbelten die aber alle noch solo durch die Kisten), aber wie machen die Einzelbienen das?


    Wie lange reicht ein gefüllter Tank bei Bienis?


    Nebenfrage: da hier bezweifelt wurde, daß Bienen auch sehr, sehr lange Strecken schaffen können - was spricht denn wirklich dagegen?
    Es hat ja niemand behauptet, daß sie das am Stück tun - mit zweimal zwischendurch volltanken müßten auch 20km und mehr gehen, bzw kann ich mir auch vorstellen, daß so eine Reise durchaus ein paar Tage dauert - erscheint mir aber nicht wahrscheinlich.


    Meinungen? Spekulationen?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Moin Sabine,


    am alten Platz schlagen dann erst lange nach dem Öffnen des Fluglochs vereinzelt Bienen auf, die das Umsetzen nicht miterlebt haben


    m.E. sind das Bienen, die sich eben nicht einfliegen (Sammlerinnen, die ahnungslos davonfliegen).
    Wären es Bienen, die extern übernachten ("Scouts"), so gäbe es den zeitlichen Zusammenhang zur Umstellerei nicht.



    Nebenfrage: da hier bezweifelt wurde, daß Bienen auch sehr, sehr lange Strecken schaffen können - was spricht denn wirklich dagegen?
    Es hat ja niemand behauptet, daß sie das am Stück tun - mit zweimal zwischendurch volltanken müßten auch 20km und mehr gehen,
    ...
    bzw kann ich mir auch vorstellen, daß so eine Reise durchaus ein paar Tage dauert


    Deine Behauptung war ja kürzlich, dass der Schwarm vom Muttervolk über eine Entfernung von 23 km mit Futter und "Brutheizungsleiharbeitern" versorgt wird.
    Eine mehrtägige Reise macht bei einem kurzen Bienenleben aber wenig Sinn.
    Mehrmaliges Nachtanken bei einem Futtertransport auch nicht.


    Der Schwarm nimmt mit, was er braucht (Futter und Arbeiterinnen), womöglich findet er auch zurück, wenn etwas kurz nach Schwarmabgang schiefgeht, bei allem was darüber hinaus geht bin ich skeptisch.

    Mit freundlichen Grüßen -- Traugott Streicher

  • Nein, Traugott,


    Scouts hat es nur in der Schwarmzeit, einzelne draußen übernachtende Bienen den ganzen Sommer lang, das gehört nicht zusammen.


    Und wenn du mal ne Beute so umgesetzt und gesehen hast, wie sie sich alle einfliegen, dann ist es nicht anders erklärlich als Auswärtsübernachtung, wieso 2h später am alten Platz plötzlich ein paar Versprengte rumkreisen.
    Ist aber defintiv temperatur- und tageslängenabhängig - als wir letztens die Völker von dem einen Außenstand geholt haben, kamen die letzten Bienen noch 20 min nach Sonnenuntergang zielstrebig angeschossen, und wir haben noch mit Taschenlampe gewartet, bis es richtig dunkel war, bevor wir das Flugloch zumachten. Da hatte es aber auch schon sehr schattige 7°, und da waren am nächsten Morgen auch keine Bienen, als wir die Völker abgeholt haben (und nein, es lagen auch keine verklammt davor oder hingen am Schaumstoff - wir hatten alle erwischt :lol:).

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    Bruce Springsteen

  • Das seh ich auch so wie der Drohn, denn der muss es ja wissen, :wink:


    wie sie das bee-www aufbauen und was an Infos wohl so alles über die Flugbahnen zischen mag. Die Einzigen die unbehelligt überall zu jedem Zwischenstopp reingelassen werden und auch noch betankt :wink:

    "Wer die Leidenschaft als Jugendsünde abtut, degradiert die Vernunft zur Alterserscheinung".
    Hans Kasper

  • Marion, wenn es so ist wie du schreibst, dann wäre das ja großartig und ein Beleg für die
    Komplexität der gesamten Bienenwelt.


    Allein, bewegen wir uns hier im Bereich der Spekulationen?????....... oder gibt es Fakten, Fakten, Fakten.......


    schön Tach
    Bernd

    "Wenn Neider, Hasser dich umringen, dann denk an Götz von Berlichingen."

  • Moin, Bernd,


    sieh es mal einfach andersrum - warum sollte es das NICHT geben?
    Wale unterhalten sich über tausende von Kilometern, Elefanten immerhin noch über bis zu 200, da dürften die paar Kilometer kein großes Problem sein...


    Durch das, was wir gesehen haben, steht für uns zumindest schon mal fest, daß eine Verbindung zwischen Mutter- und Tochtervolk mindestens während der gesamten Schwarmzeit besteht - inwieweit das danach noch so ist, weiß ich nicht.


    Das mit den Scouts sieht ja auch kaum jemand, ohne Seeley und die anderen wär ich ja nie auf die Idee gekommen, daß es sowas überhaupt gibt, ich dachte ja auch, die schwärmen und suchen sich dann was zum Wohnen - ist aber halt nicht so.


    Von daher gibt es noch ne Menge zu fragen.:p_flower01::Biene:

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  • ...Wale unterhalten sich über tausende von Kilometern, Elefanten immerhin noch über bis zu 200, da dürften die paar Kilometer kein großes Problem sein...


    Naja, die haben auch immerhin entsprechend große Organe für Infraschall...


    Ich glaube, der Vergleich hinkt.

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • :lol: Äh, nein, ich bezog das jetzt nicht auf Infra/sonstigen Schall - ich meinte das eher auf Kommunikation außerhalb des unmittelbaren Bereichs allgemein.
    Und warum soll es bei Bienen keine solche auf lange Distanzen geben?
    (abgesehen davon, daß das Wandertempo der Drohnen ja auch schon bemerkenswert ist :wink:)
    Ich denke, daß die Verwandschaftsbeziehungen und ihre Auswirkungen schwer unterschätzt werden...


    Nachtrag: ich hab mir grad noch 2 Lindauer bestellt - Auf den Spuren des Uneigennützigen. Nutzen und Risiko des Zusammenlebens in der Natur (ISBN: 9783760819303) und Botschaft ohne Worte. Wie Tiere sich verständigen (ISBN: 349203120X / 3-492-03120-X ), die kenne ich noch nicht.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Moin Sabiene,
    Jemand, der von der Existenz von "morphogenischen Feldern" ´(Sheldrake) überzeugt ist
    oder ähnlichen Mögichkeiten der Komunikation, wie ich, traut dem Bien schon Einiges zu.


    sonnigen Sonntach
    Bernd

    "Wenn Neider, Hasser dich umringen, dann denk an Götz von Berlichingen."

  • Moin,
    ich glaube, die Biene kann sich totstellen.
    Körperfunktionen runterfahren, eigenes Frostschutzmittel erzeugen.
    wieviele tote Bienen habe ich schon gesehen, die mit steigenden Temperaturen zum Leben erweckt wurden.
    Gruß
    Helmut

  • Moin, Helmut,
    ja, sowas in der Art könnte erklären, warum die Außen-Übernachter so relativ spät erst heimkommen - die müßten dann erst sozusagen "auftauen" nach der nächtlichen Kälte...

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  • Helmut,
    ich musste im Frühjahr einen Schwarm, nicht erreichbar, mit dem Wasserschlauch "einfangen".
    Die Kö hatte ich im Kasten, aber auf der ausgelegten Plane zehntausende ersoffene Bienen, alle tot dachte ich.
    Den Schwarmfangkasten habe ich daneben gestellt und siehe da, nach einer Stunde lagen noch zwei Dutzend
    auf der Plane, alle anderen sind in die Box marschiert.
    Ja der Bien........


    Bernd

    "Wenn Neider, Hasser dich umringen, dann denk an Götz von Berlichingen."

  • Hallo Zusammen,
    ist das Denken der vernetzten Völker , Scouts die überall zum „auftanken“ reingelassen werden nicht menschliches Wunschdenken, romantisch angehaucht?


    Ist es nicht vielmehr so, dass jedes Volk in Konkurrenz zu all den anderen Völkern im Umkreis um Ressourcen(Nahrung und Wohnung) steht?


    Warum sollte ein Volk seinem Nachbarvolk das Überleben ermöglichen?


    Wenn die Bienen so sozial-romantisch währen, dürfte es dann Räuberei geben?


    Nur mal so zum Nachdenken. :confused:

    Gruß Thomas -- Wer Tipfehler findet, darf sie gerne behalten. :-)