Verkauf von Honig als Hobbyimker?

  • Hi,
    hab in der Suche nichts passendes gefunden.


    Auch ein Hobbyimker hat ja mit etwa drei Völker soviel Honig,den man alleine nicht essen kann. Wie verhält es sich nun wenn man seinen Überschuss zb. an Nachbarn usw. verkauft?
    Was sind die Voraussetzungen: Gesundheitszeugnis, Gewerbe usw. ?????


    Beispiel:
    Hobbyimker erntet 100kg Honig, hängt ein Schild an die Hauswand ( Honig vom Imker ) und verkauft dann 50 Gläser Honig.


    Uwe

  • Mhhh irgendwie hab ich jetzt soweit alles durch, was im Link angeboten wurde. Schlauer bin ich jetzt aber nicht.
    Man könnte sicherlich alle Themen in eine Schachtel stecken, gut schütteln und die Buchstaben so anordnen, das eine Antwort herauskommt.


    Vielleicht schreibt aber hier noch mal jemand in kurzer und verständlicherweise die Anforderungen zusammen. Würde mich, und vielleicht andere Neueinsteiger freuen!
    Schließlich ist des doch klar das man nicht bei min. 3 Völker das ganze Jahr nur Honig essen kann:u_idea_bulb02: 
    Das würde vielleicht auch anderen Einsteigen interessieren.


    Uwe

  • Das einfachste ist: mach nen Honigkurs!
    Das lernst du alles was MUSS und Kniffe, was Auslegungssache ist.
    Mundgerecht, versteh sogar ich ohne Beamtendeutsch zu lernen ,-)
    Gruß Jule

    Begeisterung ist der Schlüssel zum Tor der ungeahnten Möglichkeiten.

  • @ uwe jur. ,


    man darf auch als Jungimker , oder gerade deshalb , nicht so schnell aufgeben.
    Du mußt deine Schachtel jetzt schütteln und schütteln , und weiter ohne Unterbrechung schütteln . Zwischendurch nachsehen ob eine passende Lösung zu stande kam . Wenn nicht , weiter , wie vorher .
    Nebenbei aber immer wieder n a c h d e n k e n ob es außer der " Schüttelei " auch noch andere Varianten gibt.
    Ergo: der Imker gibt nie auf !
    Er läßt sich einfach was einfallen ; und wenn es passieren sollte , daß ihm tatsächlich nichts einfällt - dann , macht er was anderes , nur nichts mit Bienen.


    Gruß hannes

  • Uwe, mach einen Honigkurs - da kriegst du dann wenigstens schon mal erklärt, was auf deinem Glas alles draufzustehen hat lt Verpackungsverordnung, und warum du ne geeichte Waage brauchen wirst.
    Und wie dein Schleuderraum auszusehen hat, etc. und warum die Hygieneverordnung wichtig ist, samt Rückstellproben mit Chargennummern pro Abfüllung.


    Dem Finanzamt meldest du nur formlos die Völkerzahl, unter 150 Völkern interessieren die sich nicht dafür.
    Am besten führst du eine einfache Einnahme-Überschuß-Rechung in einem Heft, und du darfst Quittungen schreiben, aber die Mehrwertsteuer nicht ausweisen, weil du als Imker pauschalierender Landwirt bist, mit gesenktem Satz.
    Und solange du deine Verluste nicht geltend machst, brauchst du auch nichts zu zahlen, steuertechnisch bis zu einem Umsatz von 17.500€/Jahr (ohne Gewähr, ich bin da nicht up to date).
    Als normaler Hobbyimker mit sehr begrenzter Völkerzahl passiert da gar nix.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Uwe,
    hallo Sabi(e)ne,


    mit den Steuern hast Du etwas durcheinander gewürfelt ;)


    Beim Finanzamt muss man Einkommensteuer und Umsatzsteuer unterscheiden. Bei der Einkommensteuer kommt man erst bei einer hohen Völkerzahl in den "gefährlichen" Bereich, wie Sabi(e)ne schon sagte.
    Bei der Umsatzsteuer kann es - rein theoretisch - schon ab dem ersten Volk problematisch werden.


    Auf alle Fälle darf man auf Rechnungen keine 19% oder 7% Umsatzsteuer ausweisen. Sollte man es doch machen, muss man die USt auch ans Finanzamt abführen. Anders sieht es bei der Durchschnittsbesteuerung von landwirtschaftlichen Produkten mit 10,7% USt aus. Die 10,7% kann man ausweisen und der Unternehmer, der den Honig kauft, kann sich die 10,7% auch als Vorsteuer wieder vom Finanzamt holen. Man selber muss die 10,7% aber nicht ans Finanzamt abführen, da das Finanzamt davon ausgeht, dass beim Imker sich die USt und VoSt die Waage halten, im Saldo also 0 ist.


    Die 17.500,- € ist die Grenze für den sogenannten Kleinunternehmer. Ist man Unternehmer im Sinne des UStG* und hat einen Umsatz <17.500,- € kann man die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen. Man darf dann keine USt ausweisen, kann sich aber auch nicht die VoSt aus Rechnungen ziehen.


    *Unternehmer im Sinne des UStG ist man sehr schnell. Bei der Vermietung einer Garage (wenn keine Wohnung dazu vermietet ist) ist man bereits Unternehmer und müsste von den Mieteinnahmen eigentlich 19% USt abführen oder halt die Kleinunternehmerregelung in Anspruch nehmen.


    Am einfachsten ist es aber, man weist erst gar keine USt aus. Die Völker würde ich aber auch nicht beim FA melden. Ich denke, dass haben die Wenigsten gemacht. Ist ja schließlich Hobby ;)

    MFG


    Christian



    "Haben zwei Imker die gleiche Meinung, so hat mindestens einer keine Ahnung"

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