Späte Einfütterung

  • Hallo,


    da ich dieses Jahr noch einen Teil Spättracht/Heide ernten konnte, fing ich mit der Einfütterung erst zwischen Mitte und Ende September an.
    Die Bienen nehmen den Zuckersirup (3Teile Zucker, 2 Teile Wasser ODER 50/50) im Adamfütterer und in der Plastikschüssel über Absperrgitter nur sehr zaghaft bis überhaupt nicht an.
    Eine Varroablockbehandlung (Oxal nach Schrüfer) alle 4 bis 5 Tage führe ich nebenher.
    Meist befinden sich in den Fütterern: das gesamte Futter, kaum Futter oder bei Glück kein Futter mehr. Teils ist das Zuckerwasser bereits gegoren, dann muss ich es wegschütten und neues Futter geben.


    Meine Befürchtung: Im Schnitt haben die Bienen nur 60-70% der 12 Dadantwaben mit Futter/Brut/Pollen belegt. So werden sie wohl kaum das nächste Jahr erleben. Futterwaben habe ich keine.


    Was kann ich noch unternehmen?


    Gruß

  • Hallo honigsmordi,
    hast Du eine Spur gelegt bzw. haben die Bienen das Futter gefunden?
    Das füttern über die Plastikschüssel ist um diese Jahreszeit keine gute Lösung. Damit die Bienen das Futter gut aufnehmen können muß es eine bestimmte Temperatur haben. Die hat es aber in einer Plasteschüssel, wo rundherum kühle Luft ist, jetzt nicht mehr. Eine Futterzarge die sich ja direkt über dem Bienensitz befindet wird wenigstens in gewissem Umfang von den Bienen von unten mit erwärmt und es ist somit einfacher das Futter aufzunehmen.
    Auch solltest Du bei so später Fütterung möglichst Fertigsirup füttern. Dieses Futter ist bereits invertiert und belastet die Bienen so kurz vor dem Winter nicht zusätzlich.
    Nach meinen Erfahrungen sind die Völker die Mitte-Ende September auch bei noch warmen Wetter das Futter nicht abnehmen oft die Problemvölker die nicht über den Winter kommen.
    Klingt zwar hart, sind aber meine Erfahrungen...
    Eine Alternative gibt es noch, sie haben eine Großteil Heidehonig im Brutraum eingelagert und haben keinen Platz mehr für weiteres Futter. So bei mir in diesem Jahr passiert.
    Wiege einfach mal die Kisten und verschaff Dir somit einen Überblick was an Futter bereits enthalten ist.


    Beste Grüße
    Hartmut

  • Hallo Hartmut,


    bei der letzten Fütterung am Freitag Abend habe ich noch warmes Zuckerwasser verwendet und als Spur einige Spritzerchen mit den Fingern verteilt. Morgen werde ich sehen, ob das funktioniert hat.
    Morgen werde ich erneut warmes Zuckerwasser (50/50) mitnehmen. Ich muss es versuchen, etwas anderes bleibt mir nicht übrig.
    Danke auch für den Tipp mit dem Fertigsirup. Werde ich, sobald ein Tank vorhanden ist, wohl auch so umsetzen.


    Gruß

  • keine Spritzer, sondern eine richtige "Spur" legen, direkt von den Waben wo die Bienen sind bis in die Schüssel...

    Zitat

    Werde ich, sobald ein Tank vorhanden ist, wohl auch so umsetzen.


    Hast Du so viele Völker das Du gleich eine Tank voll benötigst? Das Fertigfutter gibt es auch in Kanistern bzw. in Kartons.


    Beste Grüße
    Hartmut

  • Hallo Honigsmordi,


    versuche es doch mal mit der Gefrierbeutelmethode (ich habe den Link zum Originalthread gerade nicht parat): Stabilen Plastikbeutel mit Ziplockverschluss mit Futter füllen, direkt auf den Brutraum legen, oben ein paar Löcher reinstechen (ich nehmen einen Kartoffelpieker, wie man ihn beim Pellen von Pellkartoffeln verwendet), kurz auf den Beutel drücken, damit ein paar Tropfen Futter austreten. Eventuell sollte man den Futterbeutel leicht angewärmt (30-40°C) auflegen.


    Die Bienen gehen viel lieber und viel schneller an so einen Beutel, der direkt auf den Rähmchen aufliegt, als in eine Futterzarge. Und das Futter bleibt im Beutel sehr sauber, viel weniger Probleme mit Pilzen, wenn man es nicht gerade schon vor dem Abfüllen verunreinigt.
    Ich bringe 2 Liter Wasser zum Kochen, nehme es vom Herd, schütte 3 kg Zucker rein, rühre durch, dann hat das Gemisch ca. 65°C, da sind die meisten Hefen erstmal platt. Ich weiß, heiße Futterzubereitung wird z.T. als problematisch betrachtet, aber wo soll in der kurzen Zeit aus quasi reiner Saccharose eine nennenswerte Menge HMF entstehen?


    Ich habe Beutel von Ikea, die gibt es dort in vier veschiedenen Größen, sie sind aus recht festem Material, und sie haben einen doppelten Ziplockverschluss. In den größten Beutel passen 5 kg Futtersirup oder 3:2 Zuckerlösung. Bisher haben meine Bienen noch jeden Beutel innerhalb von höchstens 2 Tagen leergesaugt. (Falls das zu schnell ist könnte man evtl. weniger Löcher reinmachen.)


    Grüße,
    Robert

  • Zitat

    heiße Futterzubereitung wird z.T. als problematisch betrachtet, aber wo soll in der kurzen Zeit aus quasi reiner Saccharose eine nennenswerte Menge HMF entstehen


    HMF entsteht nur bei Säurezugabe unter Wärme.
    Von daher ist dein Verfahren völlig okay.:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Mir wurde auch gesagt, dass HMF bei Kochtemperatur entsteht. Hm... man lernt nie aus.


    Also das mit den Beuteln hört sich gut an. Diese Beutel habe ich nicht, aber ich gucke mal nach, was ich gleich noch so finde. Habe nur Bedenken, dass die Suppe aus den Löchern fließt und meine Bienchen verklebt. Denn wenn ich das mit dem Automatikbesen durchrühre, ist das bei mir super flüssig.

  • ...Habe nur Bedenken, dass die Suppe aus den Löchern fließt und meine Bienchen verklebt. Denn wenn ich das mit dem Automatikbesen durchrühre, ist das bei mir super flüssig.


    Hi Honigsmordi, da fließt nix - vorausgesetzt, Du machst die Löcher oben rein...:u_idea_bulb02:

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Dann nimm lieber normale Gefrierbeutel, die du verknotest, nachdem du die Luft rausgestrichen hast.


    Und Futterteig - wo sollen sie bei DEM Wetter das Wasser dafür herkriegen? Denk nicht mal dran.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen